Forum: Wirtschaft
Streikdrohung der Lufthansa-Piloten: "Manager verdienen noch deutlich mehr"
dpa

Lufthansa-Piloten verdienen sehr gut, jährliche Gehaltssteigerungen sind ihnen garantiert. Dennoch wollen sie nun streiken. Muss man das verstehen? Der Sprecher der Pilotengewerkschaft Cockpit verteidigt sich und seine Kollegen.

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cato-der-ältere 21.03.2014, 10:29
100. Ego-Republik

Wäre er halt "Wirtschaftsingenieur" geworden wenn es ihm um die maximale Kohle geht. Ich vermute aber dass man dann auch erfolgreiche Ideen entwickeln müsste nicht nur ein Fahrzeug lenken.
Auf dem Rücken anderer Menschen ein noch größeres Stück von der Torte zu erzwingen ist einfach widerlich.
Wenn alle streiken weil es in ähnlichen Berufsgruppen noch mehr Geld gibt dann geht bald gar nichts mehr. Aber auch Ärzte bezeichnen sich ja schon als Unternehmer und wollen nicht "gegängelt" werden. Das ist der Ungeist des Neoliberalismus der uns alle im Griff hat, ohne dass ein Wandel auch nur vorstellbar scheint. Gauck würde allerdings sagen es ist "Freiheit".

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SNA 21.03.2014, 10:29
101. Piloten werden besser, wenn sie mehr verdienen?

Zitat von jeze
Wenn der Autor meint, das Gehalt eines Piloten mit dem eines Normalverdieners vergleichen bzw. es daran messen zu müssen, dann sollte er konsequenterweise aber auch kein Problem haben, wenn dieser Normalverdiener bei seinem nächsten Flug vorne im Cockpit sitzt und nicht ein gut ausgebildeter Pilot, dem er vertraut.
Sie meinen, wenn der nicht seine 10% kriegt, wird der Pilot schlechter?

Oh Gott, dann ist es ja reiner Selbstmord, sich in einen Bus zu setzen. Der Fahrer ist dann ja wohl 10 mal inkompetenter als ein Pilot und trägt die Verantwortung für 80 Menschenleben...

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guile 21.03.2014, 10:31
102. Entsolidarisierung durch Spartengewerkschaft

Piloten, Zugführer oder Ärzte - sie alle fordern Gehaltssteigerungen, die weit über dem Produktivitätfortschritt ihrer Branche liegen. Den Schaden haben die schwächeren Glieder in der Nahrungskette: Kabinenpersonal, Techniker, Krankeschwester, Reiningungskraft, etc. Der LH-Pilotenstreik ist ein Musterbeispiel der Entsolidarisierung der Arbeitnehmerschaft auf Kosten der Kollegen. Die LH sollte alle rausschmeißen, es gibt über 6.000 arbeitslose Piloten in Deutschland, die den Job auch für 80.000 p.a machen

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whostalking 21.03.2014, 10:32
103. Normalverdiener

Zitat von jeze
Wenn der Autor meint, das Gehalt eines Piloten mit dem eines Normalverdieners vergleichen bzw. es daran messen zu müssen, dann sollte er konsequenterweise aber auch kein Problem haben, wenn dieser Normalverdiener bei seinem nächsten Flug vorne im Cockpit sitzt und nicht ein gut ausgebildeter Pilot, dem er vertraut.
Diese Normalverdiener stellen als ausgeliehene Ingenieure einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Entwickler und Tester dieser Flugzeuge dar. Und nun?

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Stäffelesrutscher 21.03.2014, 10:35
104.

Zitat von sysop
Der Sprecher der Pilotengewerkschaft Cockpit verteidigt sich und seine Kollegen.
Das Wort »verteidigt« passt. Eine solche aggressive Fragerei gibt es nämlich typischerweise nur, wenn Gewerkschafter interviewt werden. Ob Herr Böcking die Traute hat, auch mal einen Vertreter der Kapitalseite so hart anzugehen?

