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Steigende Wohnkosten, aggressive Investoren: Wo die Mieterangst regiert
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In Berlin haben sich die Mieten in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Vor allem für Geringverdiener ist das oft eine Katastrophe. Wenn sie eine neue Wohnung suchen müssen, haben sie kaum eine Chance.

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odapiel 24.03.2019, 14:58
20.

Zitat von Grünspahn
Wenn ich den Beitrag recht verstanden habe, dann wurde der Dame gekündigt, weil sie ihren Pflichten aus den Meitvertrag nicht nachkam. Ich würde meinen Mietern auch kündigen, wenn sie die Miete nicht pünktlich überweisen. Die Kosten laufen ja auch weiter und müssen pünktlich gezahlt werden. Ich verstehe nicht, warum gerade Fälle, bei denen das Verschulden auf Meiterseite liegt, immer als Aufhnger genommen werden um gegen angeblich böse Vermieter Stimmung zu machen. Jeder verlangt, dass der Arbeitgeber pünktlich das Gehalt zahlt, nur der Vermieter kann ja auf sein Geld warten.
Auf den Kommentar habe ich gewartet. Klassisch.

Heutzutage ist es aber nicht mehr gesichert, daß die Erwerbshistorie einer Familie nahtlos abläuft. Denn der gleiche Neoliberalismus, der für die hirnrissig hohen Mieten sorgte, sorgte auch dafür, daß die Menschen schneller aus ihren Jobs fliegen und es schwerer haben, neue, auskömmliche Arbeit zu finden.

Und wer jetzt damit kommt, daß das Jobcenter angeblich ja so freigiebig ist, der hatte es noch nie nötig. Tatsächlich kann es bis zu 10-12 Wochen dauern - OHNE eine Mietauszahlung - bis der Antrag bearbeitet ist. Wer in dieser Zeit keine Freunde und Verwandten hat, die aushelfen, der kann seine Miete nicht zahlen.

Es muß auch keineswegs nur ein Jobverlust sein. Wer nur knapp über der Armutsgrenze verdient, vor allem auch noch Kinder hat, bei dem reicht eine Krankheit oder neu auftretende Behinderung, oder auch nur eine kaputte Waschmaschine oder ein Auto, dem der Geist ausgeht, völlig aus, um plötzlich geldlos dazustehen. Früher konnten sich solche Familien an die Sozialämter wenden, um eine meist sehr rasch und relativ unbürokratisch gewährte "Hilfe in besonderen Lebenslagen" zu erhalten, auch wenn sie sonst keine Transferleistungen bezogen. Auch dieses Instrument ist heutzutage dank Schröderschen Reformen kaum noch zu bekommen und wenn, dauerts weitaus länger, als der Monat lang ist.

Und als Kommentar zu dem Artikel: so weit war Berlin schon mal. Man schaue sich genau an, was für Folgen dies damals hatte. Generell stimme ich dem Poster #1 zu. Anders wirds kaum gehen.

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derleibhaftige 24.03.2019, 14:58
21. Gibt es so nur noch in Deutschland

Im Grunde hat kein Harzer oder Geringrentner bis in alle Ewigkeit einen Anspruch auf günstiges Wohnen in Top-Lagen, inmitten einer Großstadt. Die Zeiten sind jetzt auch in Deutschland mal so langsam vorbei.
Mit dem alten Auto darf man ja auch nicht überall hinfahren. Das wäre ja noch schöner.

Wenn man es international vergleicht, dann gibt es das fast nirgends. Wohnen und fahren mitten in der Großstadt, ist eigentlich überall auf der Welt für Geringverdiener nicht zu bezahlen, teilweise schon seit vielen Jahrzehnten. In Armen Ländern gibt es dann Slums am Rande der Städte extra für die ganz Armen oder das platte Land.

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mirage122 24.03.2019, 15:06
22. Schrecklich, ...

... was man hier lesen muss. Was gibt es nur für arrogante und eingebildete Immobilien-Besitzer: Echauffieren sich über die arme Sorte Mensch, die es in ihrem Leben sozusagen zu nichts gebracht hat, sondern immer nur auf der Loser-Seite zu finden war - trotz harter Arbeit. Die beschriebene Dame Jana aus Berlin hat ja nicht etwa gar keine Miete bezahlt, sondern etwas später als sonst. Ich habe phasenweise mal selbstständig gearbeitet, da kann es durchaus passieren, dass einige Herrschaften gar nicht oder zumindest nicht pünktlich zahlen. Da braucht man schon Rücklagen - aber eine junge Alleinerziehende wird darüber vermutlich nicht unbedingt verfügen. Warum greift der Zwist in der Gesellschaft immer weiter um sich? Warum herrscht zwischen den einzelnen "Schichten" fast schon ein Krieg? Und warum schauen die Mehr-Bemittelten auf die untere Szene so mitleidig hinab! Die gehen auch jeden Tag zur Arbeit, haben nicht reich geheiratet, sind wegen des Geldes nicht kriminell geworden oder von Beruf Tochter oder Sohn. Und sie haben vielleicht Kinder in die Welt gesetzt, das kostet, aber sie sind viel, viel reicher als die "Begünstigten", die hier mit ihren Immobilien-Besitzen prahlen!

