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Staatshilfe für Peugeot: Hollande kämpft gegen die Globalisierung
AFP

Präsident Hollande will den Standort Frankreich retten: Der Sozialist hat sich die Industriellenfamilie Peugeot vorgeknöpft und will den Jobabbau beim angeschlagenen Autokonzern PSA mit Staatshilfe mindern. Doch die Traditionsfirma ist nicht der einzige gallische Patient.

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bauagent 24.07.2012, 17:32
1. Das Problem ist der Euro

Wenn man sich darauf einigen kann, dass nicht jedes Produkt eine vergleichbare High-End Klasse hat, dann ist die gesamte Analyse an den Tatsachen vorbei geschrieben.

Die Entlassungen repräsentieren ja nicht eine schlechte Produktivität, sondern begründen sich in der Tatsache, dass die PSA Produkte einfach schlechter sind, als ihre Pendants aus Wolfsburg oder Ingolstadt und infolge dessen Absatzwschwierigkeiten da sind.

Frühjer konnte man dieses Problem über die Währung ausgleichen. Heute zwingt der Euro die Unternehmen mit den schwächeren Produkten zur Reduktion oder Aufgabe.

Mit floatenden Wechselkursen hätte PSA, im Gegensatz zu FIAT, dieses Problem gar nicht, weil alle Fahrzeuge mit dem entsprechenden Preis ausgestattet konkurrenzfähig sind. Ein 307 darf aber nicht den Preis eines VW Golfs haben. Hat er derzeit aber, weil nicht abgewertet werden kann.

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Mimahal 24.07.2012, 17:40
2. Planwirtschaft ist keine Lösung

Auch die Franzosen müssen lernen, dass Planwirtschaft keine Lösung ist. Die Unternehmen müssen es selber schaffen, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Dabei sind natürlich Mindestlöhne, 35-h-Woche und Rente mit 60 nicht sonderlich förderlich. Die Franzosen werden es auf Dauer nicht schaffen, die Realität in der Welt auszublenden. Die Globalisierung kann man nicht mit einem Dekret stoppen.

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Privatier 24.07.2012, 18:04
3. Wo bleibt der Jubel unser Alterna(t)iven über weniger produzierte Autos?

Zitat von sysop
Präsident Hollande will den Standort Frankreich retten: Der Sozialist hat sich die Industriellenfamilie Peugeot vorgeknöpft und will den Jobabbau beim angeschlagenen Autokonzern PSA mit Staatshilfe mindern. Doch die Traditionsfirma ist nicht der einzige gallische Patient.
Aber auch der Beifall seitens SPON, nachdem gestern noch "Landeiern" auf Grund ihres Motorisierungsgrades Rückständigkeit attestierte wurde:

Liste der Städte mit der größten Autodichte - SPIEGEL ONLINE

Wer weniger Fahrzeuge wünscht, sollte konsequenterweise laut und ausgelassen jubeln, sobald weniger Fahrzeuge hergestellt werden.

Daß sämtliche Folgen des ursprünglichen Wunsches sorgfältig bedacht und berücksichtigt wurden, darf man bei einer Fachredaktion doch ganz gewiß vorraussetzen.

MfG

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sanchopansa 24.07.2012, 19:38
4.

Zitat von sysop
Präsident Hollande will den Standort Frankreich retten: Der Sozialist hat sich die Industriellenfamilie Peugeot vorgeknöpft und will den Jobabbau beim angeschlagenen Autokonzern PSA mit Staatshilfe mindern. Doch die Traditionsfirma ist nicht der einzige gallische Patient.
Mit Verlaub, aber weniger Autos zu bauen, ist vielleicht ein großer Fortschritt für die Ökopartei, aber für das Land Frankreich kann es nur wieder eine neue Baustelle bedeuten, die volkswirtschaftlich nicht mehr zu vertreten ist. Was Hollande macht, ist hirnrissig. Reduzierung der Lebensarbeitszeit, verbesserte Alimentierung von Arbeitslosigkeit und Besteuerung von 75% auf hohe Einkommen (immobile Güter werden in die Berechnung einbezogen). Der Exodus der Eliten hat schon begonnen, der letzte darf das Licht ausmachen. PSA ist nicht in der Lage, marktkonform zu produzieren. So what? Hollande steht doch nur im Wald und pfeift sich eins. Alles Augenwischerei, die starken Reden nützen nichts mehr, Frankreich hat sich durch fehlende Industriepolitik selbst ins Abseits manövriert. Da kann zwar Hollande nicht wirklich was dafür, aber statt das Ruder rumzureißen, polemisiert der Gute was das Zeug hält. Wird nur nix nützen.

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satissa 24.07.2012, 20:58
5.

