Forum: Wirtschaft
Steigende Wohnkosten, aggressive Investoren: Wo die Mieterangst regiert
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In Berlin haben sich die Mieten in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Vor allem für Geringverdiener ist das oft eine Katastrophe. Wenn sie eine neue Wohnung suchen müssen, haben sie kaum eine Chance.

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Crom 24.03.2019, 14:25
10.

Im internationalen Vergleich sind die Mieten in Berlin immer noch unterdurchschnittlich. Fazit: Jammern auf hohem Niveau.

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ziehenimbein 24.03.2019, 14:26
11. Und der Staat heizt es auch noch an!

Über die überzogenene, unnötige Grunderwerbsteuer wird kräftig mitkassiert und zu allem Überfluss will Scholz die Mieten über die Grundsteuer jetzt auch noch besteuern. Diejenigen die dann Probleme bekommen, erhalten Wohngeld, was die Mieten weiter anheizt, was dann aber von den Steuerzahlern aufgebracht werden muss. Den Eigentümern werden Unsummen in die Kassen gespült, ob direkt über die Mieten oder indirekt über die steigenden Immobilenwerte, die dann beim Verkauf steuerfrei realisiert werden. Es ist unfassbar, was derzeit abgeht!

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Haarfoen 24.03.2019, 14:32
12. Gratuliere!

Zitat von ironym
... wollen manche Leute an meine Altervorsorge. Ich habe mir Aktien in Immobilienfonds u.ä. zugelegt, da es dort im Gegenteil zu anderen Geldanlagen noch ordentlich Rendite gibt. Dazu noch in der abbezahlten Eigentumswohnung wohnen und es gibt keine Angst vor Altersarmut. Man kann seine Kohle natürlich auch Reise und anderem durchbringen, um dann zu jammern und nach der Allgemeinheit rufen. Natürlich sollte es ausreichend Sozialwohnungen geben, aber so lange beim Belegungsrecht nicht nach Jahren nachgeprüft wird, sehe ich nicht ein, dafür Steuergeld einzusetzen.
Nachdem Sie sich so vortrefflich abgesichert haben, brauchen Sie dann auch nicht zu jammern, wenn Ihre Kapitalanlagen in "Immobilienfonds" gar keine Rendite mehr abwerfen. Mit der abbezahlten Eigentumswohnung leben Sie doch auf der Sonnenseite, Gratulation! Woher die "natürlich ausreichenden Sozialwohnungen" herkommen sollen, beantworten Sie leider nicht. Zu Ihrer Information: Viele Sozialwohnungen wurden privatisiert und in die Hände von Fonds überführt. Sind Sie sich sicher, dass Sie nicht genau dort investiert haben und zu eigenen Gunsten (ordentliche Rendite!) den Abbau von Sozialwohnungen unterstützen? Gleichzeitig aber postulieren, es müssten genügend Sozialwohnungen da sein? Sie sind leider das Paradebeispiel von entfremdeten Denken, das nur durch drastische Steuerregulation eingedämmt werden kann.

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kaiser.friedrich 24.03.2019, 14:36
13.

Ich kann diesen Unsinn nicht mehr hören. Die Mietpreisbremse funktioniert nicht und schafft keinen neuen Wohnraum.

Das wurde schon so oft erfolglos probiert, dass es darüber schon einen Wikipedia-Artikel gibt.

> https://en.wikipedia.org/wiki/Rent_regulation

Zitat:

The Swedish economist Assar Lindbeck, a housing expert, said that "rent control appears to be the most efficient technique presently known to destroy a city – except for bombing".

Aber linke Politiker lernen einfach nicht draus und probieren es immer und immer wieder.

