Forum: Wirtschaft
Staatssanierung im Vergleich: Sparen wie die Griechen

Steuern rauf, Löhne und Renten runter - Griechenland drohen harte Einschnitte. Was bedeutet das für die Bürger? SPIEGEL ONLINE zieht den Vergleich - und zeigt, was in Deutschland passiert würde, ginge die Bundesregierung auf den gleichen Sparkurs wie Athen.

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1810234 30.04.2010, 09:00
50. Sie Schelm, wer

Zitat von leasingnehmer
Eine Renten- und Gehälterkürzung um 10% würde 46 Mrd Euro/ Jahr einsparen. Eine Kürzung der Gesundheitsausgaben um 10% weitere 15 Mrd. Deutschland könnte also z.B. auf Neuverschuldung weitgehend verzichten, ohne dass die Betroffenen ernsthaft "hungern" würden. Es könnte auch sozial abgefedert ....
soll denn dann noch was kaufen? Die Griechen werden es nicht tun, die Spanier, Letten, Portugiesen, Iren auch nicht, die Briten haben auch ein Haushaltsdefizit jenseits von gut und böse. Und wenn hier die Einkommen um 10 Prozent einbrechen, sinkt der Konsum um 20 Prozent.

Für die Renten haben die Leute übrigens gearbeit und nicht wie die "Leistungsträger" Unternehmen an die Wand gefahren, Gelder verzockt, gegen Währungen gewettet und dafür Millionen und Milliarden kassiert.

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biker100 30.04.2010, 09:02
51. Volksverdummung

Leider gehört wohl auch der Spiegel zu der Art Zeitschrift, welche die Bevolkerung für blöd und wenig gebildet hält.
Solche Artikel sind einfach nur schlecht und immer nach dem gleichen Muster aufgezogen.
Da wo wirklich riesiges Sparpotential vorhanden ist, wird gar nicht nachgefragt und möglichst unter dem Deckmäntelchen des Schweigens gehalten. Man soll keine schlafenden Hunde wecken, oder?
Ein paar Beispiele gefällig?
Rente: Hier wurde ein Rechtsanspruch erworben. Pauschale Kürzungen sind verfassungsrechtlich nicht möglich. Dafür wurde dann das Renteneintrittsalter hoch gestzt, was de fakto einer Rentenkürzung gleich kommt.
Beamtenbesoldung: Wurde bereits in der Vergangenheit massiv gekürzt. Sollen also auf Harz IV runter?
Aber dafür immer die Steurhinterzieher und Subventionsjager schonen wollen.
Alleine in Baden-Württemberg würde der Einsatz von mehr Steuerfahndern Mehreinnahmen von 100 Mio EUR pro Jahr einbringen. Ich weiß 100 Mio sind Peanuts.
Steuerermäßigung für Beteiligungen an Filmprojekte in Hollywood. Ist natürlich ganz wichtig für Old Germany.
Schiffsbeteiligungen um die Gewinne herunterzurechnen.
Seuerpflicht für alle Deutschen in der ganzen Welt, wie dies auch in den USA und anderen Ländernüblich ist. und und und und und. Da ist der Hebel anzusetzen.
Wir haben garantiert keine Geldsorgen, wenn alle Subventionen auf Null gesetzt werden und neu überdacht und beantragt werden müssen.
Also, radikale Steuerreform. Nur so kann es gehen.
Wenn da nur die Lobbyisten nicht wären. Auch der Spiegel gehört dazu.

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Rurik 30.04.2010, 09:02
52. Bedauernswert

Zitat von skylark2001
Erbschaftssteuer? Ich sag Ihnen mal was: Ich habe jahrelang >300h im Monat gearbeitet, damit meine beiden Kinder einmal später je ein Haus haben. Wenn es nach den Sozis und Linken geht, dann trifft es genau die Leute wie mich und meine Kinder, denen es einmal besser gehen sollte als mir (mir geht .....
Sie haben's schon schwer. Sollen doch lieber wieder die den Gürtel enger schnallen, die das bisher schon gemacht haben. Damit Sie nicht so leiden müssen, sollte wieder am unteren Ende eingespart werden, gelle? Die vielen Aufstocker hierzulande haben sicher grosses Verständnis für Ihre ausweglose Situation..
Im übrigen sollten auch Sie wissen, dass es bei der Erbschaftssteuer Freigrenzen etc. gibt und keiner um sein Häuschen fürchten muss.
Es wäre aber zu empfehlen, wenn Sie - anstatt zu jammern - sich mal mit den volkswirtschaftlichen Folgen dieser einseitigen Sparpolitik befassen (die solche Leute wie Sie bisher weitgehend verschont hat!), dann hätten Sie zumindest die Chance, mal von der "lieber immer die anderen"-Haltung wegzukommen..

