Forum: Wirtschaft
Streit über Altmaiers Industriepolitik: Der Verteidigungsminister
Bernd von Jutrczenka / DPA

Peter Altmaier im Abwehrmodus: Bei einem Kongress zu seiner Industriestrategie muss sich der Wirtschaftsminister deutliche Kritik der Wirtschaft anhören. Sie hat deutlich simplere Wünsche als "nationale Champions".

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Freedom of Seech 06.05.2019, 19:49
10. Energiepreise

Die Energiepreise werden nur sinken können wenn der Energiewende realistische Annahmen zugrunde gelegt werden und Schluss gemacht wird mit dem Erzählen von Energie Märchen. Nach aktuellen Modellberechungen wird eine weitgehende Dekarbonisierung in den kommenden 30 Jahren nur gelingen wenn im Vergleich zu heute 5 Mal soviel Strom erzeugt wird wie heute (Quellen 1, 2). Diese Berechnungen gelten für die Annahme, dass ähnlich wie in den letzten 10 Jahren das Konsumverhalten und die Energieeffizienz in der Summe unverändert bleibt (mehr Effizienz wird durch mehr Konsum ausgeglichen). Das wären dann in 30 Jahren 3000TWh statt wie heute 600TWh pro Jahr. Hinzu kommt, dass sich zurzeit der Strombedarf für Internet Applikationen (KI, Streaming, blockchain, cloud services aller Art etc.) alle vier Jahre weltweit verdoppelt was zur Folge hat, dass in 30 Jahren alleine deshalb in Deutschland vermutlich eine mindestens doppelt so hohe Kraftwerkskapazität wie heute erforderlich ist (Quelle 3). Das wären dann nochmal 1000 TWh pro Jahr (also insgesamt 4000 TWh in 2050). Zum Vergleich aktuell werden jährlich mit 30.000 Windkraftanlagen 100 TWh Strom erzeugt. Damit ist klar, dass Eneuerbare Energie schon wegen des gewaltigen Flächenverbrauchs noch nicht einmal Ansatz dazu in der Lage sein wird, diese großen Mengen an Strom zu produzieren, selbst wenn es durch drastische Maßnahmen gelingt das Konsumverhalten in der breiten Bevölkerung zu ändern (wer sich die Welt schön rechnet handelt unverantwortlich). Stand heute: die einzige CO2-arme Alternative ist Kernkraft. Die gegenwärtig verfügbaren Kernkraftwerk Typen sind aber realtiv teuer (v.a. wegen dem hohen, z.T. politisch in die Höhe getriebenen Regulierungsaufwand). Potentielle Lösung: der in den USA derzeit verfolgte Weg (bipartisan von Demokraten und Republikanern unterstützt): Überprüfung der Regulierungsvorgaben bei Kernkraft auf Notwendigkeit - alles was nicht wirklich erforderlich ist wird gestrichen). 2) Massive Förderung (finanziell und durch schlanke Regulierungsvorgaben) der sogeannanten Small Nuclear Reactors (SMRs). Mehre Firmen sind da dran. Das Unternehmen Nuscale hat aktuell die Nase vorn. Der erste Reaktor hat in 2,5 Jahrne sämtliche Reguierungsschritte erfolgriech gemeistert. Ab kommendem Jahr wird gebaut. Bei dem Reaktor (Cluster mit 12 x60 GW) ist eine Kernschmelze nicht möglich, durch Serienfertigung/Skalierung kann der Preis maximal gedrückt werden (anfangs 5-10cent/kWh, später 2 cent/kWh). Der Reaktor wird von anderen Ländern (z.B. Südkorea) in Lizenz gebaut werden. Das könnte Siemens in Deutschland übernehmen. Hier wäre dann wohl eine Anweisung von Altmaier hilfreich.
Quelle 1: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=2ahUK EwiPyp_6uYfiAhVSQBoKHQftBg8QFjADegQIAxAC&url=https ://pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/2016/05/HTW-2016-Sektorkopplungsstudie.pdf&usg=AOvVaw3L3OfKdbkVi7a-pN43MrPl
Quelle 2: http://energywatchgroup.org/new-study-100-renewable-energy-across-europe
Quelle 3: https://www.forbes.com/sites/forbestechcouncil/2017/12/15/why-energy-is-a-big-and-rapidly-growing-problem-for-data-centers/#181255d85a30

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mirage122 06.05.2019, 19:49
11. Unsere Politik-Entscheider: einfach tragisch!

