Forum: Wirtschaft
Staatssanierung im Vergleich: Sparen wie die Griechen

Steuern rauf, Löhne und Renten runter - Griechenland drohen harte Einschnitte. Was bedeutet das für die Bürger? SPIEGEL ONLINE zieht den Vergleich - und zeigt, was in Deutschland passiert würde, ginge die Bundesregierung auf den gleichen Sparkurs wie Athen.

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beobachter1960 30.04.2010, 09:19
60. Vielleicht mal ein Moratorium?

Vielleicht sollten wir mal alle kurz verschnaufen, die Einzelvorschläge lassen und kurz die eigene Position in der Gesellschaft überdenken.

Mit fällt, nicht nur hier sondern auch in privaten Diskusionen, auf daß die Eigenwahrnehmung vieler Menschen verzerrt ist. Die meisten fühlen sich schicht- und interessensmäßig höher als sie eigentlich sind. Und so argumentieren Mittelschichtler als ob die Interessen der Oberschicht auch die Ihren wären. Und selbst in der sogenannten Oberschicht gibt es große Teile deren Interesse kaum mit den wirklich Reichen übereinstimmt.

Ich z.B. bin Selbstständig und müßte eigentlich über die vielen "Sparvorschläge" jubeln. Aber bei einigem Nachdenken: Meine Kunden könnten sich entweder meine Dienstleistung nicht mehr leisten oder hätten genug Zeit es selbst zu tun. Und weder die Prinzen von Baden, Frau Schickedanz oder auch nur der Herr Schumacher würden mich beauftragen.

Wie vielen Leuten geht es ähnlich?

Und wenn die Hartzler endlich auf Null sind und die Leute klauen um etwas zu Essen zu haben, wen wird die Restpolizei wohl schützen? Und kann ich mir dann noch einen privaten Wachdienst leisten?

Ist vielleicht ein wenig extrem und ich möchte auch gar keine direkten Antworten, führte wohl zu Nichts, aber möglicherweise denkt der eine oder andere mal über seine Stellung in der Gesellschaft nach!

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Hermes8 30.04.2010, 09:20
61. .

Zitat von Heintzi
Im Szenario des Artikels wird vorgeschlagen in einem ähnlichen Fall für Deutschland die Renten, Beamtengehälter und Arbeitslosengeld z.B. um 10% zu kürzen mit Beschreibung der Nebenwirkungen. Ich bitte Sie, einfach von jedem Konto, Depot oder sonstiger Geldanlage eines Deutschen 10% einbehalten, das brächte auf einen Schlag ziemlich genau die hypotetisch benötigten 100 Mrd und jeder hat nach wie vor genauso viel Geld pro Monat wie vorher.
Ihnen entgeht da was Wesentliches. Wie auch der Linkspartei, die das Gleiche propagiert.

Wenn man einmalig 10% der Guthaben verstaatlicht - wobei dann natürlich auch die Frage wäre, wie man die zu Geld machen sollte - dann hat man einmalig das Budgetdefizit reduziert. Das reicht vielleicht für einen erschlichenen Euro-Beitritt, so wie in den Staaten, die im für den Beitritt maßgeblichen Jahr ihre Staatsunternehmen verkauften, um einmal unter 3% Staatsdefizit zu landen. Aber was passiert im nächsten Jahr?

Sie müssten konsequenterweise den Bürgern jedes Jahr den gleichen Betrag ihrer Guthaben wegnehmen. Und dann wären diese nach 10 Jahren futsch (und die Sachwerte vermutlich nach China etc. verkauft). Allerdings ist das auch genau das Szenario, das ich erwarte, sollte die Linkspartei einmal Finanzpolitik in Deutschland machen.

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RubyRhod 30.04.2010, 09:20
62. Sie treffen den Punkt nur fast!

Zitat von Wolfssohn
1. Brauchen wir wirkliche einen so großen Bundestag? 2. Ist es den Politikern nicht ebenso zuzumuten, für ihre Rente (!) selbst vorzusorgen und lassen sich damit nicht etliche Milliarden an Pensionsgeldern .....
1. Wahrscheinlich nicht - zumal die Frage eher lauten müsste: Warum machen sich die Abgeordneten "selbstständig" und seten nicht das um, wofür sie gewählt wurden?
2. Auch hier ist die eigentlich Frage doch: Warum dürften Abgeordnete, die ein wirklich ordentliches Gehalt bekommen, nebenbei arbeiten? Zumal einige Gesetzte von bestimmten Politikern sich darauf zurückführen lassen, wo der jeweilige Mann/jeweilige Frau gearbeitet hat.
3. definitiv!
4. Weil Politiker selbst meistens reich sind und so eine Steuer sie selbst besteuern würde? Das ist ja nunmal das Problem: Der Mensch ist ein Egoist auf ganzer Linie.

