Forum: Wirtschaft
Steuergerechtigkeit: "Folter kann auch sehr erfolgreich sein"
Maurice Weiss/ DER SPIEGEL

Für Deutschlands obersten Steuer-Richter heiligt der Zweck nicht alle Mittel: Rudolf Mellinghoff, Präsident des Bundesfinanzhofs, kritisiert den unkritischen Umgang mit angekauften Steuer-CDs, warnt vor Gerechtigkeitswahn und plädiert für eine grundlegende Reform der Erbschaftsteuer.

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bürger_prollmann 15.03.2013, 11:29
1. optional

" ... dann finanzieren die oberen zehn Prozent der Steuerpflichtigen schon heute fast 55 Prozent des Einkommensteueraufkommens. Das zeigt, dass die Bürger mit den breiten Schultern hierzulande auch die meisten Steuern zahlen ..."
Korrekt wäre: die meisten Einkommensteuern zahlen. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Leider kommt diese kleine Ungenauigkeit oft vor.
Wer nix hat, kann auch keine oder wenig Einkommensteuer zahlen, wird aber über Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer usw. erheblich zur Kasse gebeten.

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abominog 15.03.2013, 11:31
2. Das Einkommensteuertotschlagargument

funktioniert nicht mehr. Denn die Bevölkerung hat schon längst geschnallt, was hinter den Kulissen in Wahrheit so alles abgeht...

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gibbonnobbig 15.03.2013, 11:34
3.

Zitat von abominog
funktioniert nicht mehr. Denn die Bevölkerung hat schon längst geschnallt, was hinter den Kulissen in Wahrheit so alles abgeht...
Was denn zum Beispiel?

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Schlangenzung 15.03.2013, 11:34
4. Lastenverteilung

Wenn man beklagt, dass 10 Prozent der Steuerpflichtigen etwa 55 % des Einkommenssteueraufkommens aufbringen müssen, sollte man sich klar machen, dass sich dieses Ergebnis rechnerisch aus dem Umstand ergibt, dass die vielen in den Niedriglohnbereich abgerutschten Bürger und erst recht die sogenannten Aufstocker keine oder fast keine Steuern zahlen, weil ihre Einkommen die Steuererhebung gar nicht mehr erlauben. Lohnuntergrenzen, die alle erwerbstätigen Bürger in die Lage versetzen, Steuern zu zahlen, könnten auch die Besserverdienenden entlasten. Wäre eigentlich zu wünschen.

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Mustermann 15.03.2013, 11:37
5.

Zitat von sysop
Für Deutschlands obersten Steuer-Richter heiligt der Zweck nicht alle Mittel: Rudolf Mellinghoff, Präsident des Bundesfinanzhofs, kritisiert den unkritischen Umgang mit angekauften Steuer-CDs, warnt vor Gerechtigkeitswahn und plädiert für eine grundlegende Reform der Erbschaftsteuer.
Das Wort Gerechtigkeistwahn sagt schon alles. Wer sich wünscht dass es etwas gerechter zugehen soll in der Welt, muss wahnhaft sein. Dr. Mellinghoff ein Fall für Sie.

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discordia13 15.03.2013, 11:37
6. SPD und Grüne..

..bla bla bla. Sagt mal, liebe Leute, was soll denn dieses durchgehende Bashing der Opposition (va. SPD) in letzter Zeit? Beim lesen des Artikels hat man eigentlich nur das Gefühl, dass der Autor das Interview nur gemacht hat, um sämtliche SPD-Pläne von Herrn Mellinghoff verreißen zu lassen. Auch die CDU murkst hier rum. Das scheint dem Autor aber egal zu sein, da er seinem Interviewpartner nur ständig das SPD-Thema aufdrängt. Außerordentlich ausgewogen, muss ich sagen.

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felisconcolor 15.03.2013, 11:39
7. Man sollte

diese Interview mit den selben Fragen mal mit unserem Finanzminister führen.
Wäre sicher sehr interessant.

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Halodri73 15.03.2013, 11:39
8. Hurra! Wahlkampfthema Steuerrecht..

Zitat von abominog
funktioniert nicht mehr. Denn die Bevölkerung hat schon längst geschnallt, was hinter den Kulissen in Wahrheit so alles abgeht...
Und schon beim zweiten Eintrag kommt die erste Stammtischparole.
Nehmen Sie doch bitte einfach zur Kenntnis, daß tatsächlich die Menschen mit den 10% höchsten Einkommen auch 55% der Einkommensteuer zahlen.
Bei einigen dürften noch Gewerbesteuern, Kapitalertragsteuern und/oder diverse Zwangsabgaben dazukommen falls angestellt und gutverdienend (soll ja vorkommen).

Aus meiner Sicht hat die Bundesrepublik aktuell eher ein Ausgabenproblem und kein Einnahmenproblem. Warum wir bei einer absoluten Rekordsteuereinnahme trotzdem neue Schulden machen müssen, will mir so gar nicht in den Kopf.

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vielfeindvielehr 15.03.2013, 11:40
9. Das ist eine politische Frage...

....über die am Ende die Wähler zu entscheiden haben, nicht die Richter".
Na immerhin, seit den letzten Wahlen in NRW sind wir doch schon ein Stück weitergekommen, rein rhetorisch, also damals, also ganz früher, hiess es ja noch "Leider entscheiden die Wähler", obwohl die reale Entscheidungsfindungs- und Ausführungpolitik sieht dann doch wieder ganz anderes aus, was täglich in Berlin bewiesen wird.

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