Forum: Wirtschaft
Steigende Wohnkosten, aggressive Investoren: Wo die Mieterangst regiert
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In Berlin haben sich die Mieten in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Vor allem für Geringverdiener ist das oft eine Katastrophe. Wenn sie eine neue Wohnung suchen müssen, haben sie kaum eine Chance.

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mistermoe 24.03.2019, 16:41
60. Wien ist kein gute Beispiel

Zitat von Haarfoen
Ihre Feststellung kommt über das Format einer Latrinenparole nicht hinaus und ist inhaltlich falsch. Richtig ist, dass gerade in Deutschland der Anteil von Eigentumswohnungen im internationalen Vergleich gering ist. In anderen Ländern stellt sich das Mietthema überhaupt nicht. Oder schauen Sie mal nach Wien: Dort ist der Wohnraum aufgrund einer nachhaltigen und sozialen Politik weiter bezahlbar und es gibt keinerlei Probleme. Belästigen Sie doch bitte das Forum nicht mit Ihrer neo- liberalen Propaganda, sprich die Abwertung von Menschen mit sozialen Ängsten durch die Verwendung des Begriffs "Jammern". Danke!
Ich weiss nicht wer Ihnen erzählt hat das Wohnraum in Wien weiter bezahlbar ist und es keinerlei Probleme gibt, aber derjenige oder diejenige hat Ihnen das nicht so ganz die Wahrheit erzählt. In der Realität stellt sich das Mietthema durchaus und das nicht zu knapp. Versuchen sie mal in Wien eine 3 oder 4 Zimmer Wohnung für eine Familie mit 2 Kindern zu finden, dann wird ihnen anders. Es ist nämlich so das das österreichische Mietrecht inkl. Mietpreisdeckel sich ausschliesslich auf Altbauten bezieht (und deren Zustand ist oft unter aller Würde, mit E-Installationen aus den 50er/60er Jahren), während in Neubauten der Vermieter die Preise völlig frei festlegen kann und der Mieter quasi keinerlei Rechte hat (d.h. auch es kann mehr oder weniger frei festgelegt werden das der Mieter für alles verantwortlich ist und der Vermieter für nix, bis hin zu Reparaturen). Daraus ergibt sich dann gern auch mal eine Kaltmiete von ca. 1700 € für eine 80m2 Wohnung und das noch nicht mal im 1. Bezirk. Natürlich gibt es in Wien Sozial- (Genossenschafts-) wohnungen, nur das es quasi unmöglich ist eine zu bekommen und wenn dann sind die auch eher klein, besonders wenn man mehr als 1 Kind hat. Und ja, es wurde kürzlich ein Gesetz verabschiedet das Investoren zwingt eine bestimmte Anzahl günstiger Wohnungen zu bauen, aber ob und wann das Wirkung zeigt ist noch völlig offen. Mit freundlichen Grüßen. Ein Wiener.

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Europa! 24.03.2019, 16:50
61. Danke!

Zitat von egyptwoman
Dann lest euch mal den Artikel durch (ist nicht Deutschland, klar, aber so könnte es in einigen Regionen in Zukunft vielleicht auch aussehen): https://rsvdr.wordpress.com/2016/12/29/luxemburg-verjagt-seine-eigenen-einwohner-jetzt-ganz-offiziell/?fbclid=IwAR161O3Hwo2MLSOu5M8dAbXq0Xf9spZVAbXbzrE2 SLjWmTOwOZ6RAvya8IU
Das ist wirklich ein interessanter Artikel. Aber ich finde es vollkommen logisch, was die Luxemburger da machen: Sie empfehlen ihren Bürgern, ggf. ins Umland zu ziehen, wenn die Wohnungen in der Stadt zu teuer werden. Dass dieses Umland in Frankreich oder Deutschland liegt, sollte dabei keine Rolle spielen. Dafür ist die EU ja da!
Und an den (ehemaligen) Grenzen ist es zum Glück doch überall so: Stettiner wohnen in Brandenburg, Kölner wohnen in Belgien. So wächst Europa zusammen - und das ist gut so.

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redwed11 24.03.2019, 16:53
62.

