Forum: Wirtschaft
Stellwerkchaos in Mainz: Reisen mit der Bahn wird zum Glücksspiel
DPA

Das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof bringt massive Fehlplanungen bei der Deutschen Bahn ans Licht. Jetzt rächt sich der rigorose Sparkurs von Ex-Chef Mehdorn. Fahrgäste müssen jederzeit mit Ausfällen rechnen.

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robsn1 08.08.2013, 19:40
70. Super..

und wer bringt mir die Zeit die ich verliere zurück? In Mainz gibt es aktuell nicht nur im Fernverkehr Probleme! Die S-Bahnen kommen fast immer zu spät oder gar nicht! Jeden Tag muss man bangen, dass sich der Feierabend nicht noch länger verschiebt, weil man am Bahnhof steht und der Zug nicht kommt! Dafür zahlt man dann auch noch saftige, stetig steigende Preise..Danke DB! Auch für unsere tollen Prestige Bahnhöfe...

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fam.weber11 08.08.2013, 19:43
71. Zu dumm zum...

Schießt den DB-Vorstand und dessen drei Vorgänger auf den Mond. Die sind nicht in der Lage, einen Sandkasten reibungslos zu organisieren.

Was wiederum beruhigt: Dank Mehdorn wird in den nächsten Jahren am neuen Berliner Flughafen Flugverkehr so wahrscheinlich sein, wie ein freundlicher Bahnschaffner. Derweil bastelt Bundesminister Ramsauer an der PKW-Maut. Na denn: Freie Fahrt Deutschland.

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audio2000 08.08.2013, 19:48
72. Deutsche Bahn AG ist zu 100% staatlich!

Zitat von antonraum
Es ist immer das Gleiche. Wenn elementare Infrastruktur wie Wasser, Strom, Bahn oder sogar Autobahnen (!) privatisiert werden, folgt kurz darauf die Quittung. In Großbritannien ist das gesamte Bahnnetz marode und bei uns ist es auch kaputtgespart, damit dicke Dividenden ausgeschüttet werden können. Klimaanlagen im ICE, aufgesprengte Schienen in München durch die Hitze... Die Liste ist lang.
Bei der langen Liste von Mängeln handelt es sich übrigens um einen Staatsbetrieb :) Die Deutsche Bundesbahn wurde im Zuge der Bahnreform von einer Behörde in eine AG umgewandelt, sie befindet sich aber nach wie vor zu 100% im Staatsbesitz.

Nochmal für alle Foristen hier zum Mitschreiben:
DIE DEUTSCHE BAHN AG IST ZU 100% EIN STAATSBETRIEB!

Zu Großbritannien: Hier wurde nicht nur der Betrieb privatisiert - was absolut richtig und erfolgreich war, sondern auch das Schienennetz - was falsch und überhaupt nicht erfoglreich war.
Das Schienennetz wurde deshalb nach 5 Jahren wieder verstaatlicht. Es befindet sich also seit 11 Jahren wieder in Staatshand.

In Deutschland wollten Mehdorn, Verkehrsminister Tiefensee und Finanzminster Peer Steinbrück sowohl Betrieb als auch Schienennetz verscherbeln - also den gleichen Fehler wie Großbritannien wiederholen. Sarrazin hat dies damals aber glücklicherweise verhindern können.

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Langkieler 08.08.2013, 20:05
73. Zeitreise

Das Generalproblem der Bahn ist, die Verkehrstechnik des 19. Jahrhunderts mit den heutigen Ansprüchen in Einklang zu bringen. Das wird nie und nimmermehr gelingen. Die Erkenntnis wird irgendwann zu einer Entscheidung zur Abwicklung führen. Bis dahin haben Betriebsräte und andere Spaßbremser noch freie Bahn (!).

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s.rathemacher 08.08.2013, 20:29
74. Strukturreformen

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sogenannte Strukturreformen dazu geführt, das immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens privatisiert wurden. Der große Liebling der Privatisierer heißt "Kostenoptimierung". Diese ist gleichzusetzen mit einem massiven Stellenabbau. Denn nirgendwo kann so gut gespart werden wie am Personal. Die Folgen sehen wir hier. Es ist ja verständlich das, in unserer "Marktkonformen Denokratie", AG's einen Profit erwirtschaften sollen. Aber das darf nicht auf Kosten der Allgemeinheit geschehen. Es ist die Aufgabe der Politik, klare Weichen für einen Kurswechsel bezüglich der öffentlichen Infrastruktur zu stellen. Der Staat ist sicher kein besserer Manager/Unternehmer, aber es ist seine Aufgabe, Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation, Straßen, Mobilität etc. für alle Bürger bereit zu stellen. Traurigerweise kümmert sich die Politik aber nur um Ausflüchte, Entschuldigungen, Lobbyismus und Machterhalt. Schenkt ins endlich reinen Wein ein, wie es um unser Land und dessen Zustand bestellt ist.

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Pandora0611 08.08.2013, 21:32
75. Neues von der Pannenbahn (Mainz)

Zitat von sysop
Das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof bringt massive Fehlplanungen bei der Deutschen Bahn ans Licht. Jetzt rächt sich der rigorose Sparkurs von Ex-Chef Mehdorn. Fahrgäste müssen jederzeit mit Ausfällen rechnen.
Liegt Mainz nicht in Rheinland-Pfalz?
Agierte dort nicht bis vor kurzem "König Kurt"?
RP hat doch den Nürburgring und den Flughafen Hahn!
Und übernachten kann man doch im "Schlßhotel".
Wozu braucht es da noch die Bahn?

