Forum: Wirtschaft
Streit über geplante Digitalsteuer: Frankreich verbittet sich Einmischung der USA
AFP

Weil Apple, Facebook und Co. bislang kaum Steuern zahlen, plant die französische Regierung eine Abgabe für große Digitalkonzerne - und reagiert verschnupft auf Drohungen der USA.

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myonium 11.07.2019, 12:52
20.

Zitat von mantrid
Geht doch! Steuern müssen dort gezahlt werden wo die Nutzer die Leistung tatsächlich beziehen.
Da würde sich die deutsche Industrie aber auch bedanken, wenn sie ihre Auslandsumsätze vor Ort (zusätzlich) versteuern müsste. Das ist im Übrigen auch einer der Gründe, weshalb Detschland in diesem Punkt zögerlicher ist als Frankreich (Stichwort Exportweltmeister und so ...).

Hurra schreien ist immer leicht, aber die Wirklichkeit ist doch um einiges komplizierter ...

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sagitta 11.07.2019, 12:56
21. nationaler Notstand

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Aktivitäten der amerikanischen IT Riesen in den jeweiligen Opferländern einen nationalen Notstand darstellen. Die Folgen sind noch schwerwiegender als die von Stahl oder anderen Produkte des 19ten Jahrhunderts. Wie wir vom GröPaZ gelernt haben, kann man mit solch einer Begründung schlichtweg alles erfolgreich rechtfertigen.

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zuckerfuchs 11.07.2019, 12:56
22. Es wird allerhöchste Eisenbahn,

dass Globalisierung nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Behörden umgesetzt wird, insbesondere die Steuer-und Polizeibehörden.

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pegasus2012 11.07.2019, 12:57
23. Eines nach dem anderen !

Zitat von heikhen
hätte auch Deutschland gut angestanden und gleichzeitig die EU gestärkt. Wieder eine Chance vertan. Die USA- hörigkeit ist einfach nur beschämend.
Frau Merkel zieht Nord-Stream 2 gegen US-Erpressungsversuche durch.Was hat das bitte mit US-Hörigkeit zu tun?

Gerade ihre Reserviertheit ist im Umgang mit Trump ein sehr effektiver weg um wichtige Vorhaben umzusetzen ohne das Fass zum überlaufen zu bringen.

Das Frankreich hier den ersten Schritt gewagt hat ist ein Vorteil für Deutschland. Was hätte Trump wohl erst für eine Twitter-Tirade losgelassen, wenn Deutschland mit der Digitalsteuer vorgeprescht wäre?

Wenn alle Impulse in Europa immer nur von einem Land ausgehen , wird dieses auch immer mehr zur Zielscheibe.

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mark.muc 11.07.2019, 13:04
24. @20 Myonium

Wegducken ist immer leicht. Tatsache ist, daß die genannten Unternehmen kaum Steuern zahlen, Monopolisten sind und unsere Gesetze mißachten.

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be_winkler 11.07.2019, 13:14
25. Fehlende Sachkunde aller Orten

Wenn wir das Steuersystem weltweit ändern, weg vom Verursacherprinzip und hin zum Konsumprinzip, dann werden sich die Deutschen als Exportweltmeister ziemlich umsehen. Dann wird unsere Exportindustrie nämlich ihre Steuern in den Verbraucherländern bezahlen müssen und nicht mehr in Deutschland. Wer also die französichen Ideen für Gut heißt, programmiert riesige Steuerlöcher im deutschen Haushalt vor. Man sieht auch hier wieder: die EU kann niemals die Interessen aller Länder bündeln, denn faktisch hat der Agrarstaat Griechenland natürlich andere Interessen, als Deutschland. So auch Frankreich und Deutschland. Wir sollten also mit Forderungen nach immer mehr Steuern und nach Steuern anderer Art sehr vorsichtig sein. Manchmal wird man den Besen nicht mehr los, den man als unwissender Lehrling gerufen hat.

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geotie1 11.07.2019, 13:14
26.

Sonst preschen die USA doch mit Abgaben immer vor, doch diesmal ist es anders und die US-Wirtschaft wird zur Kasse gebeten. Nun, was die US-Amis können, dass kann Frankreich doch auch. Vielleicht wird demnächst die Militärparade in Paris noch pompöser?

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r_saeckler 11.07.2019, 13:16
27. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ... (Dieter Nuhr)

Zitat von 123rumpel123
Die Begrenzung der Steuer ab 750 Mio. Umsatz nährt den Verdacht einer gezielten Maßnahme. Da es andere explizit von der Steuerpflicht befreit.
Die Begrenzung der Steuer auf Firmen mit über 750 Mio. Umsatz nährt gar nix - außer bei Ignoranten!
Das ist schlicht eine der fiskalischen Effektivität geschuldete Bagatellgrenze: bei Klitschen mit geringerem Umsatz (Merke: Umsatz ist NICHT gleich Gewinn!) wäre der Ertrag dieser Steuer außer Verhältnis zum Aufwand für Erfassung und Kontrolle.
Kennen wir von anderen Steuern in ähnlicher Weise: kleine Händler mit geringen Jahresumsätzen sind von der Erfassung und Abführung der MWSt befreit - oder wissen Sie das auch nicht?!

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golfworkblue 11.07.2019, 13:19
28. Nicht ganz richtig...

Es ist leicht, der Versuchung zu erliegen, den erfolgreichen US Digitalkonzernen eine zusätzliche Digitalsteuer aufzuerlegen.
Doch das lenkt nur ab von der Unfähigkeit der EU, eine einheitliche Unternehmensbesteuerung international operierender Unternehmen fertig zu bringen. Die Foristen hier sollten ihren Neidreflex daher zügeln, da viele von Ihnen sicher einige für Sie kostenfreien Services der US-Unternehmen nutzen. Aus meiner Sicht ist dieses Geschäft Daten gegen kostenlose Services durchaus in Ordnung, da wir mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher sein können, dass die Unternehmen sehr aufpassen, hier alles richtig zu machen, da es sonst ihr Geschäftsmodell existentiell gefährdet.
Die Digitalsteuer erhalten sicher nicht die fran zösiscben User der US-Unternehmen

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suchenwi 11.07.2019, 13:20
29. Doppelbesteuerungsabkommen

Zitat von myonium
Da würde sich die deutsche Industrie aber auch bedanken, wenn sie ihre Auslandsumsätze vor Ort (zusätzlich) versteuern müsste.
Für solche Fälle gibt es schon lange Doppelbesteuerungsabkommen, wonach im Ausland entrichtete Steuern auf die inländische Steuerschuld angerechnet werden.
Beispiel Wertpapiererträge: USA nehmen 15% Quellensteuer, die auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechenbar ist (25% - 15% = 10%).

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