Forum: Wirtschaft
Streit über geplante Digitalsteuer: Frankreich verbittet sich Einmischung der USA
AFP

Weil Apple, Facebook und Co. bislang kaum Steuern zahlen, plant die französische Regierung eine Abgabe für große Digitalkonzerne - und reagiert verschnupft auf Drohungen der USA.

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MichaelundNilma 11.07.2019, 14:51
40. Zu kurz gedacht

Zitat von mark.muc
Ja und nun? Soll das heißen: Weiter so am Tropf hängen? Ist das Ihre Empfehlung? Sie geben selbst die besten Gründe für die Richtigkeit von Frankreichs Vorgehen: Diese Unternehmen bedrohen unsere Demokratie. Zudem: Die Googelei ist keine Hexerei. Das können europäische Unternehmen genau so gut. Ich selbst nutze schon lange für ca. 75% meiner Suchen nur noch europäische Suchmaschinen. Für den Rest dann manchmal Google. Wenn das viele täten, wäre Google dann auch einholbar. Und für eine Cloud braucht man Google nun wirklich nicht. Zudem kostenlos ist gar nichts. Es wird nur nicht immer in derselben Währung bezahlt.
Eine Suchmaschine braucht eine Datenbank wo die Daten liegen. Die Frage ist was suche ich denn überhaupt. Die meisten Unternehmen lassen sich bei Google registrieren. Daher werden Sie diese Unternehmen nur auf Google-Servern finden. Haben Sie eine andere Suchmaschine greift diese entweder auf eine eigene Datenbank zu oder hat die Genehmigung auch die Google-Datenbank zu nutzen - z.B. werbefrei mit Einschränkungen. Für den Aufbau einer eigenen Datenbank benötigt man auch Einträge von Firmen gegen Bezahlung. D.h. man müßte Google Kunden abwerben. Entscheident ist die Reichweite einer Datenbank. Da liegt Google fast uneilholbar vorn. Für private user ist die Datenbank kostenlos oder bekommen Sie eine Rechnung von Google ? China verpflichtet seine Unternehmen die Datenbank von Alibaba zu nutzen. Das geht aber nur mit Zwang.

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cfp1 11.07.2019, 15:01
41. Bravo Frankreich

Zumindest hat man dort eine Regierung, die etwas unternimmt und nicht feige die Sachen aussitzt wie bei uns.

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xlabuda 11.07.2019, 15:04
42. die meisten sind natürlich wieder viel zu blöde, um zu begreifen, was

Zitat von 123rumpel123
Die Begrenzung der Steuer ab 750 Mio. Umsatz nährt den Verdacht einer gezielten Maßnahme. Da es andere explizit von der Steuerpflicht befreit.
mit der Digitalsteuer wirklich abgeht.

Erstens wird den Preis der Endbenutzer zahlen.
Zweitens wird mit Zahlungen (des Endbenutzers) auf einmal alles transparent und kontollierbar - wollten wir ja alle so haben.
Und drittens wird das nicht mehr nur die Großen treffen, sondern auch alle, die die bisherige - kostenlose - Infratsruktur und Progamme nutzen und darauf ein Geschäftsmodell aufgebaut haben, ebenso voll treffen.
In EUROPA und in Deutschland sollte KEINE Steuer mehr erfunden werden dürfen, die nicht per Volksabstimmung abgesegnet wurde.

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cfp1 11.07.2019, 15:09
43. Großartig

Was mich allerdings traurig stimmt ist dass Frankreich dies im Alleingang unternehmen musste. Wofür haben wir denn die EU wenn nicht um unsere Interessen gegen Länder wie die USA durchzusetzen. Dass aber ein ganzer Kontinent von einem 5-Millionenland wie Irland gelähmt werden kann, ist einfach ein Systemfehler. Wenn es um den Brexit geht, dann schaut Irland gerne nach Brüssel und wartet auf Unterstützung, aber wenn es darum geht eine europaweite Digitalsteuer einzuführen, dann verfolgen sie eiskalt den eigenen Vorteil (auf Kosten der restlichen EU). Vielleicht sollten sie gleich mit aus der EU austreten, dann wäre das Backstop Problem gelöst und wir hätten eine unsägliche Steueroase weniger.

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cfp1 11.07.2019, 15:17
44.

Zitat von xlabuda
mit der Digitalsteuer wirklich abgeht. Erstens wird den Preis der Endbenutzer zahlen. Zweitens wird mit Zahlungen (des Endbenutzers) auf einmal alles transparent und kontollierbar - wollten wir ja alle so haben. Und drittens wird das nicht mehr nur die Großen treffen, sondern auch alle, die die bisherige - kostenlose - Infratsruktur und Progamme nutzen und darauf ein Geschäftsmodell aufgebaut haben, ebenso voll treffen. In EUROPA und in Deutschland sollte KEINE Steuer mehr erfunden werden dürfen, die nicht per Volksabstimmung abgesegnet wurde.
Wow, Sie glauben wirklich, dass die Leute intelligent genug sind um über die eigenen Steuern abzustimmen. Das möchte ich doch stark bezweifeln. Man nehme mal England wo in den letzten Jahrzehnten immer diejenige Partei die Wahl gewonnen hat, die niedrigere Steuern versprach. Dass dadurch sowohl das Sozial- wie auch das Gesundheitssystem den Bach runter gegangen sind, ist wohl Beweis genug, dass es bei Steuerfragen keiner Volksbefragung bedarf, zumal das Gros der Medien dort von ein paar wenigen Milliardären kontrolliert werden, die die einzigen sind, die von Steuersenkungen letztendlich profitieren.

