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Steuervorteile: VW-Chef Müller für Abschaffung von Diesel-Privilegien
DPA

Fachleute und Umweltexperten fordern seit Langem, die Steuervorteile für Dieselkraftstoff abzuschaffen. Jetzt schwenkt auch Volkswagens Konzernchef Matthias Müller auf diesen Kurs ein.

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issernichsüss 11.12.2017, 11:26
100. Welche Rolle spielt der Konsument?

Zugegeben, VW und sein Top-Management habe ich schon längst als unzurechnungsfähig und unberechenbar für mich abgeschrieben. Aber was mich immer noch bestürzt und fassungslos macht, sind die VW-Konsumenten, welche doch offensichtlich unbelehrbar und beratungsresistent VW die Treue halten.
Denn nur durch solche Unterstützung ist es doch überhaupt möglich, dass solcherart geratene VW-Vorstände diese Kunden immer noch weiter schädigen und damit über den Tisch ziehen.

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Proletheus 11.12.2017, 11:33
101. Diesel"subvention"

Ich hab's langsam satt, dass Staat und Medien von einer Dieselsubvention (für's Dieselfahren gibt's kein Geld vom Staat) sprechen und unser grünes Schäfchenvolk auch noch gerne mitmacht: Ja, lieber Staat, zieh' uns bitte noch mehr Geld aus der Tasche!

Wie wär's denn damit: Anstatt die Steuer auf Dieselkraftstoff auf das Niveau von Ottobenzin anzuheben, senken wir die Steuer auf Ottobenzin auf das Niveau von Dieselkraftstoff? Dann wären auch beide Motorarten gleich behandelt und obendrein lässt sich das vorgegebene Ziel, in Zukunft kein einziges Dieselauto in Deutschland mehr zu verkaufen und Dieselfahrer dazu zu nötigen, umgehend Geld für ein neues Ottofahrzeug auszugeben, auch erreichen. Oder realistisch: Wir senken die Mineralölsteuer genau soweit, dass sich mit dem Wegfall des ermäßigten Satzes für Diesel das gleiche Steueraufkommen ergibt?

Aber klar, sowas wird nicht passieren: Genauso wie bei Fukushima wird die Panik der Bevölkerung ausgenutzt, um ihr noch tiefer in die Tasche zu greifen. Und wir lassen es gerne mit uns machen, verlangen sogar noch danach!

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pittiken 11.12.2017, 11:41
102.

Zitat von mm_spiegel
Ja da die steuer niedriger ist als bei Benzin oder auch Strom. 1l Diesel hat einen Energiegehalt von 10kWh als 5ct/kwh Bei Diesel vs ca 9 ct (7ct EEG+2ct Stromsteuer ) bei strom
Eine Subvention (von lat. subvenire = „zu Hilfe kommen“, Unterstützung) ist eine Leistung aus öffentlichen Mitteln an Betriebe oder Unternehmen.

Nur weil Diesel weniger besteuert wird als Benzin, ist das noch lange keine Subvention. Es gibt auch eine unterschiedliche Kfz-Steuer für Benziner und Diesel. Ist auch keine Subvention. Bei Lebensmittel gibt es auch unterschiedliche Besteuerung, ist auch keine Subvention.

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Justitia 11.12.2017, 11:58
103.

Zitat von mm_spiegel
Ja da die steuer niedriger ist als bei Benzin oder auch Strom. 1l Diesel hat einen Energiegehalt von 10kWh als 5ct/kwh Bei Diesel vs ca 9 ct (7ct EEG+2ct Stromsteuer ) bei strom
Bemessungsgrundlage für die Mineralölsteuer ist in Deutschland nicht der Energiegehalt sondern eine Volumeneinheit.

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H-Vollmilch 11.12.2017, 12:02
104.

Zitat von pittiken
Eine Subvention (von lat. subvenire = „zu Hilfe kommen“, Unterstützung) ist eine Leistung aus öffentlichen Mitteln an Betriebe oder Unternehmen. Nur weil Diesel weniger besteuert wird als Benzin, ist das noch lange keine Subvention. Es gibt auch eine unterschiedliche Kfz-Steuer für Benziner und Diesel. Ist auch keine Subvention. Bei Lebensmittel gibt es auch unterschiedliche Besteuerung, ist auch keine Subvention.
Wie oft denn noch?
Auch die geringere Besteuerung eines bestimmten Guts ist eine Form der Subvention. Ist das denn so schwer zu verstehen?

Am Beispiel des Diesels ist es doch ganz einfach. Die niedrigeere Besteuerung des Diesels kommt Vielfahrern kostentechnisch zu gute. Daher ist es eine klare Subvention.

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jupp78 11.12.2017, 12:10
105.

Zitat von mm_spiegel
Ja da die steuer niedriger ist als bei Benzin oder auch Strom. 1l Diesel hat einen Energiegehalt von 10kWh als 5ct/kwh Bei Diesel vs ca 9 ct (7ct EEG+2ct Stromsteuer ) bei strom
Nur ist die EEG-Umlage keine Steuer, sondern die planwirtschaftliche Kostenkomponente der Stromerzeugung.
Bei Strom ist die Steuer klar am niedrigsten (oder die Subvention am höchsten ;)).

