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Steuerliche Begünstigung: Der Haken an Merz' Aktienidee
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Die Deutschen sollen mehr Geld in Aktien stecken, rät Friedrich Merz - bestimmte Produkte will er steuerlich fördern. Dabei lässt er außer Acht: Die Hälfte der Bevölkerung kann sich seinen Vorschlag gar nicht leisten.

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Laplace11 03.12.2018, 21:14
30. Private Vorsorge muss PRIVAT bleiben.

Der Staat bekommt es doch sowieso nie gebacken. Die Riesterrente ist ein gescheitertes Konzept. Als ob es der Staat jetzt plötzlich besser machen würde. Wer am Ende für sein Geld eine Rendite erwirtschaften will, braucht Interesse und Zeit sowie einen kühlen Kopf. Da das die meisten Deutschen sowieso nicht besitzen (außer Zeit, das haben die meisten), dürften wir uns in ein paar Jahren über steigende Altersarmut freuen.

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interessierter Laie 03.12.2018, 21:15
31. @Lykanthrop_

nein eben gerade nicht. Wenn Arbeitnehmer Aktien erwerben können, verdient keine Versicherungsgesellschaft mit. Das Problem der Riesterrente besteht ja gerade darin, dass dahinter immer eine Gesellschaft stehen muss und obendrein komplizierte Sicherheitsversprechen und Regularien erfüllt werden müssen, die die Rendite auffressen. Die Deutschen müssen endlich aufhören, 100 Prozent Sicherheit zu verlangen. Wo es kein Risiko gibt, gibt es auch keinen Ertrag.

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waddehaddeduddeda 03.12.2018, 21:18
32.

Zitat von daishi666
Dasselbe Grundproblem wie bei der Riesterrente. Wenn man damit rechnen darf dass einem die Rente nur auf Hartz Niveau gezahlt wird, der hat auch nichts von den Aktien. Jedwede Kapitaleinkommen werden in den Anspruch mit einberechnet.
Faszinierend finde ich ja, dass die einen meinen, dass keiner Geld über hat, um es zu investieren, der andere meint, man würde das Aktienvermögen regelmäßig verlieren (was ja nicht stimmt, wer seine Aktien nicht verkauft hat, hat auch die Steigerungen mitgenommen), und jetzt kommt die dritte Variante, man kommt auch mit dem Merz-Vorschlag nicht über die Grundrente.

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dietmarcill 03.12.2018, 21:21
33. Meine Güte

Man denkt doch als letztes an Aktien und ETF' s uns sowas, das bisschen Geld was
überbleibt wird gespart für die ganzen Kleinkatastrofen. Waschmaschine kaputt, Auto schrott, Kinderkleidung und Schulbedarf und Fahrrad und Schwimmbad und Nachhilfe und Asthmaspray und nen neuer Rucksack.....die 2,36 die dann übrigbleiben kann ich gerne Blackrock anlegen, macht mir mal ein Angebot!

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Horst Scharrn 03.12.2018, 21:23
34.

1. Aktiengewinne sind bereits Steuerfrei wenn man die Aktien eine bestimmte Zeit lang hält.
2. Die von Altersarmut betroffenen haben kein Geld sich Aktien zu kaufen.
3. Sollten von Altersarmut betroffene Aktien haben müssen die vermutlich zuerst zu Geld gemacht werden bevor die Grundsicherung im Alter greift.
Selbes dürfte Analog für Hartz IV gelten, also alle die länger als 1 Jahr arbeitslos sind. Für die sind Anlagen in Aktien wertlos.

Das ganze lohnt sich wieder mal nur für die Reichen. Für die ists ein nettes Geschenk.

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twike-fahrer 03.12.2018, 21:24
35. Turbo-Kapitalismus von Gestetn

Solange sich der kurzfristige Gewinn der Unternehmen für die Manager mehr lohnt als nachhaltiges Wirtschaften, werden die Unternehmen weiter ausgehöhlt während die Gewinne aufgeblasen werden. Das Risiko trägt der Anleger. Leute wie Merz verkraften locker auch einen größeren Verlust. Otto Normalverbraucher braucht eine sichere Rente und mag kein Geld verzocken. Mehr Turbo-Kapitalismus braucht die Welt jetzt ganz sicher nicht mehr.

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jonas-zonas 03.12.2018, 21:25
36. Der Merz hat Recht!

Das ist doch die Lösung! Wenn der prekär beschäftige Aufstocker Angst um seine Altersvorsorge hat, soll er sich eben einen Haufen Aktien kaufen.

Also manchmal kann man wirklich am Geisteszustand unserer abgehobenen und völlig der Realität entrückten Politiker-Clique zweifeln...