Zitat von bauagent
Wenn man sich darauf einigen kann, dass nicht jedes Produkt eine vergleichbare High-End Klasse hat, dann ist die gesamte Analyse an den Tatsachen vorbei geschrieben. Die Entlassungen repräsentieren ja nicht eine schlechte Produktivität, sondern begründen sich in der Tatsache, dass die PSA Produkte einfach schlechter sind, als ihre Pendants aus Wolfsburg oder Ingolstadt und infolge dessen Absatzwschwierigkeiten da sind. Frühjer konnte man dieses Problem über die Währung ausgleichen. Heute zwingt der Euro die Unternehmen mit den schwächeren Produkten zur Reduktion oder Aufgabe. Mit floatenden Wechselkursen hätte PSA, im Gegensatz zu FIAT, dieses Problem gar nicht, weil alle Fahrzeuge mit dem entsprechenden Preis ausgestattet konkurrenzfähig sind. Ein 307 darf aber nicht den Preis eines VW Golfs haben. Hat er derzeit aber, weil nicht abgewertet werden kann.
Ihre Analyse geht mindestens genauso an den Tatsachen vorbei wie der SPON.
PSA baut Autos wie VW aber nicht wie Audi. die Ansicht, das die Autos schlechter sind mag subjektiv auf Sie zutreffen, hält aber keiner objektiven Betrachtung stand. Kommen Sie mir nicht mit ADAC Reports, in F gibt es Tests, die beweisen, dass die Autos aus F besser sind.
Tatsache ist, dass F ein Strukturproblem hat, von einer Elite regiert wird, die die Bodenhaftung völlig verloren hat. Rente mit 60, 35h Woche passen nicht in die Zeit. Dazu kommen radikale, politische Gewerkschaften, die Reformen unmöglich machen. In F brauchen nur 10 Leute in einem Instandsetzungsdepot der Pariser Verkehrsbetriebe zu streiken und schon ist das Land lahmgelegt. Das Verhältnis Arbeitnehmer / Arbeitgeber ist auf dem Stand der 70er geblieben. Unternehmertum wird in F nicht gefördert, es gibt kein Netz mittelständischer Unternehmen wie in D oder Norditalien. Entweder ist man in einem Weltunternehmen oder man versucht sich als Selbständiger oder Kleinunternehmer durchzuschlagen. Über 5 Mitarbeitern trifft einen die volle Wucht des Sozialstaats. Die Politiker und die Unternehmensführung kommen aus den gleichen Eliteschulen. Man kennt sich, man versteht sich. Das hilft französischen Unternehmen zwar auf den Weltmarkt und was bei uns als Protektionismus angesehen wird, ist dort eine natürliche Symbiose, es hilft aber nicht, Unternehmen von 50 bis 300 Mitarbeiter zu gründen. Auch der Sozialist Hollande ist nicht anders. Man nennt dort die Sozis auch die "Kaviarlinken" (la Gauche caviar). Sarkozy mag zwar einiges nicht so glücklich angefasst haben, er hat allerdings Klartext gesprochen und versucht, die Franzosen aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Die wollten das aber nicht, mit bekanntem Ausgang. Ein ordentlicher Präsident in der Masse der Franzosen ist auf den wichtigen Schauplätzen der Welt zugegen, klopft auf der Landwirtschaftsmesse Kühe auf den Hintern, verleiht Orden und schmeißt den Premierminister raus, wenn der nicht macht, was das Volk will.

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andy69 24.07.2012, 20:59
6. Stimmt genau

Zitat von bauagent
Wenn man sich darauf einigen kann, dass nicht jedes Produkt eine vergleichbare High-End Klasse hat, dann ist die gesamte Analyse an den Tatsachen vorbei geschrieben. Die Entlassungen repräsentieren ja nicht eine schlechte Produktivität, sondern begründen sich in der Tatsache, dass die PSA Produkte einfach schlechter sind, als ihre Pendants aus Wolfsburg oder Ingolstadt und infolge dessen Absatzwschwierigkeiten da sind. Frühjer konnte man dieses Problem über die Währung ausgleichen. Heute zwingt der Euro die Unternehmen mit den schwächeren Produkten zur Reduktion oder Aufgabe. Mit floatenden Wechselkursen hätte PSA, im Gegensatz zu FIAT, dieses Problem gar nicht, weil alle Fahrzeuge mit dem entsprechenden Preis ausgestattet konkurrenzfähig sind. Ein 307 darf aber nicht den Preis eines VW Golfs haben. Hat er derzeit aber, weil nicht abgewertet werden kann.
Und egal in welcher Preisklasse ich mich mit meinen Produkten tummel, ich muss in irgendeiner Disziplin besser sein als die anderen, um gut zu verkaufen.

Höhere Qualität, besseres Design, ein irgendwie geartetes positives Image - oder intelligentere Technik.
Nichts davon hat Peugeot zur Zeit - leider.
Wer kein deutsches "Premium Auto" will, kauft besser gleich beim Koreaner ein.
Da kann Monsieur Hollande noch so sehr Wilde Kanone spielen...

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Morgul 25.07.2012, 23:28
7. guter Witz

"Aufsichtsratschef Thierry Peugeot. Die Kritik der Regierung habe das Unternehmen geschwächt, es könnte damit auch Ziel einer feindlichen Übernahme werden"
HaHaHa...der war gut. Kein Autobauer dieser Erde würde sich so eine Kröte ans Bein binden. Ich prophezeie dem Autobauer ein ziemlich schnelles Ende. In 5 Jahren wird es ihn nicht mehr geben. Der Markt wird sich und muß sich bereinigen.

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Observer 25.07.2012, 01:23
8. Es ist eine Unverschämtheit,

dass die Politiker nichts unversucht lassen, dass wir auf dem KFZ Markt demnächst außer Fahrzeugen des VW Konzerns keine echten Alternativen mehr haben. Wenn die Franzosen so weitermachen, ist PSA die dreizehnte bzw. vierzehnte Marke im VW Konzern. Die Ingenieure üben wahrscheinlich jetzt schon am modularen Querbaukasten.

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fredrueggmelbourne 25.07.2012, 02:22
9. Das Problem ist derEuro?

Ja der Euro ist falsch konstipiert. Die EU Staaten sollten ihre Nationalwaerungen unter je ihren unabhaengigen

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