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Start-up im öffentlichen Nahverkehr: "Bald braucht niemand mehr ein privates Auto"
door2door

Maxim Nohroudi will die Mobilität revolutionieren - mit dem sogenannten On-Demand-ÖPNV. Dabei betreiben örtliche Verkehrsverbünde Kleinbusse, die ohne festgelegte Route und ohne fixen Plan fahren.

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pekaef 12.06.2017, 12:24
1. GO-MOBIL in Österreich

Direkt neu ist das Konzept nicht, die GO-MOBILE in Österreich gehen auch schon in diese Richtung. Eine ideale Ergänzung wären Kleinbusse als Linietaxis, wie sie aus vielen südamerikanischen Städten nicht wegzudenken sind. Das scheiterte hierzulande leider an der Taxi-Lobby.

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valmel 12.06.2017, 12:32
2.

"Die müssen sich darauf einstellen, dass die Zufahrt in eine Stadt Geld kosten und zu bestimmten Zeiten sogar verboten sein wird."

Natürlich... und dann beginnen die Innenstädte zu veröden, die Stadt nimmt weinger Steuern ein, weil die Leute im Netz einkaufen. So wie bei uns, weswegen Parkgebühren reduziert, bzw. ganz abgeschafft werden.

Das sind Utopien von Menschen, die in der Filterblase Großstadt leben. Versuchen Sie mal Konzepte wie dieses oder Carsharing in Kleinstädten oder gar auf dem Land einzuführen...

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hansgustor 12.06.2017, 12:33
3. Gutes Modell

Funktionieren kann es nur wenn es einen Service-Anbieter pro Stadt gibt und nicht 5 mit jeweils eigener App. Deshalb ist es gut, dass die Fahrer nicht direkt angestellt sind und so kein Monopol entsteht. Die Fahrer könnte ja wiederum zu verschiedenen Unternehmen gehören, solange dieselbe Plattform genutzt wird. Wenn es auch in der Praxis funktioniert, ist das eine super Sache.

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twistie-at 12.06.2017, 12:35
4. Das ist aber nicht ganz stimmig

Dass niemand mehr ein privates Auto besitzen würde, halte ich für eine utopische Annahme. Zum einen gibt es ja Menschen, die kein Normauto besitzen, hier sei nur einmal auf Menschen mit Behinderung hingewiesen oder Menschen, die überdurchschnittlich groß sind. Ferner ist ein Auto bisher auch ein Statussymbol - kaum jemand kauft sich den Porsche weil er ihn dauernd fahren muss, er dient dem Freiheitsgedanken und auch der Signalisierung "ich kann mir etwas leisten".

Hinzu kommt aber auch, dass das Carsharing viele versicherungstechnische Problematiken mit sich bringt - was nutzt das "Sharing", wenn die Sitze bekleckert sind, wenn gerade etwas nicht funktioniert, wenn etwas vergessen wurde usw. usf. Das lässt sich sicher alles regeln, keine Frage, aber die Frage wäre auch: will dies jeder regeln bzw. ist es ihm nicht oft einfach lieber er hat seinen PKW damit er damit machen kann, was er will, ihn reinigen, wann er will, ihn nutzen wann er will usw? Was bringen die 20 Stunden Auto pro Woche, wenn ich gerade dann, wenn der oder die anderen das Fahrzeug nutzen, ich es auch benötige? Und angesichts der Tatsache, dass der ÖPNV überall ausgedünnt wird, sehe ich da derzeit eher die Gefahr, dass die neuen Angebote dazu führen, dass der prekär beschäftigte dann 24/7 irgendwo herumsteht in der Hoffnung, dass irgendjemand ihn in aller Herrgottsfrühe anruft und er eine Fahrt bekommt weil er das Geld dringend benötigt.

