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Steuerliche Begünstigung: Der Haken an Merz' Aktienidee
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Die Deutschen sollen mehr Geld in Aktien stecken, rät Friedrich Merz - bestimmte Produkte will er steuerlich fördern. Dabei lässt er außer Acht: Die Hälfte der Bevölkerung kann sich seinen Vorschlag gar nicht leisten.

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doktordoktormueller 03.12.2018, 22:08
70. in aktien investieren macht sinn

ab ca. 40000 Euro. Ansonsten zahl man zu viel Verwaltungsgebühren, die fressen kleine Kursgewinne auf,
natürlich, es gibt noch gehebelte produkte uswusf. aber das würde zu weit führen.
wenn man es schafft, dass die investierte Summe in etwa dem realen Kurswert entspricht, kann man relativ schnell einen hübschen Gewinn machen. D.h,, die Transaktionsgebühren dürfen nicht ins Gewicht fallen,

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Tom77 03.12.2018, 22:09
71. Viele Leute können sich keine Aktien leisten?

Ich halte es für ein Gerücht, dass sich viele Leute keine Aktien leisten können. Wenn ich sehe, welche Leute immer vor den Sportwett-Läden rumhängt, dort Geld verprasst und hofft, dort den großen Reibach zu machen, dann könnten diese Leute ebenfalls 25-50 Euro im Monat richtig anlegen. Und eins ist sicher: Vor den Sportwettläden stehen nicht die Manager rum. Das ist eher untere Mittelschicht und Unterschicht. Also Geld ist schon da bei vielen Leute, nur wird es eben für Wetten, Alkohol und Zigaretten ausgegeben.

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CancunMM 03.12.2018, 22:11
72. @aussiemanx

ja dann doch lieber auf die gesetzliche Rente warten. Eine überteuerte Riesterrente abschließen und alles mit eingebrockt von SPDlern, die jetzt Millionen in Russland verdienen. Lieber 5 Euro tgl. in die Rente investieren als in eine Schachtel Zigaretten.

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berthold.kogge 03.12.2018, 22:14
73. Ach nee.

Es macht aber für die andere Hälfte Sinn.

1. Wenn der Staat das subventioniert, zahlen das alle Bürger, auch die, die es nicht so dicke haben; also die, die sich so war gar nicht leisten können.

2. Wenn mehr Nachfrage bei Aktien bestehen, erhöht sich der Aktienkurs, was wiederum für die Aktionäre,also die, die es sich leisten können, und großen Investmentfirmen, Sinn macht.

Es ist bezeichnend, dass das eines der wichtigen Themen von Merz ist.

Wir haben Wohnungsmangel, von dem inzwischen (fast) jeder betroffen ist, der umziehen muss; sei es, weil er/sie in eine andere Stadt ziehen muss oder eine größere Wohnung benötigt, da die Familie sich vergrößert hat. Und das Programm, was die Regierung aufgelegt hat, wenn man das überhaupt als Programm bezeichnen kann, wird da auch keine Abhilfe schaffen.

Es sind ja als Fogen nicht nur extrem steigende Mietpreise, sondern einfach das Problem, dass Leute keine Wohnung finden.

Wir haben Infrastrukturprobleme, sei es Straße, Schiene, Digitalisierung, und Merz will die Börsenspekualtionen anfeuern.

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alwalis 03.12.2018, 22:23
74. Ganz infam jetzt

Wie wäre es, nur so gesponnen und fantasiert, wenn die Unternehmen, die Konzerne in die Arbeitnehmer investieren würden, so 50€ pro Person. Wäre doch auch eine Idee. Es gab Zeiten, als das selbst große Konzerne noch so umsetzten. Man baute Schwimmbäder, sorgte für Betriebsrenten, investierte in Infrastruktur. Ach ja, goldenen Zeiten, als man den Arbeitnehmer noch brauchte. Warum soll ich in etwas investieren, dem ich letztlich nichts wert bin, bestenfalls zum melken? Wäre ja doch arg schizo, oder? Ich bin doch keine Kuh. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch darum, den Menschen zu zeigen, dass man sie braucht. Aber schön: Merz zeigt so langsam, was in ihm steckt. Eine Krämerseele zu haben ist ja nichts schlechtes, aber das reicht bei weitem nicht für das, was der Merz so vorhat. Soll bei seinem Job bleiben, wäre besser so für alle.

