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Stellwerkchaos in Mainz: Reisen mit der Bahn wird zum Glücksspiel
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Das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof bringt massive Fehlplanungen bei der Deutschen Bahn ans Licht. Jetzt rächt sich der rigorose Sparkurs von Ex-Chef Mehdorn. Fahrgäste müssen jederzeit mit Ausfällen rechnen.

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loeweneule 08.08.2013, 18:46
60.

Zitat von hiwhatsup
Die Bahn ist eben ein überholtes Transportmittel - 300 Jahre alt Es gibt doch inzwischen das Automobil und Busse. Dazu gibt es ein Umfangreiches Strassennetz, viel besser ausgebaut als das Schinennetz - Strassen gibt es bis zu jedem Haus! Warum sollen auf dem Strassennetz nicht also vermehrt Busse fahren? In vielen Ländern z.B. Mexiko hat sich herausgestellt das die Fernbusse kundenfreundlicher und billiger sind als die Bahn. Dort gibt es keine Bahnen mehr - nur noch Fernbusse. Warum kann das Fernbusmodell nicht auch für Deutschland gelten?
Unter anderem, weil Mexiko eine völlig andere Infrastruktur hat als Deutschland. Außerdem frage ich mich, was bis auf die niedrigeren Preise an Fernbussen kundenfreundlicher sein soll. Sie brauchen entschieden mehr Zeit als die Bahn (wenn diese einigermaßen pünktlich ist und keine Züge ausfallen) und sind völlig abhängig von der jeweiligen Straßenverkehrssituation.

Übrigens: wieso ist die Bahn 300 Jahre alt? Halbieren Sie diese Zahl mal, dann kommen Sie ungefähr hin.

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audio2000 08.08.2013, 18:52
61. Mehrdorn haben wir rot-grün zu verdanken

Zitat von diddi99
Das Stellwerk in Stuttgart soll im Zuge von S21 auch nach Karlsruhe verlegt werden. Was Mehdorn nicht geschafft hat, macht Grube jetzt vollends kaputt.
Sie bringen da ein paar Dinge durcheinander:
Mainz oder Bebra sind nicht Stuttgart und auch nicht Stuttgart 21.
Es geht hier um eine verfehlte Personalpolitik, d. h. um fehlenden Nachwuchs für die Stellwerke. Dafür ist Mehdorn verantwortlich.

Dass im Zusammenhang mit der Umstellung auf Elektronische Stellwerke die Stellwerke ferngesteuert werden, ist in ganz Deutschland der Fall, und hat mit Stuttgart 21 überhaupt nichts zu tun - die Fernsteuerung von Karlsruhe aus würde in Zukunft auch ohne den Bau des Tunnelbahnhofes erfolgen.

Die Bahnexpertin von den Grünen hat sicherlich Recht, wenn sie Mehdorn für das Chaos verantwortlich macht.
Aber wer hat denn Mehdorn ins Amt gebracht?
Es war rot-GRÜN! Und wer hat Mehddorn nach dessen Fiasko bei der Tarifreform im Amt bestätigt? Es war rot-GRÜN! Also sind die Grünen mitverantwortlich für das Chaos.

Und wer wollte das Schienennetz an Investoren verscherbeln? Es waren die Herren Mehdorn, Tiefensee (SPD) und Peer Steinbrück.
Und wer hat es verhindert? Ein gewissern Herr Sarrazin (als Berliner Finanzsenator) und ein von ihm geschmiedetes Bündnis aus SPD-Linken und CDU-Landespolitikern.

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antonraum 08.08.2013, 18:57
62. Grundversorgung darf nicht privatisiert werden!

Es ist immer das Gleiche. Wenn elementare Infrastruktur wie Wasser, Strom, Bahn oder sogar Autobahnen (!) privatisiert werden, folgt kurz darauf die Quittung. In Großbritannien ist das gesamte Bahnnetz marode und bei uns ist es auch kaputtgespart, damit dicke Dividenden ausgeschüttet werden können. Klimaanlagen im ICE, aufgesprengte Schienen in München durch die Hitze... Die Liste ist lang.

Bitte lasst ein Wunder geschehen und eine wählbare Partei in das Programm aufnehmen, dass die Grundversorgung in staatliche Hände gehört und durch alle Bürger subventioniert werden soll. Die Haushaltspartei hat es im Programm, tritt aber leider nicht bei den Bundestagswahlen an :( Meine Stimme hätte die Partei, die die Infrastruktur Deutschlands im Sinne aller Bürger und Firmen schützt.

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mborevi 08.08.2013, 19:10
63. Die sogenannte Privatisierung ...

Zitat von sysop
Das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof bringt massive Fehlplanungen bei der Deutschen Bahn ans Licht. Jetzt rächt sich der rigorose Sparkurs von Ex-Chef Mehdorn. Fahrgäste müssen jederzeit mit Ausfällen rechnen.
... der Deutschen Bundesbahn war einer der größten Schildbürgerstreiche, den sich Politiker nach dem Krieg geleistet haben. Ergebnis: Viel teuerer und viel schlechter. War auch nicht anders zu erwarten, denn: Arbeitete die Deutsche Bundesbahn noch quasi zum "Selbstkostenpreis", d.h. sie brauchte keine Gewinne zu machen, so werden heute Gewinne erwartet, um dann als "Dividenden" ausgeschüttet zu werden. Die Bahn ist von einem Beförderungs-Dienstleister zu einem Abzock-Dienstleister umgewandelt worden. Und sie verbraucht mehr "Subventionen" aus Steuergeldern denn je.

