Forum: Wirtschaft
Steuerakrobatik großer Konzerne: Kapitalismus pervers
Brad Setser/ US Bureau of Economic Analysis

Globale Konzerne deklarieren riesige Gewinne in kleinen Ländern - und kleine Gewinne auf riesigen Märkten. So sparen sie Steuern im ganz großen Stil. Eine Grafik macht das Ausmaß deutlich.

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derleibhaftige 11.04.2019, 17:01
70. Das ist Globalisierung

Das sich internationale Konzerne den Platz frei wählen können, an dem sie ihre Steuern bezahlen, ist Teil des Erfolgs unseres globalen Wirtschaftssystems. Hierbei kann der einzelne Staat eigentlich gar nichts mehr beeinflussen oder gar im Alleingang verändern. Das ginge vermutlich nur über einen global einheitlich regulierten Wirtschaftsraum und die globale Weltwährung. Aber an diesen Traum glaube ich persönlich nicht mehr, denn wir entwickeln derzeit genau das Gegenteil.

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GibtsJaNet 11.04.2019, 17:02
71. Charade

Zitat von nesmo
Und gleichzeitig gehen hunderte Milliarden am Fiskus vorbei, weil man sich nicht wirklich um das Problem kümmert. Es muss endlich etwas dagegen getan werden.
....äh.....anscheinend habe Sie nicht verstanden, wie Kapitalismus funktioniert.
Nämlich GENAU so.....durch Korruption! Wer Geld hat, bestimmt, wie was gemacht wird.
Demokratie? Die Macht des Volkes?
Eine Lüge derer, die unsichtbar für Normalsterbliche hinter der Politik stehen.

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Knossos 11.04.2019, 17:04
72.

Zitat Syracusa:
|| Gegen diese Abzocke durch multinationale Konzerne müssen sich die Staaten wehren ||

Schön, daß es sich dabei in Paralleluniversen, um zwei, sich von einander absetzenden, Institutionen handelt.

In unserer surrealistischen Ausgabe jedoch, bräuchte sich nicht erst erwehrt zu werden, wo Arsenal soziopathischen Privilegs weder eingerichtet noch die eine Partie Erfüllungsgehilfe der anderen wäre.

Auf welcher Koordinate des Multiversums leben Sie?

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diefans 11.04.2019, 17:05
73. Politik pervers

Was hat denn das Phänomen der Steueroptimierung mit dem "Kapitalismus" zu tun? Es ist doch offensichtlich eine Möglichkeit des (inter)nationalen Handels- und Wirtschaftsrechts, daß die Unternehmen so vorgehen können.
Gesetze werden ja immer noch von der Politik gemacht - daß nun die personifizierte Inkompetenz/Käuflichkeit nicht mal ansatzweise als Ursache erwähnt wird und weiter einem "nicht vorhandenen Kapitalismus (a.k.a. unregulierter Markt)" alles zugeschoben wird, kann ja nur bedeuten, daß der Journalist der Meinung ist (oder dies dem geneigten Leser einflüßtern möchte), die Fehlregulation kann nur mit einer weiteren Fehlregulation verbessert werden.

Interessant ist auch, daß sich der Staat selbst betrügt: https://www.bundestag.de/resource/blob/564376/d598166091d2ba55ae1767ea578a5314/WD-4-032-18-pdf-data.pdf

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curiosus_ 11.04.2019, 17:05
74. Sie haben im Artikel..

Zitat von ruediger
Vielleicht sollten deshalb die grossen Staaten mal über ihr Steuerrecht nachdenken und die exorbitant hohen Steuersätze runterfahren. Dies würde dann sowohl den grossen Staaten (die wieder Steuern von grossen Firmen bekommen) als auch den grossen Firmen (die sich die ganzen Umwegkonsruktionen sparen können) als auch den kleinen Firmen (die dann auch von normalen Steuersätzen profitieren) helfen. So was hat Trump mit seiner Steuerreform in Amerika zT gemacht. Aber SPON fand damals kein gutes Wort dafür.
..aber schon gelesen, dass die Methode Trump rein gar nichts gebracht hat?

