Forum: Wirtschaft
Streiks und Krisengeschrei: Und wenn Frankreich gewinnt?
AFP

Wenn es um die Franzosen und ihre Wirtschaft geht, rattert hierzulande die Klischeemaschine: Tatsächlich könnten die vermeintlichen Reformverweigerer bald als Gewinner dastehen - nicht nur auf dem Platz.

Seite 6 von 16
hotgorn 10.06.2016, 16:04
50.

Das duale Bildungssystem könnte Deutschland das Genick brechen immer weniger werden ausgebildet der Rest nimmt eine sehr theoretische akademische Ausbildung. Die Franzosen werden trotz Arbeitslosigkeit auf Berufsleben vorbereitet in allen Bereichen nicht nur in der abgehobenen Welt der Universitäten. Das könnte in Zukunft ein entscheidender Standortvorteil sein.

Beitrag melden
bookwood74 10.06.2016, 16:06
51. Renten in Frankreich

Das mit der Rente mit 62 in Frankreich ist auch so eine Maer. Tatsächlich werde ich in Frankreich erst mit 70 Jahren (und nach 42,3 Jahren Einzahlung) eine volle Rente beanspruchen können: mein Studium und das Jahr Militärdienst werden anders als in Deutschland nicht eingerechnet. Da geht es in Deutschland schon sehr viel gemütlicher zu !

Beitrag melden
Torte 10.06.2016, 16:07
52. Seit Wochen schweigen die deutschen Medien...

...nahezu chorisch zu den Konflikten in Frankreich. Jetzt, da die EM losgeht, gibt's offenbar einen hilfreichen Anlaß. Hier ist eine notwendige Ergänzung aus französischer Sicht!

http://m.taz.de/!5305211;m/

Beitrag melden
quark2@mailinator.com 10.06.2016, 16:07
53.

Danke, endlich mal wieder ein Artikel, der zumindest fundiert anmutet. Und Frankreich auf Wein und Klamotten zu reduzieren ist eh absurd. Das Land ist von der Größenordnung her wirtschaftlich so kompetent und leistungsfähig wie DE (ich streite mich nicht um paar % und Interpretationen) und samt Ex-Kolonien, Sprache, Zugang zu Atlantik und Mittelmeer, atomarer Bewaffnung, etc. politisch viel einflußreicher.

Beitrag melden
Roland Bender 10.06.2016, 16:08
54. was soll denn der Unsinn?

Was soll denn das für ein Vergleich sein. Die Franzosen sind erstmal eine befreundete Nation und nicht unsere oder wir ihre Totengräber. Ich habe Frankreich - wie Deutschland - immer als ein Land mit strukturellen Defiziten aber auch hohem Potential gesehen. Im Moment gehts ihnen nicht so gut. Aber ich bin sicher die kommen wieder. Wir haben gerade ein paar extrem gute Jahre hinter uns. Da gibt es für mich wenige Hinweise, dass das immer so bleibt.

Die Franzosen dürfen und sollen gerne mal wieder nach vorne. Sonst wäre die Gefahr viel zu groß, dass Deutschland zu dominant würde.

Vive la France.

Beitrag melden
hefe21 10.06.2016, 16:10
55. Er war Ökonom, und auch sonst von .....

Sehr amüsante "Tatsachenberichte" aus dem Maschinenraum der Grande Nation hier - wird den mit Ökonomenzahlen um sich schiessenden Kolumnisten aber nicht nachhaltig beeindrucken. Der Gehalt ist aber ohnehin, wie einer hier schon vermutet hat, eher unter Provokation abzulegen. Mein Favorit ist der vorletzte Absatz. "Die Pariser Ökonomin Veronique...erwartet" - nein nicht etwa ein Kind, das wär mal erfreuliches Wachstum, sondern eines von "1,7 Prozent für 2017". Erwarten wohl im Sinne von "Verdammt nochmal, ich sag das einfach mal voraus, und wehe, wenn das Volk nicht spurt. Man erwartet schliesslich von mir, dass ich von Zeit zu Zeit Zahlen unters Volk schmeisse - könnte ja jemand draufkommen, dass man solche Prognosen auch mit einem Zufallsautomaten erstellen könnte. Um zu testen wie weit man den Blödsinn treiben kann, korrigiere ich dann meine ohnehin ins Blaue geschossenen Zahlen in ein paar Monaten um 0,1% noch oben oder unten, iss ja eh wurscht". Im Nebenzimmer sitzen die "Anal-lysten" und saugen sich zukünftige Preise für eine Warengruppe wie z.B. Firmenanteile (=Aktien) aus den Fingern und nennen es "Kurse" und "Kursziele". Steigende Preise, also erhöhten Finanzierungsbedarf bei einem tatsächlichen Kauf, nennen sie in den angeschlossenen Medien-Börsenreportschwadroniereinheiten dann "der Index hat Gewinne gemacht". Rückfragen dort, bei welchem Gewinnspiel der Preisindex denn mitgemacht hat, lösen immer leichte Irritationen aus - die Beteiligten ahnen wohl doch, auf welch dünnem Eis der Rationalität sich sich eigentlich bewegen.

