Forum: Wirtschaft
Steuergerechtigkeit: "Folter kann auch sehr erfolgreich sein"
Maurice Weiss/ DER SPIEGEL

Für Deutschlands obersten Steuer-Richter heiligt der Zweck nicht alle Mittel: Rudolf Mellinghoff, Präsident des Bundesfinanzhofs, kritisiert den unkritischen Umgang mit angekauften Steuer-CDs, warnt vor Gerechtigkeitswahn und plädiert für eine grundlegende Reform der Erbschaftsteuer.

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lanre 15.03.2013, 14:36
130.

Zitat von Vex
Einkommen werden durch zwei Komponenten erwirtschaftet Lohn und Kapital. Kapitaleinkommen beruhen auf minimaler bis gar keiner Arbeit und stellen wohl gerade das Haupteinkommen der oberen 10% dar. Sie werden auch wesentlich günstiger besteuert als Lohneinkommen. Aber selbst bei reinen Lohneinkommen stimmt ihre Rechnung nicht selbst wenn sie Ausbildung noch in die Arbeitsstunden mit einbeziehen. Die oberen 10% der Lohneinkommen (wenn man Kapital mal weglässt) kommen niemals über 20% der Stundenarbeitleistung in ganz Deutschland selbst wenn sie Regelstudienzeit etc. mit einberechnen.
Das ist das Problem zwischen Wissen und Annehmen. Sie gehören bei einem Einkommen von knapp 66€ zu den oberen 10%. Dies wird größtenteils aus dem Lohn erwirtschaftet. Nur die obersten 1% Leben durch Kapitaleinkommen, wenn nicht noch weniger

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mimi_kry 15.03.2013, 14:36
131. Aha.

Zitat von u.loose
Warum zahlen dann alle Steurzahlen wohl 80 Mrd in die Retenkasse und weit über 10 Mrd in die Krankenkasse? Das sind Versicherungen und die "Versicherungsfremden Leistungen" werden von Allen gezahlt, auch von denen, die Frau und Kind NICHT beitragsfrei versichern können.
Und wie viele "versicherungsfremde Leistungen" wurden der Rentenkasse in der Vergangenheit entnommen? Kohls Portokasse, Sie erinnern sich nicht mehr? Oder Frühpensionierungen von Beamten? Kriegsausgleichszahlungen? Integration der Rentner aus den neuen Bundesländern? Das sollen also alles die gesetzlich Zwangsversicherten finanzieren, denn Selbstständige, Freiberufler und Beamte etc. haben mit der Sache ja nichts zu tun? Da sind die "Rückzahlungen" ein Tropfen auf dem heißen Stein. Von der gewollten Zuwanderung in die Sozialsysteme wurde da noch gar nicht gesprochen - aber was soll's, sind eben die Idioten, die zwar ihr Leben lang geschuftet, aber dafür einen immer geringeren Anspruch haben. Merkwürdig, dass auf der Website der Bundesregierung zwar die knapp 81 Mrd. "Zuschuss" feinsäuberlich aufgegliedert sind - die Entnahmen allerdings nicht einmal erwähnt. Ein Schelm usw. ...

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SPViper 15.03.2013, 14:37
132. Mittelstand

Es wird immer abstrakt von der Besteuerung irgendwelcher Millionäre gesprochen - gemeint wird aber die Besteuerung des Mittelstandes. Unter den Spitzensteuersatz fallen Handwerksmeister, Facharbeiter bei VW etc. Durch eine höhere Besteuerung von Milliardären lassen sich volkswirtschaftlich keine nennenswerten Einnahmen generieren. Solche Maßnahmen dienen dem Gerechtigkeitsgefühl einiger Linker.

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mimi_kry 15.03.2013, 14:39
133. Mann?

Zitat von wilee19
Mann soll sich an Fakten halten. Beim Bund der Steuerzahler findet man die. Fakt ist, das durchschnittliche Einkommen steigt jedes Jahr weiter an, während das Gesamt Einkommen der Reichen sinkt. Kann man sagen, ist auch gut so. Man kann aber nicht sagen die Schere geht weiter auseinander. Weil es aber so keiner prüft, glauben es zum Schluss noch viele Leute auch. Tatsache ist, die Schere schliesst sich. Wer es "nicht glauben kann" tut gut daran sich die Fakten zu besorgen.
Nun, nachdem sich anscheinend nur "Mann" an die Fakten halten soll ... Ich würde das als Frau eigentlich auch gern. Deshalb: Rücken Sie Ihre Fakten doch mal raus - haben Sie denn keine entsprechenden Quellen, die Sie zur Verfügung stellen können? Denn anscheinend sind Sie besser informiert als zahlreiche Wissenschaftler in Deutschland, das finde ich dann doch interessant. Ein Beleg wäre von daher hilfreich. Danke.

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muunoy 15.03.2013, 14:40
134. Und warum sagen die Wahlprogramme was anderes?

