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Steigende Wohnkosten, aggressive Investoren: Wo die Mieterangst regiert
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In Berlin haben sich die Mieten in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Vor allem für Geringverdiener ist das oft eine Katastrophe. Wenn sie eine neue Wohnung suchen müssen, haben sie kaum eine Chance.

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nextgen 24.03.2019, 21:12
100. kommt davon

wenn es in einer Gesellschaft nix anderes mehr gibt ausser Geld zu zählen

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fountainebleau 24.03.2019, 21:14
101. Einfach nicht mehr vermieten

nachdem ich dreimal auf Mietnomaden hereingefallen war, zog ich es vor, meine 70qm volleingerichtete Wohnung leerstehen zu lassen. Die Wohnung ist wirklich voll eingerichtet mit Mikrowelle, TV, Bettwäsche, bis zum letzten Löffel und kostet nur 360€. Es hat sich nicht mehr für mich gerechnet: Keine Miete, dafür Anwaltskosten, Gerichtsvollzieher usw und horrende Sanierungskosten sagten mir, daß Vermieter vom Staat alleingelassen werden, rechtlos sind. Also: Nie wieder Mieter dafür aber meine Seelenruhe! Jetzt geht‘s mir gut.

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crazy_swayze 24.03.2019, 21:17
102.

Es gibt kein Grundrecht auf Wohnen in Innenstadtlage.
Ich kann mir Stuttgart-City oder München-City auch nicht leisten. Aber ich jammere nicht.
Da wollen halt viele Leute hin die mehr bezahlen wollen. Fair enough.
Wer bin ich denn, dass ich den Vermietern verbieten soll, das Maximum für sich rauszuholen?
Wir leben in einer Marktwirtschaft. Wenn die Politik die Mieten drücken will, hat sie viele Möglichkeiten. Sie kann die Maklercourtagen beim Kauf und die Grunderwerbssteuer senken, sie kann Bauland ausweisen, sie kann Dachausbauten genehmigen, sie kann Regulierungen wie z.B. die Kirchturmregel außer Kraft setzen.
Macht sie alles nicht. Warum soll ein Vermieter die Zeche für verkorkste Politik tragen?

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Ökofred 24.03.2019, 21:22
103. oh man..

Zitat von Brawl
Berlins Wohnungsnot ist das Ergebnis rot-rot-grüner Politik. Der Senat von Berlin ist Weltklasse darin, fabelhaft klingende Leitlinien zu seiner Wohnungsbaupolitik zu präsentieren und ständig zehntausende neuer Wohnungen zu versprechen. …... An jedem anderen Ort auf diesem Planeten hätte man eine solch unfähige Senatorin in Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Nur in Berlin gilt man damit auch nach Jahren noch als Hoffnungsträger. Kein Wunder, gibt es doch genug Hilfstruppen, auch hier im Thread, die das Märchen von der Stadt als im Würgegriff von Spekulanten nur zu gerne weitererzählen. Dabei haben die, und es gab sie in der Tat, der Stadt schon lange den Rücken gekehrt ….
Das ist echt steil, wie haben die rot-rot-grünen das geschafft in 2 Jahren (solange gibt es den Senat)?? Wie sollen die das verbockt haben in der Zeit, dass JETZT 100.000ende Whg fehlen? Der SPD kann man viel Mitschuld geben, aber linksgrün ist da ziemlich unschuldig. Denn die wesentlichen Gründe sind, das SPDCDU in den Vorjahren gemeinschaftlichen Wohnraum verscherbelt haben (ua. an VONOVIA und Co.) und das es jetzt einfach zu wenig Baugelände in öffentlicher Hand gibt (auch daran ist der Senat ziemlich unschuldig).
Und dann kommen eben im Moment viele Menschen in die Stadt weil es endlich mal voran geht.
Von denen sind viel aus Schwaben und Hamburg, weil dort die Mieten (und die anderen Lebenshaltungskosten) so hoch sind.

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redwed11 24.03.2019, 21:26
104.

