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Streiks bei Ryanair: Schluss mit dem Billig-Wahn!
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

An diesem Freitag legen Ryanair-Mitarbeiter Hunderte Flüge lahm. Der Ausstand wird den Billigflieger endlich dazu zwingen, seine Beschäftigten besser zu behandeln - und vielleicht sogar den Chef von Bord zu schicken.

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meinung2013 10.08.2018, 09:42
40. nicht nur mir zeigen diese Billigflieger

das absurde Verhalten der Deutschen. Natürlich sind die meisten der Deutschen für Umweltschutz und natürlich auch für Klimaschutz. Aber bitte weiterhin billig in den Urlaub fliegen, möglichst 2-3 Mal im Jahr. Gestern war in Panorama genau diese absurde, teilweise schizophrene Verhalten zu sehen: mit dem SUV beim Bioladen vorfahren und viele Ausreden parat haben, wenn die Reporterin nachfragt. Immerhin betankt man seinen SUV mit Biosprit ohne darüber nachzudenken, daß hierfür Böden mit Monokulturen zertsört werden. Gerne per Landgrapping in Äthiopien, Afrika.
Natürlich sind die meisten gegen Plastikmüll und scheuen sich nicht, dies mit ihrem Coffee to go Becher in der Hand auch überzeugt zu proklamieren.
Gegen Feinstaub in den Städten und dem Individualverkehr ist man sowieso. Gleichzeitig boomen die Kreuzfahrten, sind ja jetzt so billig. Natürlich ist man für energiesparendes bauen und gleichzeitig kauft man sich dann Klimaanlagen für die Wohnung.
Die Liste ist so furchtbar lang. Es ist so nervig, so unglaublich traurig.
"Am Streik bei Ryanair sind die Passagiere auch selbst schuld: Sie genießen die billigen Tickets und machen sich um die Ausbeutung von Mensch und Umwelt keine Gedanken. " https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-08/pilotenstreik-ryanair-billigflieger-klimawandel-kosten

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varesino 10.08.2018, 09:48
41. Die Pilotenausbildung

Zitat von der_durden
Sie sollten sich erst einmal ein wenig informieren. Ein Pilot muss in aller Regel seine Ausbildung selbst bezahlen und startet nicht selten mit Verbindlichkeiten in Höhe von € 180.000 in den Beruf. Bei Airlines wie Ryanair wird da auch nichts subventioniert. Selbst bei der Lufthansa bleiben deutlich über 100.000 Euro Schulden beim Berufsstart. Dann kommen Sie und meinen, dass dieser verantwortungsvolle Beruf mit einem Gehalt von € 5.000,-- abgegolten werden solle? Dass Sie den Beruf des Busfahrers auf eine Ebene mit dem des Piloten stellen, macht aber eigentlich eine Replik überflüssig. Ich glaube, jeder Autofahrer kann zunächst mal einen Bus fahren. Sicherlich nicht so gut, wie ein professioneller Busfahrer, aber er kann es. Setzen Sie mal einen Busfahrer in einen A320. Neben der Bedienung des Flugzeugs wären dann noch so Themen wie Meteorologie, Flugphysik, etc. zu lernen. Ganz ehrlich, was Sie hier von sich geben ist einfach nur absurd.
Wenn Sie studieren, müssen Sie auch irgendwie über Jahre ihren Lebensunterhalt beschreiten, Bafög zurückzahlen, oder wenn Sie im Ausland studieren auch hohe Studiengebühren.
Das man für eine Ausbildung irgendwie in Vorleistung geht ist kein exklusives Piloten-Problem. Auch der Wunsch sich dieses Geld über ein gutes EInkommen zurück zu holen.

Wenn ich einen Busfahrer lange genu in einen Cat.D Flugsimulator setze, ist die Chance ziemlich hoch, das aus ihm ein Pilot wird.

Wie wäre es denn wenn Piloten eine duale Ausbildung machen müssten?
Luft und Raumfahrttechnik studieren und fliegen lernen. Viele Diskussionen wären überflüssig.

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skygirl 10.08.2018, 09:55
42. Arbeitsmarkt...

Zitat von jockel37
"Piloten sind im Moment rar und begehrt." Habe ich etwas verpasst? War es nicht bis vor kurzem so, dass aufgrund des Pilotenüberschusses sogar einige arbeitslose Piloten dafür bezahlt haben zu fliegen, um ihre Lizenz nicht aufgrund zu wenig Zeit in der Luft zu verlieren?
Piloten sind in der Tat zur Zeit eher rar. Das liegt am auch Wachstum am Golf aber fast noch mehr an der florierenden Industrie in China und den USA. Hier werden Gehälter geboten bei denen auch ein Lufthansakapitän schwach werden kann (kenne welche, die sich aus dem beinahe Beamtenstatus des ehem. KTV abgesetzt haben und jetzt im Ausland fliegen). Beispiel gefällig: https://www.hainanairlines.com/CZ/GB/FlyingCareer

Die Frage ist also, wer sitzt denn dann in den Cockpits der Airlines die nicht so gut zahlen, und da reagieren die Kollegen gerne empfindlich, denn, sagen wir mal so, die Chinesen nehmen auch nicht jeden. Gerade für Anfänger gibt es in Deutschland und Europa bei den Billigairlines offene Türen, und das sind häufig Kollegen die unbedingt fliegen wollen, sich teilweise verschuldet haben um eine Lizenz zu erwerben und es nicht eingesehen haben, vom nicht bestandenen DLR Test ausgesiebt zu werden. Dazu kommen die diversen Pay to Fly Modelle bei denen nicht immer so genau hingeschaut wird, wie qualifiziert der Kunde denn nun wirklich ist.
Mein Grundsatz ist, wenn Du nicht bei einer vernünftigen Airline tätig bist, dann hättest Du Dir das Thema Fliegerei nochmal überlegen sollen.