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sdaehnrich 12.06.2017, 12:36
5. mehr als nur Fortbewegung

Ich kann es nicht mehr hören, sicher braucht die Welt neue Fortbewegungskonzepte. Ich würde auch lieber die 500km zu meinen Eltern anders verbringen als alleine hinter dem Steuer, aber Schlagzeilen wie diese langweilen! Für mich ist ein Auto mehr als nur Fortbewegung, es macht mir Spass zu fahren und dass sicher nicht mit einem Bus! Dem Deutschen liebstes Kind ist immer noch das Auto, daran wird sich so schnell auch nichts dran ändern.

Ich würde auch ein Fahrzeug der schwachsinnigen Elktroauto Bewegung nehmen, wenn man in Deutschland endlich Fahrzeuge mit vernünftigen Reichweiten bekommen kann und mein Parkplatz zu meiner Mietwohnung eine Steckdose bekommt. Warum schwachsinnig? Weil hier schon über Fahrverbote von Dieseln diskutiert wird, das Netz zum aufladen der E Fahrzeuge lächerlich ist und die in Deutschland erhältlichen Fahrzeuge für den Aussendienst eine bescheidene Reichweite haben, Tesla wird leider nicht bezahlt.

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diehoelle 12.06.2017, 12:39
6. Zumindest das 2. Auto wird überflüssig

Die Idee finde ich prima, zumindest das 2. Auto wird dann schnell überflüssig und die Innenstädte wirklich leerer!
Für Pendler die täglich weiter fahren müssen und keine geregelte Arbeitszeit haben wie mich, wird sich wohl nicht viel ändern oder deutlich teurer mit Privat PKW.
Aber wer weiß, wenn es erst einmal richtig gut läuft kann man dann ggf. mit 2-3x kurz umsteigen zwischen den Shuttles auch z.B. von Essen in Randbezirke von Düsseldorf oder Krefeld ohne feste Fahrgemeinschaften bilden zu müssen ...

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i.dietz 12.06.2017, 12:40
7. Naiv

Wie naiv ist das denn ?!
Utopien und Visionen sind ja o.k. -
aber bitte nicht traurig sein, wenn die Mehrheit der Bevölkerung diese als "Spinnereien" abtut !

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lofrabo 12.06.2017, 12:40
8. Keine Chance

Interessantes Konzept, und klingt sehr durchdacht. Auch wenn es im Artikel leider kaum erklärt wird. Der Haken: Es wird in Deutschland nicht funktionieren. Hier wird auch 2030 durch die Städte geknattert wie immer. Dafür werden Industrie und Politik schon sorgen - und vor allem: Die Bürger. Die wollen nämlich zum sehr großen Teil gar keine Abkehr vom Auto. Die finden es schön so wie es ist. Dreck, Enge, Krach ist den meisten völlig egal. Und der Dieselskandal interessiert nur, weil es ans eigene Geld geht. Hier gibts doch noch nicht mal ein Tempolimit auf Autobahnen. In Holland ging die Verkehrswende von Bürgern und Protesten aus. Hier: undenkbar.

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stugots 12.06.2017, 12:42
9. Naja

Was die Idee nicht berücksichtigt: der ÖPNV in der Großstädten funktioniert ja bereits ganz gut. Zielgruppe des Unternehmens sind aber Teilnehmer des Individualverkehrs, die oft aus einem bestimmten Grund nicht den ÖPNV nutzen: sie wollen nicht mit anderen Menschen fahren. Ich habe auch keine Lust, mit riechenden, lauten und evtl. gefährlichen anderen Leuten in Bus und Bahn zu sitzen. Ich bin als Student lange Jahre mit den Öffis unterwegs gewesen (Studententicket) und konnte es kaum erwarten, nach dem Studium endlich auf's Auto umzusteigen. Ich kenne kaum jemanden, der das anders sieht. Zudem halte ich es für ein Gerücht, dass das Auto kein Statussymbol mehr ist. 90% der Männer, mit denen ich mich unterhalte, finden Autos "geil". Tendenz bei den Frauen auch steigend.

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