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Streit über deutsche Exportstärke: Merkel verteidigt Handelsüberschüsse
AFP

Angela Merkel hat die Kritik an den deutschen Handelsüberschüssen zurückgewiesen. Die Kanzlerin sagte, es sei absurd, wenn die Bundesrepublik sich selbst schwäche. Kritiker aus den USA und der EU hatten zuletzt gefordert, dass Deutschland sein Exportplus reduziere.

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pepe_sargnagel 21.11.2013, 16:01
1. Politisch geschickt

Zitat von sysop
Angela Merkel hat die Kritik an den deutschen Handelsüberschüssen zurückgewiesen. Die Kanzlerin sagte, es sei absurd, wenn die Bundesrepublik sich selbst schwäche. Kritiker aus den USA und der EU hatten zuletzt gefordert, dass Deutschland sein Exportplus reduziere.
Politisch geschickt sagt Frau Merkel, das was Ihnen die Unternehmen einflüstern.
Zitat von
Es mache keinen Sinn, künstlich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu schmälern, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Es wäre absurd, die Produktion zu drosseln und Abstriche an der Qualität der deutschen Produkte zu machen: "Das kann nicht der Sinn sein eines erfolgreichen Europas."
In Europa gibt es aber nur sehr wenige Stimmen, die sagen, dass Deutschland weniger exportieren soll. Es soll mehr importieren, um den Handelsüberschuss abzusschwächen. Aber gerne nimmt man die Mindeheitsmeinung auf, so dass man nicht den Unternehmen noch die Bürde auferlegt die Gehälter am unteren Ende ausnahmsweise mal erhöhen zu müssen. Dann würde dieses Land -und damit natürlich auch Europa- vor die Hunde gehen... Ja neee - is klar!

Aber dennoch höchsten Respekt vor dieser politischen Umdrehung der Zusammenhänge. Sehr geschickt.

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4qfghei3pers 21.11.2013, 17:02
2. Es macht ja wirklich keinen Sinn

Es macht ja wirklich keinen Sinn, die eigene Stärke zurückzufahren. Vielmehr müssen die anderen Länder dafür sorgen, daß sie ebenfalls wettbewerbsfähig werden. Wenn in einer Schulklasse ein Junge besondere Leistungen zeigt, sollten die anderen sich auch mehr anstrengen anstatt zu verlangen, er müsse schlechter werden. In Frankreich die Rente mit 60, bei uns mit 67. Nur ein Beispiel von vielen.....

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Edelweiß 21.11.2013, 17:31
3.

Zitat von 4qfghei3pers
Wenn in einer Schulklasse ..
Der immer wieder bemühte Schulklassenvergleich täuscht eine Analogie vor, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Wenn in einer Schulklasse die schlechtesten Schüler sich verbessern, werden die Spitzenschüler dadurch nicht schlechter. Und wenn die guten Schüler nachlassen, werden selbstverständlich die schlechten dadurch kein bisschen schlauer. Das ist aber bei der Wettbewerbsfähigkeit von vornherein anders, weil sie eine relative Größe ist. Wenn Firma A, die in Konkurrenz steht mit Firma B, an ihrem Produkt etwas verbessert oder es billiger macht, dann verschlechtert sich automatisch die Wettbewerbsfähigkeit von Firma B, ohne dass diese irgendetwas gemacht hätte.

Da es keine Analogie zwischen Schülerleistungen und Wettbewerbsfähigkeiten gibt, kann man auch keine Analogieschlüsse ziehn. Wenn man es doch tut, muss man damit rechnen, dass die gezogenen Schlüsse falsch sind.

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Urbis 21.11.2013, 17:42
4. optional

Zitat von
Es macht ja wirklich keinen Sinn, die eigene Stärke zurückzufahren. Vielmehr müssen die anderen Länder dafür sorgen, daß sie ebenfalls wettbewerbsfähig werden. Wenn in einer Schulklasse ein Junge besondere Leistungen zeigt, sollten die anderen sich auch mehr anstrengen anstatt zu verlangen, er müsse schlechter werden. In Frankreich die Rente mit 60, bei uns mit 67. Nur ein Beispiel von vielen.....
Sie haben nichts verstanden! Da schimpfen die Deutschen immer so gern auf die Wirtschaftswissenschaftler, aber selbst kapieren sie die einfachsten Dinge der Ökonomie nicht. Deutschland lebt unter seinen Verhältnissen und hat den größten Niedriglohnsektor Europas. Es könnte uns viel besser gehen, wenn nur endlich das Lohnniveau steigen würde und das Genöle darüber aufhört! Wenn der Deutsche mehr verdienen würde, könnten sich auch mehr einen BMW etc. leisten und man ginge nicht den Risiko des Exports ein. Denn Güterexport ist Kapitalexport, wenn er mit Schulden finanziert wird. Die deutschen Firmen exportieren und exportieren und werden aber nie alle Forderungen eintreiben können. Also werden einige Mercedes sozusagen kostenlos hergeschenkt. Trotzdem knapsen die Deutschen lieber an ihrem eigenen Leib, als diesen wahnhaften Exportüberschuss zu reduzieren! Diese ganze CDU Propaganda redet den Leuten ein, es würde dem Volk gutgehen, je mehr exportiert und je mehr Überschuss es gibt. Richtig ist aber, dass die Wirtschaftspolitik genau 0,0 Überschuss anstreben sollte. Wer das nicht versteht, dem kann man nicht helfen.

