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Streit mit Kassen: Ärzte brechen Honorar-Verhandlungen ab
DPA

Der Streit um die Honorare eskaliert: Die niedergelassenen Ärzte haben die Verhandlungen mit den Kassen abgebrochen. Die Erhöhung um 270 Millionen Euro recht den Medizinern nicht aus.

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atherom 03.09.2012, 13:55
190. Da muss ich Ihnen scharf widersprechen:

Zitat von derweise
Gewisse Gruppen (Ärzte, Lehrer) haben sich des demokratischen Staates bemächtigt, ähnlich wie Geistlichkeit und Adel des Feudalstaates. Das ist ein grosses Problem. Doch dieses Problem muss demokratisch und nicht mit der Guillotine gelöst werden!
sollte sich eine Berufsgruppe des Staates bemächtigt haben, so sind das die Anwälte. Interessanterweise habe ich noch nie (NIE) einen Artikel über deren Honorarforderungen gelesen. Ob es nun ein "kleiner" Anwalt ist, der mit einer 2-Zimmer und 1/2 Sekretärin-Kanzlei auskommt und "nur" 250-300 Euro pro Stunde verlangt, oder eine "berühmte" Kanzlei mit Spezialität auf risikolose und prozessfreie Vergleiche, deren Stundensätze 600 Euro reichen. Hnzu kommt es, dass die meisten Abgeordnete Anwälte (und Lehrer) sind. Steht Gesundheit über Rechts- und Steuerstreit? Ja. Ausgerechnet bei der Berufsgruppe, die sich um das höchste Gut des Menschen kümmert, seine Gesundheit, erlaubt man sich derartig kleinliche Diskussionen: Da spielt keine Rolle, dass man quasi automatisch Umsatz mit Verdienst gleichsetzt, was gerade bei Praxen ein Unterschied wie Tag und Nacht ist. Nehmen Sie doch einfach ärztliche Hilfe im Ausland in Anspruch. Sie dürften sich dann wundern, wie preiswert diese hierzulande ist. Es gibt eine Ausnahme: die zahlreichen Operationen werden in Deutschland oft, zu oft durchgeführt. Wer zu solchen Eingriffen seine Zustimmung gibt, ohne eine 2. Meinung einzuholen (ach ja, die 10 Euro Praxisgebühr werden ja fällig), ist selber schuld.

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spiegel_135 03.09.2012, 13:56
191. Zulassung zurückgeben

Zitat von sysop
Der Streit um die Honorare eskaliert: Die niedergelassenen Ärzte haben die Verhandlungen mit den Kassen abgebrochen. Die Erhöhung um 270 Millionen Euro recht den Medizinern nicht aus.
Zum Ende des Jahres, wenn in den meisten Praxen die Budgets aufgebruacht sind, sollten alle Kollegen die Praxen für acht Wochen schließen und den Krankenkassen die Zulassung zurückgeben.

Die Neuverhandlung im Januar wäre dann sehr einfach.

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hatorihanzo 03.09.2012, 13:56
192. ?

Zitat von MütterchenMüh
Schon mal was von Arzthelferin gehört, oder sparen / stecken Sie sich die Kosten gleich ganz.
Ich habe keine Kosten aufgeführt, sondern einen Ausschnitt dessen gegeben, was man als Arzt so macht, wenn die Praxistür zu ist.

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cp³ 03.09.2012, 13:56
193. 1²³

Zitat von sysop
Der Streit um die Honorare eskaliert: Die niedergelassenen Ärzte haben die Verhandlungen mit den Kassen abgebrochen. Die Erhöhung um 270 Millionen Euro recht den Medizinern nicht aus.
Das Problem im Gesundheitssystem sind vor allem die Pharmaunternehmen und deren Preise in Deutschland.

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Niederbayer 03.09.2012, 14:00
194. Mehr Transparenz

Ich habe kein Problem wenn die Ärzte mehr verdienen und wieviel mehr das sein wird, stellt sich nach ein paar Verhandlungsrunden heraus.

Womit ich allerdings ein Problem habe, ist die mangelnde Transparenz bei vielen Vorgängen im Gesundheitswesen.
Ich bin Privatpatient und sehe jede Rechnung, die mein Arzt stellt. Da habe ich auch schon Sachen entdeckt, die ich so nicht in Erinnerung hatte und die wurden entsprechend beanstandet.

