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Stellwerk-Chaos: Bahngewerkschaft kritisiert Grube für Urlaubsanrufe
DPA

Die Kritik an Rüdiger Grube wird schärfer: Der Vorsitzende der Eisenbahn-Gewerkschaft nennt es "ein Ding der Unmöglichkeit", dass der Bahnchef persönlich bei Mitarbeitern des Mainzer Stellwerks anrief und sie bat, ihren Urlaub abzubrechen.

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Rochus 14.08.2013, 15:28
180. Wie der Herr so das Gescherr

Bisher hatte ich immer ein bisschen ehofft, daß die Bahnmitarbeiter irgendwie die gute alte Bahn-Mentalität in die Mehdorn-Katastrophe hinübergerettet hätten.
Das war ein Irrtum.
Mehdorn war wohl eher ein typischer Bahner: Sommer, Herbst, Frühjahr und Winter sind die Todfeinde der Bahn, Kunden in diesem vergeblichen Kampf nur eine Störgröße.
Macht so weiter. liebe Bahner, bleibt in eurem Paralleluniversum. Wozu braucht ihr auch Kunden? Die mit euch fahren haben eh keine Alternative, und die anderen, pah, brauchen wir nicht. Wir haben Urlaub.
Unglaublich!
Jeder Privatbetrieb wäre längst ein Fall für den Insolvenzverwalter, wenn er so kundenfeindliches Management und Belegschaft hätte.

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proteo13 14.08.2013, 15:29
181.

Zitat von ewspapst
Mal eine Frage dazu: Warum haben Sie England ausgelassen, im Vergleich dazu ist Deutschland mit einer Bahnhochkultur ausgestattet. Thatcher hat dort die Bahn mit allen schlimmen und nun auch hier bekannten Folgen privatisiert.
Davon habe ich nur gehört - wenig gesehen - ebenso über das Bahnsystem von Lesotho, Swasiland, Burundi und Ruanda.

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joey55 14.08.2013, 15:32
182.

Zitat von uezegei
Vermutlich würden Sie auch Privatdetektive auf die kranken Mitarbeiter loslassen oder sie gleich mittels Drohnenbombardement aus dem Haus zur Arbeit jagen. Wegen Menschen wie Ihnen macht das Leben in diesem Scheißstaat eben keine Freude mehr.
Wieso? Es gibt leider Gründe, warum man einen MA zum Vertrauensarzt oder Betriebsarzt schickt. MA, die angeblich mit Magen-Darm-Grippe nicht arbeiten können, aber von Kollegen, die wegen dieser Erkrankung Schichten übernehmen müssen (ja, die Arbeit kann nicht immer liegen bleiben), abends auf Partys oder an Baggerseen gesehen werden, finden ein solches Verhalten nämlich ebenfalls wenig witzig.

Es ist die typische AN-Denke, dass man mit blaumachen einzig den AG schädigt oder ärgert. An die Kollegen denkt man eben nicht.

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uezegei 14.08.2013, 15:33
183.

Zitat von Herr Hold
Verstehe ich auch nicht, wenn doch "Not am Mann ist", kann man doch aushelfen. Ist ja nicht verpflichtend, sondern nur eine Bitte. Und dass Herr Grube persönlich anruft, finde ich, im Gegensatz zu den Gewerkschafts-Heinis, positiv: da kümmert sich der Vorstand selbst drum.
Ich finde das auch sehr lobenswert.
Vermutlich wird demnächst auch Herr Schäuble zum Telefon greifen und jeden Steuerzahler bitten, den fälligen Obolus pünktlich zu entrichten, bzw. bei Anspruch auf Steuerrückerstattung auf eine Steuererklärung zu verzichten, sofern diese nicht ohnehin zwingend ist.

