Forum: Wirtschaft
Steuerkonzepte im Vergleich: Wie eine GroKo die Bürger entlasten könnte
imago/Jochen Tack

Die Jamaika-Koalition scheiterte auch am Streit über die richtige Steuerentlastung. Nun müssen Union und SPD verhandeln. Aktuelle Berechnungen zeigen, welche Schichten von verschiedenen Konzepten am meisten profitieren.

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noway2go 13.12.2017, 12:50
70. Einkommensteuerreform und Bürgerversicherung

Weder eine GroKo, Koko oder die Steuerberaterzunft sowie die in den
Verwaltungen sitzenden Beamten haben ein Interesse daran, eine
effiziente, simple und insgesamt für Privatpersonen niedrigere EkSt zu bauen. Wir fragen gerade den Frosch, ob wir seinen Tümpel austrocknen dürfen..

Nochmal zum Thema Bürgerversicherung - Herr Lauterbach hat nur die besten Interessen seiner Lieblingsgruppen im Sinn.
1. Den GKV geht es nicht gut
2. An die Rückstellungen der PKV in diesem Zuge heranzukommen,
wäre toll!
3. Die Damen und Herren Beamten, die in der PKV nach
Pensionierung mehr zahlen müssen, als in einer vergleichbaren
GKV, gewinnt er als Stimmvieh.
4. Wettbewerb und Markt ist sowieso was Böses

Bitte macht die Augen auf - eine Bürgerversicherung führt zu einer Minderung der Qualität unserer medizinischen Versorgung - und aufgrund der Alterspyramide mittelfristig auch zu deutlich höheren Beiträgen für alle.

Mal abgesehen davon, daß die Effizienz der Verwaltungen der GKV absolut unterirdisch ist.

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reflexxion 13.12.2017, 12:53
71. Soli muss weg, vollständig!

Es geht um einen Rest an Glaubwürdigkeit, wenn eine Abgabe für 30 Jahre beschlossen wurde, dann muss sie auch nach 30 Jahren abgeschafft sein. Egal wer da gefühlt am meisten gezahlt hat. Die Steuersätze der Spitzeneinkommen müssen eben auch wieder auf ein normales Maß erhöht werden mindestens um 5% und schon passt es wieder. Die obersten Einkommen setzen doch sowieso praktisch alles von der Steuer ab, mit fadenscheinigen Begründungen. Wer hingegen kaum was verdient der kann auch nichts abschreiben.

Im weiteren muss man die Steuer auf Altersrenten überdenken, was nutzt es einem wenn man sowieso nur eine kleine Rente hat davon aber trotzdem Steuern abgezogen werden, wenn man dadurch in Grundsicherung fällt und mit einem riesigen Verwaltungsaufwand unterm Strich nicht mehr rauskommt als die Rente eigentlich wäre. Dazu gehören auch die unverschämt hohen Abzüge für Krankenkasse und Pflege auf Renten vom Arbeitgeber. Das ist eine Dimension von 20%. Die Hälfte wäre da auch noch hoch genug, nichts wäre besser.

Die «Frankfurter Rundschau» (17.2.2016) hatte geschrieben, dass bereits in diesem Jahr (2016) eine Lücke von mehreren hundert Millionen Euro entstehen werde, weil der Bund für Flüchtlinge und andere Hartz IV-Empfänger viel zu geringe Kassenbeiträge überweise. Im kommenden Jahr (2017) werde das Loch dann schon auf über eine Milliarde Euro anwachsen.

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meinerlei 13.12.2017, 13:02
72. Stellschrauben

Der Soli ist zum Fetisch geworden. Entscheidend ist, wie viel Steuern letztlich auf das Einkommen gezahlt werden. Wenn man den Soli schrittweise abbaut und gleichzeitig die Spitzensteuersätze moderat erhöht - schließlich sind die über die Jahrzehnte deutlich gesenkt worden - kann man eine gleichmäßige Entlastung über sämtliche Einkommensklassen erreichen. Das lässt sich leicht und präzise durchrechnen. Die Parteien sollten mal den Mut haben, entsprechende Modelle auszuarbeiten und ihrem Wahlvolk zur Beurteilung vorzulegen. De facto gibt es seit Jahrzehnten für den Normalverdiener immer nur Steuererleichterungsversprechen vor der Wahl und irgendeine Art von Erhöhung (Soli, MwSt von 15% auf 19%, Streichung des Halbeinkünfteverfahrens, kalte Progression) danach.

