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Steuerschätzung: Experten erwarten Ende des Steuerbooms
DPA

Der deutsche Staat konnte sich seit Jahren über wachsende Steuereinnahmen freuen. Laut einem Zeitungsbericht neigen sich die goldenen Zeiten nun dem Ende.

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syracusa 23.10.2018, 10:07
20.

Zitat von freeclimber
Mittlerweile sind die Leistungsbereiten unserer Gesellschaft weit überwiegend in der höchsten Steuerprogression angelangt.
Das ist erstens eine grobe Beleidigung der 90% der Bürger, die bei harter Arbeit weniger als den Grenzsteuersatz verdienen, und ist zweitens vollkommen irrelevant, denn wir haben ein progressives Steuersystem. Relevant ist vielmehr der tatsächlich bezahlte Steuersatz, und der ist in Deutschland auch für sehr gut Verdienende sehr niedrig. Mit 100.000 brutto im Jahr bezahlt ein Paar gerade mal 26% Steuern!

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syracusa 23.10.2018, 10:09
21.

Zitat von Freidenker10
2% weniger Mehrwertsteuer merkt kein Mensch und es ist sogar fraglich ob der Handel diese auch an den Kunden weitergibt. Jemand der sich für 50 Millionen eine Luxuxjacht kauft würde evtl. einen 2% Nachlass spüren, aber die große Masse die beispielsweise für 30 Euro einkaufen geht und dann 60 Cent weniger bezahlt merkt das doch kaum.
Natürlich bemerken die Bürger das um so mehr, je näher ihr Einkommen am unteren Ende der Skala liegt. Bei einem Rentner mit 600 Euro im Monat ist eine MwSt-Erhöhung um 2 Prozentpunkte eine Rentenkürzung um 2 Prozentpunkte, und die entscheidet darüber, ober seine Miete noch bezahlen kann oder nicht.

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derlabbecker 23.10.2018, 10:20
22. das gibt der Handel...

Zitat von Freidenker10
2% weniger Mehrwertsteuer merkt kein Mensch und es ist sogar fraglich ob der Handel diese auch an den Kunden weitergibt. Jemand der sich für 50 Millionen eine Luxuxjacht kauft würde evtl. einen 2% Nachlass spüren, aber die große Masse die beispielsweise für 30 Euro einkaufen geht und dann 60 Cent weniger bezahlt merkt das doch kaum. Ich würde den Freibetrag erhöhen, da hätten die unteren Einkommensgruppen spürbar mehr Geld in der Tasche, aber auch alle anderen würden profitieren!
... nie und nimmer an den Verbraucher weiter. Die Senkung auf Hotelübernachtung auf 7% wurde auch nicht zur Modernisierung der Hotels benutzt und die Zimmer sind nicht günstiger geworden. Das haben sich schlicht und einfach die Hoteliers als zusätzlichen Gewinn eingesteckt.

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Havel Pavel 23.10.2018, 10:37
23. Das ist so einfach nicht vergleichbar!

Zitat von alesto
Sind die Länder mit den klar höchsten Steuersätzen, und jetzt ratet mal wo die Menschen laut einer Studie am glücklichsten sind und wo es am wenigsten soziale Probleme gibt ? Leute die sagen ich arbeite nur noch für den Staat arbeiten in Wahrheit für sich selbst denn alles was wir kennen ist durch Steuereinnahmen sunbventioniert und dient dem Allgemeinwohl und wer dagegen ist ist ein Unmensch der in unserer sozialen Bundesrepublik nichts verloren hat
Dort herrschen ganz anders strukturierte Sozialsysteme vor, in die alle eingebunden sind. Eine Mehrklassengesellschaft wie sie hierzulande existiert gibt es dort nicht, somit hinkt ihr Vergleich gewaltig! Und was daraus stets geworden ist, wenn mal eine Partei auch nur den Versuch startet hierzulande auch nur eine einheitliche Krankenversicherung fur alle zu fordern ist ja hinglänglich bekannt. Von der Angleichung des Beamtentums an die anderen Arbeitsverhältnisse, einer einheitlichen Altersvorsorge in die alle einzahlen, usw. möchte ich hier gar nicht anfangen. Alle Gruppen haben halt starke etablierte Lobbyverbände, die sich dagegen vehement zur Wehr zu setzen verstehen, womit alle Versuche zu Änderungen bereits im Keim erstickt werden. Keine Chance also für skandinavische Verhältnisse hierzulande!