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loeweneule 08.08.2013, 19:11
64.

Zitat von bürger_dieses_landes
Fazit meiner Erfahrungen der letzten Monate mit der DB: Keine Strecken mit Umsteigeplanung seitens der DB-Webseite buchen, da man garantiert Anschlusszüge aufgrund zu kurzer Umsteigelücken verpasst. Andererseits bedeutet das eine enorme Verlängerung der Fahrtzeiten. Und von den miefigen Züge der Kategorie Regio&Co gar nicht zu sprechen. Es bringt keinen Spaß, heutzutage Bahn zu fahren.
Man kann die Umsteigezeit variieren. Das was die Bahn "normal" nennt, ist in den meisten Fällen lächerlich. Unter 15 Minuten, besser noch 25, kann man meist vergessen. Denn der Anschlußzug hat leider selten die Verspätung, die der Zug besitzt, aus dem man wechseln möchte.

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faistmeister 08.08.2013, 19:14
65. Jetzt rächt sich der rigorose Sparkurs von Ex-Chef Mehdorn.

LOL

Doch nicht erst jetzt ! Das ist seit Jahren absehbar und spürbar. Das Chaos im Winter mit vereisten Stellwerken geht schon auf sein Konto:
1. Mehdorn lies Weichen rigoros zurückbauen. Folge ist, dass Züge jetzt über wensentlich weitere Strecken umgeleitet werden müssen. Oder länger stehen, wenn ein Gleis für beide Richtungen geteilt werden muss. Bspw. bei Baustellen.
2. Mehdorn sparte bei Instandhaltung, Wartung und Betrieb - auch bei Stellwerken.

Dieser "Top-Manager" gehört im nachhinein verklagt und zu einer mahrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt !

Dieser Typ ist ein leuchtendes Beispiel für die Boni-Kultur, die uns den ganzen Schlamassel miteingebracht hat.

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Luna-lucia 08.08.2013, 19:22
66. "etwas mehr"

Zitat von ptb29
dass sie aber die Einhaltung von Arbeits- und Ruhezeiten durchsetzen, rechne ich ihnen positiv an. Leider passiert das dann wieder auf Kosten anderer, die dafür "etwas mehr" machen müssen.
Mut, sollten auch die Fahrgäste haben. Einfach die NOTBREMSE ziehen, und aussteigen ... was die Bahn kann, sollten die Kunden nicht scheuen müssen - roter Hebel runter - STOP! Egal wo. Wenn die nicht mal im Bahnhof halten können ... was soll's ... Kann ein Lokführer ohne Fahrdienstleiter nicht bremsen? und am Bahnsteig anhalten? Oki, wir fahren nie mit der Bahn. Nur U-Bahn in der Stadt ... und die könnte sogar ohne Lokführer fahren - hat man uns erzählt ...

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wolle0601 08.08.2013, 19:23
67. An sich ganz simpel,

die Tatsache, daß es die Bahn mit ihren Einnahmen nicht schafft, ein zuverlässiges System am Laufen zu halten, kann eigentlich nur zwei Gründe haben. Entweder fehlt wirlich der Konkurrenzdruck und das System ist ineffizient. So wtwas ließe sich durch Benchmarking, also Vergleich mit den Branchenbesten, leicht herausfinden. Oder es ist schlicht so, daß die Realität - ein si komplexes System am Laufen halten ist teuer - nicht zur Ideologie paßt, daß nämlich öffentliche Verkehrsinfrastruktur das Nonplusultra beim Personentransport ist. Vielleicht einfach mal Zeit, sich hier ehrlich zu machen.

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james-100 08.08.2013, 19:28
68.

Zitat von zynik
Schonmal was von der Partnerschaft Deutschland AG gehört? "„Partnerschaften Deutschland AG“: Investoren im Staat Doch nicht nur Banken, auch....."
Das die Banken, also die "Finanzelite" tatsächliech regiert, sollte doch niemanden mehr wundern. Keiner anderen Gruppe wurde in der letzten Zeit soviel Kohle in den Ars.. gestopft. Und nach der gewonnen BT-Wahl von schwatz/Geld wird weiter von unten und der Mitte nach oben umverteilt. Und etliche Dumme glauben auch noch daran, das sie ebenfalls profitieren werden.

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frankasten 08.08.2013, 19:28
69. Estw's sind auch nicht immer eine Lösung

vor allem nicht in den Westzonen, weil dort auf vielen "moderneren" Spurplanstellwerken mit Fernsteuerung kleinerer Bahnhöfe bereits eine Arbeitsdichte erreicht wird, die auch durch Estw's nicht weiter erhöht werden kann, mithin manche komplette Umrüstung auf Estw auch rein betriebswirtschaftlich einem Geschenk an Siemens und Wettbewerber gleichkommt.

In der Ostzone war das natürlich anders, weil hier oftmals auf jedem noch so kleinenBahnhof noch mindestens 2 Stellwerke mechanischer Bauart mit 5,5 Personalstärke in Betrieb waren und die Freisetzung dementsprechend gigantisch war.

Außerdem zahlt die Bahn für Ballungsgebiete so magere Gehälter, daß Alleinstehende dort massive Schwierigkeiten haben, Wohungen zu finden. Weil die Vermieter z.B. gar nicht erst verhandeln, wenn nicht ein Verdienstnachweis vorgelegt wird, der so hoch zu sein hat, daß die Miete höchstens 40-50% des Monatseinkommens in Anspruch nehmen darf.
Günstige Bahnwohnungen wurden an Spekulanten verscherbelt.

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