Forum: Wirtschaft
Streiks und Krisengeschrei: Und wenn Frankreich gewinnt?
AFP

Wenn es um die Franzosen und ihre Wirtschaft geht, rattert hierzulande die Klischeemaschine: Tatsächlich könnten die vermeintlichen Reformverweigerer bald als Gewinner dastehen - nicht nur auf dem Platz.

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nic 10.06.2016, 17:27
70.

Zitat von stinkfisch1000
Ja, Deutschland sollte sich an die eigene Nase fassen und aufhören, sich auf den Ergebnissen der Agendareformen auszuruhen. Wir bruachen längst ein Reformprogramm, um dieses Land zukunftsfähig zu machen. Weniger Staat, mehr Innovation, schnellere Entscheidungen, weniger Steuern und weniger Bürokratie.
Reform in welche Richtung: Arm noch Ärmer, Mittelstand noch mehr ausdünnen oder Reich wird angezapft?

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interessierter Laie 10.06.2016, 17:33
71. ich mag Frankreich sehr...

und wünsche den Franzosen nichts Schlechtes - im Gegenteil. Aber Frankreich hat Probleme. Wirtschaftlich baut das System auf den behütenden Staat. Das gilt nicht nur für Arbeitnehmer. Fast alle(!) französischen Großunternehmen mussten schon einmal gerettet werden - viele sogar mehrfach. Finanzkrisen waren dazu nicht notwendig. Oben und unten wird sofort nach dem Staat geschrien sobald etwas schief läuft. Und der kann das kaum noch leisten. Zweitens und damit engverbunden, sind die Seilschaften zwischen Wirtschaft und Politik sehr ausgeprägt. Wir hier bemängeln bei einzelnen Politikern den Übertritt in Führungspositionen von Wirtschaftsunternehmen. In Frankreich ist das die Regel. Das muss nicht immer in Korruption enden, tut es aber allzu oft. Drittens ist die Entkopplung der Zentralregierung von den Regionen problematisch. Das ist eine Ursache des Aufstiegs von Le Pen und der begann lange vor der Flüchtlingskrise.

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philosophus 10.06.2016, 17:34
72. Die Deutschen...

haben was auszusetzen an: die Framzosen, die Engländer, die Griechen , die Italiener, die Spanier, die Portugiesen... na Sie wissen schon, kurz gegen alle. Alle -anderen- sind anscheinend NICHT so wie die Deutschen (wie könnte es auch) deswegen müssen sie sich "reformieren". Mein Vorschlag: wie wäre es wenn sich die Deutschen allen anderen anpassen... es wäre bestimmt einfacher, effektiver, schneller umzusetzen und vor allem (da ja Deutsche)...ohne Widerstand und Streiks,,, mit Sympathie liebe Deutsche...

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hotgorn 10.06.2016, 17:36
73.

Zitat von agt69
Auch wenn das viele Linke nicht wahrhaben wollen, aber Jobs entstehen nunmal nicht durch staatliche Verordnung, sondern durch Investitionen von Menschen, die sich von ihrer Investition einen Profit versprechen. Das ist das natürlichste der Welt und keine Verheerung durch neoliberale Propaganda.
Ach so dann hätte Schröder auf sein Investitionsprogramm ja verzichten können.

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Kurt2.1 10.06.2016, 17:36
74. #49

Zitat von tpro
Welche SPD meinen Sie? Die SPD die ich kenne, besteht hauptsächlich aus Worthülsen- und Murksproduzenten. Zur Zeit traue ich keiner Partei zu, den Restknopf zu drücken und Reformen durchzusetzen, die positiv wirken und die den Bürger nicht nur Geld kosten.
Ich hoffe, Sie meinen den "Reset"knopf :-)

Ich stimme Ihnen nicht zu in Ihrer Meinung, die SPD würde nur aus Worthülsen bestehen. Die Dinge, die sie laut Koalitionszusage versprach, hat sie gehalten. Andere Dinge wurden vom Koalitionspartner nicht zugelassen.

Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Einerseits werden von der SPD Unmöglichkeiten erwartet und gefordert. Um diese aber umsetzen zu können, müsste man die SPD erst einmal wählen, denn sonst ist es nicht die SPD, die mit den Worthülsen......