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Tyrion Lannister 30.04.2010, 09:03
53. Kompetenz hoch zwei

Zitat von ecua
... also Abschaffung aller Subventionen ist OK, aber viel wichtiger ist die Abschaffung der Bundeswehr. Was soll die denn bitte machen? Welche Erfolge hat die den Vorzuweisen? auch die Abschaffung des Beamtentums kann.....
... und dann haben wir in Deutschland halt 12 Mio. Arbeitslose... haben Sie und ihre Brüder im Geiste je etwas von einer volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gehört...?
Mann, Vorschläge werden hier gemacht - dann kann man nur froh sein, dass es zu solchen Themen keine Volksabstimmungen gibt.
Zum Artikel:
Ist denn den geehrten Mitforisten entgangen, dass der Autor hier lediglich ein "what if"-Szenario aufbaut..?

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Dodol 30.04.2010, 09:06
54. Wie die Griechen so die Deutschen

Weiter so! Die Griechen machen es uns vor. Beamtengehälter und Renten werden drastisch gekürzt. Wie in Deutschland wurden die Beamtengehälter, Pensionen und Renten leichtfertig und unnötig durch Politiker in ungerechtfertigte Höhen getrieben. Da die Deutschen jetzt die Schuldenbremse im GG haben wird man bald an das griechische Vorbild denken müssen.

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Klo 30.04.2010, 09:06
55. Holt es bei den Armen und gebt es den Reichen, dann bekommt ihr einen netten Staat

Zitat von docmatthew
Tja, wenn's so einfach wäre! Ein solches Primitiv-Konzept kann doch überhaupt nicht funktionieren. 1. Bei den unteren A-Besoldungsstufen der Beamten kann guten Gewissens nicht gespart werden. 2. Wenn .....
In letzter Konsequenz plädiert der Artikelschreiber im Grunde dafür, dass die Armen ihren kompletten ärmlichen Besitz noch den Reichen überweisen sollten, um dann guten Gewissens Selbstmord zu begehen. Das scheint die Tendenz zu sein, welche die Politik haben. Das einzige Problem werden diejenigen sein, die keinen Selbstmord begehen wollen und sich dann auf die derzeit noch nicht legale Weise das beschaffen, was sie zum Leben brauchen. Und das werden Massen werden. Da wird viel Bonzengeld in Zukunft für Privatarmeen draufgehen - aber wer dient denn dann in diesen Privatarmeen?

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Klo 30.04.2010, 09:06
56. Holt es bei den Armen und gebt es den Reichen, dann bekommt ihr einen netten Staat

Zitat von docmatthew
Tja, wenn's so einfach wäre! Ein solches Primitiv-Konzept kann doch überhaupt nicht funktionieren. 1. Bei den unteren A-Besoldungsstufen der Beamten kann guten Gewissens nicht gespart werden. 2. Wenn ....
In letzter Konsequenz plädiert der Artikelschreiber im Grunde dafür, dass die Armen ihren kompletten ärmlichen Besitz noch den Reichen überweisen sollten, um dann guten Gewissens Selbstmord zu begehen. Das scheint die Tendenz zu sein, welche die Politik haben. Das einzige Problem werden diejenigen sein, die keinen Selbstmord begehen wollen und sich dann auf die derzeit noch nicht legale Weise das beschaffen, was sie zum Leben brauchen. Und das werden Massen werden. Da wird viel Bonzengeld in Zukunft für Privatarmeen draufgehen - aber wer dient denn dann in diesen Privatarmeen?

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pallanza 30.04.2010, 09:06
57. ... fehlt die Einnahmenseite

@ MonsieuerRainer:
Weitestgehende Zustimmung, den einen oder anderen Punkt würde ich etwas anders sehen (z.B. Pos. 14 Berufsbeamtentum: Was sehr weitgehende Privatisierung bedeutet, kann man an den italienischen Steuereinnehmern oder an der britischen Eisenbahn- und Wasserwirtschaft studieren).

Was fehlt, ist die Einnahmenseite, wie im Artikel übrigens auch.
Wenn da ein Nachtlokalbesitzer 15.000 € Jahreseinkommen hat, ist doch klar, was gespielt wird.

Also:
21. Verdoppelung der Anzahl der Finanzbeamten bei gleichzeitiger Einführung von Erfolgsprämien
22. Vervierfachung der Anzahl der Steuerfahnder,dto.
23. Strikte Buchhaltungserfordernisse, besonders strenge Überwachung in anfälligen Branchen wie Gastronomie, Bau, Kleingewerbe und -handel
24. Im Zweifelsfall Besteuerung nach Vermögen, wenn dieses nicht als versteuert legitimiert werden kann.
25. Überprüfung der Finanzierung und der Geldquellen aller Immobiliengeschäfte der letzten 30 Jahre. Dto. für alle Fahrzeuge mit Listenpreis über x Euro.
26. Prämien für die Aufdeckung von Korruption (die "Umschläge"). Sanktionen für Korruption aus dem Vermögen beider Beteiligter.

