Forum: Wirtschaft
Staatsverschuldung: Griechenland zahlt Mini-Zinsen
AFP

Griechenland ist hoch verschuldet, das oppositionelle Linksbündnis Syriza fordert einen zweiten Schuldenschnitt. Für seine Kredite muss das Land einem Zeitungsbericht zufolge aber niedrigere Zinsen zahlen als Deutschland.

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kilix.brandenburg 03.01.2015, 23:29
40.

Zitat von fblars
Die Bertelsmannstiftung fordert doch seit Urzeiten, dass Staaten wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden.
Das wird auch Zeit, damit auch der Rest des sozialen Zusammenlebens und die Moral endgültig den Bach runter gehen.

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derinvestigator 03.01.2015, 23:31
41. Für Merkel und Schäuble noch immer über 40 % in der Sonntagsfrage – Einfach unglaubli

Keine griechische Regierung muss sich Sorgen machen, dass der ungebremste Geldstrom versiegen wird. Merkel und Schäuble haben immer wieder Zahlungen zugestimmt mit dem Mantra: Griechenland ist auf den rechten Wege!“ Sie lassen Griechenland nicht aus dem Euro, aus Furcht, weitere Länder könnten auf den Geschmack kommen. Das verantwortungslose Hinausschieben der längst überfälligen Insolvenz Griechenlands hat dafür gesorgt, dass jetzt mehr als drei Viertel der griechischen Schulden bei öffentlichen Geldgebern gelandet sind, also vor allen bei den Steuerzahlern Europas. Das Kreditgeschäft mit Griechenland läuft also weiter, auf Kosten vor allem der deutschen Steuerzahler, die den Löwenanteil zahlen müssen. Seitdem die EZB lauthals angekündigt hat, Ramschpapiere gegen gutes Geld zu tauschen, wissen die Märkte und Finanzhaie, dass das Geld von der EZB sicher kommt; sie tragen also keinerlei Risiko und goutieren diese Wahnsinnspolitik. Im Grunde haben wir hier nun die Eurobonds, die laut Merkel während ihrer Kanzlerschaft niemals kommen sollten. Merkel und Schäuble werden niemals ein Scheitern ihrer idiotischen Rettungsschirmpolitik zugeben – und weiter zahlen.
Der permanente Geldabfluss verschärft bei uns die Probleme der Infrastruktur, weil das Geld hier im Lande fehlt mit der Folge, dass Steuererhöhungen – angefangen bei den Kommunen – kommen, dazu Beibehaltung des Soli, dazu Erhöhung der Umlagen und bald auch (da können wir sicher sein!) Mautkosten. Durch die künstlich niedrig gehaltenen Zinssätze findet zudem eine schleichende Enteignung bei der Altersvorsorge statt.
Als Beobachter dieses Treibens kann man nur staunen, wie sich das Gros der Wähler über den Tisch ziehen lässt. Dank seiner Unbelehrbarkeit und ökonomischen Unbildung wählt es die Verursacher dieses Desasters immer wieder. Die Regierung jedenfalls hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie Europa um jeden Preis "retten" will. Sie kann sich auf ihre Wähler (noch) verlassen.

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raynarsaurus 03.01.2015, 23:39
42. Zeit

Denkt denn irgendein Politiker, ob im Bundestag oder im EU Parlament weiter, als bis zur nächsten Wahlperiode? Es treten ständig die selben Konflikte auf, Jahr für Jahr. Mir graut es, wenn ich an die Zukunft in 15-20 Jahren denke.. Es ist doch eine sisyphus Arbeit, schon solche kleinen Staaten zu retten. In jedem Bereich, ob hier Griechenland oder was weiß ich. Man bekommt das Gefühl, dass hier in vollem Bewusstsein eine Nach-mir-die- Sintflut-Politik betrieben wird. Ich kann kaum Nachhaltigkeit erkennen.
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

RB

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Malshandir 03.01.2015, 23:42
43. Sicherheiten?

Also wir stellen fest, Griechenland ist ueberwiegend bei anderen Staaten verschuldet, heisst, dass es eigentlich den Steuerzahlern der anderen Laender gehoert.
Diese Linksextremist will also, dass nun die Steuerzahler anderen Laender aufkommen. Nun Zeit fuer Gegenleistungen, soll man uns doch Kreta geben.
Irgendwo reicht dieser Undank der Griechen.