Zitat von
Doch die Vorfälle sind harmlos im Vergleich zu dem, was Fahrgäste derzeit am Mainzer Hauptbahnhof erleben. Ab 20 Uhr halten dort Fernzüge nur noch in Ausnahmefällen, weil das zuständige Stellwerk unbesetzt ist. Urlaub und krankheitsbedingte Ausfälle hätten die Belegschaft stark dezimiert, hieß es bei der Bahn zur Begründung.
Wer fährt denn noch nach 20:00Uhr mit der Bahn? Die Pendler, Hausfrauen, Schüler und Rentner sind dann längst zuhause.

Zitat von
"Jetzt zeigen sich die Spätfolgen der ", sagte Wilms SPIEGEL ONLINE. Der damalige Bahn-Chef hatte in seiner Amtszeit gespart, wo er nur konnte. Die Tochter DB Netz musste ihr Personal besonders stark ausdünnen und auf Neueinstellungen verzichten, die Überalterung macht sich inzwischen deutlich bemerkbar.
Mehdorn wolte die Bahn doch nur fit für den börsengang machen. Da mußte natürlich an allen Ecken und Enden gespart werden. Vor allem bei der Wartung und beim "Humankapital".
Und wenn das "Durchschnittsalter" bei 46 Jahren ligt, dann sind das doch "Jungspunde". Mittlerweile wird doch schon die "Rente mit 70" gefordert.

Zitat von
Hinzu kommt, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren laut Bahn-Unterlagen rund 18.000 Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. .
Schleckerfrauen bei der DB als Fahrdienstleiter???

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ambulans 08.08.2013, 22:16
76. deutliche

empfehlung an hrn. dr. peter ramsauer, bundesverkehrminister in berlin: an ihrer stelle würde ich mich hier in mainz und umgebung in nächster zeit absolut nicht blicken lassen, auch nicht zu wahlkampfzwecken - weder zu lande (alles um die bahn, die besonders dämliche pkw-maut-idee und dieser ganz spezielle punkte-katalog a la ramsauer), zu wasser (wasser- und schifffahrtsdirektion für rhein, main und mosel weg aus mainz - gehts noch?) und in der luft (wetten, dass er nach der wahl das "nachtflug-verbot" in frankfurt von 23.00! bis 05.00! - großzügig, sach ich ma - aus "wettbewerbsgründen" kippen will?). wie schon gesagt - der tipp ist gut- und ernstgemeint.

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querulant_99 08.08.2013, 22:39
77. Alles halb so schlimm!

Weshalb sollten nach 20 Uhr in Mainz noch Züge anhalten?
Um diese Uhrzeit sind dort eh schon die Gehsteige hochgeklappt. ;-)

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aletheianoesis 08.08.2013, 22:47
78.

Zitat von ulrich_frank
statt sinnvoller gebrauchstauglicher Bahninfrastrukturplanung. Aber solange Führungsstellen politisch besetzt werden statt nach fachlichem Können geht es so weiter.
Ja ich habe den Verdacht das die Bahn dem Autoverkehr keine Konkurrenz sein soll. Also muss die Bahn so unattraktiv sein, damit die Bahn niemals dem Auto zu einer ernsthaften Konkurrenz wird.
Bahnverkehr wird zugunsten der Autoindustrie vernachlässigt, das ist Absicht.
In den Vorständen wichtiger Konzerne sitzen eben auch bestimmte Parteibonzen und die klüngeln mit den Bonzen der Konzerne. Die sprechen die Politik untereinander ab und die Politik der Konzerne bevorzugt eindeutig die Automobilindustrie, dementsprechend die Bahnpolitik. Das hat nun mit Demokratie nichts zu tun und das Wohl der Bahnfahrgäste ist diesen Bonzen auch ziemlich egal.

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aletheianoesis 08.08.2013, 22:52
79.

Zitat von MartinB.
Die große Krankheit der letzten Jahrzehnte: Es herrschen die Manager, die an Quartals- und Jahreszahlen gemessen werden und nach zwei, drei Jahren in ein anderes Unternehmen wechseln. Die Unternehmer alter Schule, die ein *Unternehmen* leiten und am Ende ihrer Karriere möglichst gesund an den Sohn, Juniorpartner etc. weitergeben wollen, sind doch inzwischen die Ausnahme. Turbokapitalismus angloamerikanischer Machart führt eben genau da hin: Kurzzeitige Gewinnoptimierung, langfristige Debakel.
Mehdorn war hauptsächlich in der Luftfahrt beschäftigt, daher ist die Bahn nicht mehr Europaweit organisiert wie früher. Bestimmte Zugverbindungen zu italienischen Städten gehen nicht mehr über Reisebüros sondern man/frau bekommt automatisch Flugverbindungen angeboten. Reiseverbindungnach nach Turin musste ich speziell an dem Hauptbahnhof buchen.
Diese Manager planen langfristig und sie planen es mit den Parteibonzen.

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