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Staatliche Förderung: Wie Landbewohner vom Baukindergeld profitieren
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Das Baukindergeld soll Familien den Traum vom Eigenheim erfüllen. Doch funktionieren dürfte das vor allem auf dem Land. In der Großstadt dagegen könnte die staatliche Zulage Immobilien noch teurer machen.

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nici_d 26.05.2018, 09:18
1. Bringt nur den Bauträgern etwas

Aus eigener Erfahrung: Gibt es irgend eine Förderung, dann ziehen die Preise um genau diesen Betrag an. Fällt die Förderung weg, purzeln die Preise zwar nicht, aber sie steigen vielleicht eine Zeit lang etwas langsamer. Ist das gleiche mit dem Bauzinssatz. Der Bauträger rechnet so: Ausgehend von dem möglichen monatlichen Betrag wird bei momentanem Zinssatz und meist nur geringer Tilgung von 2 Prozent auf die mögliche Kreditsumme hochgerechnet. Darauf aufgeschlagen wird der Eigenanteil, den die Bank voraussetzt und dann werden noch die Zuschüsse/Förderungen draufgeschlagen. Die Summe ergibt dann den erzielbaren Kaufpreis. Der Käufer hat null und nichts davon.

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gorchus 26.05.2018, 09:23
2.

Die Diskriminierung der Gutverdiener geht in eine neue Runde. Höhere Steuern, keine Förderungen. Das nächste ... Durchschnittsgehälter variieren stark von Nord nach Süd und Ost nach West. Eine Arbeiterfamilien in Raum Stuttgart wird nicht gefördert. Eine Ingenieursfamilie an der Ostsee schon. Solche Blüten treibt es dann. Das Strukturarme Regionen gefördert werden sollen, denn nix anderes ist das, ist richtig. Aber auf den Rücken von Familien ist nicht richtig.

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Kupferlegierung 26.05.2018, 09:31
3. Gibt es nur Metropole oder Dorf?

Wenn man den Artikel (oder ähnliche) liest, fragt man sich, welche Stadt-Land Einteilung gemeint ist. Ist "Stadt" nur HamburgBerlinMünchen, vielleicht noch eine Handvoll anderer Metropolen, und der Rest ist Dorf, plattes Land, Provinz oder wie die sonstigen meist despektierlichen Begriffe lauten? Was ist mit den vielen deutschen Städten mittlerer Größe?
Die Autoren, die aus der Perspektive des Bewohners einer urbanen Berliner oder Hamburger Altbauwohnung schreiben und vermutlich die "Landlust" abonniert haben, täten gut daran, über ihren Tellerrand hinauszusehen.

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Sandlöscher 26.05.2018, 09:36
4. Ach, Herr Tenhagen

reichlich naiv, was in Ihrem Artikel so zu lesen ist.
Das Baulindergeld reiht sich nahtlos in die Reihe unsinniger Subventionen ein. Das Baukindergeld schlägt die Bauindustrie auf die bisherigen Preise. Das war damals bei der sog. Eigenheimzulage auch so. Familienförderumg sollte eher durch steuerliche Entlastung, bessere Infrastruktur in den Gemeinden erfolgen. Weiterhin sollten Gemeinden wieder verstärkt Bauland auf kommunaler Ebene erschließen. Dann stopfen sich nicht sog. Investoren die Taschen voll. Das Beispiel haben wir auch in unserem Ortsteil. Hier hat sich der Preis pro QM fast verfierfacht nach dem die Gemeinde die Erschließung einem Privatinvestor überlassen hat. Mit dem Baukindergekd wird es wohl noch teurer.

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jojack 26.05.2018, 09:57
5. Großstadt und Kinder

Die Großstadt ist für Familien mit Kindern doch ohnehin mit vielen Nachteilen verbunden. Selbst Paare, die noch als Studenten das quirlige Leben einer Großstadt mochten, erkennen schnell die Vorzüge von Ruhe, mehr Platz, weniger Drängelei, kaum Kriminalität und mehr persönlichen Kontakten zu Nachbarn, die es auf dem Land gibt. Es muss ja nicht gleich in die tiefste Provinz gehen. Oft reichen schon ein paar Kilometer Abstand von der Großstadt, um diese Vorzüge genießen zu können und gleichzeitig noch weniger für Immobilienbesitz bezahlen zu müssen.