Beitrag melden
oalos 10.06.2016, 16:10
56. Ach, die lieben Investoren

Zitat von espet3
Ja, wenn das sooo ist, dann halten wir uns die Franzosen mal schön warm. Man weiß ja nie - der Autor scheinbar auch nicht, wie er in den letzten Sätzen zugibt. Auch wenn ich es hier erneut schreibe, so kann ich nur das Urteil eines amerikanischen Investors anführen, der eine Reifenfabrik in Nordfrankreich bauen wollte und resigniert feststellte, das die Franzosen mehr beim Streik und dem Menue in der Kantine verbringen würden als an der Werkbank.
Warum hat er denn nicht im Rust Belt im eigenen Land investiert, z.B. in MOTOWN-Detroit ? Da ist eine ganze Region von Arbeitslosigkeit, Kriminalität und urbanem Verfall geprägt. Nach dem wirtschaftl. Niedergang, da ja Entwicklungsländer billiger produzieren oder andere Regionen alles unterbieten, um nur nicht dasselbe Schicksal zu erleiden. Und jetzt ist Frankreich dran ? Als noch Billigerlohnland ? Die essen mittags ein Menue in der Kantine ? Und nicht Pommes vor dem Fabriktor auf der Strasse ? Fein, dass es da noch GEWERKSCHAFTEN gibt (und nicht wie in D kastrierte Arbeitnehmervertreterverbände) und STREIK, sogar GENERALSTREIK (in Deutschland verboten).

Beitrag melden
dereuropaeer 10.06.2016, 16:10
57.

Ich liebe Frankreich. Aber die Gewerkschaften machen Frankreich kaputt. Die hetzen die Arbeiter gegen die Firmen auf und meinen durch weniger Wochenstunden Arbeitsplätze zu schaffen. Das hat Deutschland lange hinter sich. Mehr Wochenstunden arbeiten und konkurrenzfähig werden. Die französische Automobilindustrie ist außerhalb von Frankreich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Es ist ein Trauerspiel, wie man solch ein tolles Land zugrunde richten kann. Und das liegt auch an der absoluten Unfähigkeit des Präsidenten, der als Kriegsherr Napoleon übertreffen will. Schade für Frankreich

Beitrag melden
Darwins Affe 10.06.2016, 16:20
58. Lustig

Zitat von naklar?
... westlichen Welt begründeten. Es waren die mutigen Bürger in Frankreich, die sich gegen den in Saus und Braus lebenden Adel erhoben haben während weite Teile der eigenen Bürger hungerten. Oder eine andere These zu den Streiks: Vielleicht haben zu viele Bürger in Frankreich bereits Thomas Pikettys neuste Bücher gelesen. Es wird spannend in diesem Jahrhundert.
Lustig, die Guillotinen- und Terrorherrschaft von 1789 unter Robespierre als Demokratie zu bezeichnen, -- was dann auch noch unter einem Soldatenkaiser endete, der ganz Europa mit Krieg überzog. Nebenbei: Die Schweizer Eidgenossen schufen schon 1291 demokratische Strukturen in ihrem Land, und die USA errichteten 1776 eine demokratische Regierungsform, die bis heute Bestand hat.

Beitrag melden
mvmvmvmv 10.06.2016, 16:26
59. So ein Quatsch ! Bitte aufwachen !

Ich habe zusammen mit meinem Mann eine Firma in Westfrankreich. Hightech. Wir haben nicht einmal 20 Mitarbeiter, aber ich kann sagen, wir brechen unter der Last zusammen. Es ist die Attitüde der Leute, unterstützt durch Arbeitsgesetze und Arbeitsgerichte, die Unternehmer verteufeln, die Firmen das Genick bricht. Wenn man junge Mitarbeiter einstellen will, dann kann man nur die Augen verdrehen, wenn man deren Einstellung und deren Forderungen hört. Von "Schusters Rappen" hat hier noch keiner was gehört. Dann diese ständigen Streiks, wo wenige das ganze Land zum stillstehen bringen. Eine agressive Linke, eine agressive Rechte. Eine ohnmächtige Mitte, die versumpft. Ein Rechtssystem, das nicht mehr funktioniert und komplett verstopft ist. Ein Beamten-Apparatschik, der sich von Apéro zu Apéro hangelt. Nur noch Dienstleistungsbranche. Keine Produktion mehr, keiner will sich die Hände schmutzig machen. So wird das nichts.

Beitrag melden
Seite 6 von 16
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!