Forum: Wirtschaft
Steueroasen stärker bekämpfen?

Der Bundesfinanzminister befindet sich weiter auf Konfrontationskurz mit Ländern, die vielfach als Steueroasen gelten. Wie soll mit diesen Ländern bezüglich der Steuergesetzgebung umgegangen werden?

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zwangsreunose 10.06.2009, 00:29
2050. Auweh...

Zitat von Lacote
Wenn all die Europa-Müden, aber leider Resignierenden, wählen würden, gäbe es diese Misswirtschaft schon lange nicht mehr. Auch wenn ich mit einigen Strömungen nicht ganz einverstanden bin, sehe ich doch, dass die junge Generation viel kritischer ist und zu Recht mitbestimmen will.
Die junge Generation ist zwar pragmatischer, holt sich aber oft dabei ein blaues Auge. Das Problem unserer Situation ist ein Problem der Geldschöpfung und kein politisches.
Zitat von
Ausserdem ist es an der Zeit, dass USA und deren Komplizen Länder wie Afghanistan, Iran, Iraq etc. sich selbst überlassen und nicht aus reiner Profitgier (Oel/Gas) mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten Krieg gegen diese Länder, führen. Noch schlimmer ist die bereits jahrhunderte dauernde Ausbeutung Afrikas durch eben diese Länder.
Bin auch gegen Ausbeutung, aber:
1. Die USA kann nicht mehr, sie ist altersschwach, sie wird sich überall zurückziehen und die Komplizen sind derzeit finanziell auch nicht gut ausgestattet.
2. Wenn die Nato sich aus dem Nahen Osten zurückzieht, braucht es trotzdem eine politische Lösung. Das bedeutet die NATO wird sich wohl neu ausrichten, Länder wie Russland oder China werden wohl den militärischen Part übernehmen müssen. Aktuelles Beispiel in Ostasien: Nordkorea. Welcher Staat in Europa wäre denn in der Lage, diesen bis an die Zähne bewaffneten Staat -bei einem möglichen Übergriff gegen Südkorea- in die Grenzen zu weisen?

Zitat von
Natürlich ist D daran interessiert die Rührungsmacht der EU zu sein. Wenn Sie dies bis anhin nicht gemerkt haben, ist bei Ihnen Hopfen und Malz verloren oder Sie haben einfach nur Scheuklappen.
Deutschland gelingt es derzeit nur den "solventen Schuldner" aus der EU dem Rest der Welt vorzuspielen. Aber irgendwann ist dieses Spiel aus. Da hilft auch keine Beteuerung nach der Schuldenbremse ab 2015. Das ist ja noch länger als eine Wahlperiode.
Zitat von
Dann würde es mich allerdings wundern warum Sie schon so lange nicht mehr in D leben?
Sie werden lachen, aber diejenigen, die es sich leisten können, verlassen schon längst das Land. War doch nach der Inflation 1923 und danach der "Großen Depression ab 1929" die bis zum Beginn des ersten Weltkrieges dauerte genauso. Schon vergessen? Siehe hier:
In der Zeit der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg emigrierten ganze Gruppen nach Argentinien und Südbrasilien (Bundesstaat Rio Grande do Sul). ...

Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 setzte die Judenverfolgung sowie eine vollständige Unterdrückung jeglicher politischen Opposition ein (vgl. SoPaDe / SPD im Exil). Menschen, die früh genug die Gefahr erkannten, über die nötigen finanziellen Mittel und die berufliche Flexibilität verfügten, verließen das Land mehr oder weniger freiwillig.
Quelle: Wiki

Zitat von
Ohrensausen?
Mitleid.

Der Rechtsruck (wie weit der gehen wird, wird sich zeigen) kommt, ganz sicher. Weil keiner bereit ist, sich von Bretton Woods II zu verabschieden. Weil man zwar nach außen auf Kumpel macht, aber die Wirtschaftsblöcke längst gegeneinander konkurrieren.-> Protektionismus. Irgendwann wird man den dann auch ganz unverblümt zur Schau stellen. Und das verhindern Sie auch mit Wahlen nicht, weil immer derjenige den Ton angibt, der die Musik bezahlt. Das ist mit Sicherheit nicht die Politik. Und wie gesagt, wenn man versucht es zu verändern gibt es ein blaues Auge.

Verstanden?

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japan10 10.06.2009, 12:10
2051.

Zitat von sysop
Der Bundesfinanzminister befindet sich weiter auf Konfrontationskurz mit Ländern, die vielfach als Steueroasen gelten. Wie soll mit diesen Ländern bezüglich der Steuergesetzgebung umgegangen werden?
Es bringt nichts sich auf Konfrontationskurs mit der Schweiz, Liechtenstein, usw. zu begeben. Vielmehr sollten irgendwann Tatsachen geschaffen werden, wie in den USA. Die USA haben in Liechtenstein Kontenzugriff.
Zudem wurde der UBS mit Lizenzentzug gedroht.
Dieses Steuermodell, welches Prof. Kirchoff vorgeschlagen hat, wäre auch Lösung gewesen. Irgendwann muss auch unser Steuersystem kollabieren.

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holzfäller 10.06.2009, 17:01
2052.

