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Steuerstreit in der Koalition: Einsame Spitze
DPA

Sollte der Spitzensteuersatz in Deutschland steigen? Finanzminister Scholz fände das "nur gerecht", Wirtschaftsminister Altmaier protestiert sofort. Doch eine Erhöhung beträfe weniger Menschen als angenommen. Drei Irrtümer.

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Stäffelesrutscher 31.01.2019, 21:13
60.

Zitat von spon_2297266
der Absatz Irrtum 1 ist nicht korrekt. Der Steuersatz gilt für das gesamte Einkommen, Freibeträge ausgenommen.
Sie irren. Geben Sie mal ein beliebiges Einkommen auf dem bmf-steuerrechner ein (www vorne, de hinten dran) und schauen Sie sich den Graphen an sowie die unterschiedlichen Zahlen für »Durchschnittsbelastung« und »Grenzbelastung«. Bei 100.000 Euro steht da 2019: Einkommensteuer 33.219 Euro; Durchschnittsbelastung 33,22 %, Grenzbelastung 42,00 %.

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SGPDIDA 31.01.2019, 21:14
61.

Zitat von inmado
Der Spitzensteuersatz kann gerne auch 90 % betragen. Wer etwa 10 Millionen im Jahr verdient, hätte dann noch immer jedes Jahr eine Million und damit mehr Geld, als die allermeisten Menschen im ganzen Leben kaum verdienen. Dass aber schon eine qualifizierte Fachkraft leicht in den Bereich des Spitzensteuersatzes kommen kann, ist völlig irrsinnig!
Warum? Auf welcher Grundlage nehmen sie sich das Recht vom Steuerzahlern 90% des Einkommens einfach wegzunehmen?
Gerne alle Möglichkeiten zum absetzen abschaffen, aber warum sollen wir das Verdienste Geld einfach stehlen? Diese Leistungsträger finanzieren schon mehr als 75% des Haushalts und jetzt sollen sie nich mehr geschröpft werden? Warum?
Das ist nichts anderes als typisch deutsche Neid und Missgunst!

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Stäffelesrutscher 31.01.2019, 21:16
62.

Zitat von belesener01
Es stimmt zwar, dass der Steuersatz in den USA damals bei bis 90% lagen, jedoch ist das nur die halbe Wahrheit. Der effektive Steuersatz der Top-1% lag bei 42%, weil ein Großteil des Einkommens absetzbar war.
Sie verwechseln Einnahmen mit Einkommen. Von den Einnahmen können Sie viele Dinge absetzen, auch hier, nämlich die beruflichen Ausgaben. Damit landen Sie bei den Einkünften (Gewinn, Profit). Und wenn Sie dann die »Sonderausgaben« abziehen (RV, KV, PV, AV, Spenden usw.), landen Sie beim Einkommen. Nur das wird besteuert.

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Stäffelesrutscher 31.01.2019, 21:17
63.

Zitat von Volker Zorn
Es ist ein perfides Spiel, was die Linken hier treiben: Man greift denen in die Tasche, die einen sowieso nicht wählen.
Sie verwechseln da was. Am ungeniertesten greifen Söder, Merz, Sinn, Lindner und Co. in die Taschen der Armen.

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Stäffelesrutscher 31.01.2019, 21:19
64.

Zitat von spon_2297266
"Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent gilt derzeit für jenen Teil des steuerpflichtigen Einkommens, der über einem Wert von knapp 56.000 Euro liegt" Ich bleibe dabei, dass dieser Satz nicht korrekt ist.
Damit haben Sie Recht, denn der Spitzensteuersatz beträgt 45 Prozent und greift für den Teil des zu versteuernden Einkommens, das oberhalb von rund 265.300 Euro liegt.
Der Begriff »steuerpflichtiges Einkommen« ist Unfug.

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pam 31.01.2019, 21:29
65. Alles genau lesen

Zitat von insigma
Zitat: „Wer als Lediger hingegen über ein Bruttoeinkommen von knapp 55.000 Euro verfügt, kann mit Hilfe des Rechners sehen, dass er bereits zu den Top-10-Prozent der Steuerpflichtigen gehört. Diese schultern gut die Hälfte der gesamten Steuerlast. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten lag im vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt bei 50.000 Euro. Vom Durchschnittsverdiener zum Spitzensteuerzahler ist es also kein weiter Weg.“. Und so als Tipp: versuchen sie mal, mit 55k Brutto in München als Single eine Wohnung zu mieten, und schauen Sie, was danach übrig bleibt. In welcher Welt soll das gerecht sein?
Zitat: "Wer als Lediger hingegen über ein Bruttoeinkommen von knapp 55.000 Euro verfügt, kann mit Hilfe des Rechners sehen, dass er bereits zu den Top-10-Prozent der Steuerpflichtigen gehört."