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manque_pierda 10.08.2018, 09:56
43. es

ist doch ein Mythos, dass Ryanair ein Billigflieger ist. Summiert man die Zusatzkosten und abgelegenen Flughäfen zusammen, ist der Preisvorteil nicht mehr so hoch, davon abgesehen, dass man während des ganzen Fluges eine Dauerwerbebeschallung hat bzw. belästigt wird.
Schlimm ist tatsächlich die Billigerkultur, die damit durchgesetzt wurde. Man kann bei Lufthansa Langstrecke in der Economy mit den Platzverhältnissen bei RyanAir mittlerweile gleichsetzen. Buche ich eine Pauschalreise wähle ich mittlerweile eher eine teurere Linie mit 1x mehr Umsteigen. Wer kein Vielflieger ist, sollte dies für den Jahresurlaub schon übrig haben.
Aber dennoch sollte man auch nicht vergessen, dass Fliegen heute so normal wie Bahnfahren ist, war vor 25 Jahren undenkbar, da dies Luxus war, und das hat auch mit RyanAir und Co zu tun.
Letztlich entscheiden wir als Kunden!

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fountainebleau 10.08.2018, 10:03
44. Wenn ein Ryanair-Flug

genau so viel, wie ein Kasten Billig-Bier kostet, wird sich nichts ändern.

Um die derzeitige Situation der Piloten und Flugbegleiter etc vom Kopf auf die Beine zu stellen, sind die Regierungen aufgerufen, vernünftige Arbeitsgesetze zu erarbeiten. Leider reitet die EU ein totes Pferd, weshalb jedes einzelne Land eigene Gesetze erlassen sollte. Ansonsten bin ich dafür, daß zB Deutschland ganz einfach ein Start- und Landeverbot für Ryanair erteilt, bis das Unternehmen vernünftige Gehälter und Arbeitsbedingungen anbietet. Es gibt genügend andere Airlines, die die Lücke schließen können.

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pdebus0 10.08.2018, 10:03
45.

Wenn mein Chef denkt er würde mich gut bezahlen dann tue ich so als würde ich gut arbeiten.
Diesen Spruch sollten die Bosse und Aktionäre nicht vergessen
Die EU regelt allles nur die Sozialstandarts zu verinheitlichen und Dumpinglöhne zu unterbinden das tut sie nicht.
Wenn ein Unternehmen sich mit Dumpinglöhnen Wettbewerbsvoteile erschleicht, muß das strafbar sein und mit einzihung des Vermögens wegnen kriminalität belohnt werden . auch die Aktienbesitzer sollten betroffen sein.
Jeder weiß das niedrigere Kosten selten durch gute Ideen erreicht werden wenn Unternehmen teile ausgliedern um billiger zu werden.Die Kostensenkungen gehen immer zu Lasten der Löhne.

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Drehmoment 10.08.2018, 10:10
46. Entlang der Wertschöpfungskette....

...versucht jeder den besten "Deal" zu machen. Rohstoffe werden möglichst billig eingekauft, veredelt, verarbeitet, gehandelt. Und ganz am Ende soll ich dann als Verbraucher ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich auch den besten "Deal" machen möchte? Alle stopfen sich die Taschen voll, nur ich soll dann am Ende der barmherzige Samariter sein? Nein! Diejenigen, die sich intensiv an solchen Geschäftsmodellen bereichern, sollten Verantwortung tragen. Stattdessen zeigt es sich aber immer wieder, dass die Wohlhabenden nicht als Vorbild dienen, sondern am allermeisten auf Kosten der kleinen Leute leben. Und dabei noch Ressourcen im Übermaß durch einen völlig abgedrehten Lebensstil verbrauchen.

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neurobi 10.08.2018, 10:11
47.

Zitat von varesino
Wenn Sie studieren, müssen Sie auch irgendwie über Jahre ihren Lebensunterhalt beschreiten, Bafög zurückzahlen, oder wenn Sie im Ausland studieren auch hohe Studiengebühren. Das man für eine Ausbildung irgendwie in Vorleistung geht ist kein exklusives .....
Die Ausbildung eines Piloten kostet ein Vielfaches dessen, was das Studium eines Wirtschaftsstudenten oder Juristen kostet.
Und würde sogar sagen, sie ist Anspruchsvoller.

Sicher, ein Flugzeug zu fliegen ist gar nicht so schwer, hab ich auch schon mal gemacht (Schnupperflugstunde). Aber ein komplexes System wie ein Verkehrflugzeug zu fliegen und sich auch auf Extremsituation vorzubereiten ist etwas ganz anderes.
Was das "Verdienen" angeht, müssten eigentlich die Piloten mehr Geld auf dem Gehaltsscheck haben als der Quatschkopf O´Leary.

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andere Hobbys 10.08.2018, 10:12
48. Es soll

die geizigen Sparbrötchen so richtig treffen.
Geiz is geil, besonders wenn man auf einem Flughafen festsitzt.

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stevie25 10.08.2018, 10:18
49. 10 Euro mehr

Ich zahle gerne 10€ mehr pro Flug, wenn der daraus resultierende Erlös dem Personal zu Gute kommt. Die Flüge wären dann immer noch günstig.

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