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sbv-wml 03.01.2015, 23:45
44. Ich glaub es nicht!

Aber die nächste Griechenland-Euro-Rettung und die trotzdem unausweichlich folgende Staatspleite Griechenlands wird sämtlichen Rechtsparteien Wasser auf die Mühlen sein.
Wahrscheinlich begreifen als Erste die Franzosen, dass dieser Euro nur zu Lebens- und Sozialstandardsenkungen führt und zetteln eine zweite Revolution wie 1789 an.
Die deutschen Politiker begreifen es nicht anders-
Und ansonsten kriegen -wir nicht nur- in Deutschland AH II.

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Marschewski 03.01.2015, 23:57
45. Ökonomischer Super-GAU

Griechenland ist ein ökonomischer Super-Gau, das Land nicht reformfähig, kann auch bei niedrigen Zinsen die Schulden nicht bedienen und holt sich derweil Liquidität durch Hergabe wertloser Schatzanweisungen an die EZB. Und wer darf das jahrelang alles abtragen: in erster Linie der deutsche Steuerzahler. Das nenne ich marode EU-Wirtschaftspolitik.

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Ruhri1972 03.01.2015, 00:00
46.

Der Schuldenschnitt kann kommen - die Märkte wird es nicht mehr jucken. Die privaten Investoren haben ihre Schaeflein schon lange im trockenen. Der EU-Steuerzahler darf seine Brieftasche zuecken - war doch klar - oder ?

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Manitou-01@gmx.de 03.01.2015, 00:00
47.

Zitat von solsalsul
ohne Schuldenschnitt wird es nicht gehen. Sonst wird das Theater nie ein Ende haben. Selbst die Alternative des Austrittes aus dem Euro ist keine Lösung ohne Schuldenschnitt. Vielleicht lernen die Euro Politiker aus dieser Krise etwas und machen das Ganze das nächste Mal besser.
Man (die EZB) hätte Griechenland gleich am Anfang mit einem "kalten Schuldenschnitt", also einer heimlichen Umschuldung retten müssen. Während die großen Schlagzeilen von Staatsbankrott und Euro-Austritt / -Ausschluß um die Welt gehen, hätte die EZB Griechenland ein Darlehen geben müssen, mit dem die alten Staatsanleihen zum Börsenkurs (der zeitweise unter 10% des Nennwertes gelegen haben soll) aufkauft, statt das Hedgefonds dieses aus spekulativen Gründen machen. Damit hätte man zumindestens die Hälfte aller alten Schulden beseitigen können. Verloren hätten dabei alle, die Anleihen verkauft hätten (die haben aber auch so verloren, nur zugunsten der Heuschrecken.)

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pterodactylus 03.01.2015, 00:05
48. Ohne Fiskalunion

wird Europa nicht funktionieren.

Hier wird es doch schon lange vorgemacht.Wir haben einen Bund mit Haushaltsrecht und länderübergreifender Gesetzgebung.Wir haben Länder mit eigenen Haushalten für die Dinge,die Ländersache sind.Wir haben schon seit langem eine gemeinsame Währung in Bund und Ländern.Und damit die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht einzelne Länder zu sehr bevorteilen und diese damit wirtschaftlich abwürgen gibt es den Länderfinanzausgleich. Wir haben ein gemeinsames Sozialsystem und damit keine "Schmarotzerei", weil eine solche gar nicht erst möglich ist.

Die ganzen Strukturen hat man auch in Europa angefangen aufzubauen. Doch statt dass ganz speziell unsere Regierung darangeht und die Menschen mitnimmt auf dem Weg zu einem einheitlichen Europa wird alles getan,um staatenspezifische Animositäten am Leben zu erhalten. Unter solcher Führung wird sich nie jemand zu Europa bekennen (oder nur,wenn er dadurch erwarten kann,das System abzuzocken).

