Forum: Wirtschaft
Streit mit den USA: Schäuble und die Schuldenfreunde
DPA

Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank prallen wieder einmal Ideologien aufeinander: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnt Sparsamkeit an, die Amerikaner wollen fürs Wachstum mehr Geld ausgeben. Zeitweise soll es zu einer wahren Brüllorgie gekommen sein.

Seite 14 von 15
styxx66 21.04.2013, 14:50
130. xxx

Zitat von sysop
Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank prallen wieder einmal Ideologien aufeinander: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnt Sparsamkeit an, die Amerikaner wollen fürs Wachstum mehr Geld ausgeben. Zeitweise soll es zu einer wahren Brüllorgie gekommen sein.

Wieso mischt sich ein Finanz-Terrorist LEW in die Belange von Europa und DE ein? Haben die Amis nicht genug mit Ihren eigenen Schulden zu kämpfen? Warum bringen Sie nicht ihren eigenen Finanz-Stall in Ordnung und zeigen uns "Hinterwäldlern" wie's geht? Dann noch der perfide Vorschlag, DE solle endlich die Euro-Bonds akzeptieren. Spätestens da sollte es mal wieder jedem Bürger klar sein, was der "SPALTPILZ EURO" durch die katastrophale Umsetzung der Politik, alles kaputtgemacht hat. Das Ausland, unsere "Freunde" die in Wirklichkeit zu Feinden mutiert sind, schreiben uns vor, was wir zu tun und zu lassen haben. In was für einer pervertierten Zeit leben wir eigentlich?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dowhepole 21.04.2013, 15:29
131.

Zitat von styxx66
Wieso mischt sich ein Finanz-Terrorist LEW in die Belange von Europa und DE ein? Haben die Amis nicht genug mit Ihren eigenen Schulden zu kämpfen? Warum bringen Sie nicht ihren eigenen Finanz-Stall in Ordnung und zeigen uns "Hinterwäldlern" wie's geht? Dann noch der perfide Vorschlag, DE solle endlich die Euro-Bonds akzeptieren. Spätestens da sollte es mal wieder jedem Bürger klar sein, was der "SPALTPILZ EURO" durch die katastrophale Umsetzung der Politik, alles kaputtgemacht hat. Das Ausland, unsere "Freunde" die in Wirklichkeit zu Feinden mutiert sind, schreiben uns vor, was wir zu tun und zu lassen haben. In was für einer pervertierten Zeit leben wir eigentlich?
In einer in der Volkswirtschaften nicht mehr, mehr oder weniger abgekoppelt von der Welt, ihre eigene Wirtschaftspoltik fahren können, ohne dass es Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte.
Hier nur auf die jeweiligen Fehler der anderen Nationen zu schimpfen, während man seine eigenen Handlungen für Gottgleich hält ist einer der Punkte, der die Weltwirtschaft erst in diese Situation gebracht hat.
Durch die Globalisierung lebt man mittlerweile auf einem großen binnenmarktähnlichen Konstrukt und die jeweiligen Regierungen haben kein Interesse an internationalem Konsens.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1425926487 21.04.2013, 15:58
132.

Zitat von rg-net
Die normalen Menschen sollen für die Provide der Reichen zahlen so machen es die Amis seit Jahrenzehnten. Verluste privatisieren, zahlen die Doofen und Gewinne Privatisieren die kassieren die Gierhälse. Ekelhaft und sonst nix.
Ja und wenn dann einer auf die Idee kommt, eine Sozialversicherung für alle zu fordern, schreien die Reichen "Hilfe- das ist doch wie im Kommunismus!" und schaffen es damit sogar, die Masse derer, für die sie eigentlich gedacht ist (und die ihre Häuschen verkaufen müssen, weil sie sich sonst ihre OP nicht leisten können) auf ihre Seite zu ziehen. Da sieht man mal, wie verlogen und heuchlerisch das ganze ist. Übrigens läuft es bei uns zur Zeit auch nicht anders, am Beispiel Bankenkrise. Nur aus diesem Grund (und weil die Zyprioten natürlich verpennt haben, die Rücklagen der Banken erhöhen zu lassen) muss nun das ganze Volk dafür bluten. Und wer ist schuld?
Wir. Die bösen Deutschen.
Klar.
Wer sonst. :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eks2040 21.04.2013, 17:17
133. Schuldenfreunde USA/D

