Forum: Wirtschaft
Steuergerechtigkeit: "Folter kann auch sehr erfolgreich sein"
Maurice Weiss/ DER SPIEGEL

Für Deutschlands obersten Steuer-Richter heiligt der Zweck nicht alle Mittel: Rudolf Mellinghoff, Präsident des Bundesfinanzhofs, kritisiert den unkritischen Umgang mit angekauften Steuer-CDs, warnt vor Gerechtigkeitswahn und plädiert für eine grundlegende Reform der Erbschaftsteuer.

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j.w.pepper 15.03.2013, 12:32
40. Eigentor

Zitat von mnbvc
Kompletter Unfug. Denn die Einkommenssteuer macht nur einen recht kleinen Teil der Steuereinnahmen des Staates aus (= 4,7%). (vgl. ). Wer anders behauptet, ist entweder intellektuell "gefordert" oder erschafft absichtlich und bösartig ein falsches Bild der Realität.
Die 4,7 % sind nach Ihrer Fundstelle die VERANLAGTE Einkommensteuer. Dazu kommt selbstverständlich noch die Lohnsteuer als der vorab direkt an den Staat gezahlter Anteil der Einkommensteuer, und das sind fast 25 Prozent des Gesamtaufkommens.

Übrigens sind unter den "Top 10 %" weitaus mehr Angestellte als pöse Selbstbedienungsmanager und Kapitalanlagekünstler. Deshalb zahlen die auch Lohnsteuer.

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Pless1 15.03.2013, 12:32
41.

Zitat von Halodri73
Und schon beim zweiten Eintrag kommt die erste Stammtischparole. Nehmen Sie doch bitte einfach zur Kenntnis, daß tatsächlich die Menschen mit den 10% höchsten Einkommen auch 55% der Einkommensteuer zahlen. Bei einigen dürften noch Gewerbesteuern, Kapitalertragsteuern und/oder diverse Zwangsabgaben dazukommen falls angestellt und gutverdienend (soll ja vorkommen). Aus meiner Sicht hat die Bundesrepublik aktuell eher ein Ausgabenproblem und kein Einnahmenproblem. Warum wir bei einer absoluten Rekordsteuereinnahme trotzdem neue Schulden machen müssen, will mir so gar nicht in den Kopf.
Ganz einfach: Bei der Verteilung bekommen mehr Leute ewas als bei der Eintreibung bezahlen. Kürzungen kosten somit mehr Wählerstimmen als Steuererhöhungen. Würden Wählerstimmen nach Anteil am Steueraufkommen gewichtet würde diesbezüglich eine andere Politik gemacht als die Politik des Geldes anderer Leute.

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lanre 15.03.2013, 12:34
42.

Zitat von criticalsitizen
Die senkung von Nebenkosten der Erwerbstätigkeit ist eine gueAlternative, wenn Eigentum stärker besteuert würde. Warum keine Senkung der Einkommenssteuer verbindne mit erhöhung bzw. Schaffung von Steuern auf Besitz, wie es z.. in den USA längst üblich ist? Ohne Mehrbelastung für die Bürger.
Liegt vielleicht daran die die meisten hier direkt bei 2-5% anfangen, während sich real existierende Vermögenssteuer im Promillebereich bewegen...

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anderermeinung 15.03.2013, 12:35
43. die oberen 10 %

wie hoch ist eigentlich der tatsächliche Steuersatz, mit dem diese besteuert werden? Der "Professor aus Heidelberg" nannte m. W. mal einen Wert zwischen 20 und 25 %. Diesen Steursatz haben auch weniger leistungsfähige "Normalbürger", und dazu noch die Sozialabgaben.

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muunoy 15.03.2013, 12:36
44. Danke für das Interview mit einem Praktiker

Liebe SPON-Redaktion,

schön, dass Sie endlich auch mal ein Interview mit einem Praktiker führen, anstatt ständig das Krakele unbedarfter und realitätsferner Politiker wiederzugeben. Klar, Prof. Mellinghoff bekommt halt die ganzen Ungerechtigkeiten unseres Steuerrechts zu spüren.
Der Gerechtigkeitswahn hat nämlich in der Tat dazu geführt, dass unser Steuerrecht überhaupt nicht mehr gerecht ist. Die Höhe der Steuer richtet sich eigentlich in erster Linie nach dem Lobby-Einfluss gewisser Branchen. Ich arbeite freiberuflich in einem nicht previligierten A-Beruf (Aerzte, Apotheker, Anwälte), also ohne Lobby. Und jeder, der hier wieder laut danach schreit, dass die pösen, pösen Reichen doch bitteschön noch mehr Steuern zahlen sollen, möchte doch bitte mal so eine kleine Betriebsprüfung und das anschließende Geschachere mit machen. Sorry, da geht es auf einem arabischen Basar deutlich seriöser zu. Bei der Einkommenssteuer haben wir jetzt schon so massive Abgrenzungsprobleme, dass selbst die Finanzbeamten nicht mehr durch blicken. Ich bezahle einen Steuerberater dafür, dass er die Finanzbeamten ausbildet und kann die Kosten dafür noch nicht einmal komplett als Betriebsausgaben geltend machen. Sorry, das ist Irrsinn.
Und ständig wird vergessen, dass man in DE bereits mit einem Jahreseinkommen von über 53 TEUR als Single nach dem Steuerrecht reich ist. Gut, Grüne und SPD wollen nun eine neue Definition von Reichtum einführen. Danach ist man reich, wenn man einen Gewinn von mehr als 80 TEUR (Grüne) oder 100 TEUR (SPD) in einem Jahr hat. Wie der Steuerverlauf zwischen den aktuell 53 TEUR und diesen neuen Grenzen verlaufen soll, wird wohlwissend verschwiegen. Vor der Wahl soll halt nicht raus kommen, dass wohl der gesamte Mittelstand noch weiter geschröpft werden soll. Leider wird sich das Steueraufkommen des Staates dadurch vermutlich nicht mehr weiter steigern lassen (Laffer-Theorem). Der größte Teil meiner Kollegen hat jetzt schon rüber in die CH gemacht.
Eine Frage hätte ich jedoch noch an Prof. Mellinghoff: Wie schafft er es, einen Spitzensteuersatz von nur 42% zu haben? Gut, aus der Kirche ist er vermutlich ausgetreten. Die Kirche ist wirklich der teuerste Verein, den ich mir vorstellen kann. Aber wie umgeht er den Soli? Das ist mir bisher noch nicht gelungen.

