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Staatspleite Argentiniens: US-Richter Griesa kritisiert "Halbwahrheiten"
REUTERS

Er urteilte gegen Argentinien und für die Hedgefonds - nun legt US-Bundesrichter Griesa nach: Die Regierung um Präsidentin Fernández Kirchner verbreite Falschmeldungen über seine Zahlungsbereitschaft.

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krassopoteri 02.08.2014, 18:08
100.

Zitat von Hermes75
Viel Spaß bei der praktischen Umsetzung.
Wo liegt das Problem?
Allerdings sollte man es auf jede Währung anwenden.

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krassopoteri 02.08.2014, 18:27
101.

Zitat von exposes
..Unsere Sozialromatiker finden es natürlich klasse, wenn der Schuldner seine Kredite nicht bedienen will.
Ich würde es schon Klasse finden, wenn die Nichtbeteiligten, die die Rechnung bezahlen sollen, sich weigern würden zu zahlen.

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j.c78. 02.08.2014, 18:46
102. Fakten

Es spielt keine Rolle wer die Schulden wann gekauft hat! Der Rechtsstand in den USA wurde gewählt um überhaupt Käufer für die Anleihe zu finden. Es haben eben nicht alle Gläubiger dem vorgesetzten Schuldenschnitt zugestimmt. Und nein, in einem Rechtsstaat darf niemand - auch nicht der Staat - einfach entscheiden ob er sich an Verträge hält oder nicht. Moralisch handelt der Fond nicht, aber juristisch korrekt. Zum damaligen Zeitpunkt wäre die Ausgabe in Europa unter vergleichbaren Bedingungen erfolgt. Folglich hätten die Gerichte hier auch entsprechend entschieden. Der Richter ist der letzte der einen Fehler gemacht hat. Warum die reichen argentinischen Eliten nicht für die verglichsweise geringe Summe aufkommen ist mir jedoch schleierhaft.

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notbehelf 02.08.2014, 19:29
103. Unbeteiligt?

Zitat von krassopoteri
Ich würde es schon Klasse finden, wenn die Nichtbeteiligten, die die Rechnung bezahlen sollen, sich weigern würden zu zahlen.
In Argentinien wählen erwachsene Wähler ihre Politiker. Die Bevölkerung ist nicht unbeteiligt.

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caliper 02.08.2014, 19:33
104.

Zitat von krassopoteri
Das war aber jetzt eine schöne Steilvorlage. Der Staat darf das aber mit der Vergabe von Staatsanleihen. Es werden Staatsanleihen herausgegeben und die Bürger werden ihres Eigentums beraubt, indem sie die Zinsen und die Tilgung bezahlen müssen, eventuell sogar die nächste Genration. Das ist ethisch und moralisch höchst fragwürdig und jeder der die Staatsanleihen kauft verhält sich ebenso. Er presst den Unbeteiligten sein Hab und Gut ab. Denken Sie mal darüber nach, vielleicht kommen Sie dann auf eine andere Auffassung.
In demokratischen Staaten hat der Bürger die Macht diejenigen Politiker zu wählen, die eine solide Haushaltsführung versprechen.

Wenn der Wähler sich für Politiker entscheidet, die ihm das Blaue vom Himmel versprechen, dann ist er am Ende auch mitschuld, wenn das nur über Schulden finanziert werden kann.

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Berg 02.08.2014, 19:45
105.

Zitat von hemtech
Wenn der Finanzmarkt über Staaten gebieten und sie sogar in die Pleite stürzen kann, ist etwas faul im Geldsystem. Soweit darf die Macht des Geldes nie reichen.
Marx vor 150 Jahren:"Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur von der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

Was hätte Marx wohl zu 1450% Profit gesagt?

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Hermes75 02.08.2014, 20:17
106.

Zitat von krassopoteri
Ja, man muss sich tatsächlich mal fragen, weshalb im kapitalistischen, schuldenfinanzierten Finanzsystem immer nur die Unbeteiligten zur Kasse gebeten werden.
Plattitüden.

Seit wann ist das argentinische Volk daran unbeteiligt was seine Regierung in seinem Namen macht? Ist Frau Kirchner etwas nicht gewählt worden?

Ein Staat kann tatsächlich nur Schulden aufnehmen, weil es eine Bevölkerung gibt von der Steuern erhoben werden können.
Niemand würde einer Organisation die selbst keine Einnahmen erzielt Geld leihen.

Außer natürlich einige SPON-Foristen. Aber die verschenken (verleihen) aber am liebsten nur fremdes Geld...ganz in alter antikapitalistischer Tradition, nicht wahr?

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Hermes75 02.08.2014, 20:31
107.

Zitat von krassopoteri
Wo liegt das Problem? Allerdings sollte man es auf jede Währung anwenden.
Ich bezweifle, dass sich die Probleme die sich aus einer edelmetallbasierten Währung in unserer heutigen Wirtschaft ergeben auch nur ansatzweise hier zu erläutern sind.

Aber mal als Denkhilfe: Es sind laut EZB etwa 1,5 Billionen Euro an Bargeld (=M0) im Umlauf. Eine Tonne Gold hat aktuell eine Preis von rund 30 Millionen Euro. Um alleine das Euro-Bargeld zu ersetzen bräuchten Sie 50.000 Tonnen Gold. Die gesamten Goldreserven aller Nationalbanken der Welt beläuft sich aber nur auf 32.000 Tonnen.
Die Gesamtmenge des gesamten jemals auf der Erde geförderten Goldes beläuft sich auf geschätzte 174.000 Tonnen.

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Hermes75 02.08.2014, 20:34
108.

Zitat von Berg
Marx vor 150 Jahren:"Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur von der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“ Was hätte Marx wohl zu 1450% Profit gesagt?
Karl Marx war ständig in Finanznöten, weil er zwar viel über Kapital geschrieben hat, aber trotzdem nicht wusste wie man dazu kommt.
Marx in diesem Zusammenhang zu zitieren ist in etwa so als ließe man sich ein Gemälde von einem Blinden erklären.

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lezel 02.08.2014, 22:47
109.

Zitat von Berg
Was hätte Marx wohl zu 1450% Profit gesagt?
Er wäre begeistert gewesen, wenn er selbst so viel Profit gemacht hatte.

Da er Profit aber nur aus der Perspektive des Unbeteiligten kannte, zog er vor, diesen fremden Profit zu verdammen. Vielen Foristen geht es ebenso.

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