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Schwencky 30.04.2010, 09:07
58. Oh Mann...

...große Langeweile bei SPON ausgebrochen.
Der Artikel ist so schlecht, dass ich gar nicht glaube, dass er ernst gemeint ist. Da werden griechische Sparmaßnahmen einfach auf Deutschland übertragen ohne auch nur ansatzweise auszuführen, dass man offensichtlich Äpfel mit Birnen vergleicht.

Wie überall ergeben sich aus den Kosten keine Rückschlüsse auf die Produktivität. Es heißt ja nicht umsonst Kosten-Nutzen-Rechnung. Es gibt in Deutschland nicht eine Quote von ca. 20% der Bevölkerung, die im öffentlichen Dienst arbeitet und deswegen disqualifiziert sich der Artikel sofort.

In Griechenland sind 20% der Bevölkerung damit beschäftigt sich selbst zu verwalten. Wenn man also sagt, dass die Ausgaben in diesem Sektor um 10% fallen sollen, so bedeutet dies nicht, dass der einzelne 10% weniger Gehalt bekommt, sondern zu erst einmal, dass Beamte auch anfangen zu arbeiten, was in Griechenland zur Zeit nicht zwingend der Fall ist. Wenn man die Quote beim Staat Beschäftigter mit Deutschland vergleicht, könnte man den Vergleich ganz einfach so ziehen:

Man schmeißt jeden Zweiten, der im öffentlichen Dienst beschäftigt ist raus und die, die noch da sind, bekommen weiterhin das selbe wie zuvor. Überfordern würde man den griechischen Beamten, der seinen Job behält nicht (vgl. Quote der Bevölkerung, die beim Staat beschäftigt ist in anderen Ländern). Ich will damit nicht sagen, dass griechische Beamte faul sind, aber es ist Fakt, dass viele griechische Beamte ein Gehalt fürs Nichtstun erhalten. Jahre der Vetternwirtschaft kann man eben nicht an einem Tag zurückdrehen.

In Deutschland läuft es ja genau anders herum. Wir haben den öffentlichen Sektor ja in einigen Bereichen fast an den Rand der Unfähigkeit gespart (Steuerfahnder, qualifizierte ARGE-Mitarbeiter, etc.), dafür leisten wir uns zwar Unsummen an Transferzahlungen und merkwürdigste Jobwiedereingliederungsgeschichten, aber die Personalkosten im öffentlichen Dienst sind im Verhältnis ihrer Produktivität nicht zu kritisieren. Auch wenn ich 3.500 Euro für einen Lehrer nicht im geringsten unterbezahlt finde. Wenn ich da noch verbeamten bin, zahl ich ja nun auch nicht mehr so viele Abgaben, da dürfte es einem Lehrer wesentlich besser gehen als einem jungen Anwalt oder Arzt, die in ihrem Studium ja auch noch etwas mehr leisten mussten?!

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Klaus Rabba 30.04.2010, 09:09
59. Agenda 2020 für Griechenland

Zitat von deccpqcc
unsachlicher, tendenziöser artikel. einfach mal vergleichen wo zb das renteneintrittsalter in D und in griechenland liegt. wie die einkommensteuern in D und in griechenland sind. wie die märchensteuer in d und in griechenland (sofern sie überhaupt tatsächlich erhoben wird!) ist. dann dürfte schnell klar werden wo mit veränderungen anzufangen ist.
Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Die Deutschen haben ihre Renten schon gekürzt, da sie das Rentenalter auf 67 anheben werden und sehr viele arbeitende Menschen dieses Alter im Arbeitsprozess nicht erreichen werden, also de facto eine Rentenkürzung.

Das Lohnniveau stagniert seit Jahren. Es werde sogar aberwitzig niedrige Löhne gezahlt, 1€ Jobs, 4 - 5€/Std, kein Mindestlohn.
Die europäischen Nachbarn haben ja auch ihren Unmut über das deutsche Verhalten gezeigt, nämlich die Lohnkosten im Verhältnis zu den Nachbarn zurück zu fahren, um zu exportieren, statt mehr zu konsumieren.

Bei den Beamten war man milder, aber es werden immer weniger, seit Bahn und Post privatisiert wurden.

Hätten die Griechen eine Agenda 2010 eingeführt, ständen sie heute anders da.

Vor allem muss rigoros die Mwst. eingezogen werden, damit der Bargeldverkehr und damit die Schwarzgeschäfte weniger werden.

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