[QUOTE=Klaus Rabba;3859340] Zitat von holzfäller
Sie laufen ja richtig zur Hochform auf. Gratuliere! Äusserst durchdachter Text mit geschliffenen Wendungen. Hätte ich einem Holzhacker gar nicht zugetraut.
tja, sie täuschen sich noch in so manchem.

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Lacote 10.06.2009, 22:08
2053.

Zitat von zwangsreunose
Verstanden?
Sehr gut sogar, eigentlich stimmt das alles schon, aber ich bin immer noch Optimist (wie sonst könnte man diese politische Welt noch ertragen).
Es gibt auch solche die mit einem blauen Auge den Sieg davongetragen haben.
Vielleicht wird das ja irgendwann doch noch etwas mit dem Europa des Volkes und nicht dem der Politiker und möchtegern Herrschern. Ich habe Hoffnung auf die Jungen.
Ein Politiker sagte einmal, die grünen seien wie Tomaten - einmal reif werden sie rot.
Für mich heisst das aber auch, dass man durch Erfahrung lernt und entsprechend die eigenen Prinzipien auch einmal vorbehaltslos aus anderen Perspektiven zu betrachten und evt. zu korrigieren.

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Lacote 10.06.2009, 22:14
2054.

[QUOTE=Klaus Rabba;3859419

Was hat das mit der EU zu tun? [QUOTE]

Händchenhalten mit USA, aber ich bin sicher Sie wissen es genau.

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guylux 11.06.2009, 18:36
2055. Schweiz

Zitat von Klaus Rabba
Langsam. Erst mal wird die Schweizer Steueroase gekippt. Dann kommen die anderen auch dran. Keine Regierung kann in Zukunft auf einen Steuercent verzichten.
Die Schweiz hat sich ja jetzt bereit erklärt , den OECD Regeln folgen zu leisten ( SPON von heute ). Damit gibt es aber immer noch keinen Informationsaustausch , ausser bei begründetem Verdacht .

Ob die BRD jetzt so viele Cent an Steuern mehr einnimmt wage Ich zu bezweifeln . Und sogar wenn's einige wären , bei der jetztigen Geldverschwendung wird's immer noch nicht reichen mit dem Geld . Dann kriegt die HRE eben ein paar Milliönchen mehr und es bleibt trotzdem nix übrig .

Luxemburg ist eben bei seinem 7. Doppelbesteuerungsabkommen
angelangt , bei 12 kommen die von der grauen Liste . Denke Östereich wird's ebenso machen , dann sehen wir mal .

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Klaus Rabba 12.06.2009, 23:20
2056.

Zitat von guylux
Die Schweiz hat sich ja jetzt bereit erklärt , den OECD Regeln folgen zu leisten ( SPON von heute ). Damit gibt es aber immer noch keinen Informationsaustausch , ausser bei begründetem Verdacht . Ob die BRD jetzt so viele Cent an Steuern mehr einnimmt wage Ich zu bezweifeln . Und sogar wenn's einige wären , bei der jetztigen Geldverschwendung wird's immer noch nicht reichen mit dem Geld . Dann kriegt die HRE eben ein paar Milliönchen mehr und es bleibt trotzdem nix übrig . Luxemburg ist eben bei seinem 7. Doppelbesteuerungsabkommen angelangt , bei 12 kommen die von der grauen Liste . Denke Östereich wird's ebenso machen , dann sehen wir mal .
Sehe ich ähnlich.
100% gibt's nicht.

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Klaus Rabba 27.06.2009, 22:58
2057.

[QUOTE=holzfäller;3862923] Zitat von Klaus Rabba
tja, sie täuschen sich noch in so manchem.
Tja, holzfâller, nun ist ja alles gut geworden.
In der Schweiz regiert eben die Vernunft. :>

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muggeseggele 01.07.2009, 06:58
2058.

Zitat: Wer von Österreich nach Deutschland reist, darf 10.000 Euro bei sich tragen, ohne dass er die Barschaft im Fall einer Kontrolle durch Zollfahnder deklarieren muss. Ergo kann jeder über 6000 Philharmoniker-Münzen über die Grenze schaffen, ohne dass ihm sofort Steinbrücks Truppen ins Gehege kommen - mithin pro Einreise mehr als 110.000 Euro aus seinen verborgenen Schätzen in Österreich heimholen.

Was fuer eine Rechnung!
Die Muenze hat einen Nennwert von 1,50 EUR - d.h. 10.000 EUR/1,50 EUR = 6.666 Muenzen (abgerundet)
Diese haben einen Silberwert von (11-14 EUR wird im Artikel genannt) max. 6.666 x 14 EUR = 93.324 EUR (und nicht 110.000 EUR).
Schade, schon wieder ein Redakteur, der ungenau arbeitet...

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Boandlgraber 01.07.2009, 08:10
2059. Gewicht...

So richtig praktisch ist das aber nicht:

Ein Silber Philharmoniker wiegt 1 Unze = 28,35 Gramm und hat einen Nennwert von 1,50 Euro. Um 10.000 Euro Nennwert zu "schmuggeln", darf man bis zu 6.666 Münzen ins Auto laden und das sind stattliche 188 Kilo...

Ich hab' mich mit dem Thema nicht ausführlich befasst, aber ich bin sicher, es gibt weniger beschwerliche Wege, um Schwarzgeld nach Hause zu holen.

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