Forum: Wirtschaft
Streit über 39 Milliarden Pfund: Brexit-Minister will Schlussrechnung nur bei Abkomme
REUTERS

Großbritannien hat die Begleichung der Ausstiegsrechnung aus Brüssel an Bedingungen geknüpft. Der britische Außenminister Hunt indes fordert "mehr Flexibilität" - von anderen.

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Emderfriese 23.07.2018, 10:53
70. Logik

Zitat von stadtmusikant123
Zeitlich stimmt das so nicht ganz. Die Briten wollten von Anfang an die Frage der "zukünftigen Beziehungen" parallel mit dem Austrittsvertrag verhandeln. Nur der gute Barnier wollte dies nicht. Die Zeitverzögerung geht zu Lasten Barniers. Letzte Woche wies PM May darauf hin, dass der "Ball jetzt im Feld der EU" liegt. Die Äusserungen von Raab sollen dies wohl drastisch unterstreichen. Im Übrigen sind die Pensionsverpflichtungen und eindeutige EU-Projekte von Seiten der Briten unstrittig. Wesentlich bedrohlicher zeichnet sich aber ab, dass es ohne Handelsabkommen zu keiner Übergangsfrist kommen wird. Denn dies wurde in dem zitierten Artikel der "Sun" vom letzten Herbst ebenfalls angedeutet.
"...Die Briten wollten von Anfang an die Frage der 'zukünftigen Beziehungen' parallel mit dem Austrittsvertrag verhandeln.
Nur der gute Barnier wollte dies nicht. Die Zeitverzögerung geht zu Lasten Barniers. …"

Die Frage ist nur, wie man ein augenblickliches und ein zukünftiges Problem gleichzeitig lösen will, wenn das augenblickliche nicht klar ist? Das eine baut doch auf das andere auf. Wer nicht weiß, auf welcher Grundlage (Austrittsmodalitäten) die neuen Beziehungen stehen, kann unmöglich das Später formulieren. Das liegt in der Logik der Sache...

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Gerdd 23.07.2018, 10:53
71. Gaehn!

Das hatten wir doch schon alles - in jeder zukuenftigen Vereinbarung zwischen GB und EU wird stets eine Praeambel stehen: "Diese Vereinbarung tritt erst in Kraft, nachdem die aufgelaufenen Schulden beglichen sind."

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Miach 23.07.2018, 10:56
72. Durchschaubar

Die Brexiter wussten von Anfang an das es nur dann funktionieren wird wenn die EU einknickt. Man hatte keinen Plan A und auch keinen Plan B, daher MUSS man nun alles dafür tun damit das Volk GLAUBT es liegt nur an Brüssel.

Wie schon immer in der Geschichte, werden genug diesen Populisten folgen.

Die Scherben dürfen dann andere wegräumen.

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hru 23.07.2018, 11:00
73.

Zitat von iffelsine
Wenn kein Flieger aus der EU mehr über Großbritannien fliegen darf, ja dann fliegen wir eine Stunde länger in die westliche Welt über den Atlantik. Irland wird das Armenhaus der EU, weil alles um England herum transportiert werden muss und kaum ein Tourist sich dahin verirrt. Und die Tassen mit den Royals explodieren wegen der Zölle im Preis :-) Arme EU-Bürger...
Überflugrechte hängen ja nicht an der Mitgliedschaft in der EU, die werden anders geregelt. Und von Paris und Frankfurt nach Dublin ist es nur wenig länger als von London. Aber ja, Irland wird unter einem harten Brexit leiden und der Rest der EU in geringerem Umfang auch.

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frankfurtbeat 23.07.2018, 11:00
74. let ...

let them run ... kein Handelsabkommen, kalt auflaufen lassen und ganz schnell ist die Luft auf der Insel draussen. Unglaublich - jahrelange Rosinenpickerei und beim Gehen auch nioch einen Geschenkkorb erwarten. Möge sich GB den USA anschließen "dort sind sie geholfen" :-) Europäische Konzerne sollten die kalte Lösung vorbereiten und weiterziehen - solche Partner braucht tatsächlich niemand. Was hat GB was der Rest der Welt dringend benötigt? Tatsächlich nicht viel mehr als ausser Bankwesen und Pfefferminzsauce ...