Warum bekommen die Patienten nicht generell die Rechnungen zumindest als Kopie und damit eine Möglichkeit zu sehen was abgerechnet wird?

Liebe Ärzte, ihr wollte mehr und das kann ich verstehen. Aber wer nimmt muss auch geben, und wenn es nur mehr Information ist, damit man sieht wofür Ihr mehr wollt.

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marin 03.09.2012, 14:01
195.

Zitat von trompetenmann
... den Unterschied zwischen einem Fußballspieler, der von einem privatwirtscharftlichen Unternehmen bezahlt wird, und einem Angestellten, der von einer gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird. Aber trösten sie sich: da sind sie nicht der Einzige.
Danke, Sie sind ja total schlau. Jetzt nur noch, wer ist hier bei der gesetzlichen Krankenkasse angestellt? Der Fussballspieler, oder der Arzt oder der Patient oder wer? Bitte erklären!

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Lütt_Matten 03.09.2012, 14:09
196. Falscher Beruf für sie?

Zitat von spiegel_135
Zum Ende des Jahres, wenn in den meisten Praxen die Budgets aufgebruacht sind, sollten alle Kollegen die Praxen für acht Wochen schließen und den Krankenkassen die Zulassung zurückgeben. Die Neuverhandlung im Januar wäre dann sehr einfach.
Nur mal so interessehalber:
Wäre Ihnen die finanzielle Besserstellung, die aus diesem Druckmittel für sie herausrausspringen könnte, es wert, die Gesundheit ihrer Patienten dafür aufs Spiel zu setzen?
Haben Sie für den Fall, dass sie diese Frage für sich mit "Ja" beantworten würden, schonmal ernsthaft über einen kompletten Berufswechsel nachgedacht, bei dem die Kapitalgenerierung mehr im Focus stünde?

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demo_kratie 03.09.2012, 14:11
197. optional

Unverschämte Forderungen der Ärzte. Es gibt sicher das eine oder andere Problem bei der Budgetierung, aber schlecht verdienen sie sicher nicht. Ich denke die unzufriedenen niedergelassenen Ärzte können ja gerne auswandern, wenn sie mögen. Es gibt sicher genügend junge Ärzte, die die chance ergreifen, eine niederlassung zu übernehmen.

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Kühniker 03.09.2012, 14:11
198.

Zitat von cp³
Das Problem im Gesundheitssystem sind vor allem die Pharmaunternehmen und deren Preise in Deutschland.
Nein nein. Es sind die Patienten, mit ihren berechtigten Anforderungen, die die Preise treiben. Vor 30 Jahren gabs in meiner Umgebung nur einen Kardiologen, an den man mit ca 7 Tagen Wartezeit herankam. Inzwischen sind es mindestens deren Zwanzig, mit Wartezeiten bis zu einem Vierteljahr, weil jedes Zwicken in der Brust eine fachärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung verlangt.

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Sommerschnee 03.09.2012, 14:11
199. Unbekannte vergessen

Zitat von Wolfgang J.
Laut Artikel sind 0,9 % = durchschnittlich 1800 Euro. Dann ist das druchschittliche Jahreseinkommen also 100 % = 200.000 Euro (16.666 -- Euro pro Monat) Nach der geforderten Erhöhung von 11% wäre das : 222.000 Euro pro Jahr ( 18.500,-- Euro pro Monat) Davon muss dann allerdings eine Praxis mit Miete / Geräte und Arzthelferinnen finanziert werden. Eigentlich sollte so was in solchen Artikeln stehen, warum steht es nicht da?
Leider fehlt in Ihrer Rechnung eine Unbekannte: Igel-Leistungen und Privatpatienten. Ihre errechneten 200.000 Euro beinhalten nur die kassenärztlichen Leistungen.
Es ist auch schon in mehreren Artikeln (hier auf SpOn und anderen Medien) und auch in einigen Kommentaren darauf hingewiesen worden:
Die Ärzte bekommen von den Krankenkassen genug Geld. Das eigentliche Problem ist die Verteilung innerhalb der Ärzteschaft - und hierfür ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. Von den Krankenkassen, also letztendlich dem Beitragszahler mehr Geld zu fordern, ist leider der einfachste Weg.

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