Die USA braucht niedrige Zinsen fuer die Finanzierung des Schuldenberges. Und niedrige Zinsen geht bei knappem Geld nicht, daher die Druckpresse auf Hochtouren, und das erlaubt die Finanzierung auch der neuen Defizite im Haushalt. Natuerlich zahlen die Sparer, denn Zinsen tendieren gegen NULL, dafuer geht die Boerse besser. Das gibt den Anschein fuer eine Besserung. Doch Kaufkraft wird nicht wirklich verbessert. Ich hoffe, Deutschland macht die Erweiterung der Geldmenge nicht in vollem Umfang mit. Niemand hat bisher die vollen Risiken aufgezeichnet, aber auch die FED weiss, dass das Ende der Geldmengen-Erweiterung kommen muss... Nur die Kosten sind nicht klar. Karl

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dunnhaupt 21.04.2013, 17:57
134. Jeder sollte vor der eigenen Türe kehren

Deutschlands Obsession mit der US-Wirtschaft ist ebenso sinnlos wie albern. Die Amerikaner kümmern sich um ihre eigene Wirtschaft und Deutschland ist ihnen völlig egal. Die Deutschen hingegen mischen sich ständig in die Probleme fremder Länder ein, und verbrennen sich jedesmal die Finger dabei. Auf Schäubles übliche Brüllorgien reagiert man nur mit Schulterzucken -- was kann man von den Deutschen schon anderes erwarten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tolotos 21.04.2013, 19:52
135. Wir haben zwar Wachstum, aber vor allem in den Händen einer reichen Minderheit!

Zitat von interessierter Laie
Ludwig Erhard ging in "Wohlstand für alle" davon aus, dass die Ausgaben des Staates langsamer wachsen würden als die Staatseinnahmen. Er nahm sogar an, dass aufgrund dessen die Steuern und Abgabenlast auf Dauer sinken könnte. Gestützt wurde diese Erwartung darauf, dass die Bevölkerung immer langsamer wächst als die Produktivität, denn mehr Menschen schaffen mehr und durch den technischen Fortschritt wächst der Beitrag des einzelnen zusätzlich. Beide Grundannahmen waren in der Geschichte der BRD fast durchgehend erfüllt. Wir haben trotz Bevölkerungsstagnation Wachstum. Dennoch sind die Abgaben stets gestiegen und obendrein sind die Staaten heute fast pleite. Es scheint etwas zu geben, das deutlich schneller wächst als Produktivität und Bevölkerung zusammen! Das sind die Erwartungen des Bürgers an den Staat. Das Verhalten der Politiker sind ein Spiegel dieser Erwartungen. Ihnen zu verordnen, sparsamer zu sein heißt die Demokratie abzuschaffen!
Vielleicht sollte man die Frage stellen, wo diese Abgaben gestiegen sind!

Wie kommt es denn, dass der Staat mit dem Geld immer weniger zurecht kommt, obwohl (in Deutschland) in diesem Jahrtausend die Löhne kaum gestiegen (real wohl sogar gefallen) und der Sozialstaat durch die Hartz-Reformen massiv abgebaut wurde?

Könnte es vielleicht sein, dass weniger die Ansprüche der Wähler am desolaten Zustand der Staatsfinanzen schuld sind, als die unzähligen Steuervermeidungsinstrumente, die Globalisierung und EU-Erweiterung reichen Privatpersonen und staatenübergreifend aktiven Unternehmen zur Verfügung gestellt haben?

