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Stiftung Warentest: 10 von 24 Olivenölen sind "mangelhaft"
REUTERS

Bei Olivenöl greifen die Deutschen gerne zu günstigen Mischprodukten aus dem Supermarkt. Doch viele davon schmecken "ranzig oder alt", meint die Stiftung Warentest. Am besten schneiden die Öle vom Discounter ab.

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syracusa 25.01.2017, 12:06
20.

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
Was die Stiftung Warentest mal wieder zu erwähnen vergisst: Olivenöl lässt sich mit allen gängigen Analysemethoden nicht von Erdnussöl unterscheiden. In Italien kostet der l Olivenöl in der Produktion etwa 10 - 12 € (Kosten des Bauern, Ladenpreis müsste dann das 2 1/2 bis 3-fache sein), der l Erdnussöl im Tank aus den USA importiert 0,55-0,75 €. Deshalb sind i.d.R. in allen gemischten "Olivenölen" 70-90% Erdnussöl enthalten, nur so sind die Preise des Olivenöls in den europäischen Supermärkten realisierbar..
Zur Erläuterung: je nach Olivensorte und Erntejahr braucht man etwa 8 bis 10 kg Oliven für einen Liter Olivenöl "nativ extra". Die Ernte von Oliven ist weitaus mühsamer als beispielsweise die von Kirschen. In Italien wäre die Produktion von Oliven ab einem Kilopreis von 3,50 Euro kostendeckend. Der Marktpreis für Oliven beträgt derzeit aber deutlich unter 2 Euro, ist also nur durch Selbstausbeutung der Olivenbauern erreichbar. Ein Literpreis von 5 Euro für Olivenöl "nativ extra" für Endkäufer ist also untere allen Umständen vollkommen unerreichbar.

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adolfo1 25.01.2017, 12:10
21. Testergebnisse fraglich?

Wenn ich einen Zeitungsartikel richtig in Erinnerung habe, so beträgt der deutsche Konsum von Olivenöl gerade mal 2 L pro Jahr. Ein Test kann natürlich Ergebnisse über den Inhalt von Schadstoffen aufzeigen, aber der Geschmack (bitter etc) ist wie beim Wein Geschmacksache. Verweise hierbei auf eine Leserzuschrift anläßlich der letzten Testergebnisse, wobei ein deutscher Olivenanbauer, der in Italien Bio-Olivenöl erzeugt darauf hingewiesen hat, dass sein Öl, stammend aus der ersten Kaltpressung (Tropföl) bei jedem Test hierzulande
aufgrund des bitteren Geschmacks durchfallen würde. Erlaube mir die Meinung hierzu, weil ich nicht nur über ein Jahrzehnt Erfahrung in Spanien gesammelt habe, sondern auch als Restaurantinhaber (mediterrane Küche) entsprechende Erfahrung besitze. Privat verwenden wir zweierlei Öle, zum Kochen ein Öl mit neutralem Geschmack, für Salate etc. ein Tropföl mit stärkerem Geschmack. Der Geschmack richtet sich natürlich u.a. auch nach der Olivensorte, Anbaugebiet, Säuregehalt und nach den bekannten offiziellen Qualitätseinstufungen.

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c.PAF 25.01.2017, 12:16
22.

Zitat von Frittenbude
Braucht die Stiftung Warentest mal wieder einen (vermeintlichen) Aufreger, um nicht gänzlich in Vergessenheit zu geraten? Wir halten fest: Offenbar keine Grenzwerte überschritten, aber trotzdem etliche "mangelhaft" verteilen, weil es den Testern (subjektiv) nicht schmeckt. Diese SW hat ihre Daseinsberechtigung längst verloren.
Ihre Meinung. Und schön, wenn Ihnen ranzig schmeckendes Olivenöl reicht oder gar besser schmeckt als gutes Olivenöl.

Ebenfalls schön, wenn ihnen Mineralöl im Speiseöl nichts ausmacht. Für mich hat es da nichts zu suchen, und vor allem wundere ich mich, wie es da reinkommt? Bewußt beigemischt, um nochmal einen Cent zu sparen, oder so unsauber gearbeitet, daß ich garnicht wissen möchte, wie die Produktionsanlagen aussehen.

Übrigens, Qualität hat nichts mit dem Einhalten von Grenzwerten zu tun...

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ace.of.spades 25.01.2017, 12:21
23. Nun ja ...

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
Die Frage mit den Erdnuss-Allergikern habe ich mir in dem Zusammenhang auch schon gestellt. Wenn sie recht haben, sind meine Informationen vielleicht falsch - (siehe aber auch Beitrag 13 von emporda, der ihrem widerspricht). Ich kann nur wiedergeben, was man mir vor einigen Jahren in Kalabrien anvertraut hat.
Ich neige zu der Ansicht, daß Ihnen jemand einen Bären aufgebunden hat. Natürlich kann es sein, daß sehr billiges Öl mit allem Möglichen gestreckt ist, aber Erdnussöl dürfte eine eher seltene Ausnahme sein, da es geschmacklich heraussticht und chemisch einfach nachweisbar ist.

