Forum: Wirtschaft
Strafzölle als Druckmittel des US-Präsidenten: Trumps Trumpf
Leah Millis / REUTERS

Drohung, Verhandlung, Deal: US-Präsident Trump provoziert bilaterale Handelskrisen - um sie dann zu seinen Gunsten zu lösen. Dabei dienen ihm Strafzölle als Lieblingsdruckmittel. Doch die Strategie verliert an Wirkung.

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ayee 15.06.2019, 10:08
1. Welche großen Siege hat er mit Zöllen denn eingefahren?

Also ich kann mich an keinen Sieg durch Handelszölle gegenüber bedeutenden Wirtschaftspartnern erinnern. Gegenüber China gibt es bislang keinen Sieg, gegenüber der EU auch nicht. Vielleicht mag das mit Mexiko klappen, aber gegenüber Wirtschaftsräumen, gleichen Kalibers wird das schwierig. Und da hilft es auch nicht, wenn er die Handelsbilanzen aufführt, die zu Ungunsten Amerikas sind. Im Falle China basiert ein guter Teil des amerikanischen Wohlstandes auf diesen Einfuhren. Im Falle Europa würde mich mal interessieren, ob die Umsätze der Digitalwirtschaft in der Handelsbilanz auftauchen. Europa und China haben ihrerseits genügend Druckmittel und können es sich erlauben, Trump einfach auszusitzen.

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Kritik 15.06.2019, 10:10
2.

"Drohung, Verhandlung, Deal: US-Präsident Trump provoziert bilaterale Handelskrisen - um sie dann zu seinen Gunsten zu lösen."
Ein größeres Kompliment hatten Sie Donald Trump wohl kaum machen können. Man könnte sich fast wünschen, dass unsere Politiker manchmal ähnlich agieren, aber die wollen ja eher die Welt retten.

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Beat Adler 15.06.2019, 10:17
3. In der Liste fehlt: Umfragen zeigen Trump als 2020 Wahl-VERLIERER

In der Liste fehlt: Umfragen zeigen Trump als 2020 Wahl-VERLIERER. Das wird Trump motivieren!

Selbst von der republikanische Partei in Auftrag gegebene Umfragen zeigen das gleiche Bild: Trump verliert nicht "nur" in Florida sondern sogar in Texas(!), der republikanischen Hochburg. Dazu in allen Staaten, wo Obama 2 Mal gewann und die Hillary dann 2016 verlor.

Das schreckt den letzten der Republikaner aus dem Tiefschlaf auf: Mitt Romney hat es immer einfache Anti-Trumper zu "rekrutieren" und den Trump im Senat auszubremsen.

Der Gesetzesentwurf, der dem Praesidenten die Moeglichkeit nehmen soll, Strafzoelle zu erheben, wird nun im Kongress diskutiert.
Es wurde hoechste Zeit.
mfG Beat

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phillyst 15.06.2019, 10:26
4.

Man kann ihn nicht ignorieren? Hmmm da bin ich mir nicht so sicher. Seine tollen Zölle schaden primär seiner eigenen Wirtschaft. Lasst ihn doch mal auflaufen und seine Zölle erheben, in Massen. Mal schauen, was seine Wählerschaft dann sagt. Nehmt ihm die Möglichkeit, wieder tolle Erfolge zu verkünden - klar, auch die anderen Volkswirtschaften werden darunter ein wenig leiden, aber lang nicht so, wie die Amerikanische. Wenn man sein Spiel mitspielt wird man das immer wieder tun müssen. Und wieder. Und wieder. Er wird wieder was finden, was ihm nicht passt und was "unfair" gegenüber dem GröPAZ und seinem Land ist. Und dann gehts wieder von vorne los.

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horst brack 15.06.2019, 10:46
5. niemals mit gefalteten Papieren rumwedeln

Trump ist nicht der erste, der hoch auflösenden profi Objektiven zum Opfer fällt.
https://www.theguardian.com/us-news/2019/jun/11/trump-shows-off-secret-mexico-document-but-photos-reveal-contents

Leah Millis hat Reuters bestimmt noch Bilder mit deutlich höherer Auflösung übergeben, als dieses hier:
https://www.theguardian.com/us-news/2019/jun/11/trump-shows-off-secret-mexico-document-but-photos-reveal-contents#img-1

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DJ Bob 15.06.2019, 10:54
6.