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olaf_b. 23.07.2018, 11:01
75. Schwarzer Peter

Zitat von stadtmusikant123
Zeitlich stimmt das so nicht ganz. Die Briten wollten von Anfang an die Frage der "zukünftigen Beziehungen" parallel mit dem Austrittsvertrag verhandeln. Nur der gute Barnier wollte dies nicht. Die Zeitverzögerung geht zu Lasten Barniers. Letzte Woche wies PM May darauf hin, dass der "Ball jetzt im Feld der EU" liegt. Die Äusserungen von Raab sollen dies wohl drastisch unterstreichen. Im Übrigen sind die Pensionsverpflichtungen und eindeutige EU-Projekte von Seiten der Briten unstrittig. Wesentlich bedrohlicher zeichnet sich aber ab, dass es ohne Handelsabkommen zu keiner Übergangsfrist kommen wird. Denn dies wurde in dem zitierten Artikel der "Sun" vom letzten Herbst ebenfalls angedeutet.
Sie schreiben, die Briten "wollten parallel verhandeln". Das ist richtig. Die EU aber wollte und will das nicht. Folge ich Ihrer Argumentationslinie, hätten die Briten doch sofort akzeptieren können. Folglich ginge die Zeitverzögerung auf das Konto der Briten.
Schön, da stehen wir beide also mit unseren "Argumenten" und sind nicht einen Millimeter weiter. Aber die Uhr tickt. Und tickt.
Im Übrigen: "Der gute Barnier" handelt nicht aus eigener Machtvollkommenheit. Jeder Schritt ist abgesprochen mit allen Regierungen der verbleibenden EU.
Noch etwas: Sollten die Briten auch nur einer Verpflichtung aus dem EU-Austritt nicht nachkommen, dann werden sie für jedes Abkommen mit zukünftigen Handelspartnern Sicherheiten hinterlegen müssen. Aber das müssen sie vielleicht sowieso. Denn jeder Partner weiß nur zu genau, dass die Briten jeden internationalen Vertrag einfach per simpler Volksabstimmung platzen lassen könnten.

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Bakturs 23.07.2018, 11:03
76. Schlechte Verlierer

Wenn die Engländer zu sein sind, ihre Schulden zu begleichen, sind sie schlechte Verlierer. Wo ist der englische Gentleman hin?
Dann werden die Zölle eben sohoch gesetzt, bis sie ihre Schulden abbezahlt haben. Es geht auch ohne die Engländer. Dann kaufe ich mir halt einen fränkischen Whiskey.

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Rechtsanwalt Abogado 23.07.2018, 11:03
77. Ich & Ich

Wie hieß es neulich in einem Artikel, wenn in allen Ländern nur noch Populisten an der Macht sind und nach dem Prinzip "Ich first" verfahren, dann wird es in allen multilateralen Strukturen sehr sehr ungemütlich.

Wenn nur noch mit vorgeblich einfachen Antworten gearbeitet wird und komplexe Strukturen als "fake news" abgetan werden, dann wird es nicht nur unangenehm sondern gefährlich.

Schon Donald Trump hat als Bauunternehmer damit gedroht, dass wenn man ihn zwingt seine Bankschulden zu bezahlen, er überhaupt nicht mehr bei irgendwelchen Sanierungsprojekten kooperieren wird. Bei 8 Mrd. Dollar Bankschulden hat man eben eine starke Position.

Die Briten haben schnell gelernt.

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st.esser 23.07.2018, 11:04
78. Vernunft?

Zitat von stadtmusikant123
Immer nur Vorschläge ablehnen ist nun wahrlich kein Akt von Vernunft .
Unvernünftige Vorschläge ablehnen ist doch definitiv ein Akt von Vernunft.

Und zuerst kamen nun mal gar keine Vorschläge, dann Vorschläge die nicht ernst zu nehmen waren, weil die Regierung sich noch völlig uneinig war, dann Vorschläge die die Situation und Bedingungen völlig ignorieren.

Es ist doch besser, die völlig unakzeptablen Vorschläge frühzeitig als solche zu bezeichnen und detailliert zu erklären, warum sie nicht akzeptabel sind, als es zur Abstimmung der 27 EU-Staaten kommen zu lassen, und dann erst eine breite Ablehnung mitzuteilen, wenn keinerlei Zeit für Verhandlungen mehr ist.

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mullex 23.07.2018, 11:07
79. Die EU ist ein Verlustgeschäft.

Ein Vorteil kann durch die Wirtschafts- und Währungsunion nicht entstanden sein. Im Gegenteil. Wer ausscheiden will, bekommt seinen Anteil. Bei der EU ist der Anteil nicht der Gewinn, sondern der Verlust. Also die Briten waren mehr als 30 Jahre dabei. Der aufgelaufene Verlust für sie ist zwischen 50 und 100 Milliarden EURO plus die ständig eingezahlten Beiträge. Bei einem solchen Geschäft darf man nicht der Letzte sein.

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