Forum: Wirtschaft
Start der Elbvertiefung: Scheuerbord voraus!
Axel Heimken/picture alliance/dpa

Nach jahrelanger Verzögerung und unter dem Protest von Umweltschützern gibt Verkehrsminister Andreas Scheuer den Startschuss für die neunte Vertiefung der Elbe. Muss die zehnte schon bald folgen?

Seite 1 von 5
Barfüsser 23.07.2019, 20:02
1. Was interessieren

schon die Warnungen der Umweltschützer, wenn es um Arbeitsplätze geht?
Aber warum kann man nicht die Dickschiffe nach Wilhelmshaven zum Jade-Weser-Port umleiten, dort gibt es noch genug Kapazitäten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 23.07.2019, 20:05
2. Ein Blick auf die Karte genügt

Wenn man sich ansieht welche Strecke dort ausgebaggert werden muss, obwohl wir in Wilhelmshaven einen kaum ausgelasteten Tiefwasserhafen haben, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Die Container, die tatsächlich in Hamburg benötigt werden, kann man in einer Stunde per Bahn aus Wilhelmshaven rankarren. Der Rest geht sowieso nach Süden oder mit Feedern in den Ostseeraum. Nur aufgrund des Konkurrenzgehabes der Hamburger Hafenwirtschaft wird ein Ökosystem dauerhaft zerstört und das Risiko eingegangen, dass das Obstanbaugebiet an der Niederelbe mit versalzenem Grundwasser auskommen muss und die Deichsicherheit gefährdet ist. Ich unterstütze den kritischen Ton dieses Artikels ausdrücklich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
senapis 23.07.2019, 20:11
3. Vorprogrammiertes Debakel

Auf der Grafik kann man sehr gut erkennen, warum die Wassertiefe einen Einfluss auf künftige Hochwasserlagen hat. Dann ist nach dem Ausbaggern noch weniger Fließwiderstand im Flussbett, die (Sturm-)Flut kann dann ungehindert schneller und höher Hamburg erreichen. Und die Sprechblasen, dass dem Herrn Scheuer der naturschutz wichtig ist, kann er sicher nicht fundiert unterfüttern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_7302413 23.07.2019, 20:22
4. Große Freude

Allerorten freuen sich die Menschen, auch die Altländer Obstbauern, die es gar nicht erwarten können, dass die Verbrackung des Wasser, das sich mit der Vertiefung und Verbreiterung bis in den Hamburger Tiedehafens ausbreiten wird, endlich auch die berieselten Obstfelder versalzen kann. Auf gesalzenes Obst warten die Verbraucher schließlich schon sein den Tagen der Hammaburg. Auf die ketzerische Idee, dass ein Hafen im Binnenland auf Dauer den Anforderungen des Internationale Warenverkehrs mit 22.000+ TEU-Linern nicht genügen kann, scheint sich niemand einlassen zu wollen. Und auf einen echten Tiefwasserhafen, mit logistischer Anbindung zu etablieren, scheint man lieber den Eifersüchteleien der Bundesländer und der Unvernunft zu opfern. Lieber etwas Dummes tun als gar nichts, scheint die Schlussfolgerung unserer submedioker begabten Anführer zu sein. Immer noch. Und, bewahre, wenn die großen Pötte nicht mehr bis ganz nah an die Vororte, bis hin zur Innenstadt, Hamburgs heran die Luft verpesten können. Das wäre eine ganz undenkbare Entwicklung...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Helge73 23.07.2019, 20:33
5. Alles nur damit die Hamburger

bloß keine Pfründe abgeben müssen. Mit WHV hat man, wie einer meiner Vorredner gesagt hat, bereits einen echten Tiefwasserhafen. Wozu am HH festhalten? Dann lieber mit dem Geld die Infrastruktur in WHV ausbauen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
don_leonardo_al_dente 23.07.2019, 20:33
6. Binnenhafen

Streng genommen hat Hamburg einen Binnenhafen und alleine deshalb keine Chance das Rennen um die größten Pötte zu gewinnen. Ich kann mich deshalb meinen Vorkommentatoren nur anschließen und anregen als Alternative die "Seehäfen" (Wilhelmshaven oder Coxhaven) in Betracht zu ziehen. Vorteil für diese wären "Förderung der strukturschwachen Regionen" und wirtschaftlicher Aufschwung.
Vorteile für Hamburg wären weniger Verkehr, saubere Luft und entspanntere Wohnsituation.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hibbihugo 23.07.2019, 20:38
7.

Der Jade-Weser Port hat nicht die nötige Infrastruktur im Hinterland um die Container weiter zu transportieren.
Es geht bei der Elbvertiefung die jetzt statt finden soll auch nicht darum noch größere Schiffe die Einfahrt zu ermöglichen sondern die jetzigen Schiffe auch voll beladen abfertigen zu können.
Rein Klimatechnisch also ein Fortschritt, denn das Schiff ist immer noch das Transportmittel mit der besten CO2 Bilanz.
Die Schiffe werden auch nicht mehr wirklich größer weil man rein Konstruktionsbedingt da mittlerweile auch schon mehr oder weniger beim Maximum angekommen ist.
Die Bedeutung des Hamburger Hafens mit über 100.000 Menschen die direkt oder indirekt dort arbeiten werden eben als wichtiger angesehen als die paar Vögel und Fische die jetzt unter den Veränderungen zu leiden haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
darthmax 23.07.2019, 20:40
8. Wasserschierlingsfenchel

Das war nun ein echt teures Argument gegen die Elbvertiefung.
Der Ausbau von Wilhelmshafen erfolgte gegen Hamburger Interessen und wurde von Niedersachsen durchgesetzt, auch aus der Überlegung, dass nach den Industriebrachen der Öler Arbeitsplätze dringend nötig sind.
Ansonsten geht es natürlich um bestehende Infrastruktur, die ist nunmal in HH vorhanden. Darum sind die Reeder auch in HH und die Stadt lebt zu gutem Teil vom Hafen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olaf_b. 23.07.2019, 20:42
9.

Zitat von dasfred
Wenn man sich ansieht welche Strecke dort ausgebaggert werden muss, obwohl wir in Wilhelmshaven einen kaum ausgelasteten Tiefwasserhafen haben, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Die Container, die tatsächlich in Hamburg benötigt werden, kann man in einer Stunde per Bahn aus Wilhelmshaven rankarren. Der Rest geht sowieso nach Süden oder mit Feedern in den Ostseeraum. Nur aufgrund des Konkurrenzgehabes der Hamburger Hafenwirtschaft wird ein Ökosystem dauerhaft zerstört und das Risiko eingegangen, dass das Obstanbaugebiet an der Niederelbe mit versalzenem Grundwasser auskommen muss und die Deichsicherheit gefährdet ist. Ich unterstütze den kritischen Ton dieses Artikels ausdrücklich.
Als Niedersachse kann ich jeden Ihrer Sätze nur unterstreichen. Dieser ganze Jade-Weserport vs. Hamburger-Hafen-Konkurrenz-Blödsinn mit der Gefahr einer Milliarden-Fehlinvestition für den Tiefwasserhafen ist in höchstem Maße ärgerlich. Kleinstaaterei at it's worst. Wir sollten allerdings auch nicht verschweigen, dass der erforderliche Ausbau der Bahnstrecke sieben Jahre nach Inbetriebnahme des Hafens noch immer im Planfeststellungsverfahren steckt. Das hätte alles spätestens parallel zum Hafenbau geschehen müssen. Da dürfen wir Niedersachsen uns auch an die eigene Nase fassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5