Zitat von fountainebleau
nachdem ich dreimal auf Mietnomaden hereingefallen war, zog ich es vor, meine 70qm volleingerichtete Wohnung leerstehen zu lassen. Die Wohnung ist wirklich voll eingerichtet mit Mikrowelle, TV, Bettwäsche, bis zum letzten Löffel und kostet nur 360€. Es hat sich nicht mehr für mich gerechnet: Keine Miete, dafür Anwaltskosten, Gerichtsvollzieher usw und horrende Sanierungskosten sagten mir, daß Vermieter vom Staat alleingelassen werden, rechtlos sind. Also: Nie wieder Mieter dafür aber meine Seelenruhe! Jetzt geht‘s mir gut.
Da sind Sie wieder, die legendären Mietnomaden. Nach den Berichten diverser Vermieter ziehen Hunderttausende dieser Leute durch die Lande. Wie können da große Vermieter bloß ihre hohen Gewinne machen. Oder wird diese Spezies nur immer aus dem Hut gezaubert wenn über die üblen Machenschaften der Vermieter berichtet wir?

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freeclimber 24.03.2019, 21:32
105. Lol

Zitat von Haarfoen
Vermietetes Eigentum ab einer bestimmten Größe muss aus den Händen des Kapitals in gesellschaftliches Eigentum überführt werden, Wohngenossenschaften haben sich da bestens bewährt. Eine Enteignung ist nicht notwendig, Mieterträge über einer Größenordnung von z. B. 2.500.- € im Monat werden einfach mit 99% Steuern taxiert. Die Eigennutzung von Wohnfläche bleibt selbstverständlich unberührt. Damit hat sich das Thema dann erledigt. Die Ausbeutung der Menschen auf dem Wohnungsmarkt hat perverse Züge angenommen, das Leid der Betroffenen ist unendlich und einer humanen Gesellschaft nicht würdig. Aber nachdem alle die neo- liberalen Parteien wählen: Es geht weiter, bis es kracht. Solange, bis wir den sozialen Frieden komplett ruiniert haben.
Und wer baut Euch dann die fehlenden Wohnungen?
Wer auf das Land Berlin setzt sollte sich fragen, warum damit nicht bereits vor Jahren begonnen wurde. Am Beispiel des Flughafens wird deutlich, dass Warten angesagt wäre, auch wenn die jetzt damit anfangen würden! Und war es nicht eine Genossrnschaft, die diese Wohnung verkauft hat?

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cave68 24.03.2019, 21:42
106.

Zitat von crazy_swayze
Es gibt kein Grundrecht auf Wohnen in Innenstadtlage. Ich kann mir Stuttgart-City oder München-City auch nicht leisten. Aber ich jammere nicht. Da wollen halt viele Leute hin die mehr bezahlen wollen. Fair enough. Wer bin ich denn, dass ich den Vermietern verbieten soll, das Maximum für sich rauszuholen? Wir leben in einer Marktwirtschaft. Wenn die Politik die Mieten drücken will, hat sie viele Möglichkeiten. Sie kann die Maklercourtagen beim Kauf und die Grunderwerbssteuer senken, sie kann Bauland ausweisen, sie kann Dachausbauten genehmigen, sie kann Regulierungen wie z.B. die Kirchturmregel außer Kraft setzen. Macht sie alles nicht. Warum soll ein Vermieter die Zeche für verkorkste Politik tragen?
sehe ich ähnlich.
Würden nur eine geringe zweistellige Prozentzahl an Menschen sich einen Job und Wohnung ausserhalb der teuren Metropolen suchen würde dies zumindest ein wenig "Druck aus dem Kessel" nehmen.
Da es sich bei den Geringverdienern ja eher um Jobs handelt die überall verfügbar sind kann es also daran nicht liegen.

das gegenüberliegende Haus von mir ist vor einigen Monaten für knapp unter 100000 Euro verkauft worden...ein wenig Renovierung und schon ist man unabhängig von den Mietpreisen...der Käufer ist übrigens ein aus Südosteuropa stammender LKW-Fahrer....und vergleichbare Objekte zum Kauf gibt es hier zuhauf....

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redwed11 24.03.2019, 21:43
107.