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Zündkerze 15.03.2013, 12:38
45. Völlig falscher Ansatz der Politik

Durch Steuererhöhung die wachsenden Ausgaben (insbesondere Pensionen) zu finanzieren ist für die Politik der einfachste Weg. Besonders populär scheint nun die Anhebung des Spitzensteuersatzes zu sein, welches im Endeffekt nur Angestellte treffen würde, also maßgeblich die Mittelschicht. Vielleicht wäre es besser dafür zu sorgen das Steuerflüchtlingen der Hahn zugedreht wird und das international tätige Firmen (z.B Automobilindustrie) mal endlich wieder ihre Steuren nicht in Steueroasen sondern in Deutschland entrichten. Es kann ja nicht sein das ich mit einem Durchschnittseinkommen mehr Steuern zahle als Volkswagen. Leider hat unsere Politik schon die Hosen voll wenn die Industrie mal tief durchatmet. Wenn dann immer mit der Abwanderung gedroht wird frage ich mich, was ist denn schon ein Arbeitsplatz noch wert der zum Großteil durch Steuergelder finanziert wird (aufstocker) und die Industrie lediglich Subventionen einstreicht.

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otto_iii 15.03.2013, 12:41
46. ...

Zitat von fraumarek
Die Steuereinnahmen des Staates sind auf nie dagewesenem Rekordniveau, gleichzeitig wirft der Staat die Milliarden der Steuergelder mit beiden Händen aus dem Fenster: Berliner Flughafen, Betreuungsgeld, Milliarden Subventionen für die Landwirtschaft damit die die Umwelt mit Pestiziden und Gülle verpesten, Elbharmonie, Hunderte von Millionen für die absurde .....
wenn es Sie interessiert, wo wirklich Sparpotential besteht, dann sollten Sie sich mal die Haushalte der letzten Jahrzehnte anschauen und vergleichen, welche Etats wie stark gewachsen sind. Den mit Abstand größten Zuwachs hatten die Sozialetats. Solche unspektakulären Dinge wie Hilfen zur Erziehung, Wiedereingliederungshilfen für Behinderte, Staatliche Zuschüsse für Kranken-und Rentenkassen etc. summieren sich auf hunderte Milliarden Euro jährlich (!), die vor 20 Jahren noch nicht ausgegeben wurden. Da wäre das größte Einsparpotential, nicht bei den spektakulären Einzelprojekten.

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muunoy 15.03.2013, 12:43
47. Große Gefahr für die Gesellschaft

Zitat von Pless1
Ganz einfach: Bei der Verteilung bekommen mehr Leute ewas als bei der Eintreibung bezahlen. Kürzungen kosten somit mehr Wählerstimmen als Steuererhöhungen. Würden Wählerstimmen nach Anteil am Steueraufkommen gewichtet würde diesbezüglich eine andere Politik gemacht als die Politik des Geldes anderer Leute.
Sie sprechen hier ein sehr ernstes Thema an. Derzeit lebt ungefähr die Hälfte der Gesellschaft von Transferleistungen (nicht nur die vom Staat). Die andere Hälfte der Gesellschaft bezahlt diese Transferleistungen. Ich denke, wir sind da bereits an einer für ein demokratisches System kritischen Grenze. Sobald nur noch eine Minderheit für die Mehrheit zahlen muss, wird es zu sehr kritischen Ausweichreaktionen kommen, die schlussendlich den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden. Das aktuelle Reichen-Bashing von SPD und Grünen, wobei eben auch schon so mancher Facharbeiter ein pöser, pöser Reicher ist, gefährdet schon jetzt den Zusammenhalt der Gesellschaft. Es ist erstaunlich, dass da inzwischen sogar ein Steinbrück mit macht, der noch vor gar nicht so langer Zeit auf eben diese Gefahr hin gewiesen hat.

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roflem 15.03.2013, 12:44
48. optical

Interessanter Standpunkt von der Optik eines Fiskalbeamten. Ohne jetzt jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, schlägt er sich nicht schlecht. Vor allem der Hinweis auf die Strafbarkeit der Finanzfahnder wenn ihnen die CD-Daten noch nicht reichen! Das sollte dann doch mal ein Richter beurteilen. Deutschland ist genauso Steueroase wie die anderen, vor allem für Mafiosi aus Italien und Russland! Die werden komischerweise häufiger in Spanien gefangen.....doch nicht weil da das Wetter besser ist oder?

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deSelby 15.03.2013, 12:46
49. ...

Zitat von Pless1
Würden Wählerstimmen nach Anteil am Steueraufkommen gewichtet würde diesbezüglich eine andere Politik gemacht als die Politik des Geldes anderer Leute.
Sie wollen also zurück zum preußischen Dreiklassenwahlrecht?!

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