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erzengel1987 11.04.2019, 17:06
75. ok...

Es ist alles legal. Aber es ist höchst unfair.
Denn wer seine Gewinne nicht in dem jeweiligen Land versteuert beutet das Land aus. Jeder Betrieb profitiert von der gegebenen Infrastruktur eines Landes. Somit sollte jeder der in dem jeweiligen Land handelt auch dort seinen Gewinn versteuern.

Es sollte nicht sehr schwer sein entsprechende Gesetze zu erlassen.
Die EU sollte hier mal etwas druck machen... Leider sind mit Luxenburg und Irland bereits zwei Mitglieder dabei... mit Deutschland noch eins welche kein Interesse daran haben.
An dieser Stelle danke liebe CDU CSU und auch die SPD und die Grünen. Alle an der Macht gewesen und keine Partei hat daran etwas geändert.
Die FDP hab ich nicht mitgezählt denn von denen erwarte ich diese Politik.

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muunoy 11.04.2019, 17:06
76. Putzig

Zitat von alsterherr
Ja, uns das in legalen Konstrukten! Die Firmen nutzen eben genau die Schlupflöcher, die sie in den Gesetzen und Vorschriften finden, alles vollkommen legal. Würde jeder so machen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert entsprechend die Gesetze anzupassen!
Welchen Gesetzgeber meinen Sie denn? Der Artikel und die Kommentare hier sind putzig. Solange es unterschiedliche Besteuerung gibt, gibt es immer auch die Möglichkeit für Einzelne, Steuern zu vermeiden. Daher finde ich so Vorstellungen von den Grünen mit ihrem Zentralstaat Europa auch so putzig. Man schaue in deren utopistisches Programm. Die Steuereintreibung soll weiter auf die Nationen beschränkt sein. Ich habe mich schlapp gelacht. Es gibt Leute, die wählen solche Parteien. Unglaublich. Ist das auch der Grund, warum Zypern in der Aufzählung fehlt? Das ist die Steueroase, die mich besonders nervt. Ich bin Selbständiger und versteuere meinen Einnahmenüberschuss, den ich eben auch im Ausland erwirtschafte, komplett zu den exorbitant hohen Sätzen in Deutschland. Viele meiner Konkurrenten haben dagegen eine Briefkastenfirma auf Zypern. Da kann ich dann preislich nicht mithalten. Und diese Steueroase wurde mit dem Geld der Gebeutelten Deutschen "gerettet", wofür alle etablierten Parteien gestimmt haben. Und man schaue nicht nur auf Konzerne. Der Doppelpass bietet phantastische Möglichkeiten zur Steuervermeidung. O. k., ich gebe zu, dass ich aus Neid ein Gegner des Doppelpasses bin, wenn mir ein Kollege türkischer Abstammung auf einem Projekt in Deutschland von den geringen Steuersätzen in der Türkei schwärmt. Nächstes Beispiel: Alle mir bekannten Osteuropäer mit Wertpapierbesitz haben ihr Depot in der ehem. Heimat. Ich kann es denen nicht verdenken. Ich bin halt nur neidisch. Auch beliebt: Man wohnt inoffiziell in Frankfurt, hat seine Firma aber in Sofia, wo dann auch die Rechnungen der Kunden hin gehen. Währenddessen geht unsere super tolle Regierung gegen vermeintlich "scheinselbständige" Deutsche vor, weshalb die Kunden aus Sicherheitsgründen lieber Experten aus dem steuerfreundlicheren Ausland einfliegen lassen.
Zurück zu meiner Eingangsfrage: Welchen Gesetzgeber meinen Sie denn? Unsere Witzregierung in diesem tacka tucka Land, der es nur darum geht, Deutsche maximal abzuzocken und zu kontrollieren? Die Interessen Deutschlands oder der Deutschen vertreten die etablierten Parteien in Deutschland schon lange nicht mehr. Oder die EU, wo außer traumwandlerische Parteien aus Deutschland wirklich keiner an einer Fiskalunion mit einheitlichen Steuersätzen interessiert ist? So, jetzt bin ich mal gespannt, ob dieser Kommentar aus der Praxis wirklich erscheint.