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Zuversicht 11.12.2017, 12:18
106. Ist die Wissenslücke wirklich so stark ausgeprägt?

Ich kann ja verstehen, dass man sich als Dieselfahrer mit Händen und Füßen dagegen werden will, aber ab 2023 soll in der EU Kraftstoff nach dem Energiegehalt versteuert werden. Und zwar nicht schrittweise angepasst wie das Her Müller vorschlägt, sondern von heute auf morgen. So gesehen sollten die Forenkritiker ihm sogar dankbar sein, will er den Übergang doch deutlich abfedern.
Der Diesel wurde deshalb steuerlich subventioniert, weil Nutzfahrzeuge früher mit Diesel betrieben wurden und somit Gewerbebetriebe entlastet werden sollten. Die Anhebung der KFZ-Steuer war ein Ausgleichsmechanismus um die wegfallenden Steuererträge zu kompensieren. Damals gab es kaum Diesel-PKW und wenn, wurden sie als Traktoren bezeichnet.

Für die Automobilbranche sind Diesel-PKW eine Cashcow, denn sie sind in der Herstellung minimal teurer als Benziner, werden aber mit deutlich höheren Preisen an den Endkunden verkauft. Der Verbrauchsunterschied zwischen Diesel und Benziner beträgt zurzeit knapp 1 Liter zu Ungunsten des Benziners.
Hätten wir diese niedrigere Besteuerung des Dieselkraftstoffes nicht in Deutschland bzw. Europa, würde es kaum Diesel-Pkw auf den Straßen geben. Auch der Wirkungsgrad der Diesel ist mehr als bescheiden und liegt deutlich unter den immer zitierten Werten.

Der Vorteil eines E-Fahrzeuges liegt daran, dass es vollkommen egal ist, mit welcher Quelle der Strom erzeugt wird. Nimmt die BRD es endlich ernst mit der Energiewende, wird jeder bis dahin in Betrieb befindliche E-Wagen automatisch weniger Schadstoffe ausstoßen. Das schafft kein fossiles Fahrzeug.
Und wenn der Akku nach rund 10 Betriebsjahren bei normalen Fahrleistungen um die 15 bis 20.000 km p.A. an Leistung verliert, wird er ausgebaut, der Wagen bekommt einen neuen und der alte Energiespeicher wird noch auf Jahre in stationären Speicherlösungen weiter genutzt, bevor er nach rund 20 bis 25 Jahren wieder recycelt wird und in den Stoffkreislauf zurückkehrt.
Eine umweltfreundlichere Antriebsart wie den E-Motor haben wir nicht. Deutschland gibt für fossile Energieimporte mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr aus. Das Geld könnte zum Großteil eingespart werden, würden wir endlich auf regenerative Energien umsteigen.

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tinnytim 11.12.2017, 12:19
107.

Da selbst im Subventionsbericht des Bundes, in dem bei weitem nicht alles steht, die Dieselsubvention als solche aufgeführt ist, können wir uns die Haarspalterei um den Begriff Subvention bei dem Thema sparen

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Justitia 11.12.2017, 12:19
108.

Zitat von H-Vollmilch
Wie oft denn noch? Auch die geringere Besteuerung eines bestimmten Guts ist eine Form der Subvention. Ist das denn so schwer zu verstehen? Am Beispiel des Diesels ist es doch ganz einfach. Die niedrigeere Besteuerung des Diesels kommt Vielfahrern kostentechnisch zu gute. Daher ist es eine klare Subvention.
Ja das ist schwer zu verstehen, weil es schlicht und einfach falsch ist, auch wenn Sie wie oft denn noch das Gegenteil behaupten. Eine Subvention kann nach der Legaldefinition in §264 StGB nur einem Unternehmen zugute kommen und setzt eine Leistung aus öffentlichen Mitteln voraus. Genau das ist bei der Besteuerung von Diesel nicht gegeben. Weder das Mineralölunternehmen noch der Endkunde erhalten eine staatliche Leistung. Es handelt sich vielmehr um eine Steuerermässigung oder Steuerbegünstigung.

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prinzbernhard 11.12.2017, 12:21
109. Wer muss jetzt verklagt werden ...

Brüssel wirft der Bundesrepublik vor, sie habe VW nicht für die Manipulation von Schadstoffwerten bei Dieselautos bestraft und halte Informationen über technische Daten zurück. Hersteller dürfen Diesel-Nachrüstung von Steuer absetzen. Käufer bleiben auf ihren Kosten sitzen. Autobesitzer dagegen können die Wertminderung ihrer Fahrzeuge nicht steuerlich absetzen. Das hatte die Regierung bereits kurz nach Beginn der Diesel-Affäre im Fall Volkswagen klar gestellt. Und jetzt kommt Herr Müller um die Ecke mit dieser dreisten Forderung und verlangt die Diesel-Subventionen ab zu schaffen, obwohl es gar keine Subventionen sind. Wie lange lässt man sich das noch gefallen von Industrie und Politik, zieht sich durch wie ein roter Faden in allen Bereichen. Wir schaffen Euch.

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