Forum: Wirtschaft
Strategiewechsel: Das Ende der Abriss-Ära bei der Deutschen Bahn
DPA

Gleise, Weichen, Kreuzungen - jahrzehntelang wurde im Schienennetz alles abgerissen, was nicht nötig war. Oft mussten die Kunden darunter leiden. Nun will Bahn-Vorstand Ronald Pofalla diesen Trend umkehren - auch mit Steuergeld.

Seite 4 von 8
Beat Adler 20.02.2019, 14:03
30. Bald 200 Jahre jung, die Zukunftstechnologie: Eisenbahn-Netz

Bald 200 Jahre jung, die Zukunftstechnologie: Eisenbahn-Netz

Eine Region, eine Land, ein Staatenbund, ein Kontinent OHNE modernes Eisenbahnnetz, hinkt hinterher! Ueberall wo es ein solches Netz gibt, ist der Wohlstand der Einwohner gross, es geht ihnen gut und immer besser, wenn das Eisenbanhnetz gut unterhalten und modernisiert wird!

Noch vor Mitte des 19. Jhd. gab es Verrueckte, welche ein Eisenbahnnetz bauen wollten. Sie hatten keinen Businessplan, sie wussten nicht, ob je irgendwelche Waren oder Personen ihre ertraeumte Bahn benuetzen wuerden, und bekamen doch Geld von den Kaeufern ihrer Aktien! Ohne Eisenbahnnetz haette der Norden, die Unionisten den Buergerkrieg gegen die Separatisten im Sueden in den USA verloren! Ohne Eisenbahnnetz waeren weder die USA noch Europa zu Wirtschaftsmaechten aufgestiegen! China holte nun in wenigen Jahrzehnten auf: Dank der Eisenbahn! Der einzige Kontinent mit nur rudimentaeren, kaum vorhanden Eisenbahnnetz ist Afrika und hinkt deswegen Allen hinterher!

Auch zur Zeit der zukuenftigen Industriegesellschaft 4.0 spielt ein gut unterhaltenes, hochmodernes Eisenbahnnetz eine wichtige Rolle. Ohne geht es nicht!

Wir Schweizer investierten kuerzlich 20 Milliaerdchen in den Gotthardbasistunnel. Eine Investition die sich super lohnt!

Hier, wo ich mich zur Zeit aufhalte, in der D.R.Kongo, flaechenmaessig so gross wie West-Europa, gibt es so gut wie nichts, was den Namen "Eisenbahn" verdient. Ohne bleibt das Land so wie es ist, abgeschlagen mit armer, sehr armer Bevoelkerung! Es wird sich nichts aendern! Wer afrikanische Immigranten NICHT an seiner Grenze haben will, baut Eisenbahnen!
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
daxbauer 20.02.2019, 14:05
31. DIe Fixkosten fallen so oder so an.....

Zitat von nospam
Na bei Ihrer Kalkulation gab es das Auto wohl umsonst und Kosten wie Inspektion, Reparaturen, Versicherung und Steuern fallen bei Ihrem Auto wohl auch nicht an. Fakt ist, sogar das Finanzamt erkennt Kosten von mindestens 30c / km an. Sprich, Ihre 100km von Trier nach Saarbrücken kosten mindestens 30 Euro, wahrscheinlich je nach Auto auch noch mehr. Somit ist die Bahn noch deutlich günstiger.
Da haben Sie natürlich absolut recht, nur leider werden die Fixkosten des Autos nicht weniger, nur weil es in der Garage steht und die Bahn benutzt wird. Die Kosten kommen also auch auf das Bahnticket noch oben drauf....

Oder der ÖPNV wird so gut ausgebaut, dass ich zu hundert Prozent auf das KFZ verzichten kann....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kleinsteminderheit 20.02.2019, 14:17
32. Zu 18 Illa72

Sie fragten, wo man denn schon mal ewig auf den Notfallmanager warten musste?

Z.B. vor einer Woche in Unkel, rechte Rheinstrecke. Zug wird innerhalb der Ortslage wegen einem rauchenden Waggon gestoppt. Die Ortsfeuerwehr war innerhalb von Minuten vor Ort. Bis der Notfallmanager da war und Abschaltung/ Erdung passiert waren vergingen 1h+. Bis die Feuerwehr löschen durfte, war aus dem Schwelbrand ein Vollbrand über 2 Waggons geworden. Die Ladung aus Spraydosen explodierte und 60 Anwohner wurden evakuiert. Das war nur ein Güterzug mit relativ ungefährlicher Ladung, keine giftigen Chemikalien, kein verunfallter, brennender Personenzug.