Zitat von derleibhaftige
Im Grunde hat kein Harzer oder Geringrentner bis in alle Ewigkeit einen Anspruch auf günstiges Wohnen in Top-Lagen, inmitten einer Großstadt. Die Zeiten sind jetzt auch in Deutschland mal so langsam vorbei. Mit dem alten Auto darf man ja auch nicht überall hinfahren. Das wäre ja noch schöner. Wenn man es international vergleicht, dann gibt es das fast nirgends. Wohnen und fahren mitten in der Großstadt, ist eigentlich überall auf der Welt für Geringverdiener nicht zu bezahlen, teilweise schon seit vielen Jahrzehnten. In Armen Ländern gibt es dann Slums am Rande der Städte extra für die ganz Armen oder das platte Land.
Wegen solcher asozialen Einstellungen wie bei Ihnen beschrieben ist es absolut notwendig die Immobilienkonzerne zu enteignen, was das GG ja hergibt. Außerdem ist ein Mietendeckel einzuführen der die Mieten auf einer bezahlbaren Höhe hält. Die Miethaie sind aus den Städten zu verdrängen. Was gehen uns die Mieten in den Großstädten anderer Länder an? einen feuchten Dreck. Daher muss endlich konsequent gegen diese Wucherer vorgegangen werden und das mit aller Konsequenz.

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flopi3 24.03.2019, 16:57
63. Pragmatische Lösungen sind gefragt!

Mietpreisbremse bringt nichts, ebenso wenig wie Enteignung (der Staat hat für die Entschädigung gar nicht die Mittel und braucht private Investoren).
Aus meiner Sicht würden folgende Ansätze helfen:
Mietpreis wird gesetzlich gedeckelt und zwar auf Basis der Anschaffungskosten des Eigentümers. Eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals sollte selbstverständlich möglich sein und zB 5%/Jahr betragen. Das führt natürlich zu unterschiedlichen Mietpreisen, je nachdem wann jemand eine Wohnung zu welchem Preis gekauft hat, würde aber eine nachvollziehbare Kalkulation für alle Beteiligten schaffen.
Darüber hinaus braucht es eine Lösung für Migranten, die In Deutschland nur geduldet bleiben bzw abgelehnt werden. Diese Menschen mit staatlicher Unterstützung in privaten Wohnungen unterzubringen, ist falsch. Hier braucht es Sammelunterkünfte für die Zeit, bis diese Menschen wieder in ihre Heimat abgeschoben werden. Das bringt eine zusätzlichen Entspannung auf dem Wohnungsmarkt für Geringverdiener.

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lathea 24.03.2019, 17:40
64. Die Immobilienpreise sind heute .....

......einfach im Einkauf überteuert. Es gab im letzten Jahr zwar eine kleine und kurze Entspannung auf dem Immobilienmarkt, aber in diesem Jahr sind die Preise zumindest in BW bei Investitionsobjekten in guter Lage wieder um teilweise mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Ein Vermieter, der eine Wohnung jetzt kauft und sich dafür lange verschuldet, muss die Miete entsprechend hoch ansetzen. Wer keine hohe Miete zahlen will, sollte in Bezirke ziehen, in denen die Mieten noch niedrig sind (diese gibt es noch immer) oder sich um den Kauf einer eigenen Eigentumswohnung kümmern und sich selbst verschulden, statt zu erwarten, dass ein Vermieter Caritas spielt. Natürlich sind Modernisierungstricks grosser Immobilienunternehmen nicht richtig. Aber es gibt auch viele private und kleine Immobilienanleger, für die die gleichen Gesetze gelten. So sind nunmal die Gesetze des Marktes sowie von Angebot und Nachfrage. Wer heute eine Immobilie kauft, trägt ausserdem noch das Risiko eines Wertverlustes, weil mittlerweile eine Immobilienblase entsteht und die Wirtschaftslage von vielen negativen Faktoren beeinflusst wird. Es gibt vor allem für Arbeitslose und Hartz4-Empfänger kein Recht, in begehrten Lagen in Großstädten billig zu wohnen und zu erwarten, dass diejenigen Steuer- und Beitragszahler, die dies finanzieren, stundenlang pendeln müssen, weil es in der Nähe derer Arbeitsplätze keine Wohnungen mehr gibt. Der Staat sollte wieder den Bau und den Kauf von Werkswohnungen fördern. Dann würde sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt schneller und effektiver entspannen als mit einem sozialen Wohnungsbau, der einen viel längeren Vorlauf hat. Ausserdem würde es den Fachkräftemangel reduzieren, weil dann ein Arbeitsplatzwechsel und der damit teilweise verbundene Umzug einfacher wäre und die Attraktivität des Arbeitgebers steigern würde. Dies gilt vor allem für kleinere Unternehmen. Aus Werkswohnungen kann man ausserdem einen schlechten Mieter oder schlechten Arbeitnehmer schnell wieder loswerden.

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Grünspahn 24.03.2019, 17:47
65.