Zitat von crazy_swayze
Es gibt kein Grundrecht auf Wohnen in Innenstadtlage. Ich kann mir Stuttgart-City oder München-City auch nicht leisten. Aber ich jammere nicht. Da wollen halt viele Leute hin die mehr bezahlen wollen. Fair enough. Wer bin ich denn, dass ich den Vermietern verbieten soll, das Maximum für sich rauszuholen? Wir leben in einer Marktwirtschaft. Wenn die Politik die Mieten drücken will, hat sie viele Möglichkeiten. Sie kann die Maklercourtagen beim Kauf und die Grunderwerbssteuer senken, sie kann Bauland ausweisen, sie kann Dachausbauten genehmigen, sie kann Regulierungen wie z.B. die Kirchturmregel außer Kraft setzen. Macht sie alles nicht. Warum soll ein Vermieter die Zeche für verkorkste Politik tragen?
Es gibt aber auch kein Grundrecht auf extremen Gewinn der den Mietern abgepresst wird. Wir leben nicht in der reinen Marktwirtschaft, wir leben entsprechend dem Grundgesetz in einer sozialen Marktwirtschaft. Nur diese soziale Komponente ist ist bei Vermietern völlig abhanden gekommen. Im Moment zahlt nur eine Gruppe die Zeche, das sind die Mieter, die wegen der grenzenlosen Gier der Vermieter aus ihren Wohnungen geworfen werden.
In einem haben Sie Recht, hier muss endlich der Gesetzgeber eingreifen und endlich Gesetze machen, die die Mieter wirklich vor der Gier und der Willkür der Vermieter schützt. Eine weitere Möglichkeit wäre Bauland nur noch in Erbpacht an Kommunale Wohnungsgesellschaften und Gemeinnützige Baugenossenschaften zu vergeben. Nur so ist es möglich den Vermietern ihr dreckiges Handwerk zu nehmen. Verbunden mit einer Vergesellschaftung der großen Heuschrecken bei den Vermietern nach
Artikel 15 GG.

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freeclimber 24.03.2019, 21:48
108. Echt jetzt?

Mehr als die Hälfte der im Artikel angeführten Mietsteigerung, besteht tatsächlich aus gestiegenen Nebenkosten.
Auch die Sondersituation der Stadt Berlin bleibt unerwähnt. Der Standort mutierte in den vergangenen dreissig Jahren von der provinziell angehauchten belagerten Wagenburg zur Hauptstadt einer der führenden Wirtschaftsnationen der Erde. Daher wundert tatsächlich nur, warum es bis zu dem jetzt beklagten Anstieg der Mieten in dieser Stadt so lange gedauert hat.
Der einzige der hier massivst versagt hat, ist das Land Berlin und dessen Politikerkaste in den vergangenen Jahrzehnten. Da wurde Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um Unternehmen nach Berlin zu holen und Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig der Gedanke, wo die neu Zuziehenden denn wohnen sollen total verdrängt. Ganz offensichtlich ist das Versagens-Drama rund um den BER nicht das einzige in diesem Stadtstaat.
Wer Mieten stabil halten will muss bauen. Alle anderen Lösungsvorschläge gehören in die Rubrik Volksverdummung!

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wut62 24.03.2019, 21:51
109. Sorry, aber Sie haben etwas vergessen

Zitat von redwed11
Welch eine unsinnige Rechnung. Das einzige was der Staat bei Ihrem Beispiel kassiert sind die 6,5% Grunderwerbssteuer. Sonst nichts. So kann man mit falschen Rechnungen auch Stimmung machen.
Sie vergessen die MWSt., Sie vergessen, dass für die Eintragung im Grundbuch ebenfalls Gebühren anfallen.
Mit meiner Rechnung wollte ich lediglich aufzeigen, dass die Summe der Kosten, dann für höhere Mieten sorgen und das die Kosten bei jedem Verkauf weiter steigen.

Die gestiegenen Kaufkosten, haben ebenfalls zu höheren Kaufnebenkosten geführt, ohne dass der Staat dann die Kaufnebenkosten prozentual gesenkt hat. Durch die gestiegenen Preise, haben alle einen höheren Gewinn, der Staat, der Notar und das Grundbuchamt. Der Vermieter erst einmal nicht

Jetzt hoffe ich. dass Sie meine Rechnung nachvollziehen können?

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