Forum: Wirtschaft
Stopp für Stadtrand-Shopping: Zurück ins Zentrum

Leere Geschäfte, zugeklebte Schaufenster, verlassene Innenstädte - Discounter und Handelsriesen locken Menschen zum Einkaufen in Randgebiete und ruinieren die Konkurrenz im Zentrum. Diese schöpft nun Hoffnung durch ein neues Urteil: Bekommen die Stadtflüchtigen ab sofort die Grenzen aufgezeigt?

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Zyklotron 19.12.2009, 14:46
1. CentrO.

Das Alt-Oberhausener Stadtzentrum hatte nie so besonders viel zu bieten, wie es im Bericht klingt. Oberhausen selbst hat durch das CentrO. nur gewonnen.
Ich muss es wissen, ich bin in Oberhausen groß geworden.

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Knütterer 19.12.2009, 14:54
2. Richtig...

Zitat von sysop
Leere Geschäfte, zugeklebte Schaufenster, verlassene Innenstädte - Discounter und Handelsriesen locken Menschen zum Einkaufen in Randgebiete und ruinieren die Konkurrenz im Zentrum. Diese schöpft nun Hoffnung durch ein neues Urteil: Bekommen die Stadtflüchtigen ab sofort die Grenzen aufgezeigt?
.. geurteilt!

Der von angeblich "visonären" Politikern, die sich, warum auch immer, gerne vor den Karren der "Grossen" spannen liessen, eingeleitete Exodus der Kernbereiche hat jetzt hoffentlich ein deutliches Signal zur Rolle rückwärts bekommen!

Hier in Alzenau,an meinem 2. Wohnort, hat man in den vergangenen Jahren mit einem drastischen Umbau des Kernbereichs städtebauliche Signale gesetzt und gleichzeitig die Ansiedlung von Discountern in grossem Stil ermöglicht, somit ein zu vermutender Widerspruch in sich!

Fazit: die Hanauer-Straße, einst Dreh- und Angelpunkt für den kompletten Einkauf, und somit auch sozialer Kontaktpunkt der Einwohner, ist zwar nur 1/10 so groß, wie der Zentralfriedhof von Chicago, aber am Abend ab 18.30 Uhr doppelt so tot!

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halebob 19.12.2009, 14:55
3. Städte selbst schuld

Am "Ausbluten" der Zentren sind doch die Städte selbst schuld. Wer sich die Mietpreise im Zentrum Münchens ansieht, kann verstehen, dass dort immer mehr Traditionsgechäfte verschwinden. Als Resultat besteht der größte Teil der Innenstadt nur noch aus Ramschketten (siehe Sendlingerstrasse), Versicherungen und Banken, die sich die horrenden Preise noch leisten können. Diese verfehlte Städtepolitik ist es, die die Menschen aus der Stadt treibt, nicht der Aldisupermarkt am Stadtrand.

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ede1103 19.12.2009, 15:02
4. na toll

na toll - erst wird man als autofahrer mit allen mitteln aus der stadt verdrängt (unverschämte Parkgebühren, hohe Politessendichte, lange Fusswege zu dem Parkplätzen und hohe Warenpreise als folge der hohen Mieten) und dann soll man dahin zurückgezwungen werden.
Ich denke die Menschen werden nicht alle zurückkehren sondern vermehrt das Internet und den Versandhandel benutzen

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tjacob 19.12.2009, 15:09
5. Es sind die Menschen die dort einkaufen wollen...

... und nicht die bösen Konzerne. Die Mehrheit der Menschen zumindest. In großen, preisgünstigen Einkaufszentren in denen man alles bekommt, in denen es sauber und sicher ist und die man gut mit dem Auto erreichen kann, die dann dort auch geparkt werden können.

Hier geht es also ganz klar darum, dass die Interessen der kleinen, aber politisch einflussreichen Gruppe der Innenstadtbewohner, der Lokalpolitiker etc., vor die der
Mehrheit gestellt werden. Im Gesetz zumindest, was wieder so vage ist, dass es praktisch ausgelegt werden kann, wie
die es Richter wollen. Und nun haben Richter (die wo genau wohnen? Und die viel mehr als der Durschnittsdeutsche verdienen) nun beschlossen, dass in einem speziellen Fall dieses Gesetzt bedeutet, dass der Bau eines Supermarktes verboten werden kann.

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Nbass 19.12.2009, 15:13
6. Was wird man uns denn noch vorschreiben?