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copperfish 14.08.2013, 15:33
184. S-Bahn

Zitat von Stäffelesrutscher
Ja sicher. Natürlich kann man auch nach einer Zehnstundenschicht noch eine zweite Schicht dranhängen, einfach um auszuhelfen. Und wenn einem nach 18 Stunden die Augen zuklappen und nach 18 Stunden und 2 Minuten zwei S-Bahnen ineinanderkrachen, dann geht auch bestimmt nicht der, der so nett gebeten hat, in den Knast. Was schließen Sie eigentlich daraus, dass der Vorstand persönlich anruft? Dass es nur eine Bitte ist - oder vielleicht etwas kurz vor dem Staatsnotstand? Darf man solch eine Bitte ablehnen? Oder riskiert man dann Schikanen der Firma und eine Fotoserie der BLÖD mit dem Tenor »Sein Urlaub war ihm wichtiger als eine Million Bahnkunden«?
Der Krankenstand ist ja auch erst nach dem, staatanwaltschaftlich noch untersuchtem, S-Bahn-"beinahe-Zusammenstoß" explodiert.
Da wurden den gezwungenen Überstundenschiebern wohl allzu deutlich klar, dass sie schon so ausgepowert sind, dass sie mit einem Bein im Knast stehen.

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specialsymbol 14.08.2013, 15:33
185. Sollen sie sich doch freuen!

Bislang hat Grube diese Leute nicht mal wahrgenommen - außer vielleicht gruppiert als Zahl auf irgendeinem Bilanzsheet, eventuell versehen mit der Bemerkung diese müsse im folgenden Sheet um so und soviel Prozent gesenkt werden.

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dickebank 14.08.2013, 15:34
186. Unterwanderung

Zitat von tarvos
Was in anderen Branchen längst üblich ist, wird in von Gewerkschaften unterwanderten Bahn-Konzern wieder zum Skandal aufgebauscht. Natürlich gönne ich jedem seinen verdienten Urlaub, nur wenn das halbe Rhein-Main-Gebiet stillsteht, muss man eben Prioritäten setzen. Die eigentliche Frage ist doch, wie man überhaupt auf die Idee kam, bei 15 Mitarbeitern im Stellwerk drei davon gleichzeitig Urlaub zu geben. Auch der Krankenstand von 1/3 wirft Fragen auf - liegt hier am Ende vielleicht sogar ein verdeckter (und damit illegaler) Streik vor?
Ja, diese subversive Arbeitnehmermitbestimmungsgesetzgebung aber auch. Das sollte wirklich bestraft werden, dass Unternehmen und Belegschaften sich an bestehende Gesetze halten.

Sie wissen schon, dass FDLs vom Bahnbetriebsarzt regelmäßig untersucht werden müssen? Ohne entsprechende (Gesundheits-)Bescheinigung dürfen die nämlich überhaupt keinen Dienst tun.

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joey55 14.08.2013, 15:34
187.

Zitat von uezegei
Das haben Sie gut erkannt. Und auch gleich dazu geschrieben, wie man die Mitarbeiter "motiviert": zum Urlaubsabbruch drängen, Überstunden satt und nöcher, miese Bezahlung. NOCH motivierter waren ihrerzeit nur die Galeerensklaven.
Tipp: Wenn es wirklich so schlimm ist, muss man sich überlegen, ob man nicht die Stelle wechselt.

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joey55 14.08.2013, 15:37
188.

Zitat von mayaodem
Zu Ihrer Information: Die Deutsche Bahn ist seit 1994 eine Aktiengesellschaft und hat als solche keine Beamten. Da gibt es keine Extrawürste mehr. Nichtsdestotrotz rächt sich jetzt der massive Stellenabbau. Der Angriff der Medien zielt auf die Konzernspitze und nicht auf den einfachen Mitarbeiter.
1994 haben alle Beamte das Unternehmen verlassen? Wo sind sie denn hin? Glauben Sie das wirklich?

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platin-iridium 14.08.2013, 15:37
189.

Zitat von hoppla_h
Urlaub ist Urlaub. - ABER wer Beamten alle ihre Extrawürste gewährt, kann 'wenn es brennt' einen Urlaubsabbruch einfordern. Zumal, wenn mit Extrazahlung vergoldet.
Es gibt keine "Beamtenbahn" mehr. Insbesondere die jüngeren Mitarbeiter sind alle Angestellte.

Die kann man nicht - wie Beamte - aus dem Urlaub heimkommandieren.

Tja.

"Ihr" wolltet die Privatisierung ja. Jetzt habt "ihr" sie.

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