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cypeak 13.12.2017, 13:03
73. es wurden bereits viele chancen über viele jahre versäumt...

..an der steuergestaltung etwas nennenswertes zu ändern. warum soll es bei gleichen akteuren und köpfen dieses mal anders sein?

an ein paar schräubchen wie spitzensteuersatz oder steuerfreibetrag um plus-minus paar prozent drehen ändert nichts wesentliches für das groß der bürger! ob jemand der 1000€ netto im monat hat nun 1020€ zur verfügung hat oder 1040€ - das macht für denjenigen den kohl nicht fett.
weder seine rente noch sein lebensstill werden sich bei diesen mehrbeträgen merklich verbessern.

auch würde es bei all den konzepten zur wahrheit gehören dass man nicht gleichzeitig für viele milliarden entlasten kann, den soli streichen und aufgestaute investitionen und notwendige vorhaben bezahlen kann, ohne dass irgendjemand dafür aufkommt.
daran ist auch nichts falsch - geld ist genug da; allein die dax konzerne haben im letzten geschäftsjahr über 100 milliarden _gewinn_ gemacht.
selbst wenn man in "übelster sozialkomunistischer" manier den bestverdienern 3%, 5% oder 7% mehr abknöpft, so werden diese weder hungern müssen oder auf den zweitporsche oder den dritturlaub verzichten müssen!

merkwürdigerweise haben wir hierzulande aber in dem fall dass wenn ein poitiker oder partei etwas "drastischere" konzepte auf den tisch packt, die presse und die konservativ-liberalen sofort mit verachtung von "schwachsinn" , "träumerei" , "roten socken" oder gleich "enteignung" schreien.
welcher spitzenpolitiker hat den heute noch eine solche vision oder gar den mut oder willen _wirklich_ änderungen durchzusetzen? im grunde bewerben sich bei den sog. "volksparteien" nur köpfe mit verschiedenen logos auf ihren parteifahnen darum den status quo zu verwalten und das zu großer staatskunst zu verklären...

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Datenschubser 13.12.2017, 13:14
74. Das ist alles?

Um endlich mal eine gerechte Belastung über alle Einkommensgruppen hinweg zu erreichen ist das alles zu kurz gesprungen. Warum nicht mal so: Streichung aller Sozialversicherungsabgaben + Umstellung der Sozialversicherung auf Steuerfinanzierung + Erhebung des persönlichen Steuersatzes auf alle Einkommensarten + verstärkte internationale Zusammenarbeit bei der Aufdeckung von Steuerflucht. Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit wird in diesem Land gegenüber Kapitalerträgen in untragbarem Maße schlechter gestellt. All die Diskussionen um Managergehälter sind reine Augenwischerei - dabie geht es um ein paar tausend Arbeitnehmer, die auf ihre Einkünfte auch den Spitzensteuersatz bezahlen, während die wirklich vermögenden ihr Haupteinkommen mit Kapital erwirtschaften und sich über einen niedrigen Pauschalsatz in Form vom Abgeltungssteuer + Soli freuen können.

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zitzewitz 13.12.2017, 13:18
75.

Zitat von GrinderFX
Davon wird beim Bürger aber nichts ankommen, da Supermärkte und sämtliche Händler davor das SOFORT auf den Preis drauf schlagen und alles genau so viel kosten wird wie vorher. Einzig die Profite der Händler und Handlanger werden größer.
Ja ja, das ewig gleiche Argument der Steuersenkungsgegner.
Nach ihrer Logik dürfte dann z.B. der Benzinpreis an den Zapfsäulen niemals fallen, wenn der Rohpreis sinkt, weil sich der Handel erstmal die Taschen vollstopft. Passiert aber so nicht, der Markt funktioniert anders.
Irgend jemand wird versuchen, sich einen Vorteil zu verschaffen und die Preise senken, wenn der MwSt-Satz sinkt. Die anderen müssen dann nachziehen, wenn sie nicht Marktanteile verlieren wollen.
Eine Senkung der Mehrwertsteuer wird also sehr wohl beim Verbraucher ankommen.

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vliege 13.12.2017, 13:18
76. Klassenkampf im SPON Forum

Die selbsternannten "Leistungsträger" werden laut DIW, einem wohlgemerkt Arbeitgebernahen Institut und Thinktank der Initiative neue soziale Marktwirtschaft seit 20 Jahren mehr und mehr entlastet. Die anderen (im Umkehrschluss dann Nichtleistungsträger oder wie?) wissen kaum mehr über die Runden zu kommen und wollen auch mal wieder an der Reihe sein, da die Abgabenlast und Lebenshaltungskosten immer höher und schneller steigen. Der Staat sollte das Geld besser in die marode Infrastruktur investieren und vor allem die Bildungseinrichtungen auf Vordermann bringen. Wir leben schon zu lange von der Substanz vergangener Jahrzehnte.

