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Steuermythos: Enteignet Mario Draghi die deutschen Sparer?
REUTERS

Wer sparen will, bekommt derzeit höchstens Minizinsen. "Enteignung" nennen das die Kritiker von EZB-Chef Mario Draghi. Haben sie Recht?

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ichliebeeuchdochalle 05.10.2016, 14:49
1. Kringel äh LOFL

Ich schmeiß mich gerade weg, werter Theoretiker. Warum? "Das bedeutet immerhin niedrigere Steuern in der Zukunft, insofern profitieren auch die Bürger davon." Ich habe schon Bauchschmerzen, weil ich mich vor Lachen gerade so "beömmel".

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Creedo! 05.10.2016, 14:53
2.

Wieso Enteignung? Was bedeutet denn "Sparen" bei der Bank? Man leiht der Bank Geld und die verleiht es weiter. Wie viel Geld man fürs Verleihen bekommt, regelt der Markt. Gibt es eine große Nachfrage nach Geld, aber nur ein kleines Angebot, dann ist der Preis (Zins) fürs Leihen hoch. Gibt es viel geld, aber nur moderate Nachfrage, ist der Preis (Zins) für die Geldleihe halt gering. Wieso meint da einer, er hätte ein Anrecht auf ein bestimmtes Preisniveau?
Wer Geld hat und keinen findet an den er es lukrativ verleihen kann, muss sich halt nach Alternativen umsehen. Da wäre z.B. der Aktienmarkt. Man kann aber auch andere Wertpaiere kaufen, z.B. Genußscheine. Es gibt auch immer wieder die Möglichkeit, sich direkt bei Firmen zu beteiligen (auch mit kleinen Summen). Z.B. war das zumindest mal möglich in Form von Beteiligungen an Windkrafträdern, die von Kleinintitiativen (man könnte auch sagen Ökos ;) aufgestellt wurden.
Nur muss man sich dann halt kümmern und nicht bloß zur Bank latschen und da das Geld abgeben. Und ja, man muss einiges Wissen für z.B. Aktienalagen. Aber das Wissen kann man sich aneignen. Die Leute wissen ja auch was adaptives Kurvenlicht ist oder kennen sich ganz toll mit Xenon Scheinwerfern aus. Viele Menschen kenn viele Automarken, deren Modellvarianten, Motorisierung und Ausstattungsmerkmale. Wer sich mit der selben Energie, die er in Autos investiert, dem Finanzmarkt widmet, dürfte sich vor Erträgen kaum retten können.

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Schulterklopfer 05.10.2016, 14:57
3. Nicht nur Mario Draghi...

auch der deutsche Staat in Form von diesem Herrn mit der schwarzen Null enteignet
den Sparer.
Er zahlt doch keine Zinsen mehr für das aufgenommene Geld. Und der Sparer bekommt keine
Zinsen mehr für das verliehen Geld. Es sind auch nicht nur die Zinsen auf dem Sparkonto. Er beraubt den deutschen Zahler in die Rentenkassen, die Lebensversicherungen, die Bausparkassen.

Das ganze System ist auf Diebstahl aufgebaut, auf Diebstahl an dem, der nicht von der Hand in den Mund lebt. Wer sich für sein Alter Geld vom Munde, von Reisen oder sonstigen Vergnügungen abgespart hat, ist der Dumme. Früher hieß der Spruch: "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not". Heute muß es heißen: "Spare in der Zeit, dann kannst/mußt du in der Not Anderer abgeben. "

Ein weiterer Spruch mit viel Sinn heißt. "Friss und trink solange es dir schmeckt, schon 3 x ist das Geld verreckt"

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Pfaffenwinkel 05.10.2016, 14:57
4. Deutsche sparen,

im Gegensatz z.B. zu Amerikanern, die stets auf Kredit leben. Und genau das will man uns nun beibringen. Mit Erfolg: Junge Leute sitzen oft bereits mit 18 Jahren in der Schuldenfalle.

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Mister Stone 05.10.2016, 14:58
5.

Die Finanzmärkte standen vor dem Zusammenbruch und mussten vom Staat gerettet werden.

Der erste Halbsatz stimmt, der zweite ist eine plumpe Irreführung.

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palart 05.10.2016, 14:59
6. Sparmythos

Es muss wieder mal bemerkt werden, dass es nie mehr Zins auf einem normalen Bankkonto gegeben hat, als die Teuerung hoch ist. Bei 5% Teuerung in den 70ern zB. gabs nie über 5% Zins, eher sogar leicht darunter, plus Gebühren. Wer mehr will, muss sein Geld anders anlegen und auch mehr Risiken eingehen. Das war schon immer so und wird wohl so bleiben. Also was soll der Jammer über Enteignung? Natürlich sollte man sein Erspartes bei hoher Teuerung auf einem Konto haben, sonst ist der Verlust gross, aber heute bei 0% Teuerung könnte man das Geld auch zuhause horten, allerdings mit dem Risiko von Feuer und Diebstahl.

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tomxxx 05.10.2016, 14:59
7. das ist ja schön...

"Wenn zu viel Kapital im Angebot ist", dass dann die Zinsen sinken! Aber es stellt sich schon die Frage für den Sparer wieso jetzt die Zentralbank dafür sorgt, dass zu viel Kapital im Angebot ist? Und der Sparer sein Angebot daher nicht vernünftig absetzen kann? Und die Risiken für diese Politik bekommt er wieder aufgelastet. Zudem darf er Unternehmen ohne vernünftige Geschäftsmodelle durchfüttern, die jeder wirtschaftlichen Entwicklung im Wege stehen. Das ganze wird als Deflationsbekämpfung bezeichnet, die aber bei genauer Betrachtung gar nie drohte! (vor allem bezieht sich deren angebliche Gefahr, sowieso nur auf einem sich selbst verstärkenden Effekt... spielt daher keine Rolle für Konsum- und Investitionsgüter....)

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rdexter 05.10.2016, 15:06
8.

Also wenn ich es mal so zusammenfassen darf wie ich es verstanden habe: Um den stark verschuldeten Euroländern Zeit zu erkaufen und günstige Kredite zu ermöglichen, werden die EZB-Zinsens gedrückt. Und das bezahlt der deutsche Sparer. Der Deutsche Sparer bezahlt demnach für diese Eurorettung seitens Dragi, für diesen in der Form nicht funktionierenden Wirtschaftsverbund. Das müsste man den Bürgern mal so sagen! Wäre auf die Wahlen gespannt... Oder eine Volksbefragung: "Wollt ihr mit euren Ersparnissen den Euro retten? (Verlust für alle Sparer für 2016: xy Milliarden, somit pro Person: xy Milliarden)?

Ich lasse mich gerne korrigieren, wenn ich mich wo irre.

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Putin-Troll 05.10.2016, 15:06
9. Falsch

Zitat von
Die Finanzmärkte standen vor dem Zusammenbruch und mussten vom Staat gerettet werden
Sie WURDEN gerettet. Ob sie gerettet werden MUSSTEN, ist Meinungssache. Genauso wenig wie es ein Grundrecht auf Sparzinsen gibt, gibt es ein Grundrecht auf Spekulieren ohne Konsequenzen.

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