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böseronkel 21.11.2013, 17:51
5.

Zitat von pepe_sargnagel
Aber dennoch höchsten Respekt vor dieser politischen Umdrehung der Zusammenhänge. Sehr geschickt.
Nicht sonderlich geschickt. Es beweist nur einmal mehr, dass die Unionisten von wirtschaftlichen Zusammenhängen null Ahnung haben.

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elikey01 21.11.2013, 18:17
6. Frankreich

Zitat von 4qfghei3pers
Es macht ja wirklich keinen Sinn, die eigene Stärke zurückzufahren. Vielmehr müssen die anderen Länder dafür sorgen, daß sie ebenfalls wettbewerbsfähig werden. Wenn in einer Schulklasse ein Junge besondere Leistungen zeigt, sollten die anderen sich auch mehr anstrengen anstatt zu verlangen, er müsse schlechter werden. In Frankreich die Rente mit 60, bei uns mit 67. Nur ein Beispiel von vielen.....
Und trotzdem ist Hollande so unbeliebt, man mit seiner Politik so unzufrieden, wie kaum je mit einem anderen Präsidenten.

Die EU bzw. Brüssel greift gar die deutsche (geheiligte) Tarifautonomie an.
Aber Frau Merkel plädierte ja dafür, mehr Souveränität an Brüssel abzugeben.
Dabei wäre es jedem Mitgliedsland unbenommen (gewesen), eine analoge Wirtschafts- bzw. Arbeitsmarkt-/Sozialpolitik zu betreiben, die zumindest im Großen aus der Krise geführt bzw. sie gar nicht erst so groß hätte werden lassen.

Wird sie endlich checken, dass Brüssel und die €uro-Zonen-Länder ihre nationalen Interessen an erste Stelle setzen?
Während sie diese in Forderungen an DEU umsetzen?
Und dass das Merkel'sche enthusiastische Mantra von Solidarität (weil Erhalt der Zone eine Frage von Krieg und Frieden und daher alternativlos) offensichtlich nicht genug war, von den Mrd. an Zahlungen und Garantien gar nicht zu reden?

Schon ganz speziell, dass gerade die am lautesten mahnen und ratschlaggebend den Zeigefinger heben, die selbst mehr od. weniger tief in der Krise stecken und für sich selbst offensichtlich noch lange keinen Weg heraus gefunden haben.

So ist das eben mit einem lädierten Selbstwertgefühl:
Es verlangt, andere (auf die man im Grunde neidvoll blickt) herab zu würdigen, damit man sich selbst besser fühlen kann.
DEU kann, will und darf nicht in diesem Sinne als Therapeut "missbraucht" werden, indem es sich so herunterziehen lässt.
Denn wer sollte ansonsten eines Tages die Retter retten?

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derandersdenkende 21.11.2013, 18:25
7. Richtig, Frau Merkel!

Zitat von sysop
Angela Merkel hat die Kritik an den deutschen Handelsüberschüssen zurückgewiesen. Die Kanzlerin sagte, es sei absurd, wenn die Bundesrepublik sich selbst schwäche. Kritiker aus den USA und der EU hatten zuletzt gefordert, dass Deutschland sein Exportplus reduziere.
Wenn sich die Deutschen ihre eigenen Erzeugnisse nicht mehr leisten können, müssen diese halt exportiert werden!
Nur, was wollen Sie dagegen tun, daß viele Deutsche inzwischen fast durchweg mit Billigprodukten vorlieb nehmen müssen?

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Observer 21.11.2013, 18:26
8. Jetzt nimmt sie auch noch

diesen makroökonomischen Blödsinn ernst! Ich dnke, es würde nichts schaden, wenn Deutschland freiwillig, und um die ökonomischen Ignoranten und poduktiven Schwachleister zu beruhigen, ein Paar Milliarden Target-Fordeungen (vorzugsweise gegenüber Spanien und Italien) abtreten würde. Zum einen entspräche das dieser obskuren U-Strafe, zum anderen sind diese Forderungen ohnehin uneinbringlich.

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mebschmw 21.11.2013, 18:33
9. Propaganda

Sie faselt von "künstlicher Qualitätsverschlechterung", die niemand gefordert hat. Reine PR, sehr zum Gefallen der Großindustrie. Wessen Interessen sie vertritt, zeigt sie mal wieder deutlich. Sie sollte mal lieber über den Kaufkraftverlust der meisten Deutschen in den letzten zwei Jahrzehnten sprechen, also über sinkende Reallöhne. Oder über die kalte Enteignung der Sparer. Oder über Rekordsteuern und dennoch pleite Kommunen, verwahrloste Infrastruktur und unvorstellbare Staatsschulden und angehäufte Verbindlichkeiten (Target 2 etc). Oder über die Schere zwischen Arm und Reich, die ständig größer wird. Und dass die Löhne längst vom Produktivitätszuwachs entkoppelt sind. Das alles ist die Kehrseite des ach so tollen Exportüberschusses. Von dem hat nämlich weder der Staat, noch 95% der Bürger was. Das sind vor allem Profite, die ins Ausland abfließen. Danke Merkel für solch eine tolle Wirtschaftspolitik!

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