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Streiks bei Ryanair: Schluss mit dem Billig-Wahn!
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

An diesem Freitag legen Ryanair-Mitarbeiter Hunderte Flüge lahm. Der Ausstand wird den Billigflieger endlich dazu zwingen, seine Beschäftigten besser zu behandeln - und vielleicht sogar den Chef von Bord zu schicken.

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zaunreiter35 11.08.2018, 09:54
140. Ich muss mich schon wundern

nee...eigentlich wundert mich nichts mehr. Gestern Abend im "Heute Journal" wurden Leute befragt, die mit Ryan Air in den Urlaub fliegen wollten. Die hatten - ohne mit der Wimper zu zucken - kein Problem damit, billig wegzufliegen.
Ich finde, dass das nicht geht: Mit Ryan Air irgendwo hin billig fliegen, bei primark die billigsten Klamotten kaufen oder in Barcelona, London oder Prag mit Billigwohnen in einer normalen Wohnung den Wohnungsmarkt der Einheimischen kaputtzumachen.
An die jüngeren in den 20ern oder Anfang 30 hier (Weia, jetzt gehts langsam los, wenn ich schon so schreibe, dann werd ich wohl langsam konservativ ;-) ):
Das Solidarprinzip sollte auch ein Erziehungsmerkmal sein. "Geiz ist geil" kann nicht alles im Leben sein. Wenn ihr billig durch Europa kommen wollt, dann fahrt interrail mit der Bahn und nutzt die internationalen Jugendherbergen. Ich fahr auch selbst noch mit der Bahn oder übernachte in Jugendherbergen.
Michael O'Leary betreibt Klassenkampf von oben. Dem sollte man sich entgegenstellen. Ja, es gibt dieses inzwischen verpönte Wort noch: Klassenkampf. Und ihr alle, die ihr billig fliegen, shoppen, reisen wollt, begreift, dass ihr die besitzlose Klasse seid und den Kampf von oben annehmen solltet. Auch wenn ihr es euch unten oder in der unteren Mitte schon gemütlich und muggelich eingerichtet habt, ohne politisch anecken zu wollen und immer schön Party machen könnt. Die Grenzen verlaufen nämlich nicht zwischen den Nationen, sondern zwischen oben und unten.

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markus_wienken 11.08.2018, 10:43
141.

Zitat von im_ernst_56
Sie wollen ja nur mit Ryanair fliegen und nicht dort arbeiten, gelle? Was gehen Sie also die Arbeitsbedingungen an? Ich hoffe, es gibt noch weitere Streiks, damit Leute wie Sie zur Vernunft kommen.
/einmisch

Natütrlich gehen mich die Arbeitsbedingungen grundsätzlich nichts an. Soweit die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden...und das werden sie - habe ich akls Kunde kein schlechtes Gewissen.
Für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen können die Angestellten kämpfen (streiken) und das ist auch völlig OK.
Sollten Kunden deshalb ihren Flug oder bei anderen Firmen andere Dienstleistungen nicht wahrnehmen können ist das halt Pech gehört aber zum Leben dazu.

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bammy 11.08.2018, 11:07
142.

Ich bin da von einem Teil meiner Mitmenschen genervt. Man beschwert (zu Recht) über zu niedrige Löhne, Renten oder gar Rentenarmut und Krankenversorgung.
Bestellt dann aber bei Amazon, Zalando und dergleichen. Und regt sich natürlich über den schlechten Service von DHL und co. auf
Und dann fliegt man mit Ryan Air. Und das vielleicht mehrmals im Jahr, weil es so schön billig ist.
Aber niemand macht sich Gedanken, wie diese Preise zustande kommen und was sie bewirken.
Kabinenpersonal (auch wenn es nicht aus Deutschland kommt) bei Ryan Air bekommt nicht mal Mindestlohn und muß seine Ausbildung bei Ryan Air abbezahlen. Von Sicherheitsstandarts ganz zu schwiegen. Leider hat sich unsere Gesellschaft so entwickelt. Man will Alles haben, das sofort und auf Nichts verzichten.
Es müssen die Marken Sneaker sein und am besten der Schrank voll damit. Die neueste Spielekonsole für mehrere hundert Euro. Rauchen, Latte und Obstbecher to go. Und dann heißt es, was soll man machen, wenn man zu wenig Geld, dann muß man billig buchen.
Ich bin der Meinung das unser Konsumverhalten für solche Missbildungen wie Ryan Air sorgen. Billig geht meist nur auf Kosten von Personal und Umwelt. Und damit unserer Zukunft.

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demokrat2 11.08.2018, 11:22
143. Ein Appell gegen die Ausbeutung?

In Deutschland werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr oft ähnlich ausgebeutet. Sie sind nur keine Piloten, die gemessen an anderen Jobs durchschnittlich gut verdienen. Wenn sie die Ratschläge des/der Journalisten/Journalistin befolgen, würde dies ein Erdbeben auslösen. Die Billiglöhner werden doch auch nur mit der Drohung des "Arbeitsplatzverlustes" in Schach gehalten. In manchen Branchen nähert sich aber das personelle Angebot auf dem Arneitsdmarkt dem Flugpersonal. Streiks würden den Arbeitgebern eine Menge kosten. Aber der Ansatz ist richtig. Das ist freie Marktwirtschaft.

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