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Actionscript 03.12.2018, 21:25
37. Auch in den USA....

Zitat von Faktomat
Teilhabe am Produktivermögen fördern, es ist doch erfreulich, dass Merz dieses urmarxistische Anliegen aufgreift. Dabei braucht man das Rad nicht neu erfinden. Es gibt solche Modelle längst in vielen Ländern, von Australien über England bis zu den USA. Nix komplizierter und gebührenüberladener Riester. Sondern ganz einfach, wie z.B. ein England. Man richtet ein Vorsorgedepot ein und kann dort bis zu 20000 Pfund pro Jahr anlegen; sowohl Dividende als auch Kursgewinne von in diesem Depot (frei wählbar) befindlichen Aktien bleiben dauerhaft steuerfrei. Man kann auch viel falsch machen. Auch hierfür ist England ein Beispiel. Die Sozialisten haben dort die generelle Steuerbefreiung von Dividenden abgeschafft. Als Folge sind "defined benefit" Betriebsrenten innerhalb weniger Jahre ausgestorben, mit katastrophalen Konsequenzen für die Alterssicherung von Arbeitern.
...haben nur 50% der Bevölkerung Aktien oder Aktienfonds. Und dort ist es viel üblicher als in Deutschland, Aktien zu haben. Aktien für die Rente sind eine Anlage ab Mittelklasse. Und in Deutschland wird das eh nicht funktionieren, weil die Gebühren für Aktienfonds bei kleinem Einsatz zu hoch sind, wie schon bei der Riesterrente erwähnt.

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Das Pferd 03.12.2018, 21:26
38.

Zitat von Sique
........................................ Und was immer vergessen wird: Die Mackenroth-These gilt nach wie vor: Aller Sozialaufwand (und dazu gehören auch Renten, egal aus welcher Quelle) kann immer nur aus den Erträgen der laufenden Periode geleistet werden. Oder einfacher: Wenn Sie Geld bekommen, ohne dafür zu arbeiten (ob nun Zinsen, Dividenden, Pensionen, Beihilfen, Renten oder sonstiges), dann hat jemand anders in der laufenden Periode dafür arbeiten müssen: Als Rentenzahler, Gebührenzahler, Arbeiter und Angestellter in Unternehmen, Steuerzahler oder durch Zins und Tilgung auf seine Schulden.
dem will ich nicht widersprechen. Allerdings bezieht sich das immer auf eine Grundgesamtheit. Bei gesetzlicher Rente ist das halt die deutsche Volkswirtschaft, bei immer weniger Einzahlern. Und nicht geborene Mädchen werden auch nicht schwanger, will sagen das ist mittelfristig nicht zu korrigieren. Bei einer Aktienanlage können Sie auch Länder mit einer gesünderen Demoskopie mit einbeziehen. Handeln sich dafür natürlich politische- und Währungsrisiken ein.

Ob die Mackenroth-These nun auch für die Welt als Ganzes gilt, ist fast schon eine philosophische Frage. Und was aus diesem ganzen Konstrukt in den nächsten Jahren wird, wenn, wie ich vermute, die Bedeutung der Erwerbsarbeit sich stark verringern wird, ist noch eine ganz andere Frage.

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kfr_berlin 03.12.2018, 21:26
39. Schade, dass die Mehrheit der Politiker nicht so clever sind wie Ihr Author

Zusammengefasst:
1. Da es für Arbeitnehmer eine immer steigende Abgabenlast statt einer steuersparenden Abgeltungssteuer gibt, haben die, die mehr Rüclagen bräuchten, kein Geld dafür. Gefördert würden praktisch nur Besserverdiener.
2. Merz und die Lobbyistenregierung stellen sich offensichtlich wie bei Riester eine steuerliche Förderung der Finanzwirtschaft vor, weil u.a. reguläre Ausgabeaufschläge kassiert würden, die der clevere Besserverdiener bei seinen Privat- Investments meist halbieren oder vermeiden kann und die bei skandinavischen Staatsfonds entfallen.
3. Wenn man zu Recht die zu niedrigen Renten der kleinen Leute sieht, sollte man zuerst mal der Rentenberechnung die bei ärmeren Leuten erheblich kürzere Lebenserwartung zugrunde legen, was eine signifikante Erhöhung zur Folge hätte. Die damit einhergehende Fehlsubventionierung von Beziehern signifikanter Nebeneinkünfte könnte man bei der Besteuerung ausgleichen oder die Begünstigung in den KV-Beitrag verlagern. Aber unsere Politiker wollen ja nicht die Interessen der kleinen Leute vertreten...

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