Vielleicht kommt ja irgendwann mal jemand auf die Idee, aus Deutschland eine Demokratie zu machen - so mit Volksabstimmungen und sowas "komischem".

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fk85 30.04.2010, 09:22
63. In letzter Konsequenz

Zitat von Klo
In letzter Konsequenz plädiert der Artikelschreiber im Grunde dafür, dass die Armen ihren kompletten ärmlichen Besitz noch den Reichen überweisen sollten, um dann guten Gewissens Selbstmord zu begehen.
Ich war ebenfalls erschrocken über diesen seltsamen Artikel.
Wenn der Rudolf das wüsste, würde er sich im Grabe herumdrehen.

Zitat von Klo
Das scheint die Tendenz zu sein, welche die Politik haben. Das einzige Problem werden diejenigen sein, die keinen Selbstmord begehen wollen und sich dann auf die derzeit noch nicht legale Weise das beschaffen, was sie zum Leben brauchen. Und das werden Massen werden. Da wird viel Bonzengeld in Zukunft für Privatarmeen draufgehen - aber wer dient denn dann in diesen Privatarmeen?
Wer dient in den Privatarmeen? Einfach! Ausländische Söldner vom Schlage Blackwater oder Ähnlichem.
Sie können aber davon ausgehen, dass es eine militärische Gegenvereinigung dazu geben wird, die vom Volke ausgeht.
Zu deutsch, Bürgerkriegsähnliche Zustände. Wann? Ich schätze in den nächsten 10 Jahren.

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kdshp 30.04.2010, 09:23
64. aw

Zitat von sysop
Steuern rauf, Löhne und Renten runter - Griechenland drohen harte Einschnitte. Was bedeutet das für die Bürger? SPIEGEL ONLINE zieht den Vergleich - und zeigt, was in Deutschland passiert würde, ginge die Bundesregierung auf den gleichen Sparkurs wie Athen.
Hallo,

ja und! Wir zahlen steuern (die griechen nicht) und da ist noch viel zu holen zb. werden ca. 100mrd jedes jahr in D hinterzogen. Würden die griechen steuern zahlen hätten sie das problem so ja nicht. Griechenland kommt jetzt dahon wohin es gehört es hatte mit dem euro eine riesen chance und die haben die griechen verzokt.

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Armut 30.04.2010, 09:25
65. unredlicher und populistischer Artikel

denn in Deutschland haben die Rentner 12 Monatsrenten. Und die Staatsangestellten und Beamten 13 Monatsgehälter.
Redlicher ist es daher zu zeigen, wieviel ein Deutscher Rentner oder Beamter/Staatsangestellter hätte, wenn der deutsche Staat so über seine Verhältnisse gewirtschaftet hätte, wie der griechische.
aber es ist ja Wahlkampf in NRW, da muss ein populistischer der-Staat-will- uns-Normalen-alles-wegnehmen-Artikel ja not.

ist das wirklich das Niveau, das jetzt selbst SPON haben will? Warum geht es mit dem JOurnalismus so weit hinunter in DEutschland. Immer mehr zusammengklaubte Meinungsartikel, ohne wirkliche Recherche und ein paar Daten aus dem Internet - oft noch aus nicht seriösen oder von Firmen oder Werbeagenturen als Quellen.
Neben der Schuldenkrise haben wir zunehmend auch eine JOurnalismuskrise

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prophet46 30.04.2010, 09:25
66. Kann auch uns passieren

So ein Sanierungsprogramm kann ja im Prinzip auch Deutschland in einigen Jahren blühen.
Der mehrfach überbesetzte Staatsapparat soll ja mit einer der wesentlichen Ursachen für die Pleite von Griechenland sein.

Das ist bei uns zwar nicht ganz so der Fall, aber die in den kommenden Jahren erheblich anfallenden, bisher ungedeckten Pensions- und Beihilfezahlungen, werden zumindest in den Städte- und Länderhaushalten zu großen Belastungen führen, die die fianziellen Spielräume völlig erschöpfen werden. Die Belastungen entstehen vor dem Hintergrund tendenziell sinkender Steuereinnahmen aufgrund der demographische Entwicklung.
Hier stehen noch wichtige Reformen aus.

