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"Stimmt's oder hab ich Recht?": Wann Sie Mahngebühren zahlen müssen - und wann nicht
DPA

Wenn Sie vergessen haben, eine Rechnung zu begleichen, fallen bisweilen teure Mahngebühren an. Nicht immer müssen Sie diese wirklich zahlen. Ein Überblick über Ihre Rechte.

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Leser161 01.02.2015, 10:28
1. Details

"Beauftragt Ihr Vertragspartner allerdings einen Anwalt oder ein Inkassounternehmen, kann der Verzug für Sie rasch sehr teuer werden"

Hier wären doch Details interessant gewesen.

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Zaunsfeld 01.02.2015, 11:19
2.

... Hier gilt der rechtliche Grundsatz: "Geld hat man zu haben". Wer keins hat, ist immer selbst schuld. ...


Toller Spruch. Den muss ich mir unbedingt merken.

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uk2011 01.02.2015, 11:27
3.

Zitat von Zaunsfeld
... Hier gilt der rechtliche Grundsatz: "Geld hat man zu haben". Wer keins hat, ist immer selbst schuld. ... Toller Spruch. Den muss ich mir unbedingt merken.
Das bezieht sich darauf, daß man immer das Geld für eine bestellte Leistung haben muß.

Sie können nicht einfach Ihre Waschmaschine reparieren lassen und hinterher feststellen: "Oh, kein Geld da!"

Von Ihrem Arbeitgeber wollen Sie auch immer Geld sehen, auch wenn es dem schlecht geht. Das Arbeitsamt soll auch immer Geld zahlen, selbst wenn die Kassen leer sind.

Die Welt wäre um einiges einfacher, wenn man nach dem Grundsatz: "Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg' auch keinem and'ren zu." handeln würde.

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ollimorp 01.02.2015, 11:32
4.

"180 Euro hat die Reparatur Ihrer Waschmaschine gekostet - kein Wunder, dass Sie die Rechnung erst mal zur Seite gelegt haben. "
Trifft die von SPON verbreitete Sozialismusstimmung auf den Punkt. Der böse Kapitalistenhandwerker soll gefälligst meine Waschmaschine bei Anruf reparieren. Auch Sonntag morgens um halb 4... aber gezahlt wird wann ich will, denn meine 20-Stunden Woche ist anstrengend genug

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matschi 01.02.2015, 11:32
5.

"(...) Verzugszinsen (...) Die betragen gegenüber Verbrauchern fünf Prozent über dem Basiszinssatz (...)"

1. Es muss natürlich fünf Prozent_punkte_ über dem Basiszinssatz heißen. Klassischer Anfängerfehler. Wären es nur fünf Prozent wären die Verzugszinsen ja momentan sogar negativ... ;)

2. Relativ häufig werden die Kosten einer verzugsbegründenden Mahnung durch AGBs den Schuldner auferlegt. Dies dürfte grds. auch zulässig sein, soweit die Mahnkosten einen angemessenen Betrag nich übersteigen. Oder irre ich mich da?

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Cypher 01.02.2015, 11:34
6. Verständnisproblem

"...Wie immer gibt es Ausnahmen: Die wichtigste betrifft Geldforderungen...."

Das verstehe ich nicht. Rechnungen sind doch immer Geldforderungen. Derjenige, der die Leistung erbracht hat, fordert dafür Geld.
Am Ende des Artikels wird aber festgestellt, daß die Rechnung für die Reparatur der Waschmaschine nicht unter die Ausnahmen falle.

Was ist hier gemeint?

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guybrush144 01.02.2015, 11:37
7. iudex non calculat, Rechtsanwalt offenbar ebenfalls nicht

Die Behauptung, der Verzugszins gegenüber dem Verbraucher liege 5 Prozent über dem Basiszins (derzeit -0,83%) ist falsch. Das wären -0.7885 %, die Forderung des Verbrauchers würde sogar schrumpfen. Korrekt sind 5 ProzentPUNKTE, das sind dann 4,17 %. Mit Verlaub, ein typischer Fehler unter Referendaren, der einem ehemaligen (?) Rechtsanwalt nicht passieren sollte.