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butzibart13 24.03.2019, 14:37
14. Wohnungen - ein Grundrecht

Das sind die Folgen der Privatisierung des Wohnungsmarktes, die Überlassung der Wohnungen in die Hände von Konzernen und Privatinvestoren. Das Pikante daran ist, das geschieht in einer Stadt mit einer rot-rot-grünen Regierung, die gerade das Wohl der ärmeren Schichten in ihr Programm geschrieben hat. Es bleibt ja fast nur Enteignung, radikale Deckelung oder das, was Forist 1 geschrieben hat, übrig.

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Haarfoen 24.03.2019, 14:39
15. Latrinenparole

Zitat von Crom
Im internationalen Vergleich sind die Mieten in Berlin immer noch unterdurchschnittlich. Fazit: Jammern auf hohem Niveau.
Ihre Feststellung kommt über das Format einer Latrinenparole nicht hinaus und ist inhaltlich falsch. Richtig ist, dass gerade in Deutschland der Anteil von Eigentumswohnungen im internationalen Vergleich gering ist. In anderen Ländern stellt sich das Mietthema überhaupt nicht. Oder schauen Sie mal nach Wien: Dort ist der Wohnraum aufgrund einer nachhaltigen und sozialen Politik weiter bezahlbar und es gibt keinerlei Probleme. Belästigen Sie doch bitte das Forum nicht mit Ihrer neo- liberalen Propaganda, sprich die Abwertung von Menschen mit sozialen Ängsten durch die Verwendung des Begriffs "Jammern". Danke!

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brasilpe 24.03.2019, 14:40
16. Hart.

Interessant wäre zu erfahren, wie hoch die Durchschnittsmiete bei Neuvermietung in anderen deutschen Metropolstädten ist - in Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, und wie hoch in Berlin. Damit man sich ein Bild machen kann. Anzumerken ist, dass die demokratisch gewählten (!) Stadtregierungen vielerorts und besonders in Berlin sehr viele eigene Wohnungen, die sie im Bestand hatten - übernommen von weitsichtigen Vorgängern -, aus höchst eigensüchtigen Motiven der gewählten (!) Handelnden - ganz anders als etwa die Stadt Wien - an private, selbstverständlich profitorientierte Investoren verkauft haben. Warum? Um an ihre Klientel mehr oder weniger unsinnige Geschenke verteilen zu können. Warum? Um wiedergewählt zu werden und persönliche Vorteile daraus zu ziehen. Politiker ist heutzutage ein Beruf wie jeder andere, und die den Beruf Ausübenden handeln entsprechend. Alles keine Überraschung. Nur leider sind nur wenige der Wähler imstande, die Zusammenhänge zu erkennen und ihren eigenen Interessen entsprechend zu handeln, d.h. zu wählen. Das ist die Kehrseite des allgemeinen, gleichen Wahlrechts. Einen Ausweg gibt es nicht. Hart, wen es am Ende trifft.

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aurichter 24.03.2019, 14:41
17. Es ist erschreckend

wie hier manche Foristen argumentieren, von selbst Schuld bis "andere Stelle suchen". Kommt Mal herunter von Eurem Podest. Der Artikel gibt einen aktuellen Zustandsbericht, der beschönigt gar nichts, nimmt niemanden in einer Schuldposition in Schutz, sondern beschreibt die Lage am Wohnungsmarkt. Aber dies Verständnis geht einigen Oberschlauen schon ab, Hauptsache etwas niveauloses absondern.

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winnischneider 24.03.2019, 14:50
18. Warum ändert sich nichts?

Weil die SPD kein Interesse hat ihr Grundsatzprogramm umzusetzen.
Diese Partei hat zur Zeit kein Problem damit 500 Milliarden € für Bankenrettung hinzulegen. Jährlich aber 5 Mrd. in staatseigene Wohnungen investieren, dazu hat sie kein Geld . Wenn dazu noch bundeseigene Grundstücke genommen werden, kann das noch bedeutend günstiger werden. Damit ließen sich mindestens jährlich 15.000 Wohnungen bauen. Das hieße: in 10 Jahren wäre der Wohnungsmarkt um 150 000 Wohungen größer. Wenn aber das Angebot größer als die Nachfrage ist, sinken automatisch die Mieten.
Und nicht vergessen: Die Wohnungen sind Bundesbesitz!!!
Frage bleibt: Warum handelt die SPD nicht entsprechend? Werden Abgeordnete von der Immobilienmafia gesponsert oder sind sie selbst Vermieter?
Winfried