Ich kann dieses ständige reglementieren einfach nicht mehr nachvollziehen. Warum fragt denn keiner wieso die Innenstädte verweisen. Offensichtlich sind sie nicht mehr konkurrenzfähig, und ich genieße den Komfort eines kostenlosen Großparkplatzes vor der Haustür unseres Saturnmarktes in Gießen. Der ist am Stadtrand, man mag es kaum glauben. Dort ist nämlich auch Platz für die Parkflächen. Wenn ich in die Innenstadt fahre stehe ich an mehr Ampeln --> Thema CO2 etc. suche länger nach einem Parkplatz und wenn ich Glück habe und einen finde dann muss ich auch noch kräftig dafür bezahlen.
Ich befinde mich zur Zeit in Bangkok weil ich hier mein Auslandssemester absolviere, zentralisiert ist hier garnichts. Es gibt im Radius von 5km um jeden beliebigen Ort in den Stadt ein Einkaufszentrum, eine Stadtmitte gibt es nicht. Die ist zwar traditionell Europäisch aber nicht wirklich praktisch. Hier kann ich zum einkaufen laufen, das kann ich zuhause nicht. Gut die Thais tun es nicht, aber dafür kann ich nun auch nichts. Jedenfalls ist diese dezentrale Lösung nicht das schlechteste und ich weiß nicht warum wir uns immer so unglaublich schräg stellen müssen wenn es darum geht den Zeitgeist zu Akzeptieren und der liegt nunmal in Einkaufszentren (Malls) die dezentral sind sowie beim Einkauf bei größeren Ketten (Media Markt, Aldi, etc) warum das so ist? Weil ich persönlich mir die 100-200€ mehr für das gleiche Fernsehgerät beim "kleinen Fachhändler" nicht leisten kann und will. Sorry, but thats Marktwirtschaft(OH Mann, gerade gesehen... Ich bin es so gewöhnt Englisch zu schreiben hier dass es mir nicht mal aufgefallen ist, jetzt bleibt es, ich finds nämlich lustig). Aber die haben wir deutschen ja sowieso nicht verstanden... Was teilweise zugegebenermaßen sehr gut ist (nicht das jemand denkt ich wolle unsere soz. Marktwirtschaft schlecht reden)

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peterbruells 19.12.2009, 15:18
7.

Zitat von Zyklotron
Das Alt-Oberhausener Stadtzentrum hatte nie so besonders viel zu bieten, wie es im Bericht klingt. Oberhausen selbst hat durch das CentrO. nur gewonnen. Ich muss es wissen, ich bin in Oberhausen groß geworden.
Das kann ich nur bestätigen. Bin als Essener Anfang der 80er in Oberhausen zur Schule gegangen und war öfter mal im Zentrum. Kein Vergleich mit dem Essens zur gleichen Zeit, nur das Kino war halt näher.

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mynona4 19.12.2009, 15:20
8. Eintrittsgeld

Solange ich in einer Innenstadt von Parkuhren und Parkscheinautomaten begrüsst werde, kommt für mich der Innenstadteinkauf nur im Ausnahmefall in Frage.
Kurzzeitparkplätze für Parkscheiben oder 10-Cent Parkuhren für die, die keine Parkscheiben haben, sucht man in den meisten Innenstädten vergeblich.
Die Botschaft ist für mich klar und deutlich: Als Kunde ist der Pöbel aus dem Umland nicht erwünscht.
Im Notfall mache ich zwar durchaus auch mal einen halbstündigen Fußmarsch (ist ja gesund) - aber normalerweise respektiere ich die Wünsche der Stadtbewohner - und lasse sie in Ruhe.
Und bevor ich einen Euro in einen Parkscheinautomaten werfe, gebe ich lieber 10 Euro für den Weg zu einer alternativen Einkaufsmöglickeit aus.
Um jetzt die Auswärtigen doch dazu zu bringen, sich abzocken zu lassen, bleibt nur noch der Ausweg, die Alternativen mt einer nicht ganz so unverschämten Abzocke zu verhindern?
Ganz ehrlich: Ist es erforderlich, dass ich mich für einen banalen Artikel eine dreiviertel Stunde durch einen Lifestyle-Einkaufs-Schicki-Micki-Erlebniswelt durchkämpfe, wenn ich in einem kompakten Discounter innerhalb von 10 Minuten den Artikel habe, der zu 95% meinen Ansprüchen genügt?
Muss es sein, dass ich zwischen 24,8 verschiedenen Vollwaschmitteln das raus suche, das mich in der Werbung am dreistesten anlügt?
Und dann gehen 25% meinen Umsatzes (Karstadt!!) an den Immobilienbesitzer?

Wenn die Verantwortlichen mich in ihren Innenstädten haben wollen, dann sollen sie auch was dafür tun.

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peterbruells 19.12.2009, 15:26
9. Welche fußlahme Senior in einer Großstadt

wohnt denn in Gehnähe zum Zentrum?

Wie wäre es mit einer vernünftigen Anbindung durch öffentlichen Verkehr?

Aber bei 2,10€ pro Nase in die Stadt (1 km Fußweg bei guten Wetter) fahre ich bei dem Wetter doch lieber mit dem Wagen an den Ortsrand, wo es eine durchaus attraktive kleine Mall gibt.

Das Gedränge ist irgendwie weniger schlimm als in der Innenstadt und es stinkt nicht überall nach Zigaretten.

(Ne, ehrlich, ich weiß, dass mich der Rauch draußen nicht umbringt. Ist trotzdem unangenehm, hinter Rauchern hinterherzugehen.)

Und weniger Leute sind in der Mall nicht beschäftigt. Eher weniger, wenn ich sehe, dass das Toilette geputzt werden, ein Infostand besetzt wird und anscheinend eine Kinderbelustigung betrieben wird.

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