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spmc-12355639674612 03.12.2018, 22:24
75. Sie können ja mal nachrechnen,

Zitat von Kasakkasak
Die ganzen Rentenversicherungen legen das Geld ihrer Kunden in Aktien an und sahnen eine dicke Marge ab. Jeder Arbeitnehmer der in einen DAX Fonds einzahlt hat diese Marge mehr in der Rente. Das gilt auch für kleine Summen. Die negativen Kommentare zeugen von reichlich wenig Ahnung.
wie viel Rendite Ihnen rein rechnerisch in der ganz normalen gesetzlichen umlagefinanzierten Rente zugestanden wird. Um auf eine Rente von mtl. 2000 Euro zu kommen, müsste ich mir, wenn ich rein privat vorsorgen wollte, jedenfalls mindestens genauso viel monatlich zurücklegen, wie ich z. Zt. einzahle. Und dort gilt immer noch: Die Rente ist sicher. Von DAX-Fonds kann man das in Krisenzeiten nicht immer behaupten.

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meinerlei 03.12.2018, 22:25
76. Gemengelage

Derzeit werden Aktienbesitzer doppelt besteuert, über die Körperschaftssteuer, sodann über die pauschale Kapitalertragssteuer. Doppelbesteuerung ist eigentlich verboten, aber der Gesetzgeber mogelt sich mit dem Scheinargument durch, die KEST sei ja eine Pauschalsteuer und unter dem Strich habe alles seine Richtigkeit. De facto zahlt aber jeder Aktienbesitzer prozentual mehr Steuern vom Gewinn als selbst beim Spitzensteuersatz fällig wäre. Wenn es Herrn Merz tatsächlich darum gehen würde, Anreize zum Aktiensparen zu schaffen, dann müsste er dahingehend Initiative ergreifen, die steuerliche Benachteiligung von Aktienbesitz zu beenden. Macht er aber nicht. Da liegt dann natürlich die Vermutung nicht allzu fern, dass er eher die Interessen seiner bisherigen Arbeitgeber im Blick hat.

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Haudegen 03.12.2018, 22:25
77. Die Pensionslasten von Beamten ufern immer mehr aus ...

und die zukünftigen Rentner sollen - falls sie es denn überhaupt können - den Unsicherheiten des Kapitalmarktes ausgeliefert werden. Durch Steuervergünstigungen sollen die Risiken auch noch auf alle Steuerzahler (hier wären wenigstens auch mal Beamte dabei) verteilt werden. Geht's noch? Wie es im Bericht der ARD "Der Beamtenreport" heute um 22:45 Uhr in Bezug auf diese Pensionslasten erwähnt wird - "das eine verantwortungsvolle Politik so nicht handeln darf" - wird diese Verantwortungslosigkeit von Friedrich Merz noch übertroffen. Bis 2050 müssen 1,3 Billionen Pensionsforderungen von der jüngeren - bzw. den arbeitenden Generationen aufgebracht werden, weil der Staat nicht das tut was er von den Bürgern verlangt: Vorsorge treffen. Weil Deutschland von seinen antiquierten Vorstellungen eines angeblich unbedingt notwendigen Beamtentums zum Funktionieren eines Staates nicht lassen, müssen vor allem jüngere Generationen bluten. MfG

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Shevchenko 76 03.12.2018, 22:26
78. Geht doch!

Jeder kann sich ein kostenloses Depot holen und bereits mit 25? einen ETF-Sparplan anlegen. Die hält man sowieso mindestens 10 Jahre. Dann darauf keine Steuern zu zahlen, wäre doch ne super Sache.

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senapis 03.12.2018, 22:30
79. Bitteschön!

Kann nicht irgendwer mal den Herrn Merz an die Hand nehmen und ihm, analog zu Platons Höhlengleichnis, zeigen, wie es in der wirklichen Welt abseits seiner 2%-Mittelschichtbuddies aussieht? Der Merz hat soviel Bodenhaftung verloren, dass er schon beinahe als Satellit durchgeht. Diese Blackrock-Werbefigur möchte ich nicht in der Politik sehen!

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