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Kurt2.1 10.06.2016, 17:42
75. #67

Zitat von Rosbaud
Da möchte ich dann schon darauf hinweisen, dass das deutsche "Jobwunder" auf statistischen Tricks beruht, und darauf, dass man das nicht oder kaum gestiegene Arbeitsvolumen durch üble Winkelzüge auf mehr Köpfe verteilt hat.
Mit was wollen Sie derartig kühne Behauptungen belegen, womit die Statistik widerlegen?

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oalos 10.06.2016, 17:54
76. Das falsche Land

Zitat von mvmvmvmv
Ich habe zusammen mit meinem Mann eine Firma in Westfrankreich. Hightech. Wir haben nicht einmal 20 Mitarbeiter, aber ich kann sagen, wir brechen unter der Last zusammen. Es ist die Attitüde der Leute, unterstützt durch Arbeitsgesetze und Arbeitsgerichte, die Unternehmer verteufeln, die Firmen das Genick bricht. Wenn man junge Mitarbeiter einstellen will, dann kann man nur die Augen verdrehen, wenn man deren Einstellung und deren Forderungen hört. Von "Schusters Rappen" hat hier noch keiner was gehört. Dann diese ständigen Streiks, wo wenige das ganze Land zum stillstehen bringen. Eine agressive Linke, eine agressive Rechte. Eine ohnmächtige Mitte, die versumpft. Ein Rechtssystem, das nicht mehr funktioniert und komplett verstopft ist. Ein Beamten-Apparatschik, der sich von Apéro zu Apéro hangelt. Nur noch Dienstleistungsbranche. Keine Produktion mehr, keiner will sich die Hände schmutzig machen. So wird das nichts.
Schade, den falschen Standort ausgesucht. Dann doch lieber einen der aufstrebenden (nicht einer der bereits aufgestrebten erfolgreichen) Staaten Asiens wählen hins. Arbeitsbedingungen seiner Angestellten. Da gibt es "keine Attitüde der Leute, unterstützt durch Arbeitsgesetze und Arbeitsgerichte, die Unternehmer verteufeln, die Firmen das Genick bricht." Junge Mitarbeiter haben zwar auch noch nichts von Schustels Lappen gehört und das Rechtssystem und der Beamten-Apparatschik, naja, da macht sich dann doch eher der eine odere andere die Hände schmutzig.

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hotgorn 10.06.2016, 18:01
77.

Zitat von Kurt2.1
Mit was wollen Sie derartig kühne Behauptungen belegen, womit die Statistik widerlegen?
100.000 Arbeitslose mal eben in eine WfbM gesteckt 100.000 mal eben in Rente geschickt. Sicher die stehen dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zur Verfügung aber es sind unlautere Tricks.

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böseronkel 10.06.2016, 18:03
78.

Zitat von Shaft13
Also gehen Franzosen auch erst mit 65 oder gar 67 in Rente?? Und 38,5 oder gar 40 Stunden Woche haben die auch so wie wir?? Dachte es wären 35 Stunden Woche, aber sollen ja mehr arbeiten als wir.
Wann hatte hierzulande die furchtbare IG-Metall eigentlich die 35-Stundenwoche vertraglich durchgesetzt?

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agt69 10.06.2016, 18:07
79. Ein sehr idealisiertes Bild

Zitat von naklar?
... westlichen Welt begründeten. Es waren die mutigen Bürger in Frankreich, die sich gegen den in Saus und Braus lebenden Adel erhoben haben während weite Teile der eigenen Bürger hungerten. Oder eine andere These zu den Streiks: Vielleicht haben zu viele Bürger in Frankreich bereits Thomas Pikettys neuste Bücher gelesen. Es wird spannend in diesem Jahrhundert.
Die Folgen der französischen Revolution waren die Guillotine, jahrelange Terrorherrschaft und zum Schluß Napoleon. Ihr Bild der Revolution endet wohl mit dem Sturm auf die Bastille. Wenn es in Europa ein "Mutterland der Demokratie" gibt, dann ist das England. Von den alten Griechen und den USA mal ganz abgesehen.

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