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Reinhardt Gutsche 30.04.2010, 09:30
67. Servile Politik

Dem SPD-MdB Ottmar Schreiner (auf einer Veranstaltung im Bundespresseamt am 19. April) zufolge brächte eine bundesdeutsche Staatsquote auf dem Niveau des Jahres 2000 dem Fiskus Mehreinnahmen von mindestens 100 Mrd. €. Nicht die Ausgaben- sondern die Einnahmenpolitik in ihrer servilen Haltung gegenüber dem Big Money ist folglich die Hauptursache Ursache der Krise.

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Herbert Essences 30.04.2010, 09:32
68. verblendete Diskussion

Diese kommunistische Diskussionsrunde in allen Ehren. Aber worüber reden wir denn bei DEN Reichen. Die große Masse ist doch nicht viel stärker liquide als ein Verbeamteter.
Wenn ich ein Unternehmen gegründet habe das 2 Mio € wert ist und mit 1 Mio € Krediten verschuldet ist, dann bin ich auf dem Papier Millionär. Könnte ich das Unternehmen an irgendwen verkaufen? Lachhaft, an wen denn in einer Krise? Geht das Unternehmen pleite, hafte ich wahrscheinlich mit meinem Privatvermögen.

So ein Unternehmer, der in x-ter Generation einen Familienbetrieb leitet und sich seine 5000 € im Monat zahlt, soll über 50 % Steuern zahlen? Er verdient kaum mehr als ein Beamter, bekommt keine üppige Pension, trägt gewaltiges unternehmerisches Risiko und ist verantwortlich für das Wohlergehen seiner gesamten Belegschaft. Diese Unternehmer arbeiten unter hohem Druck oftmals über 60 Stunden in der Woche. Auch eine Personengesellschaft braucht Reserven. Bei 10 Mitarbeitern sind 6 Monate Löhne mindestens 180.000 € an Geldmitteln. Und auf dieses Polster, soll ein Privatunternehmer noch fette Vermögenssteuern zahlen? Und wenn das Unternehmen pleite geht, hat er eine Million Schulden an der Backe, oft sein gesamtes Privatvermögen verbraucht und verpfändet und steht vor dem Nichts. Wozu soll ich dann noch Unternehmer werden? Der ganze Mittelstand würde völlig rasiert.

Und der verantwortungsvolle Unternehmer muss sich von faulen, kommunistisch asozialen Objekten, die am 1. Mai Steine schmeissen, von Stütze leben und sonst zu nichts taugen noch irgendwelche Parolen bieten lassen. Kommunisten sahen sich mal als Arbeiter und Bauern einer homogenen Schicht, heute sind es Asoziale die für mehr Stütze auf die Straße gehen. Oder es sind Menschen die vom wahren Leben überhaupt keinen blassen Schimmer haben, weil sie völlig verblendet sind von jahrundertealten Parolen aus dem Mittelalter der Marktwirtschaft. Dort gab es noch keine Rente, keine Krankenversicherung, keine Stütze. Die Unternehmen konkurrieren z.T. genau mit diesen Verhältnissen im Ausland, die uns spottbillige Klamotten, Möbel, Spielzeug, Fernseher, usw. bescheren. Und da will man Spitzensteuern in Deutschland erhöhen? Ich lach mich schlapp. Dann wird Deutschland Griechenland 2.0 und die Kommunisten haben wieder ihre bankrotte DDR.

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Andreas Heil 30.04.2010, 09:33
69. Titel des Beitrags

Zitat von sysop
Steuern rauf, Löhne und Renten runter - Griechenland drohen harte Einschnitte. Was bedeutet das für die Bürger? SPIEGEL ONLINE zieht den Vergleich - und zeigt, was in Deutschland passiert würde, ginge die Bundesregierung auf den gleichen Sparkurs wie Athen.
Da Deutschlands Leistungsbilanz komplementär zur griechischen verläuft ist also angebracht, per staatlichem Dekret Renten und Löhne um je z.B. 20 Prozent anzuheben und die Rentenaltersgrenze um sagen wir acht Jahre zu senken ?

Na, das setzen Sie mal politisch durch ...

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