Die Anwohner waren empört und die Feuerwehr hilflos, denn das Warten auf den Nfm kann sehr lang werden, wenn das Feuer von Waggon zu Waggon kriecht, Brennende Ladung auf Wohnhäuser fliegt und auch Kesselwagen im Zug sind.


Ich habe Zweifel, ob jeder Feuerwehrmann erdungsberechtigt sein soll. Aber Lokführer und Zugführer sollten schon in die Lage versetzt werden, mit der Leitstelle eine Abschaltung an der richtigen Stelle zu vereinbaren, Spannungsfreiheit zu prüfen und zu erden. An Hauptstrecken oder Schnellstrecken sollten auch einzelne Feuerwehrleute entsprechend geschult sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
misterknowitall2 20.02.2019, 14:23
33. 100% Bund?

Zitat von Nordstadtbewohner
Die Entscheidung, Schwachstellen bei der Bahn zu beheben, ist sicherlich richtig, aber sie wird falsch finanziert. Es ist nicht die Aufgabe des Steuerzahlers, die Bahn zu finanzieren und zu subventionieren. Wenn die Bahngäste einen besseren Service wollen, müssen sie auch entsprechend dafür bezahlen. Von daher sollten die Baumaßnahmen über höhere Ticketpreise finanziert werden und nicht über Steuergelder.
Auch wenn es nicht so aussieht, die Bahn gehört dem Staat und deswegen muss er auch dafür aufkommen.

Und ich möchte ihnen auch widersprechen. Natürlich ist die Bahn ein Fall für den Steuerzahler. Der Betrieb einer Bahn ist vorteilhaft für jeden Bürger des Staates. Selbst wenn man persönlich nicht Bahn fährt, profitiert man z.B. von der besseren Luft und leeren Straßen.

Die Bahngäste wollen keinen besseren Service, sie wollen pünktliche Züge und das kann die Bahn offensichtlich nicht mehr gewährleisten. Deswegen die Baustellen.

Übrigens hat genau der Versuch die Bahn zu privatisieren zu den Problemen geführt, die der Steuerzahler jetzt begleichen muss. Ein Treppenwitz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DUWN01 20.02.2019, 14:24
34. Es muss einen klaren Willen zur Bahn geben

Diesen klaren Willen gab es schon viel länger als vor 25 Jahren nicht. In Deutschland darf es bisher nur soviel Bahn geben, dass die Autoindustrie nicht gefährdet ist. Es war schon in Preußen so, dass der Staat die Straßen, aber nicht die Schienenwege finanzieren wollte - was nicht funktionierte. Aktuell wird der Bahn vieles aufgebürdet, was die Straßennutzer nicht trifft. Zum Beispiel die barrierefreien Bahnhöfe kosten irre viel Geld, mit der Folge, dass dann das Geld fehlt, Züge oder Busse fahren zu lassen. Damit hört die Diskriminierung auf, aber niemand kann mehr fahren. Das Geld hätte anders investiert werden können. Das Bahnpersonal wird nach Tarif bezahlt, wenn auch nicht üppig, aber die Lkw-Fahrer bekommen Hungerlöhne. Die Fahrzeuge auf der Straße werden ab und zu mal auf Sicherheit kontrolliert, Schienenfahrzeuge hingegen penibel. Die Bahn braucht Signalsysteme, teure ETCS-Geräte usw. für die Sicherheit, auf der Straße werden Unfälle und Tote täglich hingenommen. Alles das kostet. Kein Wunder, dass die Preise für den Schienenverkehr deutlich stärker in den letzten 25 Jahren stiegen als für den Straßenverkehr.
Mit einem klaren Willen zur Bahn muss sie finanziert werden, ohne Tricks, ohne Zuständigkeitswirrwarr. Der Bahnbetrieb muss laufen, rund um die Uhr, keine Streiks, Betriebspflicht, auch bei Sturm, Hitze, Schnee und Eis. Umleitungen müssen möglich sein, Nadelöhre wie Rastatt darf es nicht mehr geben. Die Politik weiß leider nur, wie sie Straßen baut, aber bei Schienenwegen herrscht Unkenntnis, aber viel Sinn für Scheinheiligkeit und Prestigedenken (Stuttgart 21, Schnellfahrstrecken mit erheblichen Mängeln aus politischen Gründen).
Weichen wurden als Kostenfaktor angesehen, obwohl sie nur kosten, solange sie gewartet werden. Braucht man sie nicht, kosten sie nichts. Die Scheinkosten für Anlagevermögen kann man auch per Gesetz tilgen. Denn Weichen, die da sind, kann man innerhalb von 2 Stunden wieder benutzbar machen, wenn man sie braucht. Wenn sie nicht da sind, dauert es mindestens Monate. Ausweichstellen (Bahnhöfe) hat man häufig auf das Maß reduziert, das der Fahrplan erfordert. Schon bei leichten Verspätungen passt das nicht mehr und Kreuzungen oder Überholungen müssen verlegt werden. Je mehr Möglichkeiten dazu, desto besser. Also aus Haltepunkten wieder Bahnhöfe machen. Es ist übrigens so, dass der Nahverkehr unter fehlenden Überholbahnhöfen mehr leidet als die ICE. Die Züge müssen manchmal ewig warten, bis der ICE überholt hat. Danach ist aber der Anschluss (auf den ICE) weg, weil die Verspätung zu groß ist.
Wer Verkehrsminister sein oder bei der Bahn Entscheidungen treffen will, sollte sich mindestens erweiterte Grundkenntnisse über den Bahnbetrieb aneignen und die Bahn mindestens 5 Jahre im Nah- und Fernverkehr ausgiebig genutzt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
M.W. aus A. 20.02.2019, 14:26
35. Warum muß die Bahn einen Gewinn erwirtschaften?

