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Steuerpolitik: Schafft das Ehegattensplitting endlich ab
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Wenn Union und SPD über eine Koalition sprechen, sollten sie sich an das Ehegattensplitting wagen. Das bisherige System führt dazu, dass Frauen weniger arbeiten - mit dramatischen Folgen für ihre Altersvorsorge.

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m.spohn 08.01.2018, 19:29
190. Nachtrag

Wenn eine Frau nur deshalb nicht arbeiten geht, "weil es sich nicht lohnt", dann kann sie nicht rechnen! Es sind beinahe ausschließlich weniger gebildete Menschen oder besser Gebildete mit Mathe-Schwäche, die so reden! Wenn die Frau arbeiten geht, bleibt bei Steuerklasse 5 natürlich weniger übrig, als wenn sie Steuerklasse 4 hätte. Wenn der Mann _mehr_ arbeiten geht, dann ist der Grenzsteuersatz auf den zusätzlichen Verdienst ebenfalls extrem hoch, so ähnlich wie Lohnsteuerklasse 5 auf den reinen Zusatzverdienst!

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spon-facebook-1293013983 08.01.2018, 19:30
191. Überhaupt mal nachgerechnet??

Bei 1.000 Euro im Monat Brutto sind es etwa 100 Euro mehr an Steuern bzw. weniger netto. Es sind aber immer noch 670 Euro mehr als gar nicht arbeiten. Wer wegen dieser 100 Euro nicht arbeiten geht, wäre auch so nicht arbeiten gegangen ...

Verdient einer von zwei Singles nicht, zahlt der Staat. In der Ehe der Ehepartner. Und der freut sich dann über das Ehegattensplitting, damit er wenigstens etwas Kompensation macht.

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Spiegleinspiegleinkritik 08.01.2018, 19:31
192. Kernthese des Beitrags: geht arbeiten und organisiert eure Kinder weg

Verstehe nicht, wie der Spiegel derart miserable und undifferenzierte Artikel veröffentlichen kann. Bsp.:
"So könnte eine Subventionierung von Eheschließungen, die das Ehegattensplitting letztlich darstellt, [ ... ]."
Nein, es ist keine Subventionierung. Es wird zusammengerechnet, was nach dem Grundgesetz (Ehe) zusammen gehört und eine Einstandspflicht begründet. Niemand erhält zusätzliches Geld (Steuern als Eingriff in Eigentum bedürfen einer Rechtfertigung und sind kein Selbstverständnis, wird gerne in "linken" Artikeln verkannt)
Ehrlicher wir der "Artikel" am Ende:
"auch Deutschlands wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhöhen, weil für Mütter die Ausübung eines Jobs finanziell attraktiver würde." Kurz: Wir haben nicht genug (billige) Arbeitskräfte und hätten gerne, dass die Frauen sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern, sondern der Arbeit den Vorrang geben - insoweit möchte die Autoren offenbar gerne die die Mütter und Väter bevormunden. Schön verklausuliert, aber inhaltlich auf den Punkt gebracht:

Eure Arbeit zu Hause bei den Kindern schätzen wir nicht, arbeitet lieber und zahlt dabei Steuern. Die Kinder könnt Ihr ja "wegorganisieren"...

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fernibert 08.01.2018, 19:34
193. Das Ehegattensplitting ist kein Steuernachteil für die Ehefrau

Der Grundgedanke des Ehegattensplitting ist, dass eine Familie (mit oder ohne Kinder) eine wirtschaftliche Einheit ist. Wie das Einkommen der Gemeinschaft erwirtschaftet ist, ist egal. Wenn es in der Ehe auch korrekt umgesetzt wird, heißt das in eine Zugewinngemeinschaft, dass das Einkommen auch beiden gehört und auch beide darüber frei verfügen können. (Mag sein, dass dies nicht in jeder Ehe so gehandhabt wird - bei uns schon).
Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist in der Hinsicht dann eine Bestrafung von Familien, bei denen die Ehepartner unterschiedliche Einkommen haben im Vergleich zu Familien, bei denen die Ehepartner identische Einkommen erwirtschaften (bei jeweils in der Summe gleichem Familieneinkommen). Das ist unabhängig von der Frage, ob Kinder in der Familie sind oder nicht.
Daher kann ich die Abschaffung des Ehegattensplittings nicht unterstützen, da ich die unterschiedliche Besteuerung eines gleichen Familieneinkommens für konzeptionell ungerecht halte.
Wenn man das Problem aber unter der Frage betrachtet: "Was müssen wir tun, damit alle, und insbesondere Frauen, Familie und Beruf besser vereinbaren können?" stimme ich der Analyse aber zu: Dieses Problem muss angegangen werden. Natürlich kostet das auch Geld. Für mich ist der Ansatz dann aber, dass die zusätzlichen Mittel z.B. durch eine Anhebung der Steuerlast für Besserverdienende (zu denen ich zähle - mehr zu zahlen für ein gerechtes, gutes Ziel unterstütze ich voll und ganz) aufgebracht werden sollten.
Den Kommentaren "Ich will ja arbeiten, aber mit Kindern nimmt mich keiner" kann ich nur beipflichten: Durch das Tal der Tränen sind wir auch gegangen. Daher ist das Ziel: "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" zu fördern. Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist nur eine Idee, um das zu finanzieren. Aber eben nur eine Idee der Finanzierung, die ich für ungerecht halte. Höhere Steuern für Besserverdiende (wie auch mich) ist aber absolut OK.

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teakilla 08.01.2018, 19:34
194. Also...

...ich halt mal ein BGE-Fähnchen hier hoch.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wäre das kein Thema, auch wenn ich nicht behaupten möchte, daß das alle anderen Probleme löst.