Darüber könnte sich der Steuerpflichtige freuen, weil er zu den 10% der Bestverdienern gehört. Ist doch gut, oder? Haben Sie übrigens auch Ihre Steuerfreibeträge abgezogen, die senken nämlich Ihr Bruttoeinkommen möglicherweise wesentlich. Es könnte somit sein, das Sie, oder wer auch immer, von den Top 10 weit entfernt sind.

Zitat: "Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten lag im vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt bei 50.000 Euro."

Das ist falsch. Sie reden vom Bruttohaushaltseinkommen und da sind alles Haushalte drin, nicht nur Ledige, sondern eben auch die mit 2,3,4 und mehr Personen.

Zitat: "Vom Durchschnittsverdiener zum Spitzensteuerzahler ist es also kein weiter Weg."

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent gilt derzeit den Teil des steuerpflichtigen(!) Einkommens, der über einem Wert von knapp 56.000 Euro liegt. Wenn Sie 4000 Euro mehr verdienen, zahlen Sie auch nur für diese 4000 Euro den Spitzensteuernsatz.

Dazu gilt, dass das Bruttoeinkommen nicht das steuerpflichtige Einkommen ist, weil es erst um die Steuerfreibeträge gekürzt werden muss, deshalb heisst es ja auch steuerpflichtiges(!) Einkommen.

Für mich ist das Jammern auf höchsten Niveau.

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tostro 31.01.2019, 21:35
66.

Zitat von flopi3
Soli für alle weg. Spitzensteuersatz (42%) und Reichensteuer (45%) auf 43 und 46% anheben. Damit profitieren diese Gruppen zumindest auch etwas vom Wegfall des Soli‘s, den sie zu großen Teilen über Jahrzehnte zahlen durften.
Dann würden vom Wegfall des Solis immer noch hauptsächlich die Einkommensstarken profitieren. Das kann momentan nicht das Ziel sein. Die Lücke muss geschlossen werden.

Ich verstehe nicht, warum man den oberen 10% nicht einfach was wegnehmen und es den unteren 90% geben kann. Die Partei, die so etwas macht sollte nach Adam Riese bei den Wahlen ja auch profitieren. Aber leider hören die 90% dann wohl auch nur "Steuererhöhung", zucken zusammen, und wählen die Regierung ab. Verstehe, wer wolle...

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rumpyho 31.01.2019, 21:37
67. Echt jetzt ?

Der gut ausgebildete Ingenieur, Chemiker oder Informatiker verdient bei den großen Konzernen in den deutschen Metropolen zwischen 80 und 120.000 € im Jahr. Und ist dabei einer der Treiber der deutschen Wirtschaft. Dies sind meistens die Leute, die keine 37.5 Stundenwoche haben, sondern oft 50 Stunden oder mehr arbeiten.
Ich bin ohne weiteres dafür, den Spitzensteuersatz weiter anzuheben ... aber dann dort, wo das Gehalt wirklich nicht gebraucht oder reell verdient ist. Von mir aus ab 240k. Aber schon de unteren Management an die Tasche gehen will, der hat nicht verstanden, wem wir alle unseren Wohlstand verdanken.

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diefans 31.01.2019, 21:46
68.

3,3 Mio Spitzensteuerzahler sind 5% von 66 Mio. was? Steuerpflichtige? Über-18-jährige?

Der deutsche Karren wird, wenn's hoch kommt von 20 Mio. Nettosteuerzahlern gezogen. Der Rest sind Nettosteuerempfänger (also mehr Geld vom Staat als an diesen in Form von Steuern wieder zurück geht). 3.3 Mio. sind dann 16.5 % der eigentlichen Leistungsträger, die hier noch weiter beklaut und verkrault werden sollen.

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horstenporst 31.01.2019, 21:46
69.

"Eine Antwort bekam Dell nur zwei Tage später am gleichen Ort" Falsch, er bekam die Antwort direkt, und zwar von Prof. Erik Brynjolfsson, der außerdem darauf hinwies, dass solche Spitzensteuersätze keinesfalls dem Wirtschaftswachstum schaden! Siehe: https://twitter.com/nowthisnews/status/1090875579815981056

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