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ich2010 23.10.2018, 11:01
24.

Zitat von schwarzweißinfarbe
Ja, die Steuersätze sind in skandinavischen Ländern hoch. Das Geld wird dort aber auch tatsächlich für die ALLGEMEINHEIT ausgegeben! Es wird in Schulen, Infrastruktur (Straßen, Züge, Mobilfunk etc.), Wohnungen, Krankenhäuser, etc. ausgegebenen. Also in den Bestand, sowie in nachhaltige Projekte, die einen zukünftigen Mehrwert haben. In Deutschland werden die Steuermilliarden eben NICHT für die Allgemeinheit bzw. das Allgemeinwohl ausgegeben. Hier werden Menschen alimentiert, kleine Randgruppen mit Geld versorgt, das Wahlklientel beschenkt. Das alles kommt NICHT dem Allgemeinwohl zugute, sondern dient der eigenen Wählerschaft und werden den Steuerzahler noch sehr teuer zu stehen kommen, sobald die Steuern nicht mehr ganz so sprudeln. Setzen Sie die rosarote Brille ab! Die Steuereinnahmen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen und dennoch überlegt gerade die SPD die MwSt. und Mineralölsteuer zu erhöhen. Bei der Allgemeinheit ist von den Milliarden absolut nichts angekommen, sondern höchstens bei Randgruppen!
Wer genau sind die "Randgruppen"?

Womit werden Lehrer, Professoren etc. bezahlt? Wer sorgt dafür, dass in den Schulen geputzt wird, dass Kindergärten erweitert werden. Wer bezahlt die Straßenmeistereien usw., die z.B. die Straße vor Ihrer Haustüre säubern (oder heben Sie den Müll vllt. selbst auf?), wer versorgt/ pflegt die öffentlichen Grünanlagen- Sie? Wer repariert die Srraßen - Deutschland hat nach wie vor eine der best ausgebauten Infrastrukturen. Unter maroden Straßen verstehe ich keine Spurrillen auf der Autobahn, sondern Schlaglöcher, die den Straßenverkehr gefährden. Wer bezahlt den Winterdienst, der dafür sorgt, dass Sie heil nach Hause kommten und sich nicht bei Glatteis auf öffentlichen Wegen Ihr Genick brechen? Oder wer räumt den Schnee von den Straßen damit Menschen wie Sie auch im Winter mit dem Auto sicher vorankommen?
Schon mal öffentliche Toiletten benutzt? Wer bezahlt die wohl..., sorgt für deren Instandhaltung und Reinigung?
Haben Sie einen Schulabschluss? Wer hat wohl Ihre Lehrer bezahlt, die Bücher, die Stühle auf denen Sie gesessen haben...?
Man kann die Liste beliebig erweitern.
Noch etwas - Sie können von "Randgruppen" halten, was Sie wollen, aber auch Sie können in einer Randgruppe landen und sind dann froh, dass Ihnen der Staat zumindest das Dach überm Kopf und bezahlt und dafür sorgt, dass Sie nicht verhungern müssen.

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Kurt-C. Hose 23.10.2018, 11:13
25.

Zitat von Bin_der_Neue
Und wo bitte sind diese geblieben? Marode Strassen, baufällige Schulen, ein sanierungsbedürftiges Bildungssystem - um nur ein paar Beispiele zu nennen - zeugen nicht gerade von goldenen Zeiten der Steuereinnahmen. Oder sind die Gelder etwa in Bankenrettung und europäischen Hilfsfonds - um wieder nur ein paar Beispiele zu nennen - versickert?
Erstens ist das Thema Bankenrettung mittlerweile zehn Jahre her.
Zweitens investieren die Städte und der Bund massiv in Schulen und in Infrastruktur. Hamburg gibt gerade 2,5 Mrd für Schulbau aus, München 6 Mrd...
Jetzt noch mehr Investitionen, gerade im Baubereich, wären absolut kontraproduktiv, weil der Markt eh schon komplett überhitzt ist. Das kann der Staat gern machen, wenn die Konjunktur am Boden liegt. Dafür müsste er sich aber JETZT den Spielraum verschaffen, anstatt die Kohle für soziale Kinkerlitzchen und Rentenversprechungen aus dem Fenster zu werfen.