Der EU-Vertrag verhindert jetzt einen solchen "Länderfinanzausgleich" auf Mitgliedsstaatenebene, wie er aber durch die gemeinsame Währung und die dadurch entstandene Kopplung der Wirtschaftsräume zwingend notwendig ist. Der EZB Vertrag verhindert versteckte Staatenfinanzierung. Und gemeinsame Schuldverschreibungen gibt es nicht. Ohne eines dieser Instrumente aber zerren die wirtschaftlich starken Staaten alles aus den schwächeren, ohne diesen die Möglichkeit zu geben, etwas aufzubauen, da das Know How (die gut ausgebildeten Arbeiter) abwandert, wenn es keine Arbeitsplätze gibt. Ebenso wie das Kapital oder die Firmen, wenn die Renditen einfach nicht stimmen.

Um so einen Finanzausgleich hinzubekommen benötigt es 2 Dinge: Visionäre,die etwas bewegen und Europa zu etwas stabilem machen wollen und eine Fiskalunion mit einheitlichem Haushalt über ganz Europa hinweg (und wenn man dann konsequent ist, auch gemeinsame Staatsanleihen auf EU Ebene. Die versteckte Staatenfinanzierung macht evtl. Draghi ein kleines bisschen möglich, indem er das Mandat der EZB möglichst frei interpretiert und das QE durchbringt. Draghi ist in meinen Augen der Einzige, der sich für den Zusammenhalt Europas bis zum Letzten einsetzt).

Solange Merkel an der Macht ist wird aber politisch weiterhin nichts getan werden, denn wenn sie eins bewiesen hat, eine Visionärin oder eine Macherin ist sie nicht. Sie rührt nichts an, was gerade nicht schreit und wenn, dann richtet sie nur das Fähnlein in den Wind. Bloß nichts an sich herankommen lassen. Sie hat den Stillstand salonfähig gemacht und alle um sie herum eingeschläfert. Und Gabriel ist keine Alternative, der will sich wirtschaftlich verhalten, sozial agieren und links reden-weil er zu viele Richtungen zu vereinen versucht. Und das macht ihn unglaubwürdig. Seltsamerweise scheint Schäuble der einzige zu sein, der zumindest Teile vom o.g. umzusetzen plant. Aber seine Ausrichtung ist noch nicht so klar und ob er noch lange weitermachen kann weiss man auch nicht.

So seltsam es für mich ist,ich wünsche mir Kohl oder Schröder zurück. Bei den beiden wäre die sogenannte Finanzkrise nie zu einer solchen ausgewachsen,weil die einfach getan hätten,was zu tun ist.

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sbv-wml 03.01.2015, 00:10
49. Woher haben sie das?

Zitat von Quohelet
Eines der in Deutschland immer wieder gerne aufgetischten Argumente gegen Griechenland ist dessen angeblich “aufgeblähter öffentlicher Sektor”. Wirft man hingegen einen Blick in die Daten der OECD, dann kommen diesbezüglich Zweifel. Denn ausweislich dieser Zahlen betrug der prozentuale Anteil der im öffentlichen Dienst und in öffentlichen Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer in Griechenland im Jahre 2008 lediglich ca. 8 Prozent. Die im Beitrag des Blogs “Wirtschaft und Gesellschaft” wiedergegebenen Daten liegen in den skandinavischen Staaten (Dänemark: ca. 28 Prozent, Schweden: ca. 26 Prozent, Finnland: ca. 24 Prozent) deutlich höher als in Griechenland (und Deutschland: knapp 10 Prozent). Wäre ein hoher prozentualer Anteil der im öffentlichen Dienst und in öffentlichen Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer tatsächlich ein Alarmzeichen allererster Güte (wie von den auf Staatsabbau fixierten Neoliberalen hierzulande immer wieder behauptet wird), dann müssten die skandinavischen Staaten längst am Bettelstab gehen. Es scheint vielmehr so, dass weniger die Größe, vielmehr jedoch die Qualität und die erbrachten Leistungen des öffentlichen Sektors darüber entscheiden, ob dieser für die ökonomische und soziale Entwicklung eines Landes von Nutzen ist.”
Zuerst mal: Traue keiner Studie der OECD.
lt. Wikipedia waren 2010 17,49 % der Arbeitnehmer in Griechenland Staatsangestellte.
Und den Nordstaaten geht es trotz angeblich aufgeblähten öffentlichen Sektor besser. Aber da sind auch beispielsweise Schweden und Dänemark nicht im Euro Pool.
Das würd ich mir für Deutschland auch wünschen.

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