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joomee 13.12.2017, 13:25
77.

Zitat von Klaugschieter
Wäre ich die Regierung, würde ich das Steuersystem radikal umbauen. 1. Prominente und Unternehmen, die in Deutschland keine Steuern zahlen, würden mit einem Handlungsverbot belegt. Das bedeutet, sie dürften weder unternehmerisch geschäftlich tätig sein, noch als Profi Fußball spielen, als Sänger auf der Bühne auftreten noch in Talk-Shows dabei sein und auch keine Bücher auflegen. 2. Die Vermögenssteuer für Superreiche würde wieder eingeführt. Steuerentlastungen würden nur gewährt, wo nachweislich in Arbeistplätze oder Bildung investiert wird. 3.Familien ab zwei Kindern müssten keine Einkommenssteuern zahlen, wenn ihr Jahreseinkommen unter 60 Teuro liegt Alle, die darüber liegen und unter 1 Million Jahreseinkommen netto haben, zahlen 30 Prozent 4. Der Umsatzsteuerkatalog würde vollkommen geändert werden auf Lebensmittel, Lehrmittel und Kinderkleidung 0 Prozent auf bestimmte Luxusartikel wie Porsche, Rolex etc. 40 Prozent auf Autos und andere technische Güter 15 Prozent auf Diesel, Kohle und Heizöl 30 Prozent auf Benzin 20 Prozent auf Gas 10 Prozent auf Ökostrom 0 Prozent auf Waffen, Glücksspiel und Alkohol 50 Prozent alle anderen 15 Prozent
"1. Prominente und Unternehmen, die in Deutschland keine Steuern zahlen, würden mit einem Handlungsverbot belegt. Das bedeutet, sie dürften weder unternehmerisch geschäftlich tätig sein, noch als Profi Fußball spielen, als Sänger auf der Bühne auftreten noch in Talk-Shows dabei sein und auch keine Bücher auflegen."

Sie würden schon beim ersten Punkt krachend vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern. Zum Glück sind Sie nicht die "Regierung"!

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regula2 13.12.2017, 13:28
78. aus gutem Grund

Die "Volks"parteien haben in den vergangenen Jahren keine ernsthafte Steuerreform hinbekommen und sie werden es auch in den kommenden nicht packen.
Der Grund dafür liegt nicht nur in Personalien (z.B. F. Merz), sondern der Weigerung des Beamtenadels Geld (=Macht) an die Bevölkerung abzugeben. Obwohl die damit sehr viel effizienter umgeht.
Die Bevölkerung sollte also nicht klagen, denn das bringt eh nichts, sondern sich freuen, dass die deutschen Beamten nicht ganz so skrupellos und dreist mit dem Steuergeld umgehen, wie viele ihrer Kollegen im Ausland.
Bedauerlich ist dies allerdings insofern, als der Staat JETZT MASSIV SPAREN müsste, denn in 2-3 Jahren wird die konjunkturelle Lage wohl weit weniger rosig sein. Aber wer glaubt schon, dass kraftlose, alte Parteien, die ausser windigen Wahlversprechen nichts zu bieten haben , die zum Sparen erforderliche Willensstärke aufbringen ?

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hirnspender 13.12.2017, 13:28
79.

Es ist ziemlich realitätsfern (oder skrupellos) zu versuchen, einer GroKo einen sozialen Anstrich zu verpassen.
Die GroKo ist nichts weiter als maximaler Wirtschaftslobbyismuss bei minimalem Bürgerlobbyismus.
Bildung und Soziales nur als Störfaktoren für Wachstum und Wohlstand, gesellschaftliche Spaltung, prekäre Arbeitsverhältnisse usw. usf.
Seit und dank Schröder und seinem Team (inkl. dem amtierenden Bundespräsidenten) mit Unterstützung einer SPD, die deshalb das "S" im Namen nicht mehr verdient hat und häufig "Verräterpartei" genannt wird.
Und jetzt lecken sich die "Seeheimer" wieder machtgeifernd die Finger.
Ich wünschte mir, der linke Flügel würde das SPD-Ruder übernehmen.
Denn der aktuelle Pro-GroKo-Weg ist der Todesstoß für die SPD - achtet auf die Prozente der Wahlen danach.

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