Zitat von mensch-maennlich
Leider denken ebend diese wohlhabenden sie müßten das System schützen, obwohl sie mit einer stärkeren in Anspruchnahme der Reichen zum beispiel von der Linken gefordert, gar nicht gemeint sind.
Dummerweise sagen die Wahlprogramme von SPD, Grünen und Linken genau was anderes. Geplant ist die Erhöhung der Einkommenssteuer bereits bei Einkommen, mit denen man zumindest in Deutschland kaum noch ein großes Vermögen aufbauen kann. Alle drei Parteien wollen Arbeitseinkommen noch höher besteuern als es jetzt schon geschieht. Dadurch wird sich die statistische Schere zwischen arm und reich noch weiter erhöhen. Schließlich kann kaum noch einer durch Arbeit Vermögen aufbauen. Somit bleibt das Vermögen nur bei denjenigen, die schon vermögend sind.
Verdächtig ist auch, dass keine der drei Parteien sich im jeweiligen Wahlprogramm dazu äußert, wie denn nun der Steuertarif zwischen dem aktuellen Schwellenwert von 53 TEUR und den neuen Schwellenwerten verlaufen soll. Soll es eine Stufe geben, die mich als Selbständigen zwingen wird, wieder mal ne dicke Karre zu kaufen oder mehr Urlaub zu machen? Eine Stufe haben wir ja schon bei der Neidsteuer. Schon witzig, aber wenn SPD, Grüne und Linke eine weitere Stufe planen, sind sie bald beim Steuermodell der FDP.

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weltoffener_realist 15.03.2013, 14:45
135. ?

Zitat von bürger_prollmann
" ... dann finanzieren die oberen zehn Prozent der Steuerpflichtigen schon heute fast 55 Prozent des Einkommensteueraufkommens. Das zeigt, dass die Bürger mit den breiten Schultern hierzulande auch die meisten Steuern zahlen ..." Korrekt wäre: die meisten Einkommensteuern zahlen. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Leider kommt diese kleine Ungenauigkeit oft vor. Wer nix hat, kann auch keine oder wenig Einkommensteuer zahlen, wird aber über Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer usw. erheblich zur Kasse gebeten.

Sie werden doch sicher einsehen, dass jemand mit hohen Konsumausgaben auch insgesamt höhere Verbrauchssteuern zahlt, oder? Deshalb weiß ich nicht, was Sie mit Ihrer Aussage widerlegen wollen.

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knieselstein 15.03.2013, 14:47
136. Mir ist allerdings neu, daß

Zitat von paradigm
Ein schönes Interview, Herr Mellinghoff äußert sich unaufgeregt und auch angenehm zurückhaltend. Einzig die Aussage "10% zahlen 55% des Einkommensteueraufkommens und daher zahlen die breiten Schultern auch die meisten Steuern" ist problematisch, da ja nicht nur Einkommensteuer anfällt. Gerade die Mehrwertsteuer dürfte da bei den unteren Einkommen stärker ins Gewicht fallen, wobei es dazu leider keine mir bekannten Statistiken gibt. Aber zumindest sind die beiden Steueraufkommen etwa gleich hoch......
beim Kauf eines Dacia mehr Mehrwertsteuer anfällt als beim Kauf einer S-Klasse oder einer 7 er BMW ;-)

Steuervereinfachung scheiert schlicht und einfach am "Gerechtigkeitswahn".
Mommentan will man ja selbst so einfache Steuern wie die Stromsteuer "gerechter" machen :-)

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mimi_kry 15.03.2013, 14:48
137. Komisch.

Zitat von felisconcolor
machen sich sich doch mal über den Straftatbestand der Hehlerei kundig. Auch für eine Regierung muss sich an Gesetze halten. Der Staat sind übrigens wir. Und ich als Teil vom Wir .....
Ich als anderer Teil von "Wir" finde das Vorgehen in Ordnung - ebenso übrigens wie das Verfassungsgericht, das diesbezüglich ja auch schon angerufen (angeweint) wurde ... Wo genau findet Hehlerei statt? Die Daten liegen immer noch an Ort und Stelle, wurde bereits 100-fach erklärt, auch vom BVerfG. Aber anscheinend sind demokratisch getroffene Entscheidungen nicht mehr zu respektieren.
Ist immer wieder interessant, wie manche hier Kriminellen den Weg ebnen - ihnen gar noch den Opferstatus zusprechen. Verkehrte Welt eigentlich. Finden Sie es dann auch so schlimm, dass, um z.B. Pädophilen- und Drogenringe auszuheben, mit bezahlten Informanten zusammengearbeitet wird? Oder ist das dann wieder etwas ganz anderes?

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nach-gedacht 15.03.2013, 14:48
138. endlich mal rechtsstaatlicher Sachverstand

...ohne jegliche Polemik. Das gibt Hoffnung.

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malüberlegen 15.03.2013, 14:50
139. Zweckbindung von Steuern

Zitat von Halodri73
Gibt es nicht in Deutschland. Einzig Abgaben sind zweckgebunden. Steuern nicht!
Das ist so nicht ganz richtig. Beispiel? Die Erhöhung der Tabaksteuer in den Jahren 2002 und 2003 zur Finanzierung des Antiterrorkampfes.

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