Zitat von phillyst
Man kann ihn nicht ignorieren? Hmmm da bin ich mir nicht so sicher. Seine tollen Zölle schaden primär seiner eigenen Wirtschaft. Lasst ihn doch mal auflaufen und seine Zölle erheben, in Massen. Mal schauen, was seine Wählerschaft dann sagt. Nehmt ihm die Möglichkeit, wieder tolle Erfolge zu verkünden - klar, auch die anderen Volkswirtschaften werden darunter ein wenig leiden, aber lang nicht so, wie die Amerikanische. Wenn man sein Spiel mitspielt wird man das immer wieder tun müssen. Und wieder. Und wieder. Er wird wieder was finden, was ihm nicht passt und was "unfair" gegenüber dem GröPAZ und seinem Land ist. Und dann gehts wieder von vorne los.
Die USA mit einem Exportanteil von um die 16% am BIP nimmt mehr Schaden auf als Deutschland mit 45 %? Aha...
Sie sprachen von "fairness"? Ist es fair das die EU seit Jahrzehnten mehr Zoll auf amerik. Produkte kassiert als umgekehrt und immer noch?
Und seine Vorgänger haben es wie Trump darauf "hingewiesen" natürlich mit leisere Töne. Jetzt rächt sich das die hochnäsige Europäer dies immer "nur zur Kenntnis" nahmen
Wir sollten aus unsere Villa villa kunterbunter Welt herauskommen und nicht versuchen die Welt so darzustellen wie es uns gefällt oder passt

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Deeds447 15.06.2019, 10:55
7. Wirkungslos oder Effektheischerei

Wir werden noch in diesem Jahr direkt erleben, ob seine Zölle wirkungsloses Instrument sind oder der effektheischerischen Politik einen Dämpfer verpassen. Was meine ich damit? Schauen wir mal nach Europa... Während China in einem harten Verhandlungspoker feststeckt und sich gar nichts mehr bewegt, wobei ich die USA hier noch nicht als eindeutigen Verlierer und China als Gewinner ausmachen kann, wird sich zeigen, wie gut Europa mit den USA verhandeln wird. Überlegen wir mal, was die Ausgangslage unter Obama war: TTIP gescheitert und mehr als 700 Einzelabkommen- und verträge über einzelne Produktgruppen und ganzen Firmenverbände. Letztlich ist Trumps Angebot dann doch das Bessere und ob die USA so schlecht verhandeln werden, wie in der ersten Runde die Briten mit Brüssel, ist derzeit nicht anzunehmen...

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siryanow 15.06.2019, 10:57
8. Trump

Liebe SPON-Redaktion, es ist furchtbar. Heute wieder 5 Artikel ueber diesen oval-buero-cowboy inclusive Fotos . Ist es nicht genau das was Trump beabsichtigt und sie fallen darauf rein . Nach dem Motto . Auch schlechte Presse is great for me.

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christianu 15.06.2019, 10:59
9. Take it easy!

Ich kann mir kaum vorstellen, dass der US-Präsident nicht versteht, was Zölle bewirken. Seine Sequenz Drohen-Dealen-Zurückziehen spricht eher dafür, dass er auch die Nachteile von Zöllen kennt, insbesondere für die US-Amerikaner. Wirklich ernst geht er nur gegen China vor, und an dieser Stelle hat er auch veritable Gründe, gegen Chinas Wirtschaftspolitik vorzugehen. Doch man erkennt schon, dass er den totalen Wirtschaftskrieg scheut. Denn dann würden die Bürger seines Landes spüren, dass Wirtschaftskriege beiden Seiten schaden, wie übrigens auch militärische Kriege. Wir sollten gelassen bleiben. Selbst in seiner scheinbaren Irrationalität ist Trump berechenbar. Er ist eben nur ein One-Trick-Pony.

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