Der Autor verschweigt auch, dass noch höherer Schaden geltend gemacht werden kann, wenn er tatsächlich angefallen ist. Und seit Juli 2014 eine Pauschale von 40 Euro.

Das steht übrigens alles im Paragraph 288 BGB, kostenlos erhältlich, anders als das Buch des Autors, das hier beworben werden soll.

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luttz 01.02.2015, 11:53
8.

Und genau dieses "Geld hat man zu haben" führt dazu, dass man in zivilrechtlichen Fällen häufig lieber kleinere Summen zahlt, als durch Gerichtskosten bei unwägbarem Ausgang - oder schlicht zu wenig Geld, um diese vorzustrecken - am Ende in die Privatinsolvenz zu gehen. Gerade bei Miet(minderungs)streitigkeiten, Urheberrechtskonflikten und eben Handwerkerleistungen sind moralisch subjektives Recht (die vereinbarte Leistung ist nicht voll erbracht worden, also zahle ich nicht voll) und gesetzliches Recht (der Handwerker war aber XYZ Stunden beschäftigt, sie Wohnung nicht 100% nach Vorschrift gelüftet und der Download unbewusst auch ein Upload) oft zu weit auseinander, um den Ausgang eines Verfahrens korrekt vorherzusagen.

Bezüglich "was man bestellt, muss man auch bezahlen können": Wenn die Handwerker sich nicht beharrlich gegen vorher vereinbarte Preise wehren würden (z.B. Zeitwert des zu reparierenden Geräts), wäre das ja auch möglich. Aber wenn er dann 10 Stunden werkelt und es trotzdem nicht funktioniert, gibt es eine dicke Rechnung, weil er ja Arbeitszeit investiert hat. Der Grund, warum es nicht funktioniert, muss natürlich nicht bei ihm liegen, aber dieses Risiko lässt mich Handwerker vermeiden, wo immer es geht (Selbstreparatur/Neukauf). Ob das im Interesse der Zunft ist, weiß ich auch nicht.

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avada~kedavra 01.02.2015, 12:04
9. Nun

Zitat von guybrush144
Die Behauptung, der Verzugszins gegenüber dem Verbraucher liege 5 Prozent über dem Basiszins (derzeit -0,83%) ist falsch. Das wären -0.7885 %, die Forderung des Verbrauchers würde sogar schrumpfen. Korrekt sind 5 ProzentPUNKTE, das sind dann 4,17 %. Mit Verlaub, ein typischer Fehler unter Referendaren, der einem ehemaligen (?) Rechtsanwalt nicht passieren sollte. Der Autor verschweigt auch, dass noch höherer Schaden geltend gemacht werden kann, wenn er tatsächlich angefallen ist. Und seit Juli 2014 eine Pauschale von 40 Euro. Das steht übrigens alles im Paragraph 288 BGB, kostenlos erhältlich, anders als das Buch des Autors, das hier beworben werden soll.
im BGB § 288 Abs. 5 steht aber auch genau ausgewiesen - und dies ist wohl bei den meisten Menschen der Fall - Zitat von BGB
(5) Der Gläubiger einer Entgeltforderung hat bei Verzug des Schuldners, , außerdem einen Anspruch auf Zahlung einer Pauschale in Höhe von 40 Euro.
Diese 40 Euro Pauschale gilt also wiederum nur im Geschäftsbereich und ist somit als Ergänzung zum HGB zu sehen und als Zugeständnis zur Umsetzung einer Richtlinie des Europäischen Parlaments.
Nicht dabei zu vergessen ist folgende Aussage von
Zitat von § 34 BGBEG
Die §§ 271a, 286, 288, 308 und 310 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der seit dem 29. Juli 2014 geltenden Fassung sind nur auf ein Schuldverhältnis anzuwenden, das nach dem 28. Juli 2014 entstanden ist. Abweichend von Satz 1 sind die dort genannten Vorschriften auch auf ein vorher entstandenes Dauerschuldverhältnis anzuwenden, soweit die Gegenleistung nach dem 30. Juni 2016 erbracht wird.
^^ Merke: wenn schon "klugscheißen", dann bitte richtig. ;-)

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