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Steuerlast auf Rekordhoch: Deutsche Industrie fordert Entlastungen
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Angesichts der Rekordsteuereinnahmen des Staates wächst der Druck auf die Bundesregierung, Firmen stärker zu entlasten. BDI-Chef Lang fordert nun, Unternehmen mit maximal 25 Prozent zu besteuern.

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pepe83 25.10.2018, 08:41
10. Es gibt keinen Spielraum für Steuersenkungen

Den Rekordeinnahmen stehen bereits Rekordausgaben gegenüber. Insbesondere für die erneute Steigerung der Sozialausgaben. Da bleibt für Steuersenkungen, Investitionen oder Schuldenabbau kein Spielraum mehr.

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iekosch 25.10.2018, 08:44
11. Verantwortungslos

Mit dem Argument der Wettbewerbsfähigkeit haben die Unternehmen in den letzten Jahrzehnten sowohl deutliche Steuerentlastungen als auch ein deutlich sinkendes Lohnniveau durchsetzten können.
Nun wird unsere Gesellschaft langsam mit den logischen Konsequenzen dieser Entwicklung konfrontiert:
Aufgrund sinkender Steuereinnahmen wurden notwendige Investitionen in unsere Infrastruktur immer weiter in die Zukunft geschoben. Nun haben wir extremen Nachholbedarf beispielsweise bei der Sanierung von Brücken. Gleichzeitig wurden nicht genügend Mittel in eine zeitgemäße Fortentwicklung unserer Verwaltung und Justiz investiert, wodurch nun Verwaltungsakte und Gerichtsverfahren extrem lange dauern, was unsere "just in time" organisierten Gesellschaft in allen Bereichen massiv belastet und zu eine nachvollziehbaren Unzufriedenheit aller Bürger mit dem Staat geführt hat.
Die sinkenden Löhne führen logischer Weise bei unserer lange bekannten demographischen Entwicklung zu Lücken in der Altersvorsorge, denn insbesondere Familien bleibt beim gegenwärtigen Lohnniveau oft kein Geld für einen angemessenen Vermögensaufbau und das geringe Zinsniveau, dass ebenfalls aus einer Politik zur Rettung von Unternehmen resultiert, führt auch noch zu einem realen Kaufkraftverlust für jeden gesparten Euro.
Diese Entwicklungen sind die Folge einer Politik, die die Stützung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zum Ziel hatte. Da erscheint es schon sehr irritierend wenn nicht sogar dreist, wenn sich ausgerechnet diejenigen, die von der langjährigen unternehmensfreundlichen Politik am meisten profitiert haben, nun einen Weg suchen, sich vor der Verantwortung zu drücken. Das Gegenteil wäre nämlich notwendig. Unternehmen müssten sich viel stärker an der Finanzierung unseres Gemeinwesens insbesondere der Finanzierung von Renten und Pensionen beteiligen, als sie es bisher tun. Bereits die Beibehaltung der jetzigen Besteuerung ist ein Geschenk an die deutschen Unternehmen; die von BDI-Chef Lang vorgetragenen Wünsche tragen daher gewiss nicht zu Stärkung unserer demokratischen Gesellschaft bei.

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chrismuc2011 25.10.2018, 08:45
12.

Von mir aus können sie eine Steuerentlastung bis auf das durchschnittliche EU Niveau haben, aber dann bitte diese Steuern auch zahlen, die Schlupflöcher stopfen und das Lohnniveau auf den üblichen EU Satz heben, Leiharbeit stark einschränken. Dann bekommt der Staat durch Einkommenssteuer einen Ausgleich, die Inlandsnachfrage wird gesteigert und der Exportüberschuß wird vermindert. Dann hätten Alle was davon.

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count.number 25.10.2018, 08:48
13. ..es ist an der Zeit

..Unternehmen noch höher zu besteuern. Solche Forderungen belegen, wie wenig die Firmenlenker verstehen. Stabile rechtliche und infrastrukturielle Produktionsbedingungen kosten nunmal das Geld des Bürgers. Wem es hier nicht gefällt, kann nach Indien gehen und dort zusehen, wie sein Gewinn dort flöten geht.

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smartphone 25.10.2018, 09:00
14. wo ist der Fääähler

wenn nun die "Industrie" weniger Steuern zahlt ( sie zahlen bt auc hnihct den realen Strompreis usw) wohin
geht das eingesparte Geld ? Deimal darfste raten
Jedenfalls werden kaum die Löhne ( wie in den letzten 20 Jahren auch nicht ) angepaßt . wenn ein Ing heute
als Gehalt mit EG7 - und das ist ein Topwert weniger bekommt ( rein Zahlentechnisch ) wie zB 1998 bei drübergelauferner 140%iger Inflation ... und das über den Tishziehen allgemein als wohle Reibungwärme verkauft wird ....und der Bürger solches Minigeld aufm Konto per Umfrage ( betreutes Denken ) als man sei mit dem Kontostand zufrieden .... sollte alles udn nix gesagt sein .