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rolf.scheid.bonn 26.05.2018, 10:07
6. Die Förderung...

... von Familien ist sinnvoll. Wenn das Land dadurch attraktiver wird, umso besser. Der Staat sollte alles tun, um der Landflucht entgegen zu steuern. Wird das Land attraktiver, nimmt der Druck in den Ballungszentren ab. Genau so ist es richtig.

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schwäbischalemannisch 26.05.2018, 10:18
7. Förderung für Kinder - in jeder Hinsicht

Natürlich darf das Baukindergeld nicht auf gewisse Formen begrenzt sein. Ledig, verheiratet, homo- oder heterosexuell, Alleinerziehende oder bei Großeltern aufwachsende Kinder. Völlig egal. Es geht um die Kinder.

Das Baukindergeld ist im Grunde nur eine Rabatt auf gezahlte Steuern. Kaum anzunehmen, dass es Familien gibt die keine Steuern zahlen und trotzdem genug Geld haben zum Bauen. Gut, wer 10-12 Kinder hat der kann selbst bei gutem Einkommen fast ohne Steuer zu zahlen durch kommen. Da ist es aber auch verdient.

Ansonsten. Ja. Die Gefahr besteht, dass in Metropolen der Effekt von den Bauträgern abgegriffen wird, wobei das schwer zu trennen sein wird, da ja viele Wohnungen auch von Menschen ohne Kindern oder mit zu hohem Einkommen erworben werden.

Und wenn es überwiegend auf dem Land Vorteile bringt - was ist dagegen ein zu wenden..?

Der Markt wird es richten. Wenn es immer weniger Menschen gibt die sich die teuren Immobilien leisten können, dann wird der Markt sich anpassen. Aber aktuell sieht es eher so aus, dass sich mehr Menschen die Preise leisten können, als es Angebote auf dem Markt gibt.

Familien bzw. insbesondere Kinder finanziell zu unterstützen halte ich für absolut richtig. Aufpassen sollte man nur, dass es auch hauptsächlich der einheimischen Bevölkerung zu Gute kommt.

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olliver_123 26.05.2018, 10:23
8. Kann man nicht so einfach drauf schlagen

Da das Baukindergeld abhängig von Vorhandensein und Anzahl der Kinder ist, kann man das natürlich nicht so pauschal auf die Preise aufschlagen wie niedrigere Zinsen, oder andere prozentuale Zulagen. Aber sicherlich wird das auch auf ostdeutschen Dörfern nicht genügen, um damit bauen zu können, wenn man es vorher nicht konnte. Zumal das Geld ja auch nicht auf einmal ausgezahlt wird und inflationsbedingt Jahr für Jahr an Wert verliert. Trotzdem: jede Leistung für Familien ist erstmal nicht falsch, dass da aus den Kompromissen in der Politik selten die optimalen Lösungen kommen ist halt der Preis der Demokratie...

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wjb27 26.05.2018, 10:29
9. Herr Tenhagen

Als Hamminkelner (Brünen) müßten Sie eigentlich wissen, dass Eigentum bindet. Wer auf dem Land wohnt oder baut macht den Wohnungssuchenden in den Städten keine Konkurrenz. Außerdem müssen dann nicht Schulen, Geschäfte, Arztpraxen, Krankenhäuser usw. mangels Kinder und Bevölkerung geschlossen werden. Wollen Sie das Land zu einem Altenheim machen. Die Städte werden wegen zu erweitender Infrastruktur überfordert und auf dem Land wir alles zugemacht. Der Erfolg, siehe Köln-Chorweiler.

Was die Arbeitsplätze betrifft siehe das Münsterland und das angrenzende Ruhrgebiet. Arbeitsamtbezirk Coesfeld 3% Arbeitslosigkeit, Gelsenkirchen 13% Arbeitslosigkeit.

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