Was Herrn Altmaier betrifft, begreife ich nicht, warum er sich in den Jahren als Koffer-Träger von Frau Merkel nicht ein funktionierendes Netzwerk aufgebaut hat. Kontakte wurden ihm doch geradezu auf dem silbernen Tablett präsentiert. Aber in der Garde der Null-Nummern-Minister ist er ja kein Einzelfall. Es ist einfach nur traurig - und das haben weder die Bürger noch das Land verdient: Wenn das die Elite in Deutschland ist, kann man das nur als Trauerspiel bezeichnen. Und die ganze Welt lacht über uns und nimmt old germany nicht mehr wirklich ernst. In dieser schlimmen Situation sollten die SPD und die Grünen ihre Chance nutzen. Christian Lindner kann man ja nicht mit einbinden, der arbeitet ja nur mit wirklichen Profis ...

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Schartin Mulz 06.05.2019, 19:53
12. Ich bin ja kein Fan

von Herrn Altmaier. Aber ich habe das ungute Gefühl, dass die seit Wochen auf ihn einprasselnde Kritik, vor allem von Seiten der Unternehmer, einen Wechsel im Wirtschaftsministerium hin zu Herrn Merz zum Ziel hat.
Mit dem Fernziel, dass dieser statt AKK, die ja auch für jeden Pups angegriffen wird, Nachfolger von Merkel wird.
Ich kann ja verstehem, dass man als Unternehmer so denkt. Aber warum machen die Medien das Spiel mit?

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KR-Spiegel 06.05.2019, 19:57
13. Solarförderung 20 Jahre = Chance für China

Die Regierung hat bis heute die PV-Förderung nicht auf Langzeitverfügbarkeit umgestellt. Degressive Förderung auf 40 J
ahre würde Qualität- statt Billigware ergeben.
Auch ansonsten ein Minister ohne Visionen, weil seine Chefin keine hat.
VEB Trägheit im Amt.

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Neapolitaner 06.05.2019, 19:58
14. Nur Mut, Herr Kühnert von den Jusos macht es vor

Nur der Staat kann entscheiden, welche Unternehmen wirklich wichtig sind und den Titel "Nationaler Champion" tragen dürfen. Die Spreu trennt sich vom Weizen, viele sind berufen, doch nur wenige können ausgewählt werden. Ob diese Unternehmen dann zu kollektivieren sind, ist eine interessante Frage , zu der Herr Kühnert ebenso interessante Beiträge kürzlich geliefert hat. Schnöde Forderungen wie "bezahlbare Energie" oder eine Unternehmenssteuerreform, wie sie von den Unternehmen erhoben werden, sind als unangemessen zurückzuweisen. Das Wirtschaftsministerium mit Peter Altmeier an der Spitze hat höhere Aufgaben vor sich und wird Großes schaffen, daran habe ich keinen Zweifel.

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reinerotto 06.05.2019, 20:10
15. Anstatt die Grossen zu pampern, besser den Kleinen gute Chancen geben

War selber bei einer kleinen High-Tech Firma im IT-Bereich taetig, mit ueber 50% promovierten Naturwissenschaftlern. Alle anderen Mitarbeiter hatten mindestens ein Diplom. Und nicht nur ein Mal war ein Mitbewerber, eine gruene Bank mit angeschlossener Elektroabteilung, uns untergeordnet. Waehrend eines zwanglosen Gespraechs mit einem ihrer leitenden Mitaarbeiter meinte dieser: Kein Wunder, dass ... nur zweitklassige Mitarbeiter hat. Die erstklassigen machen sich selbststaendig. Und sollten eigentlich genau die Foerderung geniessen, welche die Grossen mit eigenen dafuer geschaffenen Abteilungen "abgreifen". Oder wenigstens eine faire Chance bei oeffentlichen Auftraegen erhalten. Aber da greift dann das Argument eines potenziellen Kunden: Bei ... wissen wir, dass die die Konventionalstrafen bezahlen koennen. Und zur Not auch einen Ersatz-Auftragnehmer bezahlen koennen, wenn sie es nicht selber auf die Reihe bringen.
Ich nehme mal an, dass diese Vorschlaege allerdings auf taube Ohren stossen werden. Denn die Kleinen koennen keine Lobbyisten bezahlen.