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Pickle__Rick 23.10.2018, 11:28
26.

Zitat von alesto
Sind die Länder mit den klar höchsten Steuersätzen, und jetzt ratet mal wo die Menschen laut einer Studie am glücklichsten sind und wo es am wenigsten soziale Probleme gibt ? Leute die sagen ich arbeite nur noch für den Staat arbeiten in Wahrheit für sich selbst denn alles was wir kennen ist durch Steuereinnahmen sunbventioniert und dient dem Allgemeinwohl und wer dagegen ist ist ein Unmensch der in unserer sozialen Bundesrepublik nichts verloren hat
Eigentlich haben Sie sich mit Ihrem Schlusssatz für jede ernsthafte Diskussion hier schon disqualifiziert. Trotzdem sei gesagt, dass mit der Zahlung von hohen Steuersätzen nicht automatisch Zufriedenheit erzeugt wird. Die Frage ist wofür man das Geld ausgibt. Vergleichen Sie doch mal eine durschnittliche Schule in Skandinavien mit einer deutschen. Deutschland ist Weltmeister bei Steuern und sonstigen Abgaben. Trotzdem zerfallen unsere Straßen und Brücken, unsere Schulen vergammeln und es droht vielen fleißigen Menschen die Altersarmut.

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tonhalle 23.10.2018, 11:44
27. § 3 AO ist schon klar

Zitat von 3liter
Zunächst wird der nicht abgeschafft, weil es eine nicht zweckgebundene Steuer ist. Die Sektsteuer für die Kriegsmarine von Kaiser Wilhelm gibt's ja auch noch. Und da sind wir auch beim Thema: Der Soli wurde ursprünglich ja nicht erhoben, um den Osten aufzubauen. Er wurde in erster Linie erhoben, um den Irakkrieg sowie Kosten im Zusammenhang mit der EU zu finanzieren. Da Steuern aber sowieso abstrakt und damit nicht zweckgebunden sind, isses eh wurscht. Dann kommt es eben woanders wieder drauf.
Deswegen wäre es ja so leicht, einnahmeneutral wenigstens EINE Steuer los zu werden.

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freeclimber 23.10.2018, 12:34
28. #20

Das ist keineswegs irrelevant, wenn jede Gehaltserhöhung mit dem Spitzensteuersatz belastet wird. Auf die Mehrheit der hart arbeitenden Singles (und auch weitaus mehr als 10% der Verheirateten) trifft meine Aussage eindeutig zu.

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pric 23.10.2018, 12:34
29. Teilnehmer

Wen es, genau wie mich, interessiert, welche Wirtschaftsforschungsinstitute teilnehmen, um besser einschätzen zu können, warum man einen Ende des "Steuerbooms" erwartet, zitiere ich aus der Geschäftsordnung:
"
§ 8
Wirtschaftsforschungsinstitute
(1) Die Zahl der im Arbeitskreis vertretenen Wirtschaftsforschungsinstitute ist auf fünf begrenzt. Die im Arbeitskreis vertretenen Institute müssen Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft sein. Im Falle der Beendigung der Mitgliedschaft in der Leibniz-Gemeinschaft endet gleichzeitig die Vertretung des betreffenden Instituts im Arbeitskreis. Durch einstimmigen Beschluss aller Mitglieder des Arbeitskreises kann dann ein anderes Institut aus dem Kreis der Leibniz-Institute auf Vorschlag der/des Vorsitzenden bestimmt werden.
(2) Derzeit sind die folgenden Wirtschaftsforschungsinstitute im Arbeitskreis vertreten:
‐ das DIW-Berlin - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.,
‐ das ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.,
‐ das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel,
- das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle e.V. und
‐ das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung."
Kann man nun davon ausgehen, dass Ausgabenkürzungen und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bzw. 'Bürokratieabbau' für die Wirtschaft gewünscht werden?

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