Forum: Wirtschaft
Streit über geplante Digitalsteuer: Frankreich verbittet sich Einmischung der USA
AFP

Weil Apple, Facebook und Co. bislang kaum Steuern zahlen, plant die französische Regierung eine Abgabe für große Digitalkonzerne - und reagiert verschnupft auf Drohungen der USA.

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mantrid 11.07.2019, 12:28
10. Vorbild Frankreich

Geht doch! Steuern müssen dort gezahlt werden wo die Nutzer die Leistung tatsächlich beziehen. Da ist es halt egal, ob ein Franzose auf einem chinesischen Server Dienstleistungen oder Produkte eines amerikanischen Unternehmens nutzt. Gleiches sollte auch bei Patenten, Lizenzen, Urheberrechten usw. gelten. Dann wäre es auch egal, wenn sich ein Unternehmen einen steuerlichen Sitz in Luxemburg nimmt, um mittels Lizenzgebühr denn Gewinn an den steuerlich günsitgeren Standort zu verlagern. Dann müsste dort versteuert werden, wo die Lizenzgebühr gezahlt wird. Ich hoffe, Deutschland folgt diesem Beispiel schnell nach.

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auspresser 11.07.2019, 12:29
11.

Ein kurzer Verwaltungsakt der soviel bringt wie der unsägliche Versuch eine deutsche Maut einzuführen. Respekt!

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btb 11.07.2019, 12:32
12. weitere sollten folgen

es müssten mehr Länder Europas folgen. das der Ami nicht mehr kann außer Drohungen aus zusprechen ist doch bekannt aber Hauptsache man lässt sich davon nicht abbringen sondern macht weiter.

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bluraypower 11.07.2019, 12:33
13. Die Frage ist doch...

... wie wollen die französische Regierung Unternehmen besteuern die ihren Sitz ausschließlich nicht in Frankreich haben, also ohne Gewerbeanmeldung in Frankreich? Die sind doch für die französischen Steuerbehörden nicht greifbar.
Nur angenommen, das Gesetz geht durch und wird im Steuergesetz verankert, wie wollen die die neue Steuer eintreiben? Im Internet kann jeder Konzern weltweit agieren und seine Dienste anbieten und braucht nicht mal, wie hier dann im Beispiel Frankreich, dort eine gewerbliche Anmeldung. Und selbst wenn sie die Anmeldung hätten, bräuchten sie die nur Beenden aber können weiter ihre Dienste dort anbieten wenn sie keine physischen Waren dort verkaufen, sondern nur digitale.
Wer weiss mehr darüber?

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zuckerfuchs 11.07.2019, 12:37
14. 3%

sind viel zu wenig. Diese Firmen haben jahrelang gar keine Steuern gezahlt, und wenn, dann irgendwo auf der Welt, wo es Peanuts waren und sie einen Briefkasten hängen hatten.
Natürlich stinkt das dem Blondchen, er hat ja auch mit den Steuern so seine Konflikte.

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iasi 11.07.2019, 12:38
15. Französische Bauern sind davon sicherlich nicht betroffen

es geht schließlich um Digitalkonzerne mit einem Umsatz über 750 Mio. Wer kommt da wohl in Frage? Wie wäre es denn mit einer Sondersteuer auf Wein in den USA - zumal Franzosen u.a. Europäer an der kalifornischen Weinindustrie beteiligt sind. Da wäre das Jammern wahrscheinlich groß.
Trump will das Handelsdefizit der USA senken - eine Steuer, die vor allem US-Firmen trifft, ist hierbei nicht hilfreich - diese Steuer wirkt wie Zölle.

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timhendrik 11.07.2019, 12:43
16. Probieren

Der Hinweis, eine einheitliche EU-Regelung sei besser, ist zutreffend, macht den französischen Vorstoß aber nicht zu einem falschen Schritt. Auch wenn am Ende eine Vereinheitlichung steht, nach der durch die Bank eine lokale Besteuerung von Wirtschaftsaktivitäten erfolgt, wäre das wünschenswert.

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antelatis 11.07.2019, 12:44
17. Hier undenkbar

Ein Land, dass von der CDU regiert wird, würde so etwas niemals machen. Sobald der Amerikaner sagt: Nein!, wird gekuscht.

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eggshen 11.07.2019, 12:46
18. Steuerpolitische Maßnahmen...

Zitat von hergen.heinemann
und in diesem Falle Solidarität mit Frankreich wäre schön. Aber wenn es gegen die USA geht, ist Einheit in der EU nicht zu erwarten. Daher wäre es sinnvoll, in der EU wenigstens eine Koalition der Willigen zu etablieren, die gemeinsam vorgehen, auch wenn einige wenige Länder sich dem verweigern, die dann mit ihrem Aussenseiter-Status eben umgehen müßten.
der EU bedürfen der Einstimmigkeit. Prinzipiell ist das ja begrüßenswert - stellen Sie sich vor, wie das die Anti-EU Populisten andernfalls ausschlachten würden.
Andererseits wird es in dieser Frage innerhalb der Gemeinschaft m.E. keinen Konsens geben. Dafür sind die Interessen von Ländern wie Irland, den Niederlanden oder Malta einfach zu diametral. Und auch in Deutschland möchte man das Thema scheinbar am liebsten endlos vor sich herschieben. Der Vorschlag unseres Finanzministers (immerhin ein Sozialdemokrat), dieses Thema im Rahmen der OECD zu verhandeln, spricht wohl Bände. Dort sitzen u.a. auch die Amerikaner und in Anbetracht der Reaktion der aktuellen Administration (die z.B. von Amazon sehr deutlich begrüßt wird) wird es da nie eine gemeinschaftliche Linie geben.

Lange Rede: wie bereits von anderen Foristen festgestellt wurde, wäre es ein klares und solidarisches Signal gewesen, wenn wir unisono mit Frankreich diese Steuer in D eingeführt hätten. Ich spekuliere mal, daß so ein Schritt auch eine breite Zustimmung unter den Menschen in Deutschland hätte.

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a.vollmer 11.07.2019, 12:51
19. Wieso neue Steuer?

Wenn diese Konzerne Leistungen in Frankreich (oder einem anderen EU-Staat) erbringen, dann ist dieser Geschäftsvorgang in diesem Land steuerpflichtig. Es ist doch egal ob es eine Internetdienstleistung ist oder ein Trupp Straßenbauarbeiter oder eine Supermarkt-Filiale.

Wenn Google eine Anzeige hier neben diesem Forum einblendet und der Leser sitzt in Deutschland, dann erbringt Google eine Leistung in Deutschland, kassiert dafür Geld und hat dieses in Deutschland zu versteuern. Ob das ein Stapel Elektronen, Handtücher oder eine Video-DVD oder ein Video-Stream ist, ist doch egal.

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