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caius 21.03.2014, 10:37
105. @citizen_kane

Zitat von citizen_kane
Nein, tut er nicht. Er überwacht und leitet Prozesse ein, die sehr komplex sind. Da drückt niemand auf einen Knopf, und die Maschine macht alles von alleine. Das meine ich mit Mythos, dass Piloten im Cockpit sitzen, und die Elektronik macht alles von alleine. Auch so ein FMC muss programmiert und überwacht werden. Ein Pilot muss kalkulieren, planen und entscheiden schon lange vor dem Abheben und während des gesamten Fluges. Hilfsmittel wie das FMC machen den Piloten noch sehr lange nicht überflüssig.
Schade, dass sie den wichtigsten Teil meiner Antwort in ihrem Zitat auslassen (s.U.). Keiner behauptet, dass die Piloten nur auf einen Knopf drücken und dann den SPIEGEL lesen, aber abgesehen vom Start, sind vollautomatisierte Flüge und Landungen, doch ganz normaler Alltag. Abgesehen davon werden die Vorbereitungen, wie die Routenberechnung, nicht von den Piloten selbst sondern von ihren Kollegen am Boden geleistet. Die Entscheidung liegt dann sicher bei den Piloten. Ganz parallel zu dem Job eines Managers, nur verständlich, dass sie dann auch das gleiche verdienen wollen.

Zitat von
Moderne Systeme können ein Flugzeug nicht nur genauer, sondern auch deutlich wirtschaftlicher steuern. Zum nachlesen:

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brut_dargent 21.03.2014, 10:38
106. @harry.o.connor

"... Piloten sind auch nur Busfahrer! Ein Busfahrer hat genausoviel Verantwortung!" Zitat Ende - Genau wie ein Herzchirurg nichts anderes als ein Metzger ist. Oh man ...

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chuck1e 21.03.2014, 10:43
107. Hört sich komisch an,aber.....

Den Streik kann ich persönlich nachvollziehen.
Es ist ja Fakt,das zwei Jahre(!!)verhandelt wird,und man ein Zeichen setzen muss.
Nicht das ich die Forderungen unterstütze in der Höhe,den eingeschlagenen Weg find ich trotzdem gut.
Wir alle sollten uns mal Gedanken,weshalb so viele kaum über die Runden kommen in diesem Land. Kleiner Tip:
An den Rentnern,welche keine anständige Rente sondern eine Abwrackprämie erhalten,liegt es nicht.

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brut_dargent 21.03.2014, 10:43
108. @acybergogo

"... Sondern die niedrigen Gehälter anderer, sehr wohl auch hochqualifizierter Berufe mit hoher Verantwortung. Wir leben in einer Gesellschaft mit immens ungleich verteilten Privilegien. ..." Zitat Ende - Wie wahr. Statt Deutschland zu einem Niedriglohnland umzubauen, hätte Schröder genau hier ansetzen können. Deutschland in ein High Quality Land zu wandeln mit entsprechenden Vergütungen. Stattdessen hat er Deutschland ohne Not dazu verdammt, tumbes Mittelmaß zu werden.

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grover01 21.03.2014, 10:43
109.

Zitat von sysop
Lufthansa-Piloten verdienen sehr gut, jährliche Gehaltssteigerungen sind ihnen garantiert. Dennoch wollen sie nun streiken. Muss man das verstehen? Der Sprecher der Pilotengewerkschaft Cockpit verteidigt sich und seine Kollegen.
Das Streikrecht ist, wenn man es mal nüchtern betrachtet, das einseitige Recht eines Vertragspartners seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen zu müssen, und natürlich ohne dass der andere Vertragspartner berechtigt wäre seine Verpflichtungen ebenfalls in dieser Zeit ruhen zu lassen.

Dieses Risiko müssen Arbeitgeber mit einpreisen, dh. die Hemmschwelle überhaupt einzustellen steigt (und somit die Arbeitslosigkeit), und die Lohnkosten steigen (ohne dass der Arbeitgeber davon etwas sieht).

Wie üblich, wenn der Gesetzgeber in die Vertragsfreiheit eingreift, handelt es sich um Schutz von Sonderinteressen zulasten des Allgemeinwohls.

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