Zitat von odapiel
Auf den Kommentar habe ich gewartet. Klassisch. Heutzutage ist es aber nicht mehr gesichert, daß die Erwerbshistorie einer Familie nahtlos abläuft. Denn der gleiche Neoliberalismus, der für die hirnrissig hohen Mieten sorgte, sorgte auch dafür, daß die Menschen schneller aus ihren Jobs fliegen und es schwerer haben, neue, auskömmliche Arbeit zu finden. Und wer jetzt damit kommt, daß das Jobcenter angeblich ja so freigiebig ist, der hatte es noch nie nötig. Tatsächlich kann es bis zu 10-12 Wochen dauern - OHNE eine Mietauszahlung - bis der Antrag bearbeitet ist. Wer in dieser Zeit keine Freunde und Verwandten hat, die aushelfen, der kann seine Miete nicht zahlen. Es muß auch keineswegs nur ein Jobverlust sein. Wer nur knapp über der Armutsgrenze verdient, vor allem auch noch Kinder hat, bei dem reicht eine Krankheit oder neu auftretende Behinderung, oder auch nur eine kaputte Waschmaschine oder ein Auto, dem der Geist ausgeht, völlig aus, um plötzlich geldlos dazustehen. Früher konnten sich solche Familien an die Sozialämter wenden, um eine meist sehr rasch und relativ unbürokratisch gewährte "Hilfe in besonderen Lebenslagen" zu erhalten, auch wenn sie sonst keine Transferleistungen bezogen. Auch dieses Instrument ist heutzutage dank Schröderschen Reformen kaum noch zu bekommen und wenn, dauerts weitaus länger, als der Monat lang ist. Und als Kommentar zu dem Artikel: so weit war Berlin schon mal. Man schaue sich genau an, was für Folgen dies damals hatte. Generell stimme ich dem Poster #1 zu. Anders wirds kaum gehen.
Auf so einen Beitrag habe ich auch gewartet - klassisch.
Warum sollte der Vermieter das finanzielle Lebensrisiko der betroffenen Dame mittragen? Warum nicht der Lebensmittelhändler, in dem die Frau anschreiben läßt - oder der Reperaturdienst der Waschmaschine, wenn diese kaputtgegangen ist? - Oder die KfZ-Werkstatt? - Warum ausgerechnet der Vermieter? Niemand würde die KfZ-Werkstatt nicht rechtzeitig bezahlen, weil die das Auto sonst nicht rausrücken und auch der Reperaturdienst der Waschmaschine würde ganz schhön Rabatz schlagen, wenn die Dame dann wieder zahlt wenn sie über hinreichend Geld verfügt. Ohne Bezahlung der Lebensmittel dürfte die Dame den Laden nicht verlassen - und wenn doch, wird gleich die Polizei gerufen. Der Vermieter soll aber auf sein Geld warten.- Sicher Vermieter sind in den Gedanken mancher hier per se die bösen und üblen Menschen, die für das Unglück der Mieter stets persönlich verantwortlich sind.

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vliege 24.03.2019, 17:49
66. Ich kann dieses Gesülze nicht mehr hören

Die ständigen Vergleiche mit London, Paris etc. Sollen diese Entwicklungen etwa erstrebenswerte Vorbilder sein?
London wird kaum noch von Londonern bewohnt und ganze Strassenviertel stehen teilweise leer wegen der Spekulation.
Arbeitende Pariser werden an den Stadtrand und in die Banlieus weil Spekulantentum grassiert und die "Investoren" nicht genug Dividende bekommen können.
Wohnen ist ein Grundrecht, auch Working Poor haben ein Recht auf Wohnraum in den Städten. Es gilt die Neoliberalen menschenverachtende Ideologie wieder aus dem kapitalistischen System zu drängen in dem er schon so lange wuchert.

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matthias.schwarz.ldn 24.03.2019, 18:14
67. Haetten alle 2008....

Die Mieten was eigenes gekauft würden wir jetzt nich diese Diskussion führen.
Bei aktuellen 0% für 10jahre Bundesanleihen werden die Mieten weiter steigen. Es mach immer noch mehr Sinn zu kaufen als zu mieten. Aber seit 10 Jahre spricht jede Zeitung über die Immobilienblase und die Regierung will mieten bremsen anstatt den Leuten zum Eigenheim zu verhelfen. Die Investoren freut es. Denn um Geld zu verdienen braucht’s immer einen dummen. In diesem Fall die Mehrheit der deutsch

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chukwumeze 24.03.2019, 18:22
68. Mumuwilli1975

2009, echt? Glaube ich nicht. 1979, ja. 1990, östliches Berlin, nahe Innenstadt, ja. Aber sonst: nee. Mal sehen, wann es wieder Instandbesetzungen gibt.

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faz-leser 24.03.2019, 18:24
69. Einkommen steigen stärker als Mieten

Von 2005 bis 2018 sind die frei verfügbaren Durchschnittseinkommen in Deutschland um ca. 36 % und die Durchschnittsmieten um ca. 31,8 % gestiegen. Relativ gesehen, ist die Mietbelastung in Deutschland in den letzten 14 Jahren also gesunken. Wo ist also das Problem?

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