Aber gäbe es keine Symptome mehr zu beheben, bräuchten wir keine Politiker.

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xvxxx 08.01.2018, 19:34
195.

Zitat von baumisms
es in der Systematik "Familieneinkommen" nur allzu logisch wäre: Nicht nur die Einkommen für die FINANZ, sondern auch die "gemeinsam" erwirtschafteten RENTENANSPRÜCHE exakt 1:1 aufzuteilen! Seltsam auch, dass der SPD das noch nie eingefallen ist......
Falsch. Würde ich extrem begrüßen und entspräche genau dem Sinn des Splittings.

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_derhenne 08.01.2018, 19:34
196.

Zitat von inmado
Mir will nicht einleuchten, warum ein Paar, bei dem beide Partner jeweils 40k verdienen, weniger Steuern zahlen soll, als ein anderes, bei dem ein Partner 80k, der andere aber 0 Euro verdient. Beide Paar haben ein gemeinsames Einkommen von 80k und sollten folglich auch gleich besteuert werden.
Achso, das will Ihnen nicht einleuchten? Hier mal eine Denkhilfe:

Paar1 geht zusammen 80 Stunden arbeiten, Paar2 nur 40. Paar1 muss vier Arbeitswege am Tag bezahlen, Paar2 nur zwei. Paar2 kann sein Kind zuhause betreuen, Paar1 muss einen kostenpflichtigen Kindergartenplatz bezahlen. Paar1 muss im Krankheitsfall "kindkrank" (nicht voll bezahlt) machen, Paar1 kann ohne Einbußen das kranke Kind Zuhause betreuen. Paar1 erwirtschaftet die Beiträge für die Familienversicherung des nichtarbeitenden Teils von Paar2. Paar2 kann in Bayern Herdprämie beantragen. Paar1 braucht ggf. eine Haushaltshilfe, auf die Paar2 natürlich verzichten kann.

Zusammengefasst: NEIN, das Splitting ist eben nicht FAIR! Einkommenssteuern soll gefälligst der bezahlen, der Einkommen erwirtschaftet.

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Georg_Alexander 08.01.2018, 19:35
197. Glauben Sie denn tatsächlich,

Zitat von freenetspacken
hat damit nichts zu tun. Die Verfassung gibt der Politik vor, dass die Ehe zu schützen ist (u.a. deswegen die finanzielle Besserstellung). Die Kirche befürwortet natürlich die Ehe, denn sie ist nach christlichem Glauben die Grundlage und war immer schon zwischen Mann und Frau gedacht.
dass die Verefassung damals ohne einen maßgeblichen Einfluss der Kirchen in Deutschland entstanden ist? Schön wäre es ja gewesen...

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Newspeak 08.01.2018, 19:35
198. ...

Immer sind die Frauen die Opfer. Ich kenne aber Frauen, die es sich sehr gut eingerichtet haben, nicht arbeiten zu gehen. Kindererziehung in allen Ehren aber abhängige Lohnarbeit ist nochmal etwas Anderes. Und dann kenne ich auch Männer, die gerne Elternzeit genommen hätten, aber dafür vom Arbeitgeber diskriminiert wurden. Und es ist auch nicht so, dass jeder, der arbeiten will, etwas findet. Die ganze Diskussion geht in vielen Details an der Lebenswirklichkeit der Menschen in diesem Land vorbei, wie nebenbei viele politische Diskussionen, die akademisch geführt werden. Man könnte auch einfach die Leute fragen, woran es liegt, dass sie sich so und nicht anders verhalten, aber dann müsste man evtl. seine Vorurteile aufgeben.

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purple 08.01.2018, 19:36
199.

Zitat von Svenner80
Nein, Ihr Vorredner hat völlig Recht - das Ehegattensplitting ist sowohl von der Idee als auch von der Wirkung her ein völliger Unfug und bringt: Null. Niente. Nix. Wir hatten vor 5 Jahren die für's Splitting ideale Situation: Heirat und aufgrund des Glücks des richtigen Studiums bekomme (nicht verdiene ;-)) ich um einiges mehr als meine Frau. Auch wir haben also (ohne weitere Sachkenntnis) III-V gemacht und uns über den Steuervorteil gefreut. Dann kam die Steuererklärung und die große Nachforderung des Finanzamtes. Staunende Gesichter und ein Steuerberater, der uns aufklärte "Ja, ist wirklich Wurscht, am Ende wird das Einkommen sowieso zusammen und wie eins verrechnet". 2 mal nachgefragt - ist so. Dann die Frage "und was bringt der ganze Quatsch dann"? Antwort: "Naja, Sie haben ein paar Monate etwas mehr Geld zur Verfügung". Ach so. Alles klar. Und nicht mal das wirklich, denn das Finanzamt ist ja auch nicht dumm und will nix "borgen". Wir haben also seitdem eine Vorauszahlung zu leisten, die genau den Vorteil des Splittings zunichte macht. Fazit: Am Splitting ist NICHTS dran. NICHTS. NICHTS. NICHTS. Könnt Ihr abschaffen, spielt keine Rolle.
Schon wieder einer der keinerlei Ahnung hat. Das Ehegattensplitting ist eine gemeinsame Veranlagung und bringt bei unterschiedlich hohen Einkommen eine erhebliche Steuerersparniss, da 20/80k so versteuert werden wie wenn ein Alleinverdiener 50k verdient hätte.
Wenn man bei dem Beispiel als Steuerklasse 3/5 wählt zahlt man unter dem Jahr tendenziell zuwenig!! Steuer. Das gibt dann eine Nachforderung. Was ist daran so schwierig zu verstehen??

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