Bitte nicht gleich schimpfen und die Kommunistenkeule rausholen. Warum muß ein staatlicher Betrieb einen Gewinn erwirtschaften? Solange die Kosten gedeckt werden können und wenigstens genug erwirtschaftet wird um den Unterhalt der Hardware zu sichern würde es mir reichen. Das funktioniert bei der jetzigen AG nicht. Was die Effektivität der Manager, auch im Bezug zu den horrenden Gehältern, könnte ich jetzt lange lamentieren oder einfach nur den Namen "Pofalla" nennen. Warum ist der denn bei der Bahn gelandet? Gibt es nicht irgendwo eine Stelle im Archiv des Postministeriums? Das gibt es ja bekanntlich nicht mehr...

Der Bahnchef muß zum Rapport zum Scheuer-Andi? Klar doch! Meine Röntgenbilder bespreche ich auch immer mit meinem Eisverkäufer.

Ziel der Deutschen Bundesbahn (!) sollte der innerdeutsche Bahnverkehr sein und nicht überlange Busse durch die kleinen Straßen von Malta zu jagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tomdooley 20.02.2019, 14:30
36.

Zitat von daxbauer
Da haben Sie natürlich absolut recht, nur leider werden die Fixkosten des Autos nicht weniger, nur weil es in der Garage steht und die Bahn benutzt wird. Die Kosten kommen also auch auf das Bahnticket noch oben drauf.... Oder der ÖPNV wird so gut ausgebaut, dass ich zu hundert Prozent auf das KFZ verzichten kann....
Nuspli ist also auch teurer, weil ich ja auch noch das Nutella im Schrank haben muss?
So kann ich mir das Auto auch schön rechnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matthias111 20.02.2019, 14:35
37. Privatisiert die Bundesbahn haben sie gesagt, dann wird alles besser

Dann wird der Bund keinen einzigen Euro mehr in den Bahnverkehr stecken müssen, haben sie gesagt. Private können das alles viel besser als so ein träges Amt haben sie gesagt.

Mittlerweile hat die bahn wieder 20 Milliarden Schulden, nicht genug Personal, nicht genug Strecken nicht genug von allem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
misterknowitall2 20.02.2019, 14:43
38. Die Fixkosten

Zitat von daxbauer
Da haben Sie natürlich absolut recht, nur leider werden die Fixkosten des Autos nicht weniger, nur weil es in der Garage steht und die Bahn benutzt wird. Die Kosten kommen also auch auf das Bahnticket noch oben drauf.... Oder der ÖPNV wird so gut ausgebaut, dass ich zu hundert Prozent auf das KFZ verzichten kann....
eines Autos, dass nicht bewegt wird, halten sich in Grenzen. Entscheidend ist doch der Verschleiß und die Spritkosten.

100% ÖPNV kann und wird es nie geben. Auch ÖPNV muss sich der Wirtschaftlichkeit stellen.

Nehmen sie das Fahrrad. Damit sind sie unabhängig vom ÖPNV und haben gar keine Fixkosten mehr, außer ab und zu die Kette ölen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jasuly 20.02.2019, 14:44
39.

"Gleise, Weichen, Kreuzungen - jahrzehntelang wurde im Schienennetz alles abgerissen, was nicht nötig war." Korrekt wäre: "... was nicht nötig ERSCHIEN.", denn offensichtlich war es ja ein großer Fehler, das Streckennetz dermaßen auszudünnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 8