Sie wirklich die Ansprüche einer Wählermehrheit schuld an den desolaten Staatsfinanzen, oder sind sie nur die bequemen Sündenböcke für immer marktkonformere Politiker, die immer mehr bevorzugt die Interessen derer bedienen, die sich für diese Interessenvertretung erkenntlich zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
localpatriot 21.04.2013, 21:13
136. Das sehe ich jedoch anderst

Zitat von dunnhaupt
Deutschlands Obsession mit der US-Wirtschaft ist ebenso sinnlos wie albern. Die Amerikaner kümmern sich um ihre eigene Wirtschaft und Deutschland ist ihnen völlig egal. Die Deutschen hingegen mischen sich ständig in die Probleme fremder Länder ein, und verbrennen sich jedesmal die Finger dabei. Auf Schäubles übliche Brüllorgien reagiert man nur mit Schulterzucken -- was kann man von den Deutschen schon anderes erwarten?
Sie haben auf der einen Seit recht. Es waere genuegend fuer Herrn Schaeuble ein ruhiges NEIN zu gewissen Vorschlaegen zu bringen. Moeglicherweise koennte man das durch ein 'wir sehen die Weg nach vorne fuer uns anderst".

Aber der Druck zur Geldmengenerweiterung ist enorm und er kommt aus den USA und GB. Beide Staaten wollen darauf bestehen dass die Eurozone mitmacht und dabei liegt alles im Argen.

Die Eurozone ist zu divers um sich zu helfen. Mein obiger Beitrag welcher die Schluesseldaten von D und I beinhaltet illustriert das Problem. Er zeigt auch wie die meisten Menschen in den USA die Eurokrise mitverfolgen - fuenf kurze Zeilen Text und drei Schluesselzahlen.

Aber dass der US Regierung D voellig egal ist kann ich nicht nachvollziehen. Man entwickelt Loesungen fuer das eigene Problem und erwartet dass D einfach mitmacht. Dass Herr Schaeuble andere Ansichten hat sorgt allerding fuer Aerger und am Ende muss er doch nachgeben.

Moeglicherweise waere eine Persoenlichkeit a la Westerwelle fuer derartige Verhandlungen besser am Platze. Man faellt sofort um und veraergert niemand. Was waere ihnen lieber?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maliperica 21.04.2013, 23:19
137. Ich lehne die Verschwörungstheorien strikt ab, deswegen frage ich immer

Zitat von localpatriot
Sie haben auf der einen Seit recht. Es waere genuegend fuer Herrn Schaeuble ein ruhiges NEIN zu gewissen Vorschlaegen zu bringen. Moeglicherweise koennte man das durch ein 'wir sehen die Weg nach vorne fuer uns anderst". Aber der Druck zur Geldmengenerweiterung ist enorm und er kommt aus den USA und GB. Beide Staaten wollen darauf bestehen dass die Eurozone mitmacht und dabei liegt alles im Argen....
Wenn Sie gestatten hätte eine einfache heuristische Frage, einfach zum Nachdenken und Analyse der neuzeitlichen Prozesse...
Die Unterschiede zwischen USA und GB sind schon beachtlich und erst die Unterschiede zu s.g. Med.-€-Länder sollte man nicht erwähnen, abgesehen von einer Kleinigkeit. Alle fahren seit 2001/2002 zwar auf unterschiedliche Weise, aber immerhin gemeinsam in gleicher Zeit die doppelte Defiziten (Budgetdefizit wie Außenhandeldefizit).
Und jetzt die verschwörerische Frage, warum hat man nicht früher reagiert, vor 2007/2008 und jede begründete kritische Analyse sofort zum Schweigen verdonnert?
War es im Zusammenhang mit allen anderen, doch sehr tiefen Veränderungen geplant oder handelt sich um einen Zufall?

In der Sache selbst hat Herr Schäuble selbstverständlich grundsätzlich gegenwärtig Recht. In seinen Handlungen allgemein hat es, aber und es muß zugegeben werden, die Entwicklung ermöglicht. Die ganzen Veränderungen weiten sich weit über die Fragen der Geldpolitik, weil diese Frage sollte viel früher durch Kontrollmechanismen der €-Gruppe gestellt und gelöst werden.

Haben die mittlerweile "too big to fail" Banken durch die Geldmengenerweiterung die Anleihen den gegenwärtigen s.g. Krisenländer der €-Gruppe, doch planmäßig über die Grenzen ihrer Belastbarkeit zur Verfügung gestellt und dazu die Rettungsmechanismen mitgeplant und mitregiert die eigentlich die Grundprobleme auf diese Weise nicht dauerhaft lösen können.

Die Betonung liegt bei "dauerhaft", weil auch die Rettungfonds, die Bankenunion, ELA, Target 1-X, QE 1-X, die wahren Systemproblemen nicht aufheben können. Man braucht tatsächlich einen entscheidenden weiteren Schritt um überhaupt zur demokratisch kontrollierten Verantwortung und Geldpolitik zurück zu kehren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wibo2 22.04.2013, 04:07
138. Schäuble ist eher ein Steuereintreiber als ein Makroökonom ....

Das Außenwirtschaftliche Gleichgewicht muss gewährleistet sein. Zwischen Importen und Exporten, die ein Staat tätigt, soll ein
angemessenes Verhältnis sein. Das außenwirtschaftliche Gleichgewicht liegt vor, wenn die Summe der Importe gleich der
Summe der Exporte ist: Wie sollen denn Exportüberschüsse je bezahlt werden, wenn es stets zu wenig Importe gibt?

Allerdings bestehen die deutschen Exporte zu etwa 40% aus vorher importierten Teilen. Das ist zu berücksichtigen.

Der Steuerzahler wird die überschüssigen Exporte in Defizitländer bezahlen. Güter und Kapital wurden faktisch in die Defizitländer
verschenkt, weil Kredite von den Bankern dorthin veruntreut wurden. Darauf läuft es hinaus. Können wir uns das leisten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
localpatriot 22.04.2013, 11:59
139. Kultur, Struktur, Wirtschaftspolitik

Zitat von maliperica
Wenn Sie gestatten hätte eine einfache heuristische Frage, einfach zum Nachdenken und Analyse der neuzeitlichen Prozesse... Die Unterschiede zwischen USA und GB sind schon beachtlich und erst die Unterschiede zu s.g. Med.-€-Länder sollte man nicht erwähnen, abgesehen von einer Kleinigkeit.
Volkswirtschaft ist im grossen und ganzen Kulturbedingt.
USA, GB und D und einige andere EU Staaten sind sich in Bezug der grundlegenden Wirtschaftskultur sehr aehnlich. Ein deutscher oder britischer Auswanderer im 19. Jahrhundert war von den Arbeitsbedingungen in den USA nicht ueberrascht. Was anderst war waren die dem einzelnen gebotenen Gelegenheiten welche in den USA, einer in der Entwicklung befindenden Siedlerkolonie groeser waren.

Deutschland trennte sich durch zwei verlorenen zerstoererische Kriege welche man um 1945 als Totalschaden bezeichnen kann. Als ueberbleibsel bleibt die Vermoegensschwaeche grosser Bevoelkerungsteile und eine Arbeitkultur die Notgedrungen auf regelmaessige gegenwaertige Einkuenfte angewiesen ist. In GB und den USA kann man im Vergleich auch heute auf groessere Vermoegenswerte zurueckgreifen, sowohl national, als auch innerhalb der Familien.

Was GB und die USA heute verbindet sind die Reagan Thatcher Jahre, welche Strukturreform durch Kahlschlag durchfuehrte, im Gegenteil zu Deutschland, welches durch interne Abwertung H-4 und Lohndisziplin die wirtschaftliche Konkurrenzfaehigkeit auf breiter Ebene Verteidigt.

Die Mittelmeerstaaten sind kulturmaessig stark verwandt. Wirtschafts und politische Kulturen sind sich aehnlich und eiserne Disziplin im Konkurrenzkampf mit China, Indien und Brasilien steckt das einfach nicht drin.
Dazu kommt dass diese Staaten nur oberflaechlich demokratisch sind. Die traditionellen regierenden und finanziellen Eliten stehen nicht unter der Aufsicht einer demokratisch gefuehrten Verwaltung und das wirkt sich auf die Wirtschaftpolitik und Leistung aus.

Soferne ich weiter machen soll, bitte schreiben sie, aber die Grundursachen sind hier dokumentiert. Alles andere folgt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 15