Forum: Wirtschaft
Streit bei der Lufthansa: "Selbst das Bodenpersonal schüttelt den Kopf über die Pilot
AFP

Die Piloten der Lufthansa ärgern Konzern und Kunden mit immer neuen Streiks. Ex-Lufthansa-Manager Thomas Sattelberger sieht die Schuld bei einer sturen Gewerkschaft, die liebgewonnene Besitzstände verteidige.

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dererzer 29.11.2016, 11:21
110. Nobel geht die Welt zugrunde...

Ich freue mich jetzt schon auf das Gesicht des letzten Gewerkschaftlers wenn er irgendwann ganz allein mit einem kleinen Plastik-Fähnchen mit der Aufschrift "Streik für 50% mehr Lohn" unmotiviert winkend da steht und sich wundert wie es dazu kommen konnte, dass sein Unternehmen pleite und er auf einmal arbeitslos ist. Solidarität mit Menschen, die für eine gerechte Entlohnung und Arbeitsbedingungen kämpfen, die einer Gesellschaft wie unserer würdig sind, ist eine Sache jedoch was die Piloten da treiben ist in meinen Augen ein absolut schamloser Missbrauch des Streikrechts. Ihr einziges Argument "ich trage ja sooo viel Verantwortung" ist gelinde gesagt Quatsch und damit das eigene Unternehmen immer und immer wieder zu erpressen ist nicht nur moralisch abstoßend, sondern auch ein Schlag ins Gesicht derer, die für viel weniger Geld viel mehr leisten müssen. Schade, dass unsere Regierung mal wieder keine Veranlassung sieht eingreifen zu müssen...

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NauMax 29.11.2016, 11:22
111.

Zitat von Msc
Ich habe für meine Heimreise zu Weihnachten jedenfalls schonmal auf eine Bahnfahrkarte gesetzt. Bye bye Lufthansa. Das Risiko am Flughafen zu stehen gehe ich nicht ein.
Na, hoffentlich spielt die GDL bei Ihnen mit, nicht dass die Lokführer plötzlich zwei Monatsgehälter an Weihnachtsgeld haben wollen und die Züge über die Feiertage stehen bleiben. Ich erachte momentan nur mein eigenes Auto als zuverlässig genug, um damit zu zeitkritischen Terminen zu fahren, trotz Staugefahr!

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voneisenstein 29.11.2016, 11:22
112. die germanisierte englische Krankheit

Zur DNA von Gewerkschaften gehört eigentlich die gelebte (!) Solidarität. Die vermisse ich bei den Spartengewerkschaften wie der "Cockpit" schmerzlich. Es geht diesen Kleinstgewerkschaften offenkundig nur noch um die Maximierung ihrer Forderungen, gern auch zulasten anderer Befschäftigtengruppen im Unternehmen. Who cares, wenn die 25% Gehaltssteigerung für die Herren Luftkutscher letztendlich auf dem Rücken von LeiharbeiterInnen am Boden und in der Kabine durchgedrückt werden?
Ich fühle mich dabei sehr das England der 70er Jahre erinnert. Seinerzeit streikte jede Wioche irgendeine Gewerkschaft und lähmte das Land, bis die Zeit reif war für eine Margaret Hilda Thatcher, die dem Spuk ein jähes Ende bereitete. Beschwören die deutschen Spartengewerkschaften mit ihrer unsolidarischen Streikfreude womögliche eine Lösung à la Thatcher herauf?

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jovanni 29.11.2016, 11:23
113. Richtiger Ansatz, falscher Zeuge

Schön, dass der Spiegel mal fragt, ob der Pilotenstreik gerechtfertigt ist. Aber warum fragt man ausgerechnet einen Ex-Spitzenmanager. Dessen absurd hohes Gehalt und dessen Leistung noch weit fragwürdiger sind, als die überzogenen, unsolidarischen Forderungen der Piloten. Kabinen-Crews und Bodenpersonal ärgern sich seit Jahren über das arrogante Vorgehen ihrer besserverdienenden Kollegen, die die letzte Streiktoleranz für ihr Luxusleben aufbrauchen. Während es bei anderen Kollegen, die ähnlich viel Verantwortung tragen, tatsächlich ans Eingemachte geht. Hier wäre wirklich mal eine politische Diskussion (bis hin zur Gesetzänderung) sinnvoll, ob esnicht eine Lohnobergrenze für's Streikrecht einführen sollte. Wer, wie die Piloten 120.000,- und mehr im Jahr verdient, sollte nicht streiken dürfen, weil er gern noch ein paar Tausend mehr haben würde.
Was allerdings die Umstrukturierung der Lufthansa angeht, leistet sich das extrem überbezahlte, sogenannte Spitzenmanagement seit Jahrzehnten eine blamables Manöver nach dem anderen und verbrennt Milliardensowie das Image derr Firma, ohne dass es dafür zur Rechenschaft gezogen wird.
Das kann auch die beste Stewardess, als letzte Verteidigerin des Markenkerns kaum mehr weglächeln. Zumal die Konzernleitung sie zunehmed dazu zwingt, wie ein Roboter zu agieren.

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wen-interessierts 29.11.2016, 11:29
114. Vorstand und Piloten: Einigt euch endlich!