Ohne Sie hier angehen zu wollen: Ich wäre in Foren stets vorsichtig mit Pseudo-Fakten, die mir Irgendjemand in irgendeinem anderen Land oder Ort "vertraulich" zugesteckt hat.

Aber Sie haben in einem Punkt vollkommen Recht: Ein gutes Olivenöl kann nicht gleichzeitig billig sein! Selbst hier in Kalifornien, wo ich lebe, ist das mittlerweile für seine ausgezeichnete Qualität und Reinheit bekannte und weltweit von Spitzenköchen verwendete kalifornische Olivenöl nicht unter 15 Dollars pro Liter zu bekommen - und das dann auch nur als Sonderangebot.

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peter_freiburg 25.01.2017, 12:25
24. Gute Kriterien zur Beurteilung

Hier noch ein paar Tipps:
1. Immer darauf achten, dass hinten drauf steht von WEM abgefüllt wurde (und das sollten regionale Betriebe sein). Wenn nur darauf steht FÜR wen (Edeka, Rewe etc.) - Finger weg.
2. Gutes Olivenöl schmeckt frisch, grasig, nach frischen Oliven.
3. Gutes Olivenöl hat eine nicht unerhebliche Schärfe im Abgang. Also am besten einen Löffel pur probieren. Wenn es ein paar Sekunden nach dem Schlucken hinten ordentlich bitzelt, ist das schon mal ein gutes Zeichen.
4. Wie viele schon schrieben, für 5€ den Liter KANN es nicht gut sein...

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sarang he 25.01.2017, 12:29
25.

Der Welthandelspreis von Olivenöl extra vergine lag Dez. 2016 auf einem für Oivenöl hohen Niveau von rund 3,73 Euro/kg entsprechend 2,39 pro 0,7 l.
Erdnussöl lag zur gleichen Zeit bei runf 1,43 Euro/kg.

Wenn man andere Rohstoffindizes mit den Lebensmittelpreisen vergleicht sind 3,99 für 0,7 l Olivenöl extra vergine schon machbar.

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tempus fugit 25.01.2017, 12:33
26. Ja?...

Zitat von christherz
Hat eigentlich schon mal jemand eventuelle Verflechtungen der Stiftung Warentest mit Discountern unter die Lupe genommen? Dass unter den Top 3 einer untersuchten Produktgruppe jeweils ein Eigenprodukt von Lidl und Aldi stehen, ist ja nun schon seit verlixt langer Zeit ein Running Gag und kann nun wirklich von niemandem mehr ernstgenommen werden.
...LIDL ist bsplsw. in Italien seit 2 oder 3 Jahre Sieger geworden im Einzelhandelsvergleich...

Ja, und verkaufen auch in Italien 'Olivenöl' - Italienern...

Meine Bekannten und Verwandten in Italien auch!

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stockfisch1946 25.01.2017, 12:37
27. outsider-realist

Ich bin Ihrer Meinung, und ich möchte nicht, dass ein Produkt nur einmal im Leben getestet wird. Schon gar nicht ein Lebensmittel. Der Stiftung Warentest pauschal unseriöse Methoden zu unterstellen sollte eigentlich justitiabel sein. Zumindest ist es eine Frechheit.

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markus.pfeiffer@gmx.com 25.01.2017, 12:37
28. Bleibst die Betriebswirtschaft

Trotzdem leiben die Betriebswirtschaftlichen Überlegungen: ich ging ja von 8-12 € pro Liter beim Bauern aus, ein anderer Forist sogar von wesentlich mehr (kostendeckend 3,50 € pro Kilo Oliven bei 8-10 Kilo pro Liter Öl; in Selbstausbeutung immer noch 2 e /Kilo mal 8-10).

Mit Zwischenhandel, Abfüllung, Vertieb (inkl. Transport), Handel und Steuer können sie so einen Preis locker mit 3 multiplizieren, Minimum mit bei großen Mengen 2,5. Also kommen wir am Ende je nach verwendeten Extremen in den Werten 30 - 110 € pro Liter raus, niemals aber 4,99.

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eckbusch 25.01.2017, 12:40
29. Für 5 Euro kein Mist

syracusa:
Ich habe im November 2016 ganz frisch gepresstes Olivenöl auf der Kyklade Paros, in Pareikia, Ortsteil Kakapetra, beim Kleinbauern bekommen für 5 Euro pro Liter im 10 l-Kanister (Reise mit Auto). Es war das bisher beste Öl meines Lebens. Ich habe dort in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gefragt, ob ich ein schlechtes Gewissen haben müsste, Stichwort Ausbeutung. Man antwortete mir, der Bauer sei hochzufrieden, da er von seiner Mühlenorganisation weniger erhalte. Leider ist der Kanister schon leer, denn wir (2 P.) verbrauchen einen Liter pro Woche.

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