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Svante07 11.04.2019, 17:06
77. Neiddebatte

Zitat von Nordstadtbewohner
Bei aller Aufregung sollte man nicht vergessen, dass internationale Unternehmen keine Heimat haben. Von daher ist es nur verständlich und im Interesse der Eigentümer, dass die Gewinne dort besteuert werden, wo es am günstigsten ist. Das passiert ja in Deutschland auch auf der Ebene der Gewerbesteuer. Der Hebesatz ist unterschiedlich. Wer ein Unternehmen mit mehreren Standorten hat, der versteuert dort die Gewinne, wo es für ihn die meisten Vorteile bringt. Ich wüsste also nicht, warum ich diese angeblichen Steuertricks der internationalen Unternehmen verteufeln sollte, denn daran ist nichts illegal. Die ganze (sinnlose) Steuerdebatte ist längst zu einer Neiddebatte verkommen.
Neiddebatte? So ein Unsinn! Nehmen Sie einen Konzern wie Amazon, der zahlt kaum Steuern, nutzt aber die gesamte Verkehrsinfrastruktur, zahlt geringe Löhne und macht in den Städten die Läden kaputt, die die Steuern zahlen.
Das mag legal sein, aber nicht egal, denn neben der enormen Machtkonzentrierung solcher Konzerne, verlieren viele Menschen ihre Existenzgrundlage. Das nimmt bereits Ausmaße an, die demokratiezersetzend sind. Daher hat es nichts mit einer Neiddebatte zu tun, sondern mit einem Handlungsaufruf, dass endlich diese Steuerschlupflöcher für die internationalen Trickser geschlossen werden!

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Kradfahrer 11.04.2019, 17:08
78. Es gehören immer 2 dazu,

einer, der es macht, und einer, der es geschehen lässt. Dabei sind die Staaten doch im Vorteil. Die Konzerne wollen verkaufen. Wenn die Staaten denen die Pistole auf die Brust setzen und sagen, "entweder du bezahlst, oder du verkaufst bei mir nichts", dann werden die schon treu und brav ihre Steuern entrichten ohne Kosten und Gewinne wie die Irren über den Globus zu verschieben.

Und bei aller Subsidiarität, hier sehe ich auch die EU in der Pflicht. Bei (mit den Briten) einer runden halben Mrd. äußerst kaufkräftiger Einwohner sollte es möglich sein zur Not zu diktieren, wo es lang geht. Und das nicht nur nach innen gegenüber BeNeLux, auch global sowie gegenüber irgendwelchen Kronlanden.

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53er 11.04.2019, 17:08
79. Der vom Gesetzgeber geforderten Steuergerechtigkeit

liegt das Prinzip der Leistungsfähigkeit zugrunde. Aber hier zeigt der Staat seine Unfähigkeit, dieses Prinzip im Sinne der Steuergerechtigkeit durchzusetzen und das wiederum untergräbt das Fundament auf dem unser Staat gebaut ist. Jeder Politiker hat die gesetzliche Pflicht, diese Steuergerechtigkeit um- und durchzusetzen. Kann oder will er das nicht, dann frage ich mich als Zwangssteuerzahler, ob dieser Zwang noch berechtigt ist und der Bund der Steuerzahler ist dringend aufgefordert, die gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtung zur Steuerzahlung nach Leistungsfähigkeit vor Gericht zu erzwingen. Es gibt Mittel und Wege, auch diese Konzerne zu zwingen, ihren gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, oder eben Waren- und Dienstleistungen in Deutschland einzustellen bzw. dann eben mit entsprechendem Aufschlag auf alle Waren und Dienstleistungen solcher Steuervermeider den Obolus zu entrichten. Wenn Google und Co. die einzelnen Werbelinks, die die User mit ein paar einfachen clicks öffnen, nicht mehr erfassen können, ist schnell Schluss mit dem unversteuerten Werbegeschäft. Das müsste sich doch umsetzen lassen.

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