Anfang der 2000er hat der LH-Vorstand noch getönt, dass die Billig-Airlines keine Konkurrenz wären. Da hat man schon mit Arroganz und Dismanagement die Zeit verschlafen! Später hat man dann genau dies gemacht, die Billig-Airline Germanwings gekauft und Eurowings aufgebaut.
Gleichwohl können die Piloten auch nicht die Augen verschließen: Die Zeiten haben sich geändert, ob sie es wollen oder nicht.
Also muss ein Kompromiss her, dringend! Sonst können sich die Piloten bald Arbeitslosengeld abholen und der Vorstand einen neuen Job suchen. Dürfte beides nicht so prickelnd sein.

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sotraluz 29.11.2016, 11:30
115.

Viele Jahre hatte ich das zweifelhate Vergnügen, den Frequent Traveller Status der Lufthansa zu genießen. Aufgrund der damit gesammelten negativene Erfahrungen wollte ich bei diesem Unternehmen keinesfalls ein statusloser Pax werden. Deshalb fliege ich schon seit längerer Zeit nur noch mit sogenannten No-Thrill Airlines, dafür pünktlich und preiswert, bei ebenso gutem Service und freundlicherem Personal als der LH-Group.

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AchimMeyer 29.11.2016, 11:30
116. Wettbewerbsfähigkeit fehlt

Die arabischen Emirates und Etihad werden mit Petrodollars zu "den" Airlines auf dem Weltmarkt gemacht. Das bei den arabischen Airlines beschäftigte Personal wird gut bezahlt, nirgendwo wird bei der Anschaffung der Flugzeuge gespart, kaum ein Fluggast findet Mangel. Diese Wettbewerbsverzerrung sorgt in europäischen Konzernzentralen für Schweißperlen, weil es keinerlei Patentrezept gegen diese Art der Markt-Monopolisierung gibt. Wahrscheinlich ist die Devise bei Lufthansa, British Airway u. Air France: Mitnehmen was geht, wir werden bis in 5 Jahren vom Markt gefegt. Lassen wir sie also streiken, der Markt wird das regeln.

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NauMax 29.11.2016, 11:32
117.

Zitat von werder11
wie bei allen großen unternehmen - bei der eigenen vergütung gibt es keine grenzen aber von den arbeitnehmern wird vernunft und auzgenmaß velangt - ich möchte nicht wissen, wieviele mio das lufthansa management bei ihren jahrelangen tarif streiterein mit der belegschaft schon in den sand gesetzt hat und vor allem auch die anzahl der stammkunden, die nun andere airlines nehmen oder den....
Vernunft und Augenmaß? Tun Sie mal nicht so, als würden die Piloten der Lufthansa mit einem Hungerlohn abgespeist! Als Neueinsteiger frisch aus der Ausbildung bekommt man bei der Lufthansa ein Einstiegsgehalt von 136.000 Euro p.a. Die geforderte 22%ige Tariferhöhung macht daraus 166.000 Euro. Der Höchsttarif liegt bei 250.000 Euro. Macht dann in Zukunft 305.000. Diese Mehrkosten werden nicht vom Vorstand bezahlt, sondern von der Paxe hinten in der Kabine. Und die ist dazu nicht bereit. Es ist unglaublich, wie die Gier (ja: Gier) einiger Arbeitnehmer einen ganzen Konzern langsam aber sicher in die Pleite treibt. Da sind die Piloten aber nicht alleine. Es hat sich ein kleines aber überaus mächtiges Gewerkschaftskartell aus Piloten, Kabinen- und Bodencrew in den Reihen der Lufthansa formiert, die das Potenzial dazu hat, den Flugbetrieb über Monate hinweg zu beeinträchtigen. Und die Belegschaft merkt noch nicht einmal, dass sie nur für Machtpolitik missbraucht wird.

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joey55 29.11.2016, 11:34
118.

Zitat von nano-thermit
Streiken ist schlecht und das sollte in Deutschland bloß nicht als Beispiel herhalten. Wo kämen wir hin, wenn die Deutschen auf die streikbarikaden gingen, ......
Frankreich ist ja auch ein gutes Beispiel für eine florierende Wirtschaft.
[PS: Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.]

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schwertas 29.11.2016, 11:34
119. Grundsatzdebatte über das Direktionsrecht erforderlich

Im Artikel wurde ja darauf hingewiesen: Es geht nur vordergründig um die Gehaltsforderung, weil eben in der jetzigen Betriebsverfassung nur über Arbeitsbedingungen verhandelt werden darf.
Der eigentliche Grund für den Konfilikt ist aber die belegschaftsfeindliche Gründung von Billigtöchtern. Dass man dagegen nicht direkt streiken kann ist meines Erachtens ein Fehler im System.
Hintergrund ist dass nach wie vor das Direktionsrecht - also die Art und Weise der Führung des Geschäftes - voll dem Arbeitgeber zusteht.
Solche Vorschriften verhindern echte MItbestimmung, die für eine echte Teilhabe der Beschäftigten an der Gesellschaft dringend erforderlich wären und das Zurückdrängen der angestellten MIttelschicht effektiv verhindern könnten.
Zugegeben die Forderungen der Piloten sind hoch, aber darum geht es ja eigentlich nicht ..

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