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DorianH 11.07.2019, 16:39
45.

Zitat von golfworkblue
Es ist leicht, der Versuchung zu erliegen, den erfolgreichen US Digitalkonzernen eine zusätzliche Digitalsteuer aufzuerlegen. Doch das lenkt nur ab von der Unfähigkeit der EU, eine einheitliche Unternehmensbesteuerung international operierender Unternehmen fertig zu bringen. Die Foristen hier sollten ihren Neidreflex daher zügeln, da viele von Ihnen sicher einige für Sie kostenfreien Services der US-Unternehmen nutzen. Aus meiner Sicht ist dieses Geschäft Daten gegen kostenlose Services durchaus in Ordnung, da wir mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher sein können, dass die Unternehmen sehr aufpassen, hier alles richtig zu machen, da es sonst ihr Geschäftsmodell existentiell gefährdet. Die Digitalsteuer erhalten sicher nicht die fran zösiscben User der US-Unternehmen
Vielleicht sollte man endlich mal mit dem ständigen Erzählen des Märchens von kostenfreien Services aufhören.

Man bezahlt IMMER!

Entweder mit Geld oder mit Daten.

Ihr Beitrag ist somit Unsinn.

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DorianH 11.07.2019, 16:41
46.

Zitat von jj2005
Nö, stimmt so nicht. Jeder EU-Mitgliedstaat kann seine MWSt nach Belieben festsetzen, und alle Jahre wieder berichtet der Spiegel darüber - weil es so lustig ist! Einfach mal googeln: spiegel mehrwertsteuer-Irrsinn (auch windeln esel mehrwertsteuer funktioniert ganz gut). Der Irsinn hätte übrigens auch sein Gutes: Anstatt 3% auf den Umsatz zu erheben, wie das die Franzosen vorhaben, könnte man die MWSt nach "online" und "offline" differenzieren, also z.B. 25% für alle Onlineverkäufe, 10% für alle Ladenverkäufe. Fragt mal die Einzelhändler und deren Kunden in den verwaisten Innenstädten, was sie davon halten.
Die MWSt ist eine nationale Steuer, hat also mit steuerpolitischen Maßnahmen auf EU-Ebene nichts zu tun.

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fan_of_facts 11.07.2019, 17:09
47. Populismus aller Orten ...

... und so auch hier im Forum. Einzig Kommentar Nr. 25 lässt Sachkenntnis erkennen. Deutschland hat anfänglich - unter der Leitung eines SPD-geführten Bundesfinanzministeriums - laut für die Idee einer Besteuerung von Digitalleistungen getrommelt, bis man auch dort das Offensichtliche erkannt hat, nämlich D als Exportnation (ist Frankreich so nicht) so etwas lieber nicht fordern sollte. In der OECD sagt man, und vor allem die USA, mittlerweile „Klar, machen wir, aber dann nicht nur für Digitalleistungen, sondern für alle Güter und Leistungen.“ Auf ca. 17 Mrd. wird der Wegfall an deutschem Steueraufkommen bei einer solchen Umstellung der Besteuerungsprinzipien geschätzt. Alle, die jetzt so selbstzufrieden schreien, werden sicher glücklich und bereit sein, dies aufzufangen.

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yvowald@freenet.de 11.07.2019, 17:56
48. +Deviese sollte STOPP lauten

Zitat von gruenewiese
Warum nur 3%? Ich hoffe, die restlichen EU Laender folgen dem Beispiel.
Auch Deutschland sollte zu den unsinnigen Forderungen und Vorstellungen der USA - speziell auch beim Aufrüstungsbereich - njet sagen, und nicht zu allem nur Ja und Amen. Stopp - so sollte die Devise gegenüber den USA unter Trump lauten.

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r_saeckler 11.07.2019, 18:22
49. Noch eine wichtige Ergänzung!

Zitat von r_saeckler
Die Begrenzung der Steuer auf Firmen mit über 750 Mio. Umsatz nährt gar nix - außer bei Ignoranten! Das ist schlicht eine der fiskalischen Effektivität geschuldete Bagatellgrenze: bei Klitschen mit geringerem Umsatz (Merke: Umsatz ist NICHT gleich Gewinn!) wäre der Ertrag dieser Steuer außer Verhältnis zum Aufwand für Erfassung und Kontrolle. Kennen wir von anderen Steuern in ähnlicher Weise: kleine Händler mit geringen Jahresumsätzen sind von der Erfassung und Abführung der MWSt befreit - oder wissen Sie das auch nicht?!
Damit dyskalkule (= des Rechnens unkundige) Foristen hier ob der "750 Millionen (Euro?) Umsatz" nicht schwindlig werde: 750 Millionen Umsatz WELTWEIT heißt dass in Frankreich - und nur dort kann der französische Fiskus ja besteuern! - vielleicht mal gerade 30 oder 40 Mio. Umsatz anfallen. Den präzise zu erfassen und dann die 3 % Digitalsteuer zu erheben - da bleibt nach Abzug des zu treibenden Aufwands nicht mehr viel übrig. Daher meine Anmerkung von wegen Bagatellgrenze

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