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Katzazi 25.10.2018, 09:15
15.

"Unternehmen" ist ein sehr weites Feld. Selbst wenn man "nur" auf Industrie-Unternehmen schaut. Da gibt es sowohl Mittelständler, als auch riesige Konzerne und alles dazwischen. Ich war jetzt eine Weile in verschiedenen europäischen Ländern unterwegs. Tatsächlich ist es so, dass Deutschland bezüglich vieler anderer Randbedingungen durchaus ein attraktives Land für Unternehmer ist. Ja, teilweise gibt es hier Bürokratie, die hinderlich ist, aber in sehr vielen Ländern mag der direkte Weg weniger mit bürokratischen Hürden belegt sein, dafür gibt es dann aber tausend bürokratische Überraschungen, die man nicht vorher absehen und einplanen kann, wie man es in Deutschland kann. Steuer ist nicht das einzige Kriterium für internationale Standort-Wettbewerbsfähigkeit. Und viele große Unternehmen haben durchaus viele Möglichkeiten ihre Steuer deutlich zu reduzieren. -- Das ist aber für viele Mittelständler häufig nicht der Fall. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben wir in Deutschland durchaus auch viele Mittelständler, die weltweit führend in ihrer Nische sind. Sie stehen häufig unter deutlich härterem Druck und haben häufig auch deutlich schlechtere steuerliche Voraussetzungen. Z.B. weil sie sich ihren Geschäftssitz nicht nach günstigen Gewerbesteuern ausgesucht haben, sondern danach wo sie "gewachsen" sind. Mittelständler / Inhabergeführte Unternehmen sind sowohl von den Unternehmenssteuern als auch von der kalten Progression betroffen. Und viele von ihnen leben eben nicht auf großem Fuß, sondern lassen Gewinne immer wieder dem Unternehmen zukommen. --- Eine Steuer auf Vermögen (wie es sie in vielen anderen Ländern gibt, Deutschland ist hier eine Ausnahme), eine deutlich vereinfachte und einheitliche effektive Unternehmenssteuer, ein Überdenken/Vereinheitlichen der Gewerbesteuer und eine Einbeziehung aller in die Sozialversicherung (Bürgerversicherung) würde hier einiges helfen und könnte sowohl den Arbeitnehmern als auch den wirklich geplagten Unternehmen eine Entlastung bringen.

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denkpanzer 25.10.2018, 09:29
16.

Als Bürger der als Lobbyist nur den Politiker hat fordere ich meine Entlastung.

Gerade die Großkonzerne verdienen genug, die Autoindustrie hat durch Betrug ungesühnt Milliardengewinne eingefahren, die Folgen davon spürt nun der normale Bürger durch anstehende Fahrverbote.

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Kiesch 25.10.2018, 09:32
17. Exportweltmeister

Ich finde es interessant - und zwar im höchsten Maße - das im Land des Exportweltmeisters vermeintlich die internationale Wettbewerbsfähigkeit leidet. Wohlgemerkt: Exportweltmeister trotz der Steuern. Scheint also als ob das doch nicht so problematisch ist...

Würden die Unternehmen die gesparten Steuern in Gehälter (der kleinen Mitarbeiter) reinvestieren hätte ich vielleicht ja auch nix gegen eine Steuersenkung. Würde die Binnennachfrage beleben und alle würden von profitieren - sogar die Unternehmen selbst. Da das aber nicht zu erwarten ist fällt mir zum BDI Chef eigentlich nur eins ein:
"Mimimimimi"

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helmut.alt 25.10.2018, 09:41
18. Im EU-Raum sollten vergleichbare steuerliche Bedingungen

angestrebt werden, dann würden sich viele Streitigkeiten und Konkurrenzkämpfe vermeiden lassen. Die Suche nach Steuerschlupflöcher (z.B. Irland etc.) würde wegfallen, ebenso wie das Abwandern von heimischen Industrien in "Billigländer".

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vliege 25.10.2018, 09:44
19. Internationaler Wettbewerb

Ja genau, Deutschland soll sich in die Spirale der Steuerunterbietungsländer begeben. Ich würde ja lachen, angesichts der Dreistigkeit mit der die Wirtschaft unverhohlen immer mehr bzw. weniger fordert. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt jedoch das, wenn die Wirtschaft und das Kapital etwas wollen, es auch bekommt. Altmeier hat ja schon mal ganz im Sinne der Wirtschaft vorgefühlt. Die Politik als Vasall und Erfüllungsgehilfen der Konzerne. Beispiele hierfür gibt es genug.
So oder so wird es auf Anraten von "Beratern" zu Entlastungen mit dem "Totschlagargument" Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze kommen, jedoch nicht für die Allgemeinheit, zum Bsp mit einer MwSt Reform, sondern für diejenigen die ihre
Lobbyisten in Amt und Würden aktivieren können.

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