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Egon von Trollingen 24.03.2019, 15:08
23. Miete "zu spät überwiesen"

Der Artikel hinkt vorn und hinten.
Es müsste allgemein bekannt sein, dass Vermieter mit einer Räumungsklage nicht durchkommen, wenn der Mieter "verspätet" zahlt. (Da wären viele Vermieter noch dankbar)
Damit beweist der Mieterin nämlich seinen guten Willen, den Verpflichtungen nachzukommen und die Räumungsklage würde schlicht abgeschmettert.
Vielleicht hat die Gute aber mehrmals nicht bezahlt, da sieht es anders aus.
Wurde da genau recherchiert???
Und das Weinen immer aus den Städten.
Leute, nicht jeder muss unbedingt in der Stadt wohnen und schon gar nicht in Berlin "arm aber sexy".
Und arm stimmt zu allererst.
Sozialwohnungen in Berlin bauen....kurzer Blick zum Flughafen. Das ist Berlin, das Ergebnis lässt sich erahnen.
Wenn es mir so verdammt Sch.... geht, warum ziehe ich nicht aufs Land? Obendrein noch gut für die Kinder bei der miesen Diesel-Stadtluft.
Klar, jeden Abend im Cafe sitzen und dumm rum labern ist da nicht, dafür ist am Monatsende auch nicht Margarine und Jammern über den Vermieter angesagt.
Alles haben wollen, aber kosten soll´s nichts.
Einer im Forum ganz vorn will Mieten ab 2.500,- mit 99% besteuern.
Und was passiert dann???
Aber jedem seine Tagträume.

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ditor 24.03.2019, 15:10
24. oberschlau

Zitat von aurichter
beschreibt die Lage am Wohnungsmarkt. Aber dies Verständnis geht einigen Oberschlauen schon ab,
Wenn vielen das Verständnis dafür abgeht dass man als Mieter vom Wohnungsmarkt abhängt und politische Entscheidungen diesen beeinflussen, dann ist ein oberschlauer Hinweis auf die eigene Verantwortung für den Zustand vielleicht nicht das schlechteste.

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Braveheart Jr. 24.03.2019, 15:12
25. Im Grundgesetz steht ...

... daß Eigentum verpflichtet. Also müßten Geierunternehmen wie Vonovia einen Teil ihrer Wohnungsbestände sozialverträglich vermieten (natürlich auch ohne die übliche Nebenkostenabzocke). Das entlastet dann schon die Kommunen. Zweitens muß auch auf der Nachfrageseite was geschehen: Wir brauchen dringendst ein Einwanderungsgesetz, das die Zuwanderung nur erlaubt, wenn das aufnehmende Land einen klaren Vorteil davon hat. Australien & Co. halten das ja auch so.

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kublaikhan2 24.03.2019, 15:13
26. Anstatt langwierige

gesellschaftlich Analysen anzustellen, könnte man ja darüber nachdenken, wie es um die Wohnungssituation aussähe, wenn alle parasitären, kriminellen, geduldeten und sonstigen Elemente keine Bleibe mehr in der Stadt hätten.
Ich denke, die Mietsenkung ließe sich sogar berechnen.
Aber der Senat wie auch sonst rtr-rot-grün kümmert sich lieber um die Farbe von Genderklos als um dieses drängende Thema.

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legeips62 24.03.2019, 15:13
27. Welche Politiker haben

denn die Wohnungen an z.B. "Deutsche Wohnen" verkauft? Was ist denn aus der "GSW Immobilien" mit den ca. 61.000 Berliner Wohnungen geworden? Hatten da gar die SPD oder die "Linken" damit was zu tun? Was würde wohl Herr Wowereit dazu sagen? Fakt ist aber auch, die Berliner Mieten waren, für ein Hauptstadt, zu niedrig.

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interessierter10 24.03.2019, 15:14
28. Welche ein Fest für die FDP

Der Markt regelt das so wunderbar allein. Durch den Nachfragedruck steigt der Preis und Neubauten werden attraktiver. Bis das soweit ist, sind die Familien zwar verarmt oder weggezogen oder es steigt die Obdachlosigkeit. Aber das ist den Neoliberalen ja egal, Hauptsache der Markt... und natürlich die Rendite. Der Mensch ist da nur das Mittel zum Zweck und der Zweck ist der Preisanstieg ... Soweit die perverse Sicht der Marktreligion...

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Haarfoen 24.03.2019, 15:20
29.

Danke für diesen interessanten Beitrag. Ich denke, dass Ihre Investitionen sozialverträglich und in einem überschaubaren Rahmen stattfinden, wenn ich mir diesen Kommentar erlauben darf. Deshalb würde ich persönlich auch für einen "Freibetrag" hinsichtlich nicht zu versteuernder Mieterträge plädieren. Eben um Menschen wie Sie in der Wohnungswirtschaft zu halten und so den gesunden Mittelstand zu stärken.
Wie Sie ebenfalls richtig festgestellt haben, ist aber der ungehemmte Zufluss von Kapital das Grundproblem. Das Kapital ist durch Steigerung der Geldmenge und Niedrigzinspolitik aufgebläht und misst sich nicht mehr an real produktiven Werten. Allerdings haben die kleinen Leute auf diese unendlichen Geldmengen keinen Zugriff, werden daher aus der "Betoninvestitionslandschaft" ausgegrenzt und sind ein willkommenes Ausbeutungsopfer. Nicht zuletzt rechnet das Kapital mit dem nächsten Finanzcrash, sprich Geld ist wertlos, aber die Wohnungen werden bleiben - als Garant ewiger Profite.
Wenn ich hier die Beiträge genau lese, dann "schreit" aber keiner der Schreibenden nach pauschaler Enteignung, anders als Sie das hier darstellen. Es geht nicht darum, eine pauschale Enteignung durchzuführen, sondern darum, die gigantischen Kapitalgesellschaften einzudämmen, die sich der Wohnungen in zunehmenden Maße bemächtigen und damit den sozialen Frieden gefährden. Insoweit ist es denkbar, dass sich die Kleinanleger (wie Sie) mit den Mietsklaven solidarisieren. Es geht um ein sehr ähnliches Ziel: Mitsprache und Mitwirken eines Großteils der Bevölkerung an lebenswerten Lebensbedingungen.

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