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claus7447 06.05.2019, 20:23
16. Dadurch wird es nicht besser

Zitat von Schartin Mulz
von Herrn Altmaier. Aber ich habe das ungute Gefühl, dass die seit Wochen auf ihn einprasselnde Kritik, vor allem von Seiten der Unternehmer, einen Wechsel im Wirtschaftsministerium hin zu Herrn Merz zum Ziel hat. Mit dem Fernziel, dass dieser statt AKK, die ja auch für jeden Pups angegriffen wird, Nachfolger von Merkel wird. Ich kann ja verstehem, dass man als Unternehmer so denkt. Aber warum machen die Medien das Spiel mit?
Irgendwie erscheint mir, das mit der 3. Legislaturperiode unter A.M. insbesondere die Qualität der CDU CSU Minister ins negative gerutscht ist.

Wenn ich

- Seehofer
- Altmaier
-UvdL
-Klöckner
- Scheuer

Mal aufführe. Spahn, bei dem allerdings Licht und dunkel sich abwechseln. Eine Bildung und Forschungsministerin die unsichtbar ist. Der einzige der mir noch positiv auffällt ist Müller.

Das ist für mich eher ein Schrekenskabinet.

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r_saeckler 06.05.2019, 20:29
17. Er hat die Aktentasche seier Herrin und Gebieterin nachgetragen...

Zitat von keinblattvormmund
Ein Berufspolitiker durch und durch, niemals in der freien Wirtschaft tätig, dafür allerdings in der Vergangenheit mit dem hohen Amt des "Generalsekretärs der Verwaltungskommission für die soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer" betraut, versucht stümperhaft Wirtschaftspolitik zu betreiben, legt sich damit aber mit dem Mittelstand, dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft an... Was qualifiziert solche Schießbudenfiguren eigentlich zu einem Ministeramt? Das richtige Parteibuch und ausreichend Duckmäusertum.
... und dafür wird man, wenn man immer schön brav ist, irgendwann für treue Dienste mit einem gut dotierten (bedenken Sie die Ruhestandsbezüge!!) Posten belohnt.
Ansonsten hat der gute Mann für sein Amt genau so gute

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r_saeckler 06.05.2019, 20:35
18. Er hat seiner Herrin und Gebieterin die Aktentasche nachgetragen...

Zitat von keinblattvormmund
Ein Berufspolitiker durch und durch, niemals in der freien Wirtschaft tätig, dafür allerdings in der Vergangenheit mit dem hohen Amt des "Generalsekretärs der Verwaltungskommission für die soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer" betraut, versucht stümperhaft Wirtschaftspolitik zu betreiben, legt sich damit aber mit dem Mittelstand, dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft an... Was qualifiziert solche Schießbudenfiguren eigentlich zu einem Ministeramt? Das richtige Parteibuch und ausreichend Duckmäusertum.
... und dafür, weil er stets loyal war, jetzt einen schönen Posten (bedenken Sie die Ruhestandsbezüge!!) bekommen.
Ansonsten hat der Herr A., ungeachtet seines im Gegensatz zu jenem irgendwie zu Ende gebrachten Studiums, so in etwa die gleiche Berufserfahrung und die gleiche Qualifikation wie der kleine Kevin...

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neutron76 06.05.2019, 20:45
19. Energie und IT

Beim Thema Energie und Digitalisierung sind die Ansagen gemacht. Daher gilt es den Weg frei zu machen.
Energie leidet zuallerallererst unter einem Transportproblem und in zweiter Linie unter einem Speicherproblem. Das muss gelöst werden, zur Not von oben herab durch klare Ansagen. Der Ausbau von Windkraftanlagen muss weitergehen. Die 40 Mrd. für den Ausstieg aus der Kohle sind nur der kleine Anfang. Die Substitution wird ein vielfaches kosten.
Die IT hat genauso ein Transportproblem: Mobilfunk & Glasfaser. Das muss gelöst werden, zur Not auch ohne Huawei.
Alle weiteren IT-Probleme fangen zunächst bei den Bürgern an: Der Bürger muss akzeptieren etwas mehr gläsern zu werden, sonst wird das nichts mit digitalen Behördengängen, virtueller Krankenakte etc.
Industrie 4.0, aber Zettelwirtschaft bei den Ärzten und Behörden? Geht auch nicht, liegt aber auch an Bedenkenträgern, die Stimmung gegen alles machen was Sicherheitslücken haben könnte.

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