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pit66 24.03.2019, 14:56
19. Diese Mietpreissteigerungen sind politisch verursacht

Es macht überhaupt keinen Sinn, sich einseitig über die zugegebenermassen unverhältnissmässig gestiegenen Mieten zu echauffieren, ohne gleichzeitig auf die ebenfalls unverhältnissmässig gestiegenen Kaufpreise einzugehen. Die sind nämlich nochmals stärker gestiegen! Mietsteigerung in Berlin (2017 plus 7,7%, Kaufpreise im gleichen Jahr plus 15,5%).
Diese Mietentwicklungen sind Ursache einer verfehlten Politik! Es gibt z.B. keine "foreigner quota" (biete mal googeln), die den Kapitalzufluss ausländischer Investoren mal etwas eindämmen würde. Ausländisch (Schwarz-)geld ist zu Genüge vorhanden, hier können die Kaufpreise steigen wie sie wollen, ausländische Großinvestoren sind ausreichend liquide. Ausländische Großinvestoren müssen auch keine Grunderwerbssteuer zahlen (wenn Sie nur minimal tricksen), auch das hilft enorm einen hohen Kaufpreis zu rechtfertigen.
Politisch gewollt sind die gestiegenen Erwerbskosten auch bzgl. gestiegen Anforderungen an Energieeffizienz, Dämmung, Grunderwerbssteuer und Niedrigzinspolitik um nur mal die prominentesten Kostentreiber zu nennen. Die Politiker der vergangenen Jahre haben entschieden, das Ihnen der Unterhalt hundertausender Wohnungen zu teuer wird und in der Folge wurden massenhaft Wohungen privatisiert. Auch politisch gewollt.
Ich bin Kleininvestor, vermiete zur Zeit 2 Wohnungen und meine Mietsteigerungen liegen deutlich unterhalb der allgemeinen Inflationsrate die ja in den vergangenen Jahren eh sehr gering ist. Zur Zeit hätte ich genug Kapital um eine dritte Wohnung zu erwerben, die ich dann ebenfalls günstig auf dem Markt als Mietwohnung anbieten könnte. Die Rendite die ich dabei erwarte, bewegen sich zwischen 2,5 und 3%. Falls der Mieter seine Miete immer pünktlich zahlt. Falls keine Reperaturen über den bereits kalkulierten anfallen. Und falls sich die Mietpreisbremse nicht nochmals verschärft. Und falls auch in Zukunft die Grundsteuer auf die Mieter umgelegt werden darf.
Nun darf sich jeder Mal überlegen, wie ich meine Geld in Zukunft anlegen werden, wenn ich bei anderen Investments (mittel- bis langfristig) Renditen von 7 - 8% erwirtschaften kann, mit weniger Arbeit und weniger Risiko. Wenn ich dann noch Foristen von Enteignung schreien höre, dann weiss ich entgültig Bescheid. Lustig ist nur, das sich solche Leute etwas vormachen. Es ist eben nicht "der Staat", der den sozialen Wohnungsbau finanziert. Letztendlich sind es die Steuerzahler die diese Wohnungen finanzieren, sowohl beim Erwerb und dann (zum Teil) beim Unterhalt. Und Steuergeld kann nur einmal ausgegeben werden. Das weiss auch "der Staat" und deshalb tut er sich so schwer damit, beim Wohnungsbau verantwortlich zu handeln. Dumm nur, das bei all den angekündigeten Massnahmen immer weniger Kleininvestoren bereit sein werden, Ihren Teil dazu beizutragen dass Wohnungen genaut werden.

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