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Streit mit der Bahn: GDL-Chef Weselsky hält Einigung vor Weihnachten für möglich
DPA

Im Bahn-Streit scheint sich die Lage zu entspannen. Lokführer-Gewerkschaftschef Weselsky kann sich vorstellen, sich noch vor Weihnachten mit dem Konzern zu einigen. Andere GDL-Funktionäre fordern jedoch, hart zu bleiben.

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mmmouse 10.11.2014, 10:17
1. Kritische Nachfragen?

Soso, ganz zum Schluss kommt dann das wesentliche: "Der Konzern will jedoch konkurrierende Tarifverträge einzelner Berufsgruppen verhindern." Wie wäre es denn mal mit ein paar kritischen Nachfragen dazu an die Bahn? Warum beharrt sie darauf? Woher nimmt sie das Recht dazu? Warum sind konkurrierende Tarifverträge plötzlich problemlos möglich, wenn sie dem Personalvorstand nur in den Kram passen, z.B. bei Leiharbeitern oder Busfahrern?

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mr.andersson 10.11.2014, 10:29
2.

Zitat von mmmouse
Soso, ganz zum Schluss kommt dann das wesentliche: "Der Konzern will jedoch konkurrierende Tarifverträge einzelner Berufsgruppen verhindern." Wie wäre es denn mal mit ein paar kritischen Nachfragen dazu an die Bahn? Warum beharrt sie darauf? Woher nimmt sie das Recht dazu? [...]
Sie beharrt darauf, weil sonst ein Wettbieten unter den Gewerkschaften stattfinden wird. "Komm zu mir, wir fordern 5%", "Nein komm zu mir, wir fordern 6%", "Na Gut, dann fordern wir 7%". Und immer wird abwechseld gestreikt um die Forderungen dann durchzusetzen.

Die Bezahlung eines Mitarbeiters hängt dann nicht mehr (nur) von seiner Leistung, sondern auch von seiner Gewerkschaftzugehörigkeit, die er sinnvoller weise immer dann ändern wird, wenn die andere was besseres aushandelt.

Woher nimmt die Bahn das Recht? Das Recht Verträge so zu schliessen wie sie einem passen basiert auf der "Vertragsfreiheit" die sich wiederum aus Artikel 2 der GG (allgemeine Handlungsfreiheit) ableitet. Sie wissen, GG, dass was für die GDL unverhandelbar ist. Daher nimmt die Bahn das Recht ihre Verträge so zu gestalten, wie sie möchte. Ausser der Vertragspartner ringt ihr mit seinen ihm zustehenden Mittel in der Verhandlung zugeständnisse ab. Und in diesem "ringen" befinden sich die Verhandlungspartner gerade.

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sarkosy 10.11.2014, 10:35
3. Offensichtlich

will die DB nicht die finanziellen Aspekte des Streiks verhandeln,sondern versucht,mit faulen Tricks,aussichtslosen Gerichtsverfahren ,deren Kosten nach Niederlage der Steuerzahler berappen muss,, und vor allem unter völliger Missachtung des Grundgesetzes das Streikrecht auszuhebeln!!Wann werden offensichtliche Missachtung des Grundgesetzes endlich unter echte,schmerzhafte Strafen gestellt - ganz so wie Verrat? Jeder hergelaufene Manager erlaubt es sich heute,das Grundgesetz zu untelaufen und drei Gerichtsstufen lang Katz und Maus mit seinen Opfern zu treiben,ehe er dann verliert.Und dann ist das Urteil immer noch nicht in Fakten umgesetzt.

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Ryuda 10.11.2014, 10:37
4. Genau lesen!

"Größter Streitpunkt zwischen der Bahn und der GDL ist, dass die Lokführergewerkschaft ... auch für das übrige in der Gewerkschaft [!] organisierte Zugpersonal mitverhandeln will. Dieses wird bislang von der EVG vertreten."

Übersetzung: Obwohl es Bahnmitarbeiter gibt, die bei der GDL organisiert sind, werden deren Tarifverträge nach den Wünschen der Bahn und der EVG von der EVG ausgehandelt und nicht von der GDL.

Soviel zum eigenen Machtbereich ausbauen.

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lini71 10.11.2014, 10:44
5. Falsch

Zitat von mr.andersson
Woher nimmt die Bahn das Recht? Das Recht Verträge so zu schliessen wie sie einem passen basiert auf der "Vertragsfreiheit" die sich wiederum aus Artikel 2 der GG (allgemeine Handlungsfreiheit) ableitet. Sie wissen, GG, dass was für die GDL unverhandelbar ist......
Fast alle privaten Bahn Gesellschaften haben schon lange unterschiedliche Verträge für GdL und EVG..
Und die bahn kann sich ja gerne geggen höchstrichterliche Vorgaben stemmen, die sagen, unterschiedliche Tarifverträge in einem Betrieb sind zulässig...

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sikasuu 10.11.2014, 10:44
6. Wenn mir nur jemand nachvollziehbar beweisen könnte,

das > 40-50 Mio pro Tag Verlust es wert sind...
... eine kleine Gewerkschaft daran zu hindern für ihre 10 - 30.000 Mitglieder einen Tarifvertrag zu verhandeln, krieche ich zu Kreuze und werde Wirtschaftsliberaler!
Diese Hinnahme RIESIGER Kosten die WEIT über die vermutlichen KOSTEN eines Tarifabschlusses hinaus gehen, ohne das was noch im Hintergrund bei Dritten an Kosten anfällt, lässt bei mir nur eine einzigen Schluss zu:
.
Diese kleine Gewerkschaft und ihre Forderungen wird (vom Eigentümer der Bahn) als so gefährlich eingeschätzt, das es unwichtig ist, wieviel das "Niederküppeln" dieser Mini-Gruppe kostet!
Die Angst vor einem Sieg dieser Arbeitnehmergruppe muss so MASSIV sein, das den Politikern in Berlin jedes Augenmass abhanden gekommen ist!
Ein Nachgeben würde wirtschaftlich wohl "Portokasse" für die Bahn sein. Die Hinnahme dieser massiven Verluste (Bahn und für die Volkswirtschaft) macht doch sehr NACHDENKLICH!

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fx33 10.11.2014, 10:46
7.

Zitat von mr.andersson
Sie beharrt darauf, weil sonst ein Wettbieten unter den Gewerkschaften stattfinden wird. "Komm zu mir, wir fordern 5%", "Nein komm zu mir, wir fordern 6%", "Na Gut, dann fordern wir 7%". Und immer wird abwechseld gestreikt um die Forderungen dann durchzusetzen. Die Bezahlung eines Mitarbeiters hängt dann nicht mehr (nur) von seiner Leistung, sondern auch von seiner Gewerkschaftzugehörigkeit, die er sinnvoller weise immer dann ändern wird, wenn die andere was besseres aushandelt.
Ganau das wird dazu führen, dass die "konkurrierenden" Gewerkschaften langfristig an einem Strang ziehen werden. Dadurch werden die Arbeitnehmer in ihrer Verhandlungsposition immer stärker, und das ist das, wovor die Bahn Angst hat: dass die EVG plötzlich anfängt, die Arbeitnehmerrechte stärker zu vertreten als bisher, wo sie sich doch als sehr handzahm erwiesen hatte und immer mit ein paar kleinen Prozentchen zufrieden war.

Konkurrenz belebt das Geschäft, das gilt auch für Gewerkschaften.

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maggi1947 10.11.2014, 10:46
8. nanu

Bisher wurde in vielen Medien immer so getan, als ob Weselkski derjenige wäre, der allein für Streik oder für Verständigung mit der Bahn zuständig wäre. Erstmals lese ich jetzt endlich, dass es offensichtlich weitere Hardliner in der GDL gibt, die Weselski auf einem versöhnlicheren Kurs nicht folgen wollen.

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böseronkel 10.11.2014, 10:47
9. Was will die GDL?

Wie wäre es mal mit einer etwas korrekteren Ausdrucksweise? Die GdL will keineswegs für die rund 19.000 Lokführer und die etwa 17.000 Zugbegleiter Tarife aushandeln sondern lediglich für die Mitglieder der GdL in diesen Berufsgruppen. Für nicht in der GdL organisierte Lokführer und Zugbegleiter haben die von der GdL ausgehandelten Tarifverträge natürlich keine Gültigkeit. Für in der Transnet oder der Nachfolgeorganisation EVG Organisierte gelten selbstverständlich nur die von der EVG unterzeichnete und von der Bahn diktierte Tarifverträge. Wie solche Tarifverträge zustande kommen konnte man ja sehr gut an den von Gewerkschaftsboss Norbert Hansen abgeschlossenen Verträge studieren.

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