Forum: Wirtschaft
Streit mit den USA: Schäuble und die Schuldenfreunde
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Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank prallen wieder einmal Ideologien aufeinander: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnt Sparsamkeit an, die Amerikaner wollen fürs Wachstum mehr Geld ausgeben. Zeitweise soll es zu einer wahren Brüllorgie gekommen sein.

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dlmb 20.04.2013, 13:04
1. Hart bleiben!

Zitat von sysop
Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank prallen wieder einmal Ideologien aufeinander: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnt Sparsamkeit an, die Amerikaner wollen fürs Wachstum mehr Geld ausgeben. Zeitweise soll es zu einer wahren Brüllorgie gekommen sein.
Wie würde wohl ein Steinbrück oder ein Trittin in so einer Verhandlung agieren? Ich mag es mir nicht vorstellen wollen - das würde mir schlimme Albträume bescheren.

Der Euro beweist sich mal wieder als Währung, die die Länder spaltet.

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holdensturm 20.04.2013, 13:12
2.

Da kann man Herrn Schäuble nur zustimmen. Zum Einen hinkt der Vergleich mit den USA vor 200 Jahren in Bezug auf die EU heute ganz gewaltig, denn die "Weltwirtschaft" war zu jener Zeit ganz anders geprägt als heute und die USA waren damals bereits ein gemeinsamer politischer und wirtschaftlicher Bundesstaat, während die EU nur ein Staatenbund ist. Zum Anderen lässt sich mit einer Schuldenquote von über 100% und einer ausufernden Neuverschuldung das Schuldenproblem nicht im geringsten beheben. Manchmal muss man sich "gesund schrumpfen", das gilt auch für die selbstherrlichen USA, denn es ist ein Aberglaube, dass wenn die Wirtschaftsleistung sich durch Neuverschuldung tatsächlich erhöhen sollte, die zusätzlichen Staatseinnahmen wirklich zur Entschuldung eines Staates genützt würden, wie es noch halbwegs vernünftig wäre. Im Gegenteil wird sich das Problem nur immer weiter verschärfen bis die Inflation das Geld und die Schulden entwertet und die Wirtschaft "kollabieren" lässt. Lieber ein geordnetes "Gesundschrumpfen" der Krisenstaaten als ein ungeordneter Wirtschaftszusammenbruch. Aber mit diesem Ziel lässt sich in den USA und Südeuropa eben keine Wahl gewinnen, also wird es so nicht kommen. Ein Armutszeugnis!

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leidenfeuer 20.04.2013, 13:14
3. Können die nie genug bekommen?

Zitat von sysop
Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank prallen wieder einmal Ideologien aufeinander: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnt Sparsamkeit an, die Amerikaner wollen fürs Wachstum mehr Geld ausgeben. Zeitweise soll es zu einer wahren Brüllorgie gekommen sein.

Vielen Staaten sind ihre Schulden längst über den Kopf gewachsen.
Und da gibt es welche, die immer noch viel mehr Schulden machen
wollen oder gar sollen.

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chefrationalist 20.04.2013, 13:37
4. Obama hat in Sachen Wirtschaft versagt

Präsident Obama hat zwar die unsäglichen Bush-Jahre beendet, in Sachen Wirtschaftswachstum hat er aber weitestgehend versagt. Seine Innenpolitik kostet die Amerikaner zunächst einmal viel Geld, das der Wirtschaft fehlt. Und bei allem Respekt für unsere Freunde in Amerika: die Finanzkrise wurde auch durch eine verfehlte Wirtschaftspolitik in den USA ausgelöst. Auch wenn sich die EURO-Zone in Sachen Überschuldung nicht eben mit Ruhm bekleckert: als finanzpolitisches Vorbild taugen die USA derzeit nicht.

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Roßtäuscher 20.04.2013, 13:39
5. Wenn Schäuble mit seinem Spardiktat die €-Zone rettet

Wird man ihn im Größenwahn Berlin als Bronzestatue aufstellen.
Schulden machen auf Teufel komm' raus' kann nur, wer es hinterher auch erwirtschaftet. Hier sitzen die USA auf ganz anderer Wirtschaftsleistung als die europäischen Kleinstaaten als Urlaubsländer. Wir haben diese völlig andere Situation mit den Griechen, die obendrein glauben, die blöden Deutschen Steuerzahler bezahlen ihre staatl. verordnete Steuerhinterziehung und fördern die reiche Kaste auf den zerfransten Mittelmeer-Halbinseln um Ithaka - Peloponnes u.a. Inselhüpfern. Die Kasino-Zyprioten mit imperialem britischen Denken subventionieren, besser finanzieren wir gleich mit.
Die Wut der breiten griechischen Masse ist deren Bier. Das sollen sie gefälligst mit ihrer Politik und den Onassis-Typen intern regeln.
Aber, mit der Schäuble-Spar-Politik muss jetzt Schluss sein, wir können die Eigenlob-Merkel-Showauftritte nicht mehr länger sehen, hören, dulden.

Wie Finanzminister Schäuble mit den USA über Schulden streitet - SPIEGEL ONLINE

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Binideppert? 20.04.2013, 13:45
6. Aha...

SPON bezeichnet es als Ideologie, wenn Deutschland nicht mehr ausgeben will, als es einnimmt! Mit den Amerikanern wird es so lange Streit geben, bis wieder ein vernünftiger Präsident regiert, der nicht hemmungslos Geld druckt und sich verschuldet als gebe es kein Morgen.

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RioTokio 20.04.2013, 13:47
7.

Das abstruse Europabild der Amerikaner wird an der Gleichsetzung von amerikanischen Bundesstaaten des 19 Jh., die sich finanziell zusammengetan haben und unabhängigen europäischen Staaten die das gefälligst auch tun sollen deutlich.

Offenbar vollkommen unverständlich, dass die Deutschen nicht die Haftung für ein paar Billionen Euro südeuropäischer Ramschanleihen übernehmen wollen und das auf alle Zeit, denn es kommen ja jährlich neue Schulden hinzu.

Die Investoren in diese Ramschanleihen werden zu einem hohen Prozentsatz angloamerikanische Banken und Fonds sein. Deren Geld und Profit wäre damit gesichert - durch deutsche Steuergelder.
Ein dreister Versuch uns auszunehmen.

Übrigens wurde die Bankenkrise 2008 ja maßgeblich durch überteuerte Subprime Papiere amerikanischer Banken verursacht, die von amerikanischen Ratingagenturen mit gefakten Ratings verkauft wurden. Die vielen Milliarden die europäische Banken verloren haben sind also vor allem in die USA geflossen.
Sieht wie ein riesiger Raumzug der Amerikaner aus.

Nun der nächste Versuch.

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elikey01 20.04.2013, 13:52
8. Meinungskommentar

Zitat von sysop
Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank prallen wieder einmal Ideologien aufeinander: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnt Sparsamkeit an, die Amerikaner wollen fürs Wachstum mehr Geld ausgeben. Zeitweise soll es zu einer wahren Brüllorgie gekommen sein.
Dieser Streit ist unterfüttert mit Argumenten, mit denen jede Seite der Überzeugung ist, ihre seien die einzig richtigen - und nur sie führten zur Problemlösung.

Im Grund belegt jedoch die anhaltende relative Erfolglosigkeit beider Seiten, dass es keinen Königsweg gibt, der die gegenwärtige Banken-/Schulden-/€uro- und Wirtschaftskrise (letztere ist zweifelsohne in DEU in der Gesamtbetrachtung noch am geringsten ausgeprägt) kurz- und mittelfristig beheben könnte.
Schließlich fuhr der Laden auch nicht direkt von heute auf morgen an den Abgrund, sondern ist das Ergebnis jeweiliger div. polit. und finanzmarktlicher Fehlentscheidungen.
In Europa war dies mit Sicherheit die Aufnahme von nicht €uro-fähigen (Süd-)Ländern, wenn man denn schon eine Einheitswährung ohne politisch-fiskalisches Fundament und ohne stringente Vertragstreue aufsetzte.

Jedes Credo auf "Schneller, Höher, Weiter" stößt letztlich auf Grenzen, so sehr auch egomanische Klientel-Ansprüche darauf setzen - und damit eher neue Abgründe schaffen.

Die jeweiligen individuellen Interessenslagen sind wohl doch auch zu unterschiedlich, außer dass dem Zauberwort WACHSTUM als alleinigem Sesam-öffne-dich alle huldigen.

Irgendwo zwischen weitgehend hemmungslosem Gelddrucken und Schuldenmachen zur Ankurbelung der Wirtschaft und HH-Konsolidierung durch Reformen und Extremsparen mag der Weg zur (wenigstens temporären) Gesundung liegen.

Auf diesem Weg liegen jedoch auch zu berücksichtigende Themen wie Bildungspolitik, Umgang mit Ressourcen, Umweltschutz, Energieeffizienz und soziale Gerechtigkeit, auch wenn sich der jeweilige Blickwinkel darauf wiederum sehr unterscheiden mag, so wie sich Nationen und Mentalitäten unterscheiden.

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maulkorb 20.04.2013, 13:52
9. Das Spiel ist aus ...

Der Euro wird an der Starrsinigkeit der Deutschen scheitern. Das pfeifen inzwischen die Spatzen von den Dächern. Ich habe inzwischen meinen kleinen Euro